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  1. Inaktiver User

    AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?

    Zitat Zitat von kangastus Beitrag anzeigen
    Ja! Wie alt bist du?
    Ich bin jedenfalls fast 60 und zurzeit kippen jede Menge Leute meiner Generation aus den Latschen, die geglaubt haben, sie holen ihr Leben dann in der Rente nach ... Daher finde ich es so toll, dass die nächste Generation so vieles so anders macht.
    Ich bin 26.

    Meine persönliche These ist, dass die Tatsache, dass wir mit Social Media aufgewachsen sind, auch ein bisschen da mit reinspielt, dass viele Menschen in meinem Alter sich mit dem Thema Leistungsdruck auseinandersetzen.
    In sozialen Netzwerken wird einem ja häufig gezeigt, was für tolle Urlaubsziele Menschen haben, was sie erreicht haben, wie viel sie arbeiten und das natürlich alles immer total glücklich, achtsam und entspannt. Und natürlich sehen sie immer toll aus.
    Es gab ja glaube ich sogar wissenschaftliche Untersuchungen darüber, dass soziale Netzwerke ein schon bestehendes Gefühl der Minderwertigkeit noch verstärken können, wenn man sieht, wie toll "die anderen" alles wuppen.

    Das kommt zu dem üblichen Leistungsdruck durch Schule, Job und so weiter ja noch dazu.
    Ich glaube, ganz viele Jugendliche und junge Erwachsene haben sich deshalb mit dem Thema schon sehr beschäftigt.

    Außerdem ist es heute leichter geworden, über psychische Erkrankungen zu sprechen.

    Was jedoch leider nicht unbedingt leichter geworden ist: einen Therapieplatz zu finden. Ich kenne viele Leute, die einfach keinen finden. Dadurch sind diese Leute ja aber nicht weniger krank. Also versucht man halt (leider!) sich irgendwie durchzuwurschteln und so gut wie möglich auf sich selbst zu achten, damit es wenigstens nicht noch schlimmer wird.
    Für junge Erwachsene, die womöglich noch studieren oder gerade erst mit einem Job begonnen haben, ist es finanziell gesehen ja auch meist unmöglich, eine Therapie selbst zu zahlen. Wer schon länger im Berufsleben steht und gut verdient, kann sich diesen Schritt vielleicht eher leisten.

    "Mental Health Awareness" und der offene Umgang mit psychischen Krankheiten erreicht aber letztendlich auch die Menschen, bei denen keine solche Erkrankung vorliegt. Die ziehen dann daraus eventuell auch Anregungen für sich selbst und ihr Wohlbefinden und so verbreitet sich das Thema dann halt immer mehr.
    Um sich mit Achtsamkeit und Ähnlichem auseinanderzusetzen, muss man ja nicht psychisch krank sein.

    Das wären jetzt mal ein paar Thesen von mir, warum "meine Generation" sich so mit dem Thema beschäftigt. Wobei das natürlich nicht auf alle zutrifft. Ich bin ja nicht das Sprachrohr "der Jugend".
    Geändert von Inaktiver User (05.02.2021 um 16:21 Uhr)

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    AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Meine persönliche These ist, dass die Tatsache, dass wir mit Social Media aufgewachsen sind, auch ein bisschen da mit reinspielt, dass viele Menschen in meinem Alter sich mit dem Thema Leistungsdruck auseinandersetzen.
    In sozialen Netzwerken wird einem ja häufig gezeigt, was für tolle Urlaubsziele Menschen haben, was sie erreicht haben, wie viel sie arbeiten und das natürlich alles immer total glücklich, achtsam und entspannt. Und natürlich sehen sie immer toll aus.
    Es gab ja glaube ich sogar wissenschaftliche Untersuchungen darüber, dass soziale Netzwerke ein schon bestehendes Gefühl der Minderwertigkeit noch verstärken können, wenn man sieht, wie toll "die anderen" alles wuppen.

    Das kommt zu dem üblichen Leistungsdruck durch Schule, Job und so weiter ja noch dazu.
    Ich glaube, ganz viele Jugendliche und junge Erwachsene haben sich deshalb mit dem Thema schon sehr beschäftigt.

    Außerdem ist es heute leichter geworden, über psychische Erkrankungen zu sprechen.
    Ja, dem stimme ich zu. So haben die vielgescholtenen sozialen Medien wie alles ihre zwei Seiten.
    Ich bin ziemlich intensiv auf Instagram zugange und kann nur sagen, dass ich einerseits bedaure, dass es das nicht schon früher gegeben hat, weil ich daraus unfassbar viel Input bekomme, andererseits aber auch wieder froh bin, dass ich in jungen Jahren diesen Druck nicht abwehren musste, der zweifellos davon ausgehen kann.

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    AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?

    @LilyHydrangea
    Dem kann ich auch so zustimmen. Ich bin aber doch noch einen Tick älter als du und bin noch einen großen Teil meiner Jugend mit einem 56K Modem aufgewachsen, sodass das da mit den Bildern und Videos noch nicht so war und ich das auch eher als eine Scheinwelt erlebe und mich nicht ernsthaft da vergleichen kann.

    Ich bin eher von so jemandem wie Kara erzogen worden, habe einen Vater, der immer meinte, dass nur der, der "richtig arbeitet" etwas wert ist, dass man unbedingt schaffen und leisten muss und der mir oft immer noch das Gefühl gibt, dass meine Generation ja nichts kann. Deshalb auch der mehr als bissige Post mit dem 24h-Dienst, dem Lauf und der anschließenden Kinderbetreuung.
    Da bin ich immer noch dabei der Generation zu beweisen, dass wir das eben auch können, auch, wenn wir schon andere Ziele haben und dieser pure Leistungsgedanke nicht mehr im Mittelpunkt steht.

    Und ich finde es wirklich unnötig dies zu vergleichen, denn wir Leben im 21. Jahrhundert, in der uns dieser Turbokapitalismus und der alleinige Leistungsgedanke schon sehr viel Ärger eingebracht haben und auch sicherlich noch einbringen werden. Und letztlich ist es ja auch so, dass immer weniger Leute immer mehr schaffen sollen und der Rest dumm dasteht. Das war vor 30 Jahren auch nicht so, da gab es auch viele "normalere" Jobs für Leute, die nicht so 200% belastbar waren.

    Es wäre doch schön, wenn wir dahin kommen können, dass alle Leute "mitarbeiten" und ihren Teil beitragen, aber dass eben nicht der exzessive Raubbau an der eigenen Person so glorifiziert wird. Aber das wird vermutlich eine Utopie bleiben.

    Mein Partner (in Karas Alter) ist auch so ein klassischer Leistungsträger dieser Gesellschaft und leistet unermüdlich, ist aber oftmals unter der Woche kaum in der Lage noch ein paar Minuten lang einen positiven Kontakt zu seinem Kind aufzubauen, da er entweder müde ist, oder das Kind schon lange schläft, wenn er nach Hause kommt. Ich weiß jetzt auch nicht, ob das so erstrebenswert ist. Das würde ich so nicht wollen.

    Wo wir stehen geblieben sind? Meine Bucketlist ist auch unendlich, dafür brauche ich drei Leben und wäre dann noch nicht fertig. Mein großes Ziel ist es jetzt übrigens eine alte, weise Frau zu werden und für andere Menschen hilfreich zu sein. Das reicht für die nächsten 50 Jahre.

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    AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?

    Sternenfliegerin, was für ein schöner Post!

    Vor allem die Begriffe erleben und nachklingen lassen finde ich in diesem Zusammenhang so wichtig. Tut man das nicht, ist es wirklich nur ein Abhaken und berührt einen weder im Inneren, noch wird es zu einem Teil von einem selbst.

    Zitat Zitat von _Winterkind Beitrag anzeigen
    Sprich: Ich kenne leistungsorientierten Sport.
    Nur ticke ich einfach komplett anders.
    Ich kenne das auch. Ich laufe ebenfalls, habe lange Zeit immer auf Zeiten, Streckenlängen, Platzierungen geschielt und um´s Besserwerden gekämpft.
    Und dann bin ich irgendwann einfach nur noch gelaufen. Hab morgens um sechs den Vögeln bei ihrem Frühkonzert zugehört, hab die Atmosphäre wahrgenommen, in mich selbst hineingehorcht und vor allen Dingen genossen, was ich da tat. Und festgestellt, wieviel vielschichtiger und erfüllender das für mich war, als die 10 km in unter 50 Minuten rennen zu wollen.
    Wir werden weitermachen!

  5. Moderation

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    AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?

    Ich finde, die Mischung macht's. Also, ich persoenlich bin wirklich etwas anti-wettbewerb, muss ich sagen, mir gibt das so gar nichts, das ist eine ganz unmotivierende Art von Druck fuer mich. Nichtsdestotrotz bin ich natuerlich Wettbewerbssituationen ausgesetzt (z.B. bei einer Bewerbung), und dann hilft es auch nicht, das nicht zu moegen, sondern dann ist das aeusserlich so gegeben und ich muss damit umgehen. Und ich verstehe rein kognitiv auch, dass andere Leute Wettbewerb auch einen Spassfaktor abgewinnen, das ist doch schoen.

    Andere Dinge sind rein faktisch nunmal kein Wettbewerb, z.B. in einer Familie: Da gibt es kein "wer ist der bessere Elternteil?" oder "Wer ist das bessere Kind?", schon gleich zweimal nicht als Nullsummenspiel, wo einer gewinnen und zeitgleich einer verlieren muss. Hier fuehrt ein Wettbewerbsstreben ausschliesslich dazu, dass wirklich alle verlieren.

    Gluecklich-Sein: Auch kein Wettbewerb, dazu ist unsere Gesellschaft (schoen!) zu pluralistisch.

    Dinge erreichen oder haben wollen: Wenn wir ganz ehrlich sind, wollen wir alle die wir hier schreiben wahrscheinlich bestimmte Dinge haben, z.B. einen gemuetlichen Wohnsitz, eine funktionierende Kueche, Transport, Urlaub, schoene Kleidung, Freizeit. Oder wir moechten bestimmte Dinge erreichen, z.B. einen ordentlich bezahlten und idealerweise nicht seelentoetenden Beruf, wozu wir bestimmte Qualifikationen erreichen muessen. Wenn das auch noch Spass macht, umso besser, aber hier ist auch ein blosses Erreichen z.B. als Schritt auf dem Weg voellig akzeptabel, finde ich.

    Und dann gibt es das von Sternenfliegerin so schoen beschriebene Erleben: taegliches Glueck, besondere Vorkommnisse, Wohlgefuehl, Liebe, Kunst, Risiken, koerperliche Herausforderungen...

    Und aus allem nimmt man ja Erinnerungen mit. Sowohl auf das Erreichte als auch das Gewonnene (im Wettbewerb), als auch den Besitz und natuerlich das Erlebte kann man zurueckblicken, das wie Fotos immer wieder hervornehmen und sich daran erfreuen. Mit Stolz oder mit Dankbarkeit oder beidem... Und daraus kommt dann das Gefuehl, reich zu sein.
    Ich weiss, dass es sehr lyrisch kling. Aber das ist meine Sicht. Isso.

    Vielleicht schreibt sich eine Loeffelliste (um mal von diesem Denglish runterzukommen, und danke fuer den Ausdruck! ) ja leichter, wenn man sich unterschiedliche Aspekte von Gewinn / Erleben / Erreichen vor Augen fuehrt und daraus dann auch unterschiedliche Aufgaben und Ziele ableitet.
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    "Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".
    Maxi Gstettenbauer

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    AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?

    Kara, bei dir hab ich immer den Eindruck, du musstest sehr frueh den Arsch zusammenkneifen - Leistung erbringen - und das ist dir geblieben.
    Und wenn du keine Leistung erbringen kannst, wirst du total unrund.
    Und gleichzeitig sehnst du dich ja auch irgendwo danach, nix zu tun (endlich Rente)?

    Das ist ein seltsamer Limbo-Zustand - du steckst da imho fest in dieser Kinderrolle, die strammstehende Siebenjaehrige, die muss, und auch kann, und auch will, aber auch nicht will - und gerne was anderes taete ... oder einfach mal nix - oder einfach nach ihrem eigenen Gusto - ich schaetze mal, dieser Entwicklungsschritt wurde dir irgendwie vorenthalten.

    Gerade Kinder sind doch so grossartig darin, in ihrem Tun einfach mal aufzugehen, ohne dass es fuer irgendwas gut sein muss, irgendwer es beurteilt, Noten vergibt, es irgendwelche Standard und Benchmarks erreicht -
    einfach in sich ruhend, erfuellt sein, im Augenblick leben (ich kann von hier aus nachgerade _hoeren_ wie du die Augen rollst, ja, das klingt alles sehr esoterisch - aber da muessen wir halt jetzt durch - denn auch da steckt einiges Wahres drinnen ;-)

    Auf mich wirkst du enorm getrieben und trotzdem leer - was auch irgendwie logisch ist - denn das Problem loest man ja nicht damit, indem man es stur mit mehr vom Selben bewirft ...
    Ich wuensch dir, dass du es mal schaffst, neue Pfade zu betreten (Marathon hat wohl ganz fixe Routen? ;-) - diese ueberhaupt erst mal erkennst.
    Es irgendwie packst, aus dieser inneren und auch aeusseren Erstarrung auszubrechen oder zumindest mal ein paar Risse zuzulassen.

    Corona haette dir da vermutlich sogar ein paar Gelegenheiten serviert ... aber es ist ja hier im Forum detailliert nachzulesen, dass du das garnicht goutiertest

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    AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?

    Sternenfliegerin und Flau - danke - wunderbare Posts!

    Mir fallen bei dem Thema immer zwei Dinge ein (die bei naeherer Betrachtung vielleicht dasselbe sind)
    Zum "xyz haben/erreichen wollen" - ja, ich haette auch gerne so manches. Und wenn ich's nicht kriege - was mach ich dann? Jammern, mich aergern, nachtrauern, usw? Vielleicht ein bisschen, aber nicht ueber Gebuehr: dafuer hat der Angelsachse den schoenen Ausdruck 'throwing good money after bad'.

    Zwotens: Spruch, von wem auch immer er ist:
    "If you choose not to find joy in the snow you will have less joy in your life but the same amount of snow."

    Waer ja eigentlich DAS Motto fuer 2020/21 ;-)

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    AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?

    @Kitty, selbst wenn du recht hast oder hättest, Kara müsste das ja wollen - und sie will nunmal nicht und wird ihre Gründe haben. Das kann man auch einfach mal so stehen lassen.

    Ich frage mich ob das der Unterschied zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation ist???

    Mich motivieren Zensuren, Wettkämpfe etc. gar nicht, nicht mal Geld so wirklich. Aber wenn ich ein eigenes "Projekt" habe, kann ich sogar irgendwie ehrgeizig sein und mich reinknien. Ansonsten finde ich mich eher ein wenig faul. Aber ich hatte schon viele Projekte, da ist es nicht so aufgefallen.
    Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)

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    AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?

    Es gibt Menschen, die sind für den Wettbewerb geboren.
    Die sind einfach nur dann glücklich und zufrieden, wenn sie neue Herausforderungen haben, sich mit Anderen messen (und gewinnen) können.

    Das ist auch gut so, denn das sind oft diejenigen, die Führungsaufgaben übernehmen und entsprechende Positionen inne haben - was allen zu Gute kommt.
    Denn : Wenn niemand den Ton angeben will und alle mit dem Status Quo zufrieden sind, verändert sich nichts und es geht nichts voran - vermutlich säße die Weltbevölkerung dann heute noch in Höhlen.

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    AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?

    Ach nee, das Zauberwort für nachhaltigen Erfolg ist letztlich Teamwork. Chefs ohne Team bewegen nichts, Teams ohne Chef haben da schon mehr Chancen.

    Aber dass einer lieber führt, der andere nicht, ist ja auch normal. Und wenn es denn glücklich macht ... Aber das scheint mir hier ja gar nicht der Fall zu sein.

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