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  1. Inaktiver User

    AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?

    Zitat Zitat von kangastus Beitrag anzeigen
    Ja, das tut diese Generation tatsächlich, und ich finde, das ist ein echter Lichtblick.
    Endlich kommen die Menschen weg von dem ständigen Wunsch nach Leistung, immer mehr und immer höher, weiter, schneller, koste es, was es wolle. Ich finde das wunderbar.
    Darüber wollte ich auch schon länger mal einen Strang im Job-Forum eröffnen. Weil trotzdem am Ende vom Tag einer die Kartoffeln aus dem Feuer holen muss und das nicht funktioniert, wenn sich alle aus life-work-Balance-Gründen nicht zuständig fühlen. Aber das sollten wir anderswo diskutieren.

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    AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    wenn sich alle aus life-work-Balance-Gründen nicht zuständig fühlen.
    Ich habe eine gute Work-Life-Balance.
    Ich fühle mich zuständig und handle entsprechend.
    Warum auch nicht. Es heißt Work-Life-BALANCE und nicht Ignoriere-Deine-Arbeit.
    Wir werden weitermachen!

  3. Inaktiver User

    AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Sind das aber wirklich Ziele oder doch eher Beschäftigungen? Beispiel aus der vorher zitierten bucket list: "ein Weisenhaus gründen" ist ein Ziel, "in Italien Pizza essen" ist eine Beschäftigung. Letzteres erreichst du, indem du einfach ein Flugticket buchst.
    Das ist DEINE Bewertung!

    Eine Goldmedaille in Sportart X zu erringen, ist vielleicht auch "einfach nur laufen" und ein Haus bauen bedeutet die Zahlung von Geld X an Dienstleister Y, in der Regel.

    Für mich wäre eine Bucket List eine Liste an Dingen, die ich mal gemacht haben will, "before I kick the bucket". Im Deutschen deshalb ja auch Löffelliste genannt, Dinge, die ich gemacht haben will, bevor ich den Löffel abgebe. Der Ursprung kommt so weit ich weiß von diesem Film.

    Deshalb wäre auf einer Löffelliste, so wie ich sie führen würde, eher das Verrückte, Besondere. Für eine Amerikanerin wie Kaileigh eben "Pizza essen in Italien", weil es eher wirtschaftlich sinnlos, aber dennoch cool ist. Und deshalb wäre "ein Haus bauen" gerade nicht drauf. Aber das ist meine Interpretation. Deine ist wohl anders.

    ---

    Was wäre denn Dein Gefühl, wäre Deine Löffelliste nicht leer, sondern noch voll mit Zielen, die Du gar nicht mehr erreichen kannst?
    Das war mal mein Hemmschuh, mir wirklich 50 Dinge zu suchen, die ich noch machen will. Was, wenn ich den Löffel abgebe, und da sind noch 20 Sachen offen?

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    AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?

    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen
    Ja genau. Nicolo hat wahrscheinlich hier auf der letzten Seite angefangen zu lesen, wo Du einfach den Ist-Zustand schilderst, der sich ja entspannt anhoert (wie gesagt, aktuelle Pandemie ausgenommen) ...
    Nö, habe ich nicht. Aber ich gehe zunächst mal immer davon aus, dass Menschen auch im Internet die Wahrheit schreiben. Und billige Menschen zu, in vier Jahren eine Entwicklung durchlaufen zu haben.

    Und gehe nicht davon aus, dass Menschen, die gänzlich anders denken und fühlen als ich, also folgerichtg anders leben, grundsätzlich defizitär und/oder unglücklich sein müssen.


    Insbesondere auch, was Kara über ihre Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt berichtet, legt mir nahe, dass sie in den vergangenen Jahren schlicht eine realistischere Sicht auf sich und die Welt gewonnen hat.

  5. Moderation

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    AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Doch, das glaube ich schon, dass die Zukunft irgendwann wieder so sein wird. Ausser, dass wir dann alle besser Zoom können. Wenn das nicht so wäre, würden sich die Menschen ja nicht so sehr "Normalität" wünschen, sondern wären mit Online-Shopping und Zoom-Toasts zufrieden. Aber das ist ein anderes Thema.
    Nein, ich meine das anders ... ich glaube, das Leben in Zukunft (nach Corona) wird nicht mehr so werden wie 2019, weil sich alles und jeder weiter entwickelt hat. Man kann Zeit nicht zurückdrehen (oder zweimal in den gleichen Fluss steigen -- ich glaube, dieses Thema haben wir schon mal hier in der Bri ellenlang diskutiert).

    Ich hab nicht gesagt, dass es schlechter werden wird.
    Es wird anders wieder gut werden. Ich bin mir sicher, dass diese 2 Jahre Corona etwas bei den Menschen und der Umwelt bewirken werden, Spuren hinterlassen werden, die das Leben verändern werden. Von Kleinkram wie Zoom rede ich da nicht.
    Sagen, es soll wieder so werden wie 2019 oder 2018, das ist rückwärts gehen.
    "I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

  6. Inaktiver User

    AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?

    Ich habe jetzt so ziemlich den ganzen Thread gelesen und gebe zu, dass mich jetzt vor allem der unterschwellige Vorwurf an "meine" Generation ein bisschen angepiekst hat.

    Ich hoffe, das ist jetzt hier nicht allzu OT, aber in meiner Generation ist es einfach mittlerweile sehr verbreitet, sich Gedanken über die eigene mentale Gesundheit zu machen, auch und gerade im beruflichen Kontext.
    Gesundheit ist schließlich etwas sehr Wertvolles.

    Ich finde, bei der Betrachtung von "Zielen", die man sich setzt, ist das gar nicht so offtopic, wie es eventuell scheinen mag. Der Erhalt der mentalen Gesundheit kann nämlich auch ein Ziel sein.
    Das Genießen von kleinen Momenten kann ein Ziel sein.
    Besser auf Körper und Seele hören kann ein Ziel sein.

    Für mich persönlich sind diese Ziele sehr wichtig. Ich kann nur gute Leistungen in Was-auch-immer bringen, wenn ich auch psychisch gesund bin.

  7. Moderation

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    AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?

    Zitat Zitat von Mediterraneee Beitrag anzeigen
    Ich habe eine gute Work-Life-Balance.
    Ich fühle mich zuständig und handle entsprechend.
    Warum auch nicht. Es heißt Work-Life-BALANCE und nicht Ignoriere-Deine-Arbeit.
    Danke.
    Und von deiner Sorte gibt es zum Glück noch reichlich.
    "I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

  8. User Info Menu

    AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?

    Zitat Zitat von kangastus Beitrag anzeigen
    Ja, das tut diese Generation tatsächlich, und ich finde, das ist ein echter Lichtblick.
    Endlich kommen die Menschen weg von dem ständigen Wunsch nach Leistung, immer mehr und immer höher, weiter, schneller, koste es, was es wolle. Ich finde das wunderbar.
    Geht mir genauso.
    Aber Kara ist nun mal eines der erfolgreicheren Kinder von Kohls geistig-moralischer Wende.
    Da ist (Lebens-)Leistung eben Arbeitsleistung, Sport, Familiengründung, zählen tut nur Messbares, Tangibles.
    Für Kara hat sich (Hoch-)Leistung eben ganz persönlich gelohnt.
    Daher vermutlich auch ihre Geringschätzung für die Generationen Y und Z, die ihr "Erfolgsrezept" zwar leben könnten, jung, gut ausgebildet und fit genug sind sie ja, aber die wollen das gar nicht ... Frechheit.


    Aber im Gegensaz zu anderen Geistesgenoss*innen hat Kara nicht nur gelernt, dass sie nun zu keinem weiteren Hochleistungen in der Lage ist. Sei es weil "die Welt sie nicht mehr lässt" (Arbeitsmarkt), sei es, weil ihr Körper nicht mehr mitmacht.
    Und sie akzeptiert das.

    Wohltuend im Vergleich zu den verbitterten Ex-Overachiever*innen, die alles (erreicht) haben, was mensch sich nach so einem Leben realistischerweise wünschen kann, aber angesichts der Tatsache, dass es nun nicht genauo weitergeht, meist fluchen, hadern, jammern oder noch schlimmer:
    bescheissen und intrigieren, um doch noch mal irgendeinen "Sieg zu erringen", sei er auch noch so klein.

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    AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?

    LilyHydrangea, schön geschrieben, danke!
    Wir werden weitermachen!

  10. Inaktiver User

    AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?

    Ganz ehrlich: Ich habe den Strang damals schon nicht kapiert. Und ich kapiere ihn auch heute nicht.

    Man entwickelt sich doch im Laufe der Jahre. Die Welt um uns herum verändert sich. Die Menschen. Die gesundheitliche Verfassung. Da tauchen doch neue Herausforderungen auf, manches wird vielleicht unwichtig. Ich fand war früher der Ansicht, zu einem tollen Leben gehöre es dazu, schnell mal mit dem VW Käfer nach Paris zum Frühstücken zu fahren oder so Zeugs. Brauche ich heute nicht mehr - auch, wenn ich es nie gemacht hätte.
    Wenn ich (deutlich über 60) zurückbliebe, so hat sich mein Leben in den letzten 40 Jahren ganz gewaltig geändert und es gibt viele Wünsche, Herausforderungen, Träume, die eben erst mit den neuen Umständen aufgetaucht sind.
    Sogar Corona hat meine bucket list (die ich so natürlich nicht führe) erweitert: Ich lese gerade sehr viel, gönne es mir, auch quer zu lesen, in einem Buch eine Anregung aufzunehmen und die dann in einem anderen Buch weiterzuverfolgen - quasi surfen mit Büchern. Daraus ist die Idee entstanden, im Ruhestand noch mal an die Uni zu gehen. Literaturwissenschaft habe ich schon durch. Aber Geschichte wäre was.
    Corona hat mir auch gezeigt, dass mir die Interaktion mit den Menschen in meiner engsten Umgebung (Nachbarschaft, Kleinstadt) fehlt. Und gemeinsam mit zwei sehr neuen und sehr jungen Facebook-Bekanntschaften diskutiere ich gerade drüber, wie man solche Begegnungen vielleicht künftig bewusster gestalten könnte...

    Ich könnte jetzt noch vieles Aufzählen, was das Attribut "neu und spannend" trägt.

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