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  1. Inaktiver User

    AW: Braucht es Ziele im Leben, damit es ein glückliches Leben ist?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Wenn ich so etwas hätte, über längere Zeit (also ein paar Wochen oder Monate) würde ich mich fragen: sind diese Tätigkeiten tatsächlich nötig und wichtig? sollte ich nicht vielleicht besser etwas Anderes tun? Oder bin ich einfach müde, überarbeitet und erschöpft und brauch erst mal Ruhe und Erholung, dann kommt's schon wieder? Oder gibt es einen Aspekt, ein Detail an diesen Dingen, das mir widerstrebt und drum mach ich es nicht?
    Das sind gute Fragen!

    Doch wenn ich's recht bedenke, habe ich mir diese Fragen auch immer mal wieder gestellt und der Knoten ist trotzdem nicht geplatzt.

    Ja, zumindest der Auftrag ist notwendig (Geld, Selbstwert).
    Fensterputzen, Sport, Kühlscharnk sauber machen - muss nicht alles sofort sein, doch ich weiß ja, dass ich mich besser fühlen würde, wenn das gemacht wäre. Und tue es trotzdem nicht. Noch nicht.
    Erschöpft bin ich schon, aber die Erholung stellte sich auch nach Ruhephasen nicht ein. Das ist es also nicht allein. Was nährt die Seele?
    (gekürzt)
    Geändert von Inaktiver User (12.12.2021 um 15:14 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Braucht es Ziele im Leben, damit es ein glückliches Leben ist?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    In einem Seminar bekamen wir mal die Aufgabe unsere eigene Grabrede zu verfassen (…).
    (…)
    Was würdest Du tun wollen, mit dem Wissen, dass Du nicht scheitern kannst?
    Beides interessante Fragestellungen.

  3. Inaktiver User

    AW: Braucht es Ziele im Leben, damit es ein glückliches Leben ist?

    Zitat Zitat von Bisamratte Beitrag anzeigen
    Aber ich kann mir ja vornehmen (wenn die sozio-ökonomische Situation es hergibt), dieses Jahr geht's zum Urlaub in die Alpen.
    Die Finanzen spielen schon eine wichtige Rolle. Ich überlege schon sehr, wofür ich Geld ausgebe.

    In diesem Jahr, war ich mehrfach in den Alpen und in Bayern und es war herrlich. Wenn Geld keine Rolle spielen würde, würde ich mich öfter mal so "aufpeppen" an einem verlängerten Wochenende.

    Allerdings … sowohl an meinem Wohnort als auch in Oberbayern machte mir vor 4 oder 5 Jahren (und seitdem) plötzlich das keinen Spaß mehr, was vorher die größte Freunde war. Das geliebte Erholungsziel wurde auf einmal zum gefürchteten Pflichtprogramm oder zur Leerstelle im Leben. Da war es also nicht das Geld, das mich abhielt. *denkgrübel* Ich habe das bis heute noch nicht richtig begriffen.

    Für mich ist es ein Ziel, weiterhin herauszufinden, was mir gut tut, was dazu führt, dass ich ein zufriedener (und sowohl für mich als auch für die Umwelt ein einigermaßen erträglicher Mensch bin).
    Ja, das ist sehr wichtig!

  4. gesperrt

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    AW: Braucht es Ziele im Leben, damit es ein glückliches Leben ist?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Kistenkumpel, dann aber mal eine ganz ernst gemeinte Frage: Wenn dir jedes Ziel eine mentale Entartung ist -- bist du frei davon, etwas zu wünschen oder zu wollen? Und wie kommst du dann morgens aus dem Bett? Aus Gleichgültigkeit gegenüber dem Liegenbleiben?
    Meine Schelte war vielleicht etwas alttestamentarisch formuliert.
    Was ich für ein Übel halte, ist die Denkungsart, dass die Setzung und Erreichung bestimmter Lebensziele einen glücklicher oder gar dauerhaft komplett glücklich machen könnten oder müssten.

    Das Ziel oder Ziele sind auch nicht das eigentliche Problem, solange die Menschen während des Strebens das Glücklichsein nicht vergessen.
    Tun aber viele, die dann schlicht verbissen, freudlos und manchmal rücksichtslos ihr Ziel verfolgen.
    Nicht wenige verenden auf dem Weg zum Ziel - unglücklich, weil sie das Ziel ja nicht erreicht haben. Das ist traurig.

    Man sagt zudem:
    "Ein Mensch kann alles erreichen,
    wenn er bereit ist, dafür alles Andere preiszugeben."

    Zu dem Preisgegebenen gehört dann auch oft die Menschlichkeit, die Rück- und Nachsicht, die MiIde oder Barmherzigkeit.
    Es sein denn, der Mensch hätte sich zum Ziel gesetzt, menschlich, rücksichtsvoll, nachsichtig, mild und barmherzig sein zu wollen.

    Tatsächlich bewegen sich Lebensziele üblicherweise mehr im Bereich von materiellen Gütern, Titeln (sportliche Erfolge, Ausblidungs- oder Studienanschlüsse), Ehrungen, Ruhm, also persönlichem Gewinn, der das Verlieren oder den Verlust Anderer beinhaltet.
    Und natürlich im Bereich diverser Reiseziele.

    Reichlich egoistische Lebensziele, denn man stelle sich vor, alle Menschen würden diese verfolgen.
    Dann würde es auf diesem Planeten niemals auch nur annähernd so etwas wie Frieden geben.

    Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse.
    aber nicht für jedermanns Gier. (Mahatma Ghandi)

    Glück hingegen ist was ganz anderes.
    Das empfindet man meiner Meinung nach einfach.
    Letztlich ist Glück eine kleine biochemische Reaktion im Gehirn ist.
    Dafür braucht man kein Ziel, keinen Erfolg, keinen Ruhm. keine Ehre und nichts besonderes ausser der Fähigkeit, irgendetwas als glücklichmachend zu empfinden.
    Das kann auch eine klitzekleine Winzigkeit sein - meist ist es sogar genau sowas.

    Und auch das lässt einen morgens vielleicht nicht aufstehen, sondern wohl am ehesten die Tatsache, dass man es muss, um seine eigene Existenz zu erhalten bzw. zu sichern und die einiger anderer Menschen, wenn man Kinder hat.

    Ausserdem bekommt man von zuviel zu lange im Bett liegen irgendwann Rückenschmerzen und die machen nicht gerade glücklich.
    Im Bett duschen geht auch nicht, duschen macht mich aber glücklich.
    Und morgens muss ich pinkeln, aber wer will schon ins Bett pinkeln? Ich könnte eine Urinbuddel oder Bettpfanne benutzen, aber die müsste irgendwann auch mal geleert werden.
    Und stinkt bis dahin.

    Also, zum morgendlichen Aufstehen gibt's auch ohne Lebensziele viele hervorragende Gründe.

  5. Inaktiver User

    AW: Braucht es Ziele im Leben, damit es ein glückliches Leben ist?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Gutes Ziel. Aber nicht daran zu messen, wie das von aussen aussieht und auf Dritte wirkt.

    Am lebendigsten fühle ich mich oft, wenn es von aussen am wenigsten danach aussieht. Zum Beispiel, wenn ich stundenlang völlig alleine irgendwo auf einem Stein in den Alpen sitze, nichts tue und zuschaue, wie den ganzen Tag lang rein gar nichts passiert (wobei doch eine Menge passiert, so unspektakuläre Dinge wie: eine Schwebefliege fliegt vorbei. Ein Dohlenschwarm kreist. Der Wind rauscht in einer Tanne. Alles voller Leben).
    Ja, das klingt toll! Das können unglaublich kostbare Mometne sein. Sehr intensiv. Etwas wahrnehmen, staunend vor der Schöpfung oder all dem, was es gibt, stehen. Das ist Nahrung für die Seele und den Geist!

    Das Licht verändert sich. Die Wolken ziehen. Der Wind rauscht im Schilf und erst habe ich es gar nicht wahrgenommen!

  6. Inaktiver User

    AW: Braucht es Ziele im Leben, damit es ein glückliches Leben ist?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    dem stimme ich zu; allerdings schließt das m.e. nicht aus, dass auch das erreichen eines ziels zwischendurch mal glücksgefühle bescheren kann.
    Vielleicht meinte er vor allem die Debatt, das Reden über den Sinn des Ziele-habens oder Nicht-habens.

    Zitat Zitat von Kistenkumpel Beitrag anzeigen
    Ich halte diese ganze Lebensziel-Debatte für ein kulturelles Krebsgeschwür, Teil der Unterwerfung menschlicher Existenz unter vermeintlich oder tatsächliche Ökonomie, für das Zepter der Götzen Selbstoptimierung und Selbstausbeutung.


    Ja, finde ich gut, dass du das aussprichst!

    Erfrischend.

    Selbstoptimierung führt übrigens auch in einen Burnout oder macht zumindest nicht unbedingt glücklich.

  7. Inaktiver User

    AW: Braucht es Ziele im Leben, damit es ein glückliches Leben ist?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Allein diese Frage ist schon entlarvend.
    Eine Frau nimmt sich vor, wenn sie im Ruhestand ist, nur noch vor dem Kamin zu sitzen und zu lesen, was sie dann auch macht.
    Und natürlich muss das in Zweifel gezogen werden. Wie kann es ihr dabei gut gehen, wenn sie sich etwas vornimmt und das dann auch durchzieht?
    Ich weiß einfach, dass es viele depressive alte Menschen gibt, die das gut verbergen. Deshalb habe ich noch einmal nachgefragt, ob diese ältere Frau es auch wirklich genießen kann, das Lesen und Nichts-tun. Ich fänd's toll!

    Woher kommt Dein Anspruch an Dich? Wie kommst Du auf die Idee, dass von Dir immer nur sehr Gutes zu kommen hat?
    Der Anspruch kommt aus der Familie, erlernt in der Kindheit.

    Und den Anspruch hast Du nicht nur an Dich selbst, sondern auch noch an alles andere.
    Die Arbeit darf nicht langweilig oder Routine sein, sie muss eine positive Herausforderung sein.
    Ein Auftraggeber muss begeistert sein, ein Chef mehr als zufrieden.
    Ja, der Wunsch besteht. Es ist sozusagen ein Wunschbild von einer angenehmen, schönen Welt. Wohlwissend, dass es nicht so ist, so funktioniert das Leben nicht. Ich will die Welt nicht aus Watte!

    Das ist sehr nett von Dir. Gilt das auch für Dich oder nur für andere?
    Natürlich auch für andere. Ich wäre sehr dafür, dass die Menschen ihre Bedürfnisse und Sehnsüchte besser erkennen und befriedigen. 'Ich möchte jetzt kochen' oder 'ich möchte heute früh schlafen gehen' geht in die Richtung.

    Sinnvolles für die Gemeinschaft beitragen, heißt doch auch im Mittelpunkt stehen
    Iwo, was meinst du wie prima man Gutes tun oder freundlich und unterstützend sein kann ohne auf eine Bühne gezerrt zu werden.

    Pflichterfüllung ist für Dich kein Ziel?
    Ich übernehme gern Verantwortung und möchte zuverlässig sein, aber ich mag dieses Preußisch, Soldatische, Gehorsame der Pflichterfüllung nicht so.(gekürzt)
    Geändert von Inaktiver User (12.12.2021 um 15:17 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: Braucht es Ziele im Leben, damit es ein glückliches Leben ist?

