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Thema: Anders sein

  1. gesperrt

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    AW: Anders sein

    Es wird schwächer.

    Als junge Frau hätte ihc jede Chance wahrgenommen, in ein Raumschiff zu steigen und in andere Universen abzuhauen. Weil ich ja offensichtlich in einem völlig falschen Universum gelandet bin bei meiner Inkarnation.

    inzwischen fühle ich mich hier ganz gut zuhause. ich würde eine Chance auf Raumflug ohne Bedauern an mir vorbeigehen lassen.

    ich hab auch einige andere Aliens gefunden und mich mit denen befreundet, das hilft auch.

    gruss, barbara

  2. Inaktiver User

    AW: Anders sein

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    ich hab auch einige andere Aliens gefunden und mich mit denen befreundet, das hilft auch.
    Stimmt.

    Ob das Grundgefühl ganz weggeht ist aber etwas, bei dem ich mir (bei mir) unschlüssig bin. Es ist zumindest seltener präsent und wenn, dann schwächer bzw. anders (weniger negativ/unangenehm).

  3. Moderation

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    AW: Anders sein

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ist dieses Aliengefühl bzw. dieses Gefühl anders zu sein bei euch konstant geblieben in der Intensität oder habt ihr da Veränderungen bemerkt?
    Erstens nimmt die Intensität von Gefühlen über die Jahre ohnehin ab. Die Hormone sind einfach nicht mehr so dabei, fürchte ich. Aus dem großen Drama, das zu Gedichten und Kaffeehausrevoluzzertum führte, wird so eine nagende Unzufriedenheit, die zu gar nichts gut ist, aber sich wenigstens leichter ignorieren läßt.

    Zweitens hat man mit zunehmendem Alter bessere Möglichkeiten, sich auszusuchen, mit wem man wieviel zu tun hat. (Wobei ich immer sehr gut darin war, Gleichgesinnte zu finden.) Plus, die Leute kriegen andere Interessen oder Prioritäten als sich zu definineren. Selbst die Eltern gewöhnen sich mit der Zeit an einen.

    Ich vermisse das innere Drama ein bißchen. Fremd zu sein macht frei.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  4. Inaktiver User

    AW: Anders sein

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Erstens nimmt die Intensität von Gefühlen über die Jahre ohnehin ab. Die Hormone sind einfach nicht mehr so dabei, fürchte ich.
    Meinst du damit, dass eine Person A mit 20 mehr gefühlt hat, als sie mit 30, 40, 50, 60 ... fühlt?

    Das fände ich persönlich seltsam und deckt sich soweit nicht mit meinem eigenen Empfinden; aber wie ich später mit weiteren Jahren empfinden werde, weiß ich nicht.

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ich vermisse das innere Drama ein bißchen. Fremd zu sein macht frei.
    Als inneres Drama, das frei macht, habe ich das Aliengefühl nie empfunden. Eher als Gefühl am falschen Ort zu sein; bisweilen dahingehend, dass in dieser Welt kein (ausreichender) Platz für meine Welt ist (= kein Existenzrecht) und an mir etwas verkehrt ist. Die Ursachen dafür kenne ich - da sind ganz verschiedene Sachen ungut und sich gegenseitig verstärkend zusammengekommen. Das empfinde ich so auch nicht mehr.

    Möglicherweise liegt das aber mit daran, dass ich mich heutzutage am wohlsten fühle, wenn ich alleine bin. Dann kann ich am meisten ich selbst sein und bei mir sein/mich um meine Bedürfnisse kümmern bzw. diese ausreichend wahrnehmen. Neben all den anderen Vorteilen, die das Alleinesein hat.

    Gesellig bin ich zwar an sich gerne, aber nur sporadisch - sonst wird es eher energiezehrend bis erschlagend - selbst wenn die anderen an sich nett sind. Je nach Passung brauche ich erst später eine längere Pause, aber darauf verzichten ist meinem Wohlbefinden sehr abträglich bzw. verfalle ich dann in so einen Funktionszustand. Das fällt anderen nicht auf, aber mir fällt das spätestens auf, wenn ich wieder alleine bin. Deshalb finde ich das z. B. angenehmer, von einer Feier alleine nach Hause zu laufen anstatt mit einem Taxi oder sonstwen gemeinsam zu gehen. Mir hilft das beim Abschalten/Runterkommen und "die Eindrücke sortieren"; ich bin z. B. etwas lärmempfindlich, weshalb dieses Stimmengewirr von mehreren Menschen, die sich in einem Raum gleichzeitig unterhalten, recht schnell anstrengend wird bzw. ist das sehr reizintensiv für mich.
    Geändert von Inaktiver User (16.12.2017 um 04:36 Uhr)

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    AW: Anders sein

    [QUOTE]Die nächste Ansicht, dazu für mich, wäre in deiner Situation, mit welcher ich auch ständig zu tun habe, wie lange kann man ein Gespräch "verketten" oder wann sollte man besser aufhören damit. Also zeitunabhängig ist es fordender. Vielleicht wie gut, dass manche Menschen dafür wenig oder keine Zeit haben.

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
    von Bruce Lee



  6. Moderation

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    AW: Anders sein

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Meinst du damit, dass eine Person A mit 20 mehr gefühlt hat, als sie mit 30, 40, 50, 60 ... fühlt?

    Das fände ich persönlich seltsam und deckt sich soweit nicht mit meinem eigenen Empfinden; aber wie ich später mit weiteren Jahren empfinden werde, weiß ich nicht.
    Nicht mehr, aber intensiver. Der Hormonumbau aus der Pubertät ist m.W. so mit Mitte 20 abgeschlossen und die Systeme kommen wieder zur Ruhe, dazu kommt, man hat vieles schon gesehen, ist nicht mehr so leicht beeindruckt, und hat eine ganz andere Perspektive. Da erscheint vieles nicht mehr so weltbewegend.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Als inneres Drama, das frei macht, habe ich das Aliengefühl nie empfunden. Eher als Gefühl am falschen Ort zu sein; bisweilen dahingehend, dass in dieser Welt kein (ausreichender) Platz für meine Welt ist (= kein Existenzrecht) und an mir etwas verkehrt ist. Die Ursachen dafür kenne ich - da sind ganz verschiedene Sachen ungut und sich gegenseitig verstärkend zusammengekommen. Das empfinde ich so auch nicht mehr.
    Ich denke, daß das Drama und das Alien-Gefühl sich aus den gleichen emotionalen und mentalen Quellen speisen. Nicht Drama macht frei, sondern die tiefe, emotional gültige Erkenntnis, daß das, was sie anderen da abziehen, für einen selber völlig irrelevant ist, und man sich aussuchen kann, ob man mitspielt oder nicht -- und zwar in jedem Moment wieder. Vielleicht kommt man zu dem Schluß, daß es sinnvoll ist, mitzuspielen, aber man weiß dann immer noch, daß das nicht wichtig ist, sondern nur Mimicry, und man jeden Moment aufhören kann.

    In der Schule war das extrem. Ich habe Jahrgangsfeste nach 45 Minuten verlassen, um lieber mit Freunden eine Singrunde zu machen, habe meine Abiparty damit verbracht, im Wald eine Schnitzeljagdstation für einen Pfadfinderstamm aufzubauen, und habe mir gedacht, "wie schön, daß ich ohne diesen Tanzschulmist leben kann."

    Dadurch bin ich natürlich ziemlich früh in das "diese Fremden sehen alle gleich aus"-Dilemma gelaufen, in denen Leute versuchen, alle, die nicht so sind wie sie und ihre Freunde als zwanghafte Konformisten zu betrachten. Was eine Bestätigung meiner Einschätzung war, daß Nonkonformismus eine paradoxe Tugend ist, und die beste Art, mit dem Paradox umzugehen ist, es sich egal sein zu lