Ich glaube, exzessiver Internet-Konsum, gerade wenn er der Prokrastination dient, ist eher Symptom als Ursache. Dito Smartphone-Gebrauch.
Ich kann natürlich nur von mir sprechen, aber immer, wenn ich viel Zeit im Netz verdaddele, entfliehe ich bewußt oder unbewußt einem Problem in der Offline-Realität. Das kann ganz verscheiden gelagert sein: zuviel zu tun, zu wenig zu tun, unangenehme Dinge, innere/externe Konflikte... Letztlich ist das doch mit jedem Suchtverhalten so. Und irgendwann, solange der gesunde Selbsterhaltungs- und -regulierungsmechanismus noch funktioniert, kommt man genau an den Punkt, das man merkt: das ist jetzt zuviel. Und dann ist der Zeitpunkt gekommen, was an der Offline-Realität zu ändern. Manches braucht einfach seine(n) Zeit(punkt).
Den Faktor Gewöhnung gibt es natürlich auch: da kann man bewußt gegensteuern mit anderen Gewohnheiten bzw. deren Etablierung. Jeden Morgen als erstes 10 Min. im Buch lesen statt online, sowas. Aber prinzipiell spricht auch nichts dagegen, erst mal online Zeitung zu lesen, solange es sich gut anfühlt. Erst wenn das nicht mehr der Fall ist, ist es Zeit, etwas zu ändern.
Liebe Grüße
Sin
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14.08.2016, 08:31Inaktiver User
AW: Wer bin ich, wenn ich online bin...
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14.08.2016, 08:46Inaktiver User
AW: Wer bin ich, wenn ich online bin...
Verantwortung übernehmen kann helfen.
Zielgerichtet zu recherchieren geht virtuell prima - aber es muss dann eben auch zielgerichtet SEIN. Dazu muss sich mancher vielleicht einfach disziplinieren.
Ansonsten gilt für mich: Virtuelles (Er)Leben ist fake, und soll für mich in einem überschaubaren Rahmen bleiben. Diesen zu setzen unterliegt meiner Verantwortung. Womit wir wieder beim Anfang wären.
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14.08.2016, 19:21
AW: Wer bin ich, wenn ich online bin...
Ich unterschreibe Wolkentiers Beitrag. Ich sehe für mich keinen Unterschied zum Online- und Offlinelesen. Konzentriert bin ich bei beidem, toll finde ich auch beides. Seit ich eine Zeitungsapp habe, lese ich so viel Nachrichten wie nie zuvor und bin bestens informiert. Finde ich grandios, so viele Zeitungen kann ich gar nicht abonieren, um derart unterschiedliches zu lesen.
Internet ist für mich nie Zeitverschwendung, selbst nicht, wenn ich mal spiele, das ist herrlich entspannend. Außerdem darf ich in meiner Freizeit auch mal Zeit verschwenden und muss nicht ständig Dokus auf Arte gucken.
Allerdings kann ich den PC auch gut ausmachen, bzw. das Smartie weglegen und mir ein Buch schnappen. Wenn du, Singing in the rain, damit Schwierigkeiten hast: Stell dir einen Wecker. Wenn er klingelt, musst du aus dem Internet raus.
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14.08.2016, 21:33
AW: Wer bin ich, wenn ich online bin...
Mir gehts da eigtl. genauso wie Wolkentier & Tessa, für mich ebenfalls kein großer Unterschied ob ich nun im Internet lese (Beispielsweise noch nicht lizensierte Sachen, welche von Fans ins englische übersetzt wurde), oder mir das Buch aufklappe zum lesen ^^
(Vor allem über FB, wo ich in speziellen Gruppen bin, hab ich sehr viele Informationen & Erfahrungen erhalten über bestimmte Themenbereiche, das ist schon praktisch)
Allerdings kann ich etwas nachvollziehen im Internet zu versacken und dann aber andere Aufgabenbereiche zu vergessen, die man erledigen wollte (Ich tippe nun ja gerade auch, eigtl. wollte ich weiter zeichnen *g* Ja, ein bisschen das davor drücken ist das schon)
Hebel ich dann oft damit aus, dass ich mir per Youtube Musik anschalte, so habe ich zwar auch "Internet", aber genauso gut könnte ich eine CD einlegen bzw. das Radio anschalten (nur dass mir viele FanCover besser gefallen und die nicht im Radio laufen)
Da muss man sich, wenn man damit Probleme hat, wirklich bisschen selbst abnabeln, die Zeit regulieren mit dem Timer ist eine gute Idee, muss man sich dann auch konsequent dran halten ^^
Wenn dir das helfen sollte, dann erstell dir einen kleinen Plan wie viele Stunden du am Tag maximal online sein willst und welche Tage evtl. auch gar nicht, häng dir den kleinen Plan z.B. über den PC und dann natürlich nur noch dran halten
(Beim Handy kann man ja Beispielsweise auch das Wlan ausstellen, so kommt man auch nicht mit einem "falschen Klick" ins Internet
)
Aski & Ami ... Unsere Miezen

