Die einen so, die andere anders. Ich weiß nicht, was verbreiteter ist. Es gibt Leute, die ehrgeizig sind und wettbewerbsorientiert (auch mit sich selbst) - und anderen geht das halt ab.
Ich denke, dass viele durchaus mit ihrem Mittelmaß zufrieden sind, ohne Verbesserungsanspruch, und ich halte das tatsächlich immer mehr für eine Qualität.
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21.11.2016, 14:44Inaktiver User
AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?
Geändert von Inaktiver User (21.11.2016 um 14:49 Uhr)
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21.11.2016, 15:08
AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?
Ja, ich freue mich an Erfolgen mehr als an Mißerfolgen oder an dem ewig gleichen, wo ich das Ergebnis nicht beeinflussen kann. (Deswegen interessiere ich mich nicht für Daddelautomaten.)
Wenn man etwas nur für sich alleine macht (oder vielleicht noch für seinen privaten Bewunderungsverein) ist es ganz in Ordnung, auf seiner Stufe der Inkompetentz zu verharren, aber Spaß zu haben. Nur, sobald man sich irgendwie mit anderen koordinieren muß, wird es problematisch. Ich kann drei Jahre lang vergeblich versuchen, eine Liegestütze hinzukriegen, und das schlimmste, was ich davon kriege, sind blaue Flecken und eine kaputte Schulter. Ich kann Truhen voller Stoffe mit meinen Versuchen, eine Tunika zu nähen, in Putzlumpen verwandeln, das kostet mich nichts. Aber ich finde z.B. keinen Chor mehr, der auf dem Niveau singt, auf dem ich möchte, die aber jemanden nehmen würde, der so wenig tanzen kann wie ich. Was mach ich? Tracht anziehen und dreistimmig homophon mit den 80jährigen Volkslieder singen? Ungelenk über die Bühne stolpern und hoffen, daß ich niemanden aus dem Konzept oder aus dem Gleichgewicht bringe?** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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21.11.2016, 15:14Inaktiver User
AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?
Da ist was dran.
Vielleicht sind Gruppenmenschen auch deswegen gern zu mehreren, eben weil sie den Wettbewerb mögen? Ich scheu den wie der Teufel das Weihwasser, aber ich mach tatsächlich auch nichts in irgendeiner Gruppe. Muss ich echt mal drüber nachdenken.
Ich tanz ja nicht mal gern irgendeinen Paartanz, sondern nur free style, weil ich mich eben nicht mit jemand anderen dabei koordinieren müssen will.
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21.11.2016, 15:45
AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?
Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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21.11.2016, 15:54
AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?
Ja, irgendwie kann ich das auch nicht ganz verstehen, wobei ich die Beispiele Tanzen und Lesen eben denkbar unpassend finde, aber wenn man z.B. gern strickt, dass würde ich denken, dass man da auch mal etwas Neues oder Komplizierteres ausprobieren will, nachdem man 10 Jahre lang Schals gestrickt hat.
Im Übrigen ist für mich eben gerade das Dranbleiben und die Ausdauer und eben auch die handwerkliche Vervolkommnung etwas, was mich wirklich herausfordert. Und beim Umsetzen einer Idee einen Flow zu haben, das ist schon ein wirklich einzigartiges Erlebnis. ich sitze abends bei Rotwein und Musik und mache meine Dinge - ich könnte mir keinen größeren Genuss vorstellen. Und wenn etwas fertig ist dann bin ich schon in Gedanken ein Stück weiter und möchte es noch etwas besser oder anders haben. Das ist so ....geil ...
(Das muss man gar nicht nachvollziehen können, ist trotzdem
.)
Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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21.11.2016, 16:02Inaktiver User
AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?
Tatsächlich seh ich das gar nicht als "Beschäftigung", sondern eben als Sein, als Leben.
Wie gesagt, human beings, not human doings.
Mir fällt das auch auf, wenn im Büro immer gefragt wird, und, was hast du am Wochenende gemacht? Ja meistens nix, eben gelesen, spazierengegangen, was weiß ich - eine schöne Zeit gehabt eben. Reicht doch.
Ich mach tatsächlich im Privaten nichts, wo ich mich "verbessern" könnte, mein einziger Anspruch ist nur, immer mehr zu verstehen. Was ja auch kein "Machen" ist.
Die Frage, ob besser oder nicht finde ich eben auch überflüssig. Wer zufrieden ist, hat recht, und wen es nicht erfüllt, etwas immer besser zu können, und trotzdem immer nach der nächsten Lernaufgabe sucht - der ist doch irgendwie auf dem falschen Dampfer?
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21.11.2016, 16:08Inaktiver User
AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?
Aber das ist doch schon ein ganz anderer Ansatz? Passendere Beispiele aus meinem Leben hab ich nicht.
Es gibt eben Menschen, die sich Aufgaben stellen, irgenwas perfektionieren wollen - und andere haben andere Vorstellungen.
Ich tanze, lese, gehe spazieren, mache Tierschutz, sammle Bilder - ob ich das heute "besser" mache als früher (abgesehen davon dass man hoffentlich im Lauf der Zeit immer ein bisschen gescheiter wird) ist für mich völlig irrelevant, darum geht es mir ja genau nicht, um so eine Bewertung.
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21.11.2016, 16:14
AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?
Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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21.11.2016, 16:22Inaktiver User
AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?
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21.11.2016, 16:22Inaktiver User
AW: Die "bucket list" ist leer - und nun?
Ich kapiere schon wie das bei dir ist.
Aber glaube mir, nicht alle verstehen unter Spaß das gleiche wie du, darauf will ich hinaus. Es ist nicht für alle Spaß, sich in etwas verbessern zu wollen, oder im Wettbewerb zu sein, auch nicht mit sich selbst, es wollen nicht alle etwas immer besser können.
Und um zur TE zurückzukommen - bei ihr scheint das eben nicht zu funktionieren (wie bei dir und anderen, euch erfüllt das ja offensichtlich), aber bei ihr fehlt ja trotz Aufgabenstellung genau der Spaß an der Sache.
Also muss sie sich was Neues ausdenken - und das wär in meinen Augen eben, nicht mehr irgendwelche Ziele erreichen zu wollen sondern sich mehr mit dem Sein und dem Genießen auseinanderzusetzen.



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