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  1. Inaktiver User

    Wie lerne ich, mit Provokationen und Angriffen besser umzugehen?

    Hallo Communitiy,

    das ist mein erster Beitrag. Ich suche nach Anregungen und Unterstützung zum Thema Provokation und verbalen Angriffen und "dummen Sprüchen".

    Es geht darum, dass ich in den letzten Monaten merke, dass ich zum Ende meiner Arbeitswoche die Angriffe meiner Mitmenschen, hauptsächlich Kollegen, aber auch unfreundliche Verkäuferinnen etc. mit ins Wochenende nehme.
    Wobei die allgemeinen Unfreundlichkeiten eher ein Randthema sind. Hauptsächlich geht es um meine männlichen Kollegen, die mich mit ihren vielen Sprüchen, ihrer Unzufriedenheit und ihren Provokationen dünnhäutiger werden lassen. Ich habe tatsächlich begonnen, mir Stellenanzeigen anzusehen und meine Bewerbungsunterlagen zu ordnen und dabei aber gedacht: "Will ich das eigentlich?" Denn eigentlich gehe ich sehr gern zur Arbeit. Ich mag meinen Arbeitsplatz. Sehr sogar. Ich mag auch meine Arbeit. Meinen Kollegen geht das aber anders. Sie sind unzufrieden. Das hat mit ihrem Privatleben zu tun, ihrer Gesundheit oder auch einfach mit ihnen selbst. Und das lassen sie eben raus. Sie sagen das auch offen. Das sie Frust haben, gerade mal neidisch sind, einfach einen Streit anfangen wollten, etc. Es ist so, dass ich ab und zu mal was abbekomme. Keinesfalls mehr als andere. Es wird da gestichelt, wo gerade Unzufriedenheit auf einen Kollegen trifft.
    Ich bin allerdings ein ruhiger und besonnener Mensch. Und mag eine Atmosphäre, in der sich, wenn nicht alle, doch viele wohlfühlen. Und ich merke, dass ich unter den Angriffen leide, in dem Sinne, dass ich mir Gedanken mache, wie das Miteinander schöner werden kann. Ich bin jetzt allerdings seit 4 Jahren dort und weiß, dass ich mit meinem Wunsch relativ allein bin. Ich bin überzeugt, dass meine Kollegen es nicht mögen, wenn es harmonisch ist. Denn sie tun eine Menge dafür, dass wir es nicht nett haben. Das zumindest, ist meine Schlußfolgerung aus ihrem Verhalten.

    Ich gehe damit so um, dass ich in den vielen Jahren viele Varianten ausprobiert habe, darauf zu reagieren. Ich war ebenfalls schlagfertig, auch mal frech, habe es ignoriert, das Thema gewechselt, das Spiel beim Namen genannt, mit Freundinnen darüber gesprochen und..wenn es mir zuviel wurde...dem jeweiligen Mensch ganz ernst ins Gesicht gesehen und gesagt habe "Du, mir reicht es jetzt". Dann hört es schlagartig auf. Ich bekomme ein "Es tut mir leid, ich wollte dich nicht verletzen. " Und drei Tage ist Ruhe. Und irgendwann kommt eben der nächste Spruch.
    Es wird nicht nett und friedfertig. Ich muss es wohl akzeptieren.

    Wie gehe ich damit um?

    Ich gehe besagten Mitmenschen soweit wie möglich aus dem Weg, aber das ist nicht immer eine Lösung. Wie kann ich mein Inneres besser schützen? Ich kann in meiner eigenen Familie ja relativ gut gestalten, wie wir miteinander umgehen. Ich kann ein Vorbild sein, ich kann meinem Kind gewaltfreie Kommunikation nah bringen. Ich habe liebe und ruhige Freundinnen und eine Familie, die hauptsächlich aus Frauen und Mädchen besteht. Mein Vater ist auch so ein Sprücheklopfer und liebt Provokationen und ist auch notorisch unzufrieden, aber den sehe ich ja nur sechsmal im Jahr und nicht fast täglich und kann damit dann ganz gut umgehen.

