Liebst du deinen Mann? In deinem Text kommt er kaum vor, du schreibt lediglich er sei "sehr lieb" und kümmert sich gut um eure Tochter.
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15.12.2016, 17:08
AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.
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15.12.2016, 17:45
AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.
Erst einmal vielen lieben Dank für Eure zahlreichen Antworten, Nachfragen und Gedankenanregungen; mit so viel Resonanz hätte ich absolut nicht gerechnet!
Und es lässt die Tendenz, die ich habe, auch stärker konturiert hervortreten, ist also tatsächlich wirklich hilfreich.
Es fragte jemand, womit ich denn eigentlich ein Problem hätte, wenn ich es doch eh schon wüsste, wo es für uns langgehen soll, und wenn wir in 4 Jahren eh umziehen würden.
Es ist ganz einfach: Es geht mir dabei tatsächlich um meinen Mann (den ich liebe, ja, wir haben einen wunderbaren geistigen Austausch, schon immer gehabt) und um meine Tochter, und um das moralische Problem, ob ich beiden einen Umzug überhaupt zumuten kann. Ob es unserer Tochter an unserem Wohnort gefällt oder nicht gefällt, kann ich nicht einschätzen, sie ist da relativ anspruchslos bis jetzt, aber ich habe Angst davor, ihr irgendwelche Chancen zu nehmen, die sie dort vielleicht haben könnte (zum Beispiel durch die neu gegründete Alternativschule, die bisher einen sehr guten Eindruck macht). Und meinen Mann mit mir "fortzureißen" erscheint mir wie der umgedrehte Fall von mir. Dann fühlt er sich nicht wohl, weil er nicht in seiner "Heimat" ist. Ich weiß ja nun, wie sehr man darunter leiden kann - möchte ich also wirklich ihm das Gleiche antun... ? Genau das ist das Problem, das ich damit habe. :-(
Ich würde übrigens definitiv nicht den Wohnort meiner Eltern als Domizil wählen. Ich finde den Ort zwar direkt schön, aber ich würde im Hinblick auf unsere Tochter (viele Bildungsmöglichkeiten, keine lästigen Anfahrtswege - wir haben kein Auto bisher, und ich möchte eigentlich auch keins) eher eine größere Stadt wählen. Da ich bereits einmal ein Jahr lang in der für mich ebenfalls wundervollen Stadt Dresden gewohnt habe und dort sehr glücklich war, und "im Osten" vor allen Dingen die Wohnungen noch etwas günstiger sind als anderswo, wäre das zum Beispiel eine Destination, die ich für geeignet halte, dass es zumindest unserer Tochter und mir gut geht - denn sie hat immer dann Spaß, wenn ich guter Dinge bin, und möglichst viel mit ihr unternehme und ansehe.
Nur gibt es dabei natürlich für mich wieder ein großes Aber: Ich habe gelesen, dass die Schulen, die für uns in Frage kämen (Schulen mit einem alternativen Bildungskonzept), alle restlos überfüllt wären. Es gäbe wieder die berühmten Wartelisten, und wenn man Pech hätte, müsste man mit einer Schule Vorlieb nehmen, die einem so gar nicht läge. Will ich das unserer Tochter antun?
Andererseits müsste sie an unserem jetzigen Wohnort später eventuell mal mit dem Bus fahren, was ich selbst immer musste und ziemlich mistig fand.
Irgendwie habe ich auch ein wenig Hoffnung, dass hier vielleicht jemand aus Dresden mitliest, der mir vielleicht sagen könnte: "Kommt bloß nicht - total scheiße hier!" oder der mir bestätigt oder widerlegt, wie das mit den Schulen sein soll....Geändert von Beobachterin (15.12.2016 um 18:19 Uhr)
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15.12.2016, 17:50
AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.
So, und dann muss ich, glaube ich, noch mal was klarstellen. :-)
Wir kannten uns, bevor wir uns das erste Mal live gesehen haben, ca. 5 Jahre lang. Wir heirateten 1 Jahr nachdem wir uns in Echt gesehen hatten.
Admaro, Deinen Beitrag fand ich sehr ansprechend, ich habe mich beim Lesen direkt von Dir verstanden gefühlt; genauso ist es mir ergangen, und mit Deinen Mutmaßungen hast Du ganz bestimmt recht.
Ja, eine Lösung muss her, das denke ich mir auch, und zwar ganz dringend; denn was mir nach 5 Jahren nicht gelungen ist, wird mir auch nicht nach 6 oder 10 gelingen. Ich habe auch das Gefühl, dort irgendwie meine Lebenszeit "abzusitzen", und das schnürt mir jedes Mal regelrecht die Kehle zu...
- Danke, dass Du mir so viel Mut gemacht hast!Geändert von Beobachterin (15.12.2016 um 18:20 Uhr)
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15.12.2016, 18:01
AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.
Schön zu lesen, dass es euch als Paar gut geht

Ich glaube, das Wichtigste für eure Tochter sind Eltern denen es gut geht. Mein Gefühl wäre, dass sie mit einer dauerhaft unglücklichen Mutter viel mehr Chancen verliert, als wenn sie eventuell auf eine nicht ganz perfekte Schule geht.Ob es unserer Tochter an unserem Wohnort gefällt oder nicht gefällt, kann ich nicht einschätzen, sie ist da relativ anspruchslos bis jetzt, aber ich habe Angst davor, ihr irgendwelche Chancen zu nehmen, die sie dort vielleicht haben könnte
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15.12.2016, 18:14
AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.
Liebe Ariena, danke für Deine aufmunternden Worte! Das habe ich mir ja auch schon so gedacht; ich weiß leider nur nicht, wie viel sie tatsächlich davon mitbekommt, wie schlecht es mir dort wirklich geht. Es ist ja nicht so, dass ich den ganzen Tag lang depri in der Ecke sitze, sondern zum Einen ist da die viele Arbeit, und, wenn das getan ist, gehe ich eben meist mit ihr in bereits genannten Wildpark, wo sie herumtoben, schaukeln und klettern kann.
Apropos Arbeit: Wir, mein Mann und ich, sind übrigens beide Freiberufler. Im Prinzip können wir unsere Arbeit überall dahin mitnehmen, wo es Internetanschluss gibt. Ein Umzug wäre von dieser Seite her überhaupt kein Problem. (Bis auf dass das Institut, für das wir arbeiten, in der Stadt meines Mannes ansässig ist. Aber da müssen wir eigentlich fast nie hin. Und dafür könnte ich dann ja auch anreisen.) - Mein Mann macht sich immer sehr viele Sorgen, dass, weil wir natürlich keinerlei "Sicherung" haben, es eines Tages für uns vorbei sein könnte mit unserer Freiberuflertätigkeit. Auch darüber denke ich nach: Wo hat man wohl die besseren Chancen, etwas Neues zu finden... ? In einer Stadt im Speckgürtel Hamburgs oder in einer Großstadt, dafür aber in Ostdeutschland?
Hallo Elli, die Frage, weshalb wir 4 Jahre als Zeitspanne bis zu einem eventuellen Umzug auserkoren hatten, will ich Dir gerne beantworten. Es ist ganz einfach: Bis dahin hätten wir das Geld für eine Wohnung für uns drei zusammen. Mit einem (schwankenden) Einkommen aus freiberuflicher Tätigkeit wäre eine Mietwohnung für uns problematisch.
Nun hast Du mich ein bißchen neugierig gemacht - was müsste der Wohnort Deiner Wahl vorweisen?
Es ist ja auch nicht so, wie geschrieben, dass der Wohnort meiner Eltern für mich das Paradies auf Erden wäre. Es gibt aber Aspekte, mehr Aspekte als am Wohnort meines Mannes, die mir gefallen. Gleichzeitig fehlen mir, die mehr als 10 Jahre lang in Großstädten gelebt hat, dort aber ganz viele Dinge. (Vielleicht kommt das auch noch dazu, dass ich deshalb mit dem Ort meines Mannes einfach nicht warm werde.)
Der Ort, der für alle neu ist, wäre sicherlich eine faire Lösung. War mir ebenfalls schon durch den Sinn gegangen. Mein Mann dagegen fände das nicht so gut. Er möchte kein Risiko eingehen, sondern stattdessen dann lieber einen Ort wählen, an dem ich bereits gute Erfahrungen gemacht habe.Geändert von Beobachterin (15.12.2016 um 18:39 Uhr)
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15.12.2016, 18:25Inaktiver User
AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.
Käme Görlitz für euch in Frage? Die Stadt ist sehr schön und tut alles, um Bewohner zu finden und zu halten. Soweit ich weiß, gibt es dort alternative Schulprojekte, zumindest ist mir eine Waldorfschule bekannt.
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15.12.2016, 18:28
AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.
Ja, und vor lauter Verzweiflung bietet sie kostenloses Wohnen an. Wenn aber keine Jobs vorhanden sind? Und das, was die TE beschreibt, die Heimat ihrer Eltern, klingt so gar nicht nach Görlitz. Eher nach Ost-West-Konflikt. Ich glaube, auf Dauer klappt so etwas nur, wenn einer von beiden verzichtet.
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15.12.2016, 18:31Inaktiver User
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15.12.2016, 18:32Inaktiver User
AW: Der Ort, an dem mein Mann hängt, macht mich krank.
Es ist doch auch egal, wo es sonst noch schön ist, wenn der Gatte da nicht weg will. Das mit den vier Jahren ist doch Hinhaltetaktik.
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15.12.2016, 18:45


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