mir geht es auch so.
leben lehrt zwar, d.h. in situationen, in denen ich früher so gar nicht reagieren konnte, habe ich nun ein repertoire, doch gibt es immer wieder neue situationen, in denen ich nicht so reagiere, wie ich es gern hätte.
ich mache demnächst ein schlagfertigkeitstraining
mal sehen, was dabei herauskommt.
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07.11.2016, 23:13
AW: Wer ist noch so wenig schlagfertig?
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07.11.2016, 23:16
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08.11.2016, 06:51
AW: Wer ist noch so wenig schlagfertig?
im Zweifelsfall hilft meist ein ganz allgemeiner Angriff: "Was? das glaub ich doch nicht, ich seh nicht recht! was soll der Blödsinn? das mach ich SICHER nicht mit! Das ist ein Skandal! Das ist eine Katastrophe! wer denkt sich solchen Unsinn eigentlich aus?"
Das kann man durchaus auch mit diversen Wiederholungen bringen, und gewinnt Zeit zum Überlegen, ob man noch was Inhaltliches beitragen soll. Meist ist erst vor allem wichtig, dass man seine Ablehnung eindeutig kundgibt.
So seit ich ca 40 Jahre alt bin, hab ich gemerkt, bin ich selbst zu so einer geworden. Ein gewisses Alter bringt das einfach mit sich.Mir wurde auch beigebracht, dass ich nicht zu widersprechen habe. Die Autoritätsperson hat immer Recht und basta!
gruss, barbara
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08.11.2016, 07:06
AW: Wer ist noch so wenig schlagfertig?
ich lese immer wieder was von bloßstellen. Ich glaube nicht, dass das zur gelassenen Kompetenz gehört. Sich nicht so aufregen, ja, aber bloßstellen? Du bist selbst so unglücklich mit dem ganzen, weil du dich laufend bloßgestellt fühlst. Und selbst willst du den Spieß umdrehen? Ich glaube nicht, dass das die Lösung ist. Man kommt i.d.R. weiter, wenn man den Anderen sein Gesicht wahren lässt. So wie z.B. mit der Frage, wie man nun zu einer gemeinsamen Lösung kommen könnte, wie schon geschrieben wurde.
Diese Art von "Schlagfertigkeit", ich würd eher ein für-mich-einstehen nennen, kann man lernen, z.B. in Kommunikationskursen. Gewaltfreie Kommunikation finde ich da recht horizonterhellend. Wende ich im Alltag zwar auch nicht an, aber es erweitert den Horizont, da man lernen kann, was hinter solchen Kommunikationsmustern oft steckt und wie man damit umgehen kann.
Am Wochenende mache ich einen workshop, in dem es um Emotionalität und Kommunikation geht. Da bin ich auch mal gespannt. Es gibt einfach sehr viel zu dem Thema und das kann man lernen, auch wenn man es nicht von daheim aus mitgekriegt hat.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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08.11.2016, 07:33Inaktiver User
AW: Wer ist noch so wenig schlagfertig?
Hallo umberta,
wenn ich es richtig verstanden habe, dann liegt das Problem da, wo ein Chef "mit in den Ring" tritt- stimmt das?
Du würdest dann also unter "Gleichgestellten" ganz unproblematisch zu Dir und Deinem Können stehen und das auch behaupten können!?
Wenn das so ist, dann läuft bei Dir ein altes Muster ab- hattest das ja mit der Erziehung auch schon erwähnt.
Schwierig ist, dass Du von einem Moment auf den anderen in eine Stress-Situation gerätst und - schau in die Hirnforschung- dann kann man einfach nicht mehr frei im Gehirn rumswitchen- es läuft dann das Stressprogramm mit Tunnelblick ab.
DANN kann man nicht schlagfertig, locker oder gelassen sein-- das wäre sehr un-natürlich.
Deine Reaktion ist also zuerst einmal nur stimmig- wenn auch unbefriedigend
Nun kann man sich natürlich Sätze antrainieren- wirklich stimmig ist das dann in Dir jedoch nicht.
Wenn Du sonst gut reden kannst- dann würde ich mich an Deiner Stelle eher mit Dir und Deinem Muster befassen als mit Kommunikation. Auch, weil die innere Haltung immer im ganzen Körper abgebildet wird und wirkt.
Ich könnte mir vorstellen, dass Du mit Glaubens-Satz-Arbeit gute Ergebnisse erzielen kannst.
Denn- es wird ganz sicher in Dir Muster-Sätze geben, die Dir sofort durch den Kopf gehen, wenn Du daran denkst, zB "man widerspricht keinem Vorgesetzten". Wie konkret Deine(r) aussieht, kannst nur Du wissen
Jedenfalls kannst Du so dieses Bannung auflösen und danach viel freier die Situationen erleben. Das wiederum wird dich entlasten und entspannen und sofern Du dann überhaupt noch anworten willst (könnte ja auch sein, dass Du lächelnd abwinken kannst), wirst Du keine Probleme mehr damit haben, einen Satz zu sagen, der die Richtung eines Angriffes ablenkt.
