Ich bleibe ruhig. DIskutiere und erkläre mich nicht.
Man kann auch wenn einer ansetzt und meint, mich erziehen zu können, diesen lange angeguckt und dann einfach ganz ruhig und freundlich gesagt: "Ah ja?Interessant." oder "So würdest du das also machen. Interessant."
Hilft auch.
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Ergebnis 11 bis 20 von 32
Thema: Ein Denkfehler?
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24.09.2016, 21:36
AW: Ein Denkfehler?
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24.09.2016, 22:35
AW: Ein Denkfehler?
Das kenne ich ähnlich und habe sogar den Eindruck, dass Authentizität oft gar nicht so gerne gewollt wird und der Versuch wie in einer Art Rollenspiel je nach Beziehungsmotiv oder Beziehungsursache vordergründig Konflikte vermieden werden wollen, weil viel bequemer ist.
Und wenn man selbst sogar eckiger ist und auch so erkannt ist, wird man sehr gerne verantwortlich gemacht. Also, wenn ich mir so Beziehungsgedanken mit dem ein oder anderen mache wirkt auf mich alles irgendwie verdächtig kompliziert.
Kann aber gut damit leben... auch wenn Beziehungen für mich meist ein Risiko sind. Vielleicht habe ich auch einen Denkfehler...
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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25.09.2016, 00:37
AW: Ein Denkfehler?
"Leben und leben lassen"; das heißt, Leben mußt du selber. Du kannst nicht nur da leben, wo Leute, die deine Weltsicht nicht teilen und die du nicht philosophisch konsistent dazu bringen kannst, es zu tun (und realistisch auch nicht) ,dich "lassen".
Deine "Schutzmauer" ist eine Mausefalle. Sie schützt nicht dich, sondern die anderen. Du kannst quieken und beißen, das bringt dich nicht aus der Falle raus.
Laß dir die Leute einfach mal mehr am Allerwertesten vorbeigehen. Sie beklagen sich? Klar beklagen sie sich. Ihr Leben wäre einfacher, wenn du tust, was sie wollen, also versuchen sie, dich dazu zu kriegen -- versuchen kann man's ja mal. Das heißt nicht, daß sie kriegen müssen, was sie wollen. Kaufst du jedes Auto, das ein Gebrauchwagenhänder dir verkaufen will? (Ich hoffe, nicht!)
Du hast genausoviel Recht auf deine Meinung, dein Leben, deine Entscheidungen, deinen Freiraum, wie alle anderen. Aber du mußt dich genauso darum kümmern, es zu kriegen.Geändert von wildwusel (25.09.2016 um 00:40 Uhr) Grund: Kommas,,,
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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25.09.2016, 00:39
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25.09.2016, 09:14
AW: Ein Denkfehler?
Mir erscheint die TE konfliktscheu, die Ecken und Kanten, die andere bei ihr sehen wollen, seh ich gerade nicht.
Ich finde es deutlich einfacher mit jemandem umzugehen, der eine klare Meinung zu einem Thema hat; die kann dann auch unpopulär sein.
Sich aus allem rauszuhalten kann auch gleichgültig oder eben konfliktscheu rüberkommen, aalglatt und ein bisschen feige.
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25.09.2016, 12:56
AW: Ein Denkfehler?
Ich finde die TE gar nicht konfliktscheu. Ich bin übrigens auch so eine, die verschiedene Ideologien, Lebensmodelle, Ansichten gelten lässt, mir aber meine vorbehalte.
Es gibt da noch so einen Spruch (ich glaube Ludwig IV oder wars der alte Fritz): jeder soll nach seiner Facon glücklich sein.
Das funktioniert aber auch nur im eher privaten Rahmen, da es schon auch gesellschaftliche Normen und Regelungen gibt. Wenn man da nicht mitzieht, steht man ganz schnell draußen.
Sinn von ähnlichen Einstellungen zum Leben, Religion, Kultur etc. ist es ja eigentlich auch Gemeinschaft zu stiften. Das hat sicher auch noch einen evolutionären Hintergrund.
Als Frau "ohne Religion" war die katholische Taufe der Kinder ein Kompromiss. Weitere Kompromisse wollte die TE für sich selbst nicht eingehen.
Ich denke, dass es immer wieder Menschen gibt, die sich anderen näher fühlen, wenn es eben gleiche Ansichten gibt. Ist ja auch so. Und dann versucht man halt die Anderen von seinen Einstellungen zu überzeugen.
Wenn es grundlegende Einstellungen sind, wird es wohl keine Gemeinschaft geben, wenn es völlig konträr ist.
Ich könnte als Fleischesserin durchaus mit einem Veganer zusammenleben, solange er mir mein Fleisch nicht immer wieder abspenstig machen will.
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26.09.2016, 15:07Inaktiver User
AW: Ein Denkfehler?
Davon bin ich eigentlich auch ausgegangen... meine Vorstellung war, "ich komme dir entgegen, du kommst mir entgegen und wir treffen uns irgendwo um die Mitte herum". Aber dann musste ich feststellen, dass andere gar nicht auf meine "Deals" eingehen wollten... wenn ich Gemeinsamkeit mit ihnen wollte, dann sollte ich gefälligst auf ihre Seite kommen. Ein "bisschen" Entgegenkommen reichte nicht aus. Auf Dauer ist das ganz schön frustrierend. Und dann führt das tatsächlich zu einer Haltung, die als Desinteresse empfunden werden könnte... im Sinne von, so wichtig seid ihr mir nicht, als dass ich mich volkommen aufgeben würde. Wie gesagt, das ganze funktioniert ganz gut mit Leuten, die mir nicht so nahe stehen. Da kommt man sich ein bisschen entgegen, so viel wie es für einen bestimmten Zweck erforderlich ist. Aber in einigen Beziehungen klappt das nicht - wie einige meiner Beiträge hier im Forum davon zeugen
. Und ich erkenne nicht so genau, woran es liegt. Komischerweise ist es z.B. schon bei meinen Kindern unterschiedlich. Mit meinem Sohn habe ich eine sehr nahe, vertrauensvolle Beziehung, die ich als im Gleichgewicht empfinde. Heutzutage unterstüzten wir uns gegenseitig (wir sind beide bereit, etwas für den anderen zu tun, es ist ein Geben und Nehmen), können wunderbar diskutieren, können auch unterschiedliche Ansichten des anderen gut stehen lassen.
Bei meinen Töchtern ist das schon schwieriger. Da fühlt es sich einseitiger an. Ich bin genauso hilfsbereit und loyal wie meinem Sohn gegenüber. Aber von ihrer Seite kommt etwas, was ich eigentlich aus meiner Kindheit kenne, "wenn du nicht so machst, wie ich es will, dann will ich gar nicht mit dir"
.
Mein Motto finde ich eigentlich auch sehr großzügig. Und konfliktscheu war ich auch nicht immer. Aber ich bin inzwischen einfach müde *seufz*. In den letzten zehn Jahren hatte ich kaum eine Woche ohne größere Konflikte (d.h. Konflikte, die einem schlaflose Nächte bereiten, dazu führen, dass man die ganze Woche gerädert ist und die Stimmung für Tage belastet ist). Vielleicht bin ich ziemlich dünnhäutig geworden und nehme vieles dadurch auch stärker wahr. Mein Sohn meinte heute erst, seine Schwestern würden ihre Streitereien offenbar lange nicht so tragisch empfinden, wie ich es empfinde.
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26.09.2016, 15:26Inaktiver User
AW: Ein Denkfehler?
Hallo Wildwusel,
ich finde deinen Beitrag wunderbar und sehe auch manches ganz ähnlich. Nur... gerade in der Familie ist es wahnsinnig schwierig, wenn man einerseits Nähe und Verbindlichkeit haben möchte und das Gefühl hat, es wäre einem selber wichtiger als den anderen... meine Ex-Schwiegermutter "wollte" mich nicht unbedingt als Familienmitglied (habe ja nicht ihren Erwartungen entsprochen) und meine Töchter und mein Partner hätten immer wieder eine "Alternative"... und so bleibt mir nichts anderes übrig, als entweder auf die Nähe und Gemeinsamkeit zu verzichten oder mich dafür (für meine Begriffe) zu weit hinauszulehnen.
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27.09.2016, 14:07
AW: Ein Denkfehler?
Ich würde in dem Fall verzichten. Du kannst die Leute nicht dazu bringen, daß sie deine Nähe wollen, egal, wie sehr du versuchst, zu tun, was sie möchten. Da ist für alle Beteiligten ein höflicher emotionaler Abstand viel angenehmer. Sich aneinander gewöhnen kann man besser, wenn nicht einer das Stöckhen hält und der andere hüpft.
Wenn du fürchtest, daß deine Töchter und dein Partner dich für eine "Alternative" verlassen werden (verstehe ich das richtig?), sobald du ihnen nicht mehr jeden Wunsch erfüllst, sieht das gar nicht gut aus für die Familie, denn auch da: Du kannst nicht durch Wohlverhalten erkaufen, daß Leute dich mögen!Geändert von wildwusel (27.09.2016 um 14:12 Uhr)
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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27.09.2016, 21:00Inaktiver User


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