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    Ich habe Männerarme

    Liebe Community;
    hier hoffentlich das richtige Unterforum, mein Problem ist ein Identitäts- , kein Beautyproblem.
    Ich habe Männerarme, einen dicken harten Bizeps, der sich wölbt, wenn ich den Arm nur beuge und dazu sehr sehnige Unterarme. Dies, obwohl ich nie ein Fitness-Studio von innen gesehen habe. Ich mag mich so nicht.
    Ich war als Kind ein „Tomboy“ (ein deutsches Wort dafür gibt es wohl nicht), ein Mädchen also, das hauptsächlich mit Jungs spielte, auf Bäume kletterte und Puppen verschmähte. Ich war damals schon fürs Alter groß, stark und sportlich, kein Junge konnte so schnell rennen wie ich und mir tun nachträglich die vielen Jungs leid, die ich auf dem Schulhof in Raufereien vor ihren Kameraden demütigte. Für solche Ringkämpfe suchte ich meist Jungs aus, die 1-2 Jahre älter waren, sonst wäre es keine Herausforderung für mich gewesen.
    Erst mit der Pubertät, als ich weibliche Kurven bekam, akzeptierte ich meine Geschlechterrolle. Die kräftigen Muskelarme wuchsen und blieben und das wurde mir mit der Zeit immer bewusster, bis ich sie geradezu als fremd an mir empfand. So, wie ich mich auch mit meiner Tomboy-Jugend nicht mehr identifiziere. Ich habe sonst keinerlei irgendwie männliche Merkmale (keine Anzeichen für zu viel Testosteron).
    Ich treibe keinen Sport mehr, außer wenig Schwimmen. Freundinnen sagen, ich solle froh sein, andere würden dafür mühevoll im Fitness-Studio Gewichte stemmen. Es hemmt mich aber auch gegenüber Männern. Mir kommt vor, dass ich bei Männern Schamgefühle auslöse, wenn sie nicht gerade muskelbepackte Schränke sind (und auf solche stehe ich auch gar nicht besonders).
    Vielleicht sollte ich, da ich es nicht ändern kann, lernen es mit Gelassenheit zu akzeptieren, aber das fällt mir schwer. Oder es positiv sehen (vorteilhaft beim Koffertragen, Umzug oder Abwehren aufdringlicher Männer), aber das ist alles zu sehr vom Kopf her.
    Über Gedanken dazu freue ich mich.

  2. Inaktiver User

    AW: Ich habe Männerarme

    Zitat Zitat von Amozane Beitrag anzeigen
    Freundinnen sagen, ich solle froh sein, andere würden dafür mühevoll im Fitness-Studio Gewichte stemmen.
    Es hemmt mich aber auch gegenüber Männern. Mir kommt vor, dass ich bei Männern Schamgefühle auslöse, wenn sie nicht gerade muskelbepackte Schränke sind (und auf solche stehe ich auch gar nicht besonders).
    Vielleicht sollte ich, da ich es nicht ändern kann, lernen es mit Gelassenheit zu akzeptieren, aber das fällt mir schwer.
    hallo amozane - was sagen denn deine freundinnen: finden sie deine oberarme auch "männlich", unproportional/unpassend zu deiner restlichen figur?
    ich könnte mir nämlich durchaus vorstellen, dass da deine selbstwahrnehmung an dieser stelle einen knick in der optik hat und nur du deine arme so "extrem" wahrnimmst - andere aber nicht.

    das gleiche gilt für deine hemmung männern gegenüber - du schreibst "mir kommt vor", d.h. du weißt es gar nicht und vermutlich spielt sich das alles (die beschämten männer) in deinem kopf ab.

    woher kommt diese selbstwahrnehmung? hast du dir als junges mädchen des öfteren mal blöde sprüche/kommentare anhören müssen (wäre zumindest eine möglichkeit, nach den kloppereien mit den großen jungs)?

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    AW: Ich habe Männerarme

    Danke Cat, "männlich" sage ich jetzt hier, aber staunen über so viel Muskeln tun meine Freundinnen schon. Du hast Recht, ich kann jedenfalls nicht sagen, was sich (aufgrund meiner Tomboy-Erlebnisse) nur im Kopf abspielt, kein Mann sagt mir er schämt sich vor mir, aber ich habe schon erlebt, dass Männer eher auf meine Arme als auf - sagen wir - femininere Körperteile starren oder das Interesse an mir nachließ, sobald meine Arme sichtbar wurden.
    Blöde Sprüche bekam ich eigentlich nie zu hören (durchaus sogar Respekt), im Gegenteil, bis in die Pubertät hinein holte ich mir viel Selbswert aus meiner Konkurrenz mit Jungen, mein befriedigter Ehrgeiz eben der "bessere Junge" zu sein, aber vom Kampf der Geschlechter habe ich mich heute distanziert.

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    AW: Ich habe Männerarme

    Zitat Zitat von Amozane Beitrag anzeigen


    Über Gedanken dazu freue ich mich.
    Ups - ich auch.., aber mit muskelbepackten Beinen vom Radfahren bergauf...und immer auf Bäumen unterwegs - wie ein Affe...
    Das fiel mir erst selber auf, als eine Nachbarin sagte: Um Himmels Willen, was ist das an Deinen Oberschenkeln? Hä??? Es waren die Muskelpakete, die sich regelrecht quadratisch oberhalb der Knie abzeichneten.

    Ich habe meine weiblichen Attribute irgendwann in den Vordergrund gerückt - durch Kleidung, Haare, vielleicht auch Charme???
    Heute bin ich froh, dass ich so war als Mädchen - es kommen mir immer noch die motorischen Fähigkeiten und die sportliche Veranlagung zugute. Ich habe viel angepackt in meinem Leben, was zarte Mädels eher "machen lassen".
    Und an Männern mit Interesse an mir hat es trotzdem noch nie gemangelt.
    Ich rate Dir, versöhne Dich mit Deinem Körper.

    ...Eine Freundin hat sich mal über ihren Po so lange und oft geärgert, bis jemand sagte: "Kein Mensch auf dieser Welt gibt Dir einen anderen"
    Dann wars gut!

    Ach - noch was: nenn Dich doch selber besser nicht Amozane, sondern z.B. Feinchen. Oder Zuckerschnute !

  5. Inaktiver User

    AW: Ich habe Männerarme

    Zitat Zitat von Amozane Beitrag anzeigen
    aber ich habe schon erlebt, dass Männer eher auf meine Arme als auf - sagen wir - femininere Körperteile starren oder das Interesse an mir nachließ, sobald meine Arme sichtbar wurden.
    das haben sie so geäußert? oder hattest du nur den eindruck?

    möglicherweise fehlt dir selbst einfach das gefühl für das weibliche in und an dir? und sobald die unsicherheit wg der oberarme die oberhand gewinnt, rutscht du in dieses ungute gefühl, nicht weiblich genug zu sein, um... was auch immer

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    AW: Ich habe Männerarme

    Danke auch missani. Habe Deinen erfrischenden Beitrag in seiner unbekümmerten Sichtweise gern (und mehrmals ) gelesen. Ich hoffe mein Eingangsposting kam nicht zu depressiv rüber, manchmal tut es der Stimmungslage besser ein trauriges als ein fröhliches Lied zu singen.
    Deinen Rat der Versöhnung mit dem Körper (Cat geht in ähnliche Richtung) habe ich ja schon als Akzeptieren mit Gelassenheit erwogen. Nur muss dies wohl einhergehen mit einer Versöhnung mit dem Tomboy meiner Jugend, dieses Kind, das mir rückblickend in seinen Motiven, Obsessionen fremd und rätselhaft erscheint. Ich betone durchaus weibliche Attribute und finde auch meine Arme keineswegs hässlich (vermutlich im Gegensatz zur Freundin mit dem Po...)
    Cat, und nochmal zur Reaktion von Männern: ich achte darauf in Foren keine Erlebnisse in Details zu berichten, die deutliche Rückschlüsse auf meine oder die Identität einer anderen Person zulassen könnten. So fällt es mir schwer, nachvollziehbar darzulegen, dass (manche, natürlich nicht alle) Männer beschämt reagieren. Allerdings dürfte es auch nicht abwegig sein: wir definieren uns halt nicht nur als Menschen, sondern auch als Mann oder Frau und zum Selbstbild des Mannes gehört nunmal die körperliche Überlegenheit gegenüber der Frau (neben zivileren Aspekten wie vielleicht Status). Hm, klingt fast politisch unkorrekt, aber ich habe als Tomboy oft genug bei Jungen auf dem Weg zum Mann diese Säule des männlichen Selbstbildes zum Einsturz gebracht und die ausgelösten Emotionen beobachten können. In Internetforen wird oft das Problem „Große Frau – kleinerer Mann“ thematisiert (dies ist sogar noch häufiger für Frauen vom Rollenbild her nicht denkbar), seltener(weil subtiler und weniger offenkundig) die Partnerschaft mit starken Frauen (im übertragenen wie im eigentlichen Sinne). Das „starke Geschlecht“ liebt jedenfalls, wenn die Beschützerrolle geweckt wird (was ich nicht kann), ich weiß, ich verallgemeinere. Erotische Anziehung kann sich in wenigen Sekunden entscheiden. Ich treffe potentielle Partner eben nicht im Fitness-Studio , verführe auch nicht den kräftigen Handwerker, der mir die Küche installiert, sondern gelange in meinem Umfeld oft an den schlank-drahtig-intellektuellen Typ, den ich dann auch anziehend finde und i c h habe kein Rollenproblem damit, dass ich ihn (wovon ich heute weit entfernt bin) vermutlich mühelos an die Wand drücken könnte.
    Danke beiden nochmal, sorry für die Länge
    Amozane (die ihren Nick mit dem Buchstabendreher wenigstens mit einem kleinen Augenzwinkern gewählt hat)
    Geändert von Amozane (02.10.2016 um 14:34 Uhr)

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    AW: Ich habe Männerarme

    hallo Amazone,

    ich denke, die Stellschraube ist dein Fokus:

    Zitat Zitat von Amozane Beitrag anzeigen
    So fällt es mir schwer, nachvollziehbar darzulegen, dass (manche, natürlich nicht alle) Männer beschämt reagieren.
    Das fettgemachte ist wichtig! Warum befasst du dich so sehr mit denen, die deinem Eindruck nach beschämt reagieren?
    Zitat Zitat von Amozane Beitrag anzeigen
    Das „starke Geschlecht“ liebt jedenfalls, wenn die Beschützerrolle geweckt wird (was ich nicht kann), ich weiß, ich verallgemeinere.
    Auch hier wieder: warum sind dir die wichtig, die sich über die Beschützerrolle definieren müssen/wollen?

    Ich hab auch noch nie den Beschützerinstinkt bei Männern ausgelöst, da ich auch keine Püppi bin. Ich hab das aber auch noch nie vermisst, weil ich das gar nicht ertragen könnte.

    Starke (oder wie ich große) Frauen können auch Männer anziehen, die eher beschützt oder bemuttert werden wollen. Das wollte ich natürlich auch nie. Aber es gibt ja noch die ganze Bandbreite dazwischen, stinknormale Männer eben, die auch differenzierte Wesen sind so wie du und ich. Aber bist du dafür offen, diese Männer bzw ihr Interesse an dir zu erkennen? Oder interessieren sie dich nicht, weil du, warum auch immer, auf etwas fixiert bist, das du nicht findest und deine Arme dafür verantwortlich machst?
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

  8. Inaktiver User

    AW: Ich habe Männerarme

    hm...

    Mir stösst die Bezeichnung "Tomboy" sauer auf. Ich kannte den Begriff bisher nicht, obwohl ich selbst als Kind ein solches Mädchen war, ich mir dieses Etikett, rückblickend gesehen, wohl auch anheften könnte, wenn ich wollte. Will und mache ich aber nicht. Und du solltest das auch nicht tun.

    Du warst halt ein Mädchen, das sich für Dinge interessierte, die die Gesellschaft gemeinhin als "Jungssachen" definiert. So what? Das war ich auch - hatte ich die Wahl, zwischen Fussball mit den Jungs und kicherndem Mädchengeschwätz, hab ich Fussball gespielt.
    Du warst halt ein Mädchen, das sich ab und zu mit den Jungs geprügelt hat - so what? War ich auch. Weder ist ein Junge daran gestorben noch hat das sein Selbstwertgefühl und seine Identität nachhaltig geschädigt (nein, hat es nicht, glaub mir das - so viel Einfluss auf das Leben dieser Jungs hattest du nicht), noch hat das auf mich bleibenden Eindruck hinterlassen. Du warst halt ein Mädchen, dass aufgrund einer zufälligen Genkombination die körperlichen Voraussetzungen für besonders schnelles Laufen mitbekam. So what? War ich auch. Keiner der Jungs, die ich beim Rennen abgehängt habe, hat davon einen lebenslangen Knacks davongetragen - und das hat garantiert auch keiner von denen die du abgehängt hast.