    Vielen Dank, Fenimi, für Deine Antworten.
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Der Anspruch kommt aus der Familie, erlernt in der Kindheit.
    Das wäre ein Punkt, wo Du vielleicht genau hingucken solltest.
    Bist Du mit dieser Vorgabe aus der Familie einverstanden? Unterstützt Du sie gar oder gibt es in der Familie eine Art Wetteifern im Ziele haben?
    Ich übernehme gern Verantwortung und möchte zuverlässig sein, aber ich mag dieses Preußisch, Soldatische, Gehorsame der Pflichterfüllung nicht so.
    Es sind nur markige Worte oder das, was da hineingelegt wird. Man kann das Gleiche auch anders ausdrücken. Zuverlässig, verantwortungsbewusst, zurückhaltend, fleißig oder selbstdiszipliniert.

    Sprichst du jetzt von mir?
    Nein, ich meinte allgemein.

    Oh, ich kenne da so ein paar Narzissten, die ganz prima viel Aufmerksamkeit und Anerkennung bekommen, Gerade die!
    Aber das ist nicht die Art der Aufmerksamkeit, die Du meinst. Du meintest Nähe, Vertrauen und Liebe.
    Und kennst du den Begriff der Projektion?
    Ja, weshalb fragst Du?

  9. gesperrt

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    AW: Braucht es Ziele im Leben, damit es ein glückliches Leben ist?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    dem stimme ich zu; allerdings schließt das m.e. nicht aus, dass auch das erreichen eines ziels zwischendurch mal glücksgefühle bescheren kann.
    Sicher, daher ja auch das Wort "nur" im Sinne von ausschliesslich in diesem Satz:

    Zitat Zitat von Kistenkumpel
    Wer Glück nur dann empfinden kann, wenn er ein Ziel erreicht oder sich diesen angenähert hat, ist m. E. im Wortsinne armselig. ...

  10. gesperrt

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    AW: Braucht es Ziele im Leben, damit es ein glückliches Leben ist?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Doch wenn ich's recht bedenke, habe ich mir diese Fragen auch immer mal wieder gestellt und der Knoten ist trotzdem nicht geplatzt.
    $

    Wenn man kein Schwert hat wie der Eroberer Alexander, muss man Knoten womöglich in mühseliger Kleinarbeit auseinanderfieseln, ein Detail am andern.


    Fensterputzen, Sport, Kühlscharnk sauber machen - muss nicht alles sofort sein, doch ich weiß ja, dass ich mich besser fühlen würde, wenn das gemacht wäre. Und tue es trotzdem nicht. Noch nicht.
    Das sind nun keine lebenswichtigen Dinge. Bei denen sag ich mir meist "meine Faulheit gewinnt, jetzt geniesse ich das Faulsein in vollen Zügen!" Die Fenster und der Kühlschrank können auch morgen noch genauso gut geputzt werden, die Arbeit rennt nicht weg. ^^

    Erschöpft bin ich schon, aber die Erholung stellte sich auch nach Ruhephasen nicht ein. Das ist es also nicht allein.
    womöglich sind die Ruhephasen zu kurz. Unter Umständen braucht's deutlich mehr Ruhe, als man so annimmt, dass man braucht.

    Das ist zwar nicht leicht umzusetzen, in unserer hektischen Zeit, aber gerade weil es nicht leicht ist, ist es umso wichtiger, sich die Ruhe gut zu organisieren.


    Gibt es! Ich kämpfe schon lange damit und ringe um einen positiveren Umgang mit dem, was die Auftragegeberin will. Da geht mir was gehörig gegen den Strich. Jetzt bin ich an einem Punkt, an dem die Arbeit einfach nur noch erledigt werden muss.
    langfristig kann einen sowas auffressen. Gibt es Alternativen? Neue Auftraggeber suchen? Auf eine andere Art mit der Auftraggeberin kommunizieren? neue Grenzen setzen hinblicklich dem, was geht und was nicht geht?

    So eine Situation auf Dauer auszuhalten, kann einem schon die ganze Energie absaugen.


    gruss, barbara

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