Es war einmal... ....ein kleiner Traum...
Wer ihn träumte, weiß man nicht... ...so klein war der Traum.
Der kleine Traum dachte: "Ich möchte nicht einfach so verschwinden... ...wie schaff ich es nur dass die Leute mich ansehen?"
Der kleine Traum... ...dachte und dachte... ...und hatte schließlich eine Idee...
"Ich könnte Leute in mich locken, und sie... ...ihre eigene Welt erschaffen lassen...."
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15.08.2016, 11:39
AW: Wer bin ich, wenn ich online bin...
Disziplin wird überbewertet.

Wenn ich von mir ausgehe, so ist natürlich das Netz eine phantastische Quelle für neue Ideen und Informationen und man kann sich da schonmal verlieren. Dann ohne Reue.
Wenn das Ganze aber doch mehr Kompensation dafür ist, dass es kein spannendes "richtiges Leben" gibt oder dass man sich dauerhaft vor den unangenehmen Dingen im richtigen Leben drückt etc., dann ist natürlich Veränderung im "richtigen Leben" angesagt. Das sollte man schon gut analysiern und entsprechend handeln.Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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16.08.2016, 17:42
AW: Wer bin ich, wenn ich online bin...
Liebe Threadstarterin,
das Ganze ist eine wirklich total individuelle Sache. Darauf kann es keine Pauschalantwort geben.
Ich für meinen Teil habe erkannt, dass es mich einerseits wahnsinnig stresst ständig erreichbar zu sein und ich andererseits nichts Sinnvolles mit dem Smartphone machen würde. Menschen die auf diese Dinger so fixiert sind, stressen mich auch ungemein. Vor allem in der Freizeit.
Wenn ich surfe, tue ich das allein an meinem Schreibtisch und muss dafür nicht unter Leuten sitzen und sie mit Ignoranz strafen.
Wenn man es genau nimmt hatte ich sogar noch nie wirklich ein Smartphone und ich bin 31. Einmal bekam ich eines geliehen, weil diverse Leute meinten das könne doch nicht sein.
Ein normales Handy habe ich auch nicht (nur für die Arbeit), einen Festnetzanschluss allerdings schon und eine Emailadresse, bei der ich die Emails 2-3mal am Tag abrufe.
Wer mich erreichen möchte weiß wie und wenn ich was wissen oder einen Termin speichern möchte, mache ich das oft auf die "althergebrachte Art und Weise".
Allerdings hatte ich schon Probleme mit meinem Chef wegen meiner "Erreichbarkeit", die nicht so gegeben war, wie er es sich vorstellt. Dies resultiert einfach daraus, dass auch das Firmenhandy für mich eben nicht so den Stellenwert hat, wie er es gewohnt ist.
Für mich ist das in Ordnung so und der richtigere Weg.


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