    Das findet in deinem Kopf statt. Sooooo aussergewöhnlich ist das nämlich nicht, was du aus deiner Kindheit schilderst, und sooooo entscheidend für das Leben der Jungs, die du platt gemacht hast, war es auch nicht. Wenn du das denkst, gibst du dir selbst einen viel zu hohen Stellenwert für das Leben dieser anderen Menschen. Und dadurch überhöhst du die Eigenheit.
    Du selbst gibst dem Charakteristikum erst diese überragende und erdrückende Bedeutung, indem du es mit dem Etikett "Tomboy" pathologisierst oder zumindest kategorisierst.

    und zum Selbstbild des Mannes gehört nunmal die körperliche Überlegenheit gegenüber der Frau
    Und wie wird "körperliche Überlegenheit" denn definiert? Ist "körperliche Überlegenheit" einfach eindimensional gleichzusetzen mit "haut kräftiger zu, kann schneller laufen und mehr schleppen als Frauen"?
    Höchste Zeit, dass du deine Definition erweiterst. Frauen sind durchschnittlich immunstärker, langlebiger (und im Alter länger gesund), zäher (sie ernähren ein wachsendes Kind mit ihrem Körper, bringen es unter den stärksten Schmerzen, die für Menschen existieren, zur Welt, und ernähren es monatelang weiter mit ihrem Körper). Schliesst man diesen Aspekt mit ein, wird das mit der "körperlichen Überlegenheit des Mannes" fundamental revidiert. Öffne da mal deinen Blick.

    In Internetforen wird oft das Problem „Große Frau – kleinerer Mann“ thematisiert (dies ist sogar noch häufiger für Frauen vom Rollenbild her nicht denkbar)
    Thematisiert wird nur, wenn etwas Probleme macht. Wenn etwas keine Probleme macht, wird darüber nicht geredet, das wäre ja uninteressant. Will sagen: die Fälle, in denen ein Phänomen Probleme macht, werden thematisiert, die - zahlenmässig in der Regel wesentlich häufigeren - Fälle, in denen das gleiche Phänomen keine Probleme macht, werden hingegen nicht thematisiert. Dadurch entsteht bei Dritten der falsche Eindruck, das Phänomen sei ausschliesslich und immer problematisch.
    Mein langjähriger Partner ist körperlängenmässig deutlich kleiner als ich. Weder er noch ich haben ein Problem damit, weil wir beide uns von veralteten Klischees und Geschlechterrollen gelöst haben, und was die Umgebung darüber denkt, ist uns erst recht völlig egal.
    Okay, er ist stärker als ich, so zuschlag- und gewichttragmässig. Dafür bin ich schneller und ausdauernder. Dafür ist er gesünder. Dafür bin ich leidensfähiger, was er als "stärker" betitelt. Dafür ist er ... ist doch egal! Völlig irrelevant, diese Faktoren.

    Was ich sagen will: ich hab den Eindruck, du kategorisierst und schubladisierst dich selbst, machst eine - gar nicht so seltene - Eigenheit zu etwas, das ausserhalb der Norm sein soll, und schaffst erst dadurch das Problem, nämlich in deinem Kopf.

  9. Inaktiver User

    AW: Ich habe Männerarme

    ich kann dein problem ganz gut verstehen, amazone...

    aber weißt du, die eigentlich schwingungen zwischen mann und frau entstehen nicht, weil einer stärker oder schwächer ist, sondern über die hingabe - von jedem geschlecht auf seine weise.

    und andersrum, wenn man dem anderen hilft, ganz egal wie stark er ist und ob er es auch alleine könnte - weil man eben etwas für oder mit ihm tun will.

    such mal nach diesen anderen seiten...

    ich fand es übrigens auch ganz nett, john irving zu lesen, er hat einen schönen männlichen blick auf starke frauen.

  10. gesperrt

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    AW: Ich habe Männerarme

    Muskulöse Oberarme bei Frauen sind doch total "in".

    Madonna, Beyonce, Cameron Diaz, Hillary Swank, Sarah Jessica Parker....Jessica Biel (hallo! die hat Justin Timberlake abgesahnt!!!)

    Insbesondere Schultern sind sehr sehr sexy, vielleicht schauen die Männer auch, weil sie nicht weggucken können

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