    Aber wie bekomme ich ein dickeres Fell? Im Moment fühlt es sich eher an, als würde ich dünnhäutiger werden.

  2. Inaktiver User

    AW: Wie lerne ich, mit Provokationen und Angriffen besser umzugehen?

    hm, kann Dich irgendwie verstehen....

    wie lange hast Du das denn mal wirklich konsequent durchgezogen?

    Ich hab den Eindruck, Du hast zwar immer mal eine Methode ausprobiert aber das nie längerfristig?

    Das wäre nämlich der Knackpunkt, denke ich mal..

    vlg

  3. Inaktiver User

    AW: Wie lerne ich, mit Provokationen und Angriffen besser umzugehen?

    Ist es dort tatsächlich "unharmonisch" oder ist der Umgang einfach nur etwas rustikaler, als Dir persönlich lieb ist?

  4. Inaktiver User

    AW: Wie lerne ich, mit Provokationen und Angriffen besser umzugehen?

    Welche Branche denn? Bei uns im Handwerk gehts oft mal unter die Gürtellinie....steht frau doch drüber oder?

  5. Inaktiver User

    AW: Wie lerne ich, mit Provokationen und Angriffen besser umzugehen?

    Monika, das stimmt, ich habe keine Methode langfristig durchgezogen. Mich für eine konsequent zu entscheiden, könnte ich ausprobieren.

    Kamelle, der Umgang ist für den Arbeitsbereich ganz typisch. Ich habe damit schon während des Studiums Erfahrungen damit gesammelt und wollte in diesen Bereich unter anderem deswegen nicht nochmal rein. Die Stelle ist dann jedoch an mich herangetragen worden und ich habe sie nach der Elternzeit angenommen. Das Problem ist, dass die Arbeit und ich zusammen passen wie der Topf auf den Deckel. Nur der Umgangston unter den Kollegen kein bißchen zu mir passt.

  6. Inaktiver User

    AW: Wie lerne ich, mit Provokationen und Angriffen besser umzugehen?

    Der Klassiker ist, dass Du Abstand und Bewusstheit zwischen die Welt im Außen und Dich bringst.
    Sowas wäre zB mithilfe von Visualisierungen möglich (sich also morgens daheim z.B. wie einen Umhang umlegen, der Dich vor Angriffen schützen kann- die Auswahl ist unbegrenzt, was Dir halt liegt).

    Daneben kann man natürlich mit einem "empathischen Blick" zuhören- Du kennst ja die Probleme der Menschen hintendran schon- und auch da einen Schritt innerlich zurück treten, denn ihre Aussagen sagen vor allem etwas darüber aus, was ihnen fehlt und sie brauchen.

    Fakt ist aber auch, dass man nicht immer in der perfekt geschützten Eigenatmosphäre sitzen kann, man unterschiedliche Tagesformen hat und spätestens ab Donnerstagnachmittag auch oft müde und erschöpft ist und nicht merh alle Reserven mobil machen kann um noch genug distanziert durch die Welt zu gehen.

    Noch dazu lebt man dann ja auch in ständig negativer Energie, was auf jeden Fall auch eine Wirkung hat.
    Wirklich nicht so einfach.

    Ich würde- wenn Deine klaren Ansagen tatsächlich Gehör finden (wenn auch nur für 3 Tage) ein Gespräch führen. Entweder mit jedem einzelnen oder mit allen zusammen.
    Deutlich machen WIE negativ und belastend diese Art zu reden ist (denen hilft das letztlich ja auch nicht wirklich weiter) und, dass Du so einfach nicht arbeiten möchtest.
    Vielleicht eine Motz-viertel-Stunde einrichten, in der sich jeder ausmotzen kann- 9 Uhr bis 9.15- und dann muss Ruhe bis zum nächsten Tag sein.
    Womöglich ist ihnen gar nicht klar WIE extrem negativ sie immer sind?

    Ändere Dich oder die Situation- es ist immer dasselbe.

    Letztlich wäre für mich bei solchen Umständen- und wenn alles andere nicht hilft - dann die Kündigung durchaus sinnvoll.
    Immerhin sollte man sich gut fühlen auf der Arbeit- genug Lebens- Stunden sind es!

  7. Inaktiver User

    AW: Wie lerne ich, mit Provokationen und Angriffen besser umzugehen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das Problem ist, dass die Arbeit und ich zusammen passen wie der Topf auf den Deckel. Nur der Umgangston unter den Kollegen kein bißchen zu mir passt.
    Arbeit ist immer ein Gesamtpaket und das Klima unter den Kollegen gehört auch dazu. Daher sehe ich das nicht so, dass diese Arbeit und Du so gut zusammen passen.

  8. User Info Menu

    AW: Wie lerne ich, mit Provokationen und Angriffen besser umzugehen?

    Na ja, ein dickeres Fell sollte man sich schon aneignen oder ein paar Sprüche zurückwerfen. Solche Leute findet man überall und mit denen muss man umgehen lernen.

    Manchmal reicht ja auch: "Streite dich mit deiner Frau und lass mich in Ruhe." oder einfach ein beiläufiges einfaches "Nerv nicht."

  9. Inaktiver User

    AW: Wie lerne ich, mit Provokationen und Angriffen besser umzugehen?

    Mit meinen Kolleginnen verstehe ich mich sehr gut.
    Das Problem sind die Männer.
    Einer von ihnen greift wirklich überall an. Ob wir nun gemeinsam auf einer Fortbildung sind oder auf einer Betriebsfeier. Ob Chef oder Reinigungskraft, er kennt keine Verwandten. Er sieht einfach fast alles in einem schlechten Licht.

    Mich belastet dieser Negativismus.
    Ich denke, dass ihm das gleichgültig ist.

    Ich habe dort einen angenehmen Arbeitsplatz. die Bezahlung ist okay, ich kann mein Arbeitsfeld weitgehend selbstständig gestalten, der Arbeitsweg ist kurz, die Stelle unbefristet, die Menschen für die ich zuständig bin mögen mich sehr, ich kann meine Stärken auf der Arbeit einfließen lassen und ich habe Arbeitsergebnisse, die messbar erfolgreich sind.

    Im Grunde wäre ein Stellenwechsel eine Flucht vor der Negativität eines anderen Menschen.

    Und wenn ich eine neue Stelle antrete, würde ich das gern tun, weil sie mich interessiert, herausfordert, das Arbeitsgebiet spannend ist und nicht wegen einem Kollegen.

    Und da komme ich zu dem Beitrag
    "steht frau doch drüber"

    Und da hakt es. Ich stehe nicht drüber. Mancher grobe Kommentar tut mir weh. Ob er nun mich selbst trifft oder einen anderen. Ich schäme mich manchmal dafür. Und ich denke, dass ich mich manchmal auch zu sehr verantwortlich fühle. Für die Atmosphäre oder das Betriebsklima oder möchte einen Kollegen beschützen, der so niveaulos angegangen wird. Oder mich selbst.
    Aber letztlich...sind alle erwachsen. Ich denke, ich werde konsequent versuchen, jeden verbalen Tiefschlag zu ignorieren. Meine Arbeit machen und im kommenden Jahr mal die Stellenanzeigen genauer studieren und mich vielleicht auch bewerben, falls es etwas Spannendes gibt.

  10. Inaktiver User

    AW: Wie lerne ich, mit Provokationen und Angriffen besser umzugehen?

    Cara, er hat "Nerv nicht". "Geh einfach weg". "Du bist doch nur neidisch" ich denke schon eine Million Mal gehört. Es ist dann für den Tag Ruhe und morgen ist ein neuer Tag. Es ist der stete Tropfen, der einen irgendwann mürbe macht oder den Stein aushöhlt. So meine ich das.

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