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08.11.2016, 07:46Inaktiver User
AW: Wer ist noch so wenig schlagfertig?
Also ich glaub ja eher dass die Kunst der Schlagfertigkeit darin bestimmt überhaupt reagieren zu können.
Natürlich nicht beleidigend.
Aber, man muss eben nicht kompetent reagieren müssen.
Jenseits aller Ebenen gibt es immer die des "in den Ring steigens, sich gegenseitig messens".
Und zwar auf menschlicher Ebene.
Eine gewisse Frechheit und Humor gehören immer dazu.
Noch nie hab ich zum Beispiel erlebt dass ich mich total im Ton vergriff - eher dass ich mich düpiert fühlte.
Es ist so eine Zwischenebene.
Ironie ist teilweise eine gute Zwischenlösung - und auch ehrlich gesagt mal eine blöde Bemerkung.
Ach ja? Weil heut Mittwoch ist etc.......können zumindest das Gegenüber irritieren.
Ja, letzten Endes geht es darum dem Anderen zu zeigen: so nicht, oder ich mach zurück.
Die Wenigsten können das vertragen, eigentlich keiner.
Und noch was - ich hab immer die Erfahrung gemacht: mit ner schlagfertigen Antwort die manchmal in meinen Augen fast zu frech war, hab ich immer gewonnen.
Wer als schlagfertig gilt - den nennt man smart.
Und das gehört nun mal auch dazu. Gegebenenfalls sich selbst nicht zu ernst zu nehmen.
Was ich aber noch viel wichtiger finde ist: überhaupt zu erkennen wo ich hätte schlagfertig sein müssen oder können.
Das ist nämlich sauschwer.
Und wenn es einem nicht gelungen ist, dann eben ein andermal.
Oder man geht mal selber in die Offensive.
Alle probieren es mal - aber kein Mensch mag den Ducker, so ist es nun mal.
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08.11.2016, 08:54
AW: Wer ist noch so wenig schlagfertig?
Ich bin durchschnittlich schlagfertig.
Es gibt ja mehrere Möglichkeiten.
Die schönste Form ist natürlich die, wenn die Antwort mit einer Prise Humor gewürzt ist.
Wer aber eben ernster durch die Welt geht, kann das eher nicht. Da muss man eben mit dem arbeiten, was einem als Typ mehr liegt.
Rückfragen stellen wie hier schon gesagt wurde oder einen Affront zu seinen Gunsten umdeuten.
Angriff:
"Sie sind ja XXX"
Verteidigung:
"Wenn XXX bedeutet, dass ich immer toll, außergewöhnlich klug und vernünftig handele, dann kann ich nur sagen, sie haben damit absolut recht."
Oder einfach bewusst falsch verstehen und sich gnadenlos selber loben: "Ja, ich weiß, ich bin super./extremtoll."
Man kann sich für wiederkehrende Situationen auch einen Standardspruch merken oder ausdenken.
Wenn der Chef keine Ahnung hat oder man anderer Ansicht ist (kommt natürlich darauf an, wie kollegial es zugeht.)reicht auch: "Sagen Sie aber hinterher nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt."Oder:
"Ich sehe mich schon die Suppe auslöffeln, die andere mir eingebrockt haben."
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08.11.2016, 09:46
AW: Wer ist noch so wenig schlagfertig?
Ich hab einfach ein Problem mit unbegründeter Autorität, glaub ich. Von meinem alten Chef, der echt Ahnung hatte, hab ich mir gern was sagen lassen. Hat natürlich gepiekst, wenn ich eines besseren belehrt wurde, aber war ok. Beim neuen bin ich genervt, dass mir einer was erzählen will, der es selber gar nicht weiß, das aber nicht zugeben kann. Er merkt das natürlich... ich geb mir Mühe, es mir weniger anmerken zu lassen.
Nicht, dass ich so viel auf dem Kasten hätte. Aber ich möchte was lernen und von ihm kommt nicht viel.
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08.11.2016, 10:03Inaktiver User
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08.11.2016, 10:11
AW: Wer ist noch so wenig schlagfertig?
Aus meiner Sicht ist das Problem, das die TE schildert, gar kein Schlagfertigkeitsproblem.
Es ist eher das Unvermögen, auf eine Anschuldigung adäquat zu reagieren.
Schlagfertigkeit ist noch etwas Anderes.
Und man kann es auch lernen.
Ich bin als 18Jährige in eine Arbeitsumgebung geworfen worden, die von mir täglich größte Schlagfertigkeit verlangt hat, sonst hätte ich das dort gar nicht überlebt.
Nach 25 Jahren habe ich es zu einiger Meisterschaft gebracht und werde es weiter vervollkommnen.




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