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    Die "Jammerfalle"

    Hallo allerseits,

    ich möchte einfach nur mal ein paar persönliche Beobachtungen und Erfahrungen und daraus getätigte Schlüsse loswerden.
    Keinesfalls möchte ich jemanden angreifen und ich strebe auch nicht danach, dass mir alle zustimmen. Es ist eben nur meine Meinung.

    Es geht um das Thema "jammern".
    (Kleiner Einschub: Natürlich neige ich auch manchmal dazu, bzw. früher war das noch eher so. Ich will mich hier also nicht als "Oberlehrerin" aufspielen, sondern Gedanken wiedergeben).

    Es gibt Menschen, die jammern sehr viel und oft.
    Der Witz an der Sache ist, dass sie meist gar nicht offen für vorgeschlagene Lösungswege sind. Auf der Tonspur heißt es "keiner hilft mir", doch wenn jemand helfen möchte, wird er zurück gewiesen.
    Da heißt es dann meist "ja, ABER".
    Trifft man diese Person irgendwann wieder und begeht den Fehler nachzufragen, geht das Jammern von Neuem los - und nichts hat sich verändert.

    Mein Mann hat einen solchen Kollegen. Er telefoniert oft mit ihm und ich bekomme das am Rande mit.
    Der Kollege fühlt sich als Opfer. Von Willkür. Überforderung. Anmaßung. Unfairness.
    Seine Frau - böse.
    Sein Chef - böse.
    Die Kunden - böse.
    Was ändert er? - nichts.
    Egal, was mein Mann sagt - und er ist ein sehr besonnener, optimistischer Mensch - es wird "überhört".

    Meine Schlussfolgerung ist, dass solche Menschen ihren "Gewinn" irgendwie aus dem entsprechenden Gespräch ziehen. Vielleicht aus dem Mitleid, der Zuwendung des Gegenübers.
    Würden sie jetzt tatsächlich an seiner Situation arbeiten und würde sich etwas bessern, bekämen sie die Zuwendung nicht mehr.

    Man lernt ja im Leben nicht nur Konstruktives - auch eine Opferrolle kann gelernt werden. So unangenehm diese ist, sie ist auch ein Rückzugsort und eine Rechtfertigung. ("Kein Wunder, dass ich im Beruf so viele Fehler mache, ich werde am Arbeitsplatz ja auch nicht ernst genommen!").
    Man externalisiert gewisserweise die "Schuld".

    Man sollte sich selbst vielleicht ein bisschen beobachten, ob man dazu neigt.

    Und als Außenstehender darf man solche Gespräche nicht führen. Man sollte nichts sagen, was das Ganze noch fördert.
    Vielleicht auch mal provokativ sein: "Und was hast Du konkret getan, dass sich die Situation ändert?"
    Dann kommt bestimmt: "Ich versuche es ja, aber...."
    Antwort: "Dann versuchst Du es nicht nachhaltig genug. Komme aus Deiner Opferrolle raus, es gibt nicht "die" Gerechtigkeit, die Dir hilft - nur Du selbst kannst Dein Leben beeinflussen."
    Oder: "Ich rede gerne mit Dir darüber - unter einer Voraussetzung: Das Wort "aber" ist tabu".

    Viele Grüße
    T.
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  2. Inaktiver User

    AW: Die "Jammerfalle"

    Energiefresser.

    Ich helfe gern, aber ich lasse mich nicht benutzen, Wenn jemand mit der immer gleichen Sachen ankommt und nur jammert - bin ich die falsche Adresse.

    Klar kenne ich solche Leute - ein Kollege macht das auch gern...aber nicht bei mir. Mein "heul leise" hat gereicht. Wo er nun jammert weiß ich nicht, ist mir aber egal.

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    AW: Die "Jammerfalle"

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Energiefresser.

    Mein "heul leise" hat gereicht. Wo er nun jammert weiß ich nicht, ist mir aber egal.
    Das ist auch gut. Hart - aber gut!
    Von meinem iPhone gesendet

  4. Inaktiver User

    AW: Die "Jammerfalle"

    Zitat Zitat von Taormina77 Beitrag anzeigen
    Der Witz an der Sache ist, dass sie meist gar nicht offen für vorgeschlagene Lösungswege sind. Auf der Tonspur heißt es "keiner hilft mir", doch wenn jemand helfen möchte, wird er zurück gewiesen.
    Da heißt es dann meist "ja, ABER".
    fragen denn die menschen um rat, oder wird einfach ungefragt rat gegeben?
    ist ja auch ein unterschied.

    menschen die viel jammern, haben offenbar bock zum jammern.
    ich lasse sie gerne. sollen sie doch.
    man erkennt sie schnell.
    dann gibt es menschen, die ungefragt rat geben möchten. ist ja auch mitunter ein fehler.

  5. Inaktiver User

    AW: Die "Jammerfalle"

    Zitat Zitat von Taormina77 Beitrag anzeigen
    Das ist auch gut. Hart - aber gut!
    Nur ehrlich. Ich bin nicht auf der Welt und everybody´s Darling zu sein.

    Wer echte Probleme hat kann gern zu mir kommen, da helfe ich gern. Aber jammern? Da reichen 20 Cent für die Parkuhr oder ein Friseurbesuch.

    Wir hier jammern doch eh alle gern auf hohem Niveau!

  6. Inaktiver User

    AW: Die "Jammerfalle"

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wir hier jammern doch eh alle gern auf hohem Niveau!


    Meine Schwiemu jammert mir regelmäßig die Ohren voll - und zwar darüber, dass ihr ihr herzallerliebster Kronsohn zu wenig hilft - und schuld daran bin natürlich ich, weil ich ihn ihr unverschämterweise weggenommen habe.

    Das klingt ungefähr so: "Nie hilft mir mein Sohn, dabei hätte ich hier soooooviel für ihn zu tun. Auch wenn er arbeitet, könnte er doch jeden Abend 4 Stunden bei mir verbringen. Außerdem bin ich so einsam, weil er nie da ist" etc. pp.

    Inzwischen frage ich nur noch "Schwiegermutter, willst Du von mir Ratschläge hören oder nicht?" Wenn ich diese Frage stelle, reagiert sie mit Beleidigtsein und Schweigen. Auch gut...Und nach ein paar Wochen wiederholt sich das Ganze. Früher hat mich das sehr belastet, inzwischen komme ich aber damit zurecht.

  7. Inaktiver User

    AW: Die "Jammerfalle"

    Heul leiser - oh, das ist gut! Da wüßte ich ein paar Menschen, denen ich das gerne sagte/schriebe...

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    AW: Die "Jammerfalle"

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    fragen denn die menschen um rat, oder wird einfach ungefragt rat gegeben?
    ist ja auch ein unterschied.
    Naja, wenn ich überlege: Sie fragen nicht wirklich nach Rat.
    Als Zuhörer neigt man aber sicherlich dazu, irgendetwas Entsprechendes zu sagen...
    Ich mache das auch nicht mehr, sobald ich jemanden als "Jammerer" identifiziert habe.
    Wenn es Menschen sind, mit denen ich nicht weiter etwas zu tun habe, ignoriere ich sie - denn alleine ein "Hallo" wird manchmal als Aufforderung zum Jammern gesehen.
    In meinem direkten Umfeld gibt es z.Zt. nur wenige, die jammern. Meine beste Freundin tut das komischerweise seit Kurzen (kenne sie seit 30 Jahren und sie hat früher nie gejammert).
    Selbstverständlich höre ich da zu, gebe Tipps und bin sicherlich auch etwas großzügiger, weil sie ja sonst nicht so ist. Aber mittlerweile versuche ich auch zunehmend, bestimmte Themen zu vermeiden und werde sie auch beim nächsten Jammeranfall mal direkt darauf ansprechen...

    VG
    T.
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    AW: Die "Jammerfalle"

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Das klingt ungefähr so: "Nie hilft mir mein Sohn, dabei hätte ich hier soooooviel für ihn zu tun. Auch wenn er arbeitet, könnte er doch jeden Abend 4 Stunden bei mir verbringen. Außerdem bin ich so einsam, weil er nie da ist" etc. pp.
    Oja, das ist auch schön. Über einen Anderen jammern. Warum sagt sie es ihm nicht selbst?
    Vielleicht sollte man da einfach sagen: "Danke dass Du mich informierst, ich werde es ihm direkt heute Abend ausrichten".
    Das ist denjenigen dann wahrscheinlich auch nicht recht.

    Was mir auch gerade so einfällt: Die Jammerer können es oft selbst überhaupt nicht ab, wenn man sich selbst mal beklagt :-D
    Da würgen sie einen total schnell ab. Komisch, gell....
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  10. Inaktiver User

    AW: Die "Jammerfalle"

    Zitat Zitat von Taormina77 Beitrag anzeigen
    In meinem direkten Umfeld gibt es z.Zt. nur wenige, die jammern. Meine beste Freundin tut das komischerweise seit Kurzen (kenne sie seit 30 Jahren und sie hat früher nie gejammert).
    Ich habe bei diversen Tanten erlebt, dass sie ab einem bestimmten Alter immer mehr zum Jammern neigten. Hoffentlich werde ich nicht auch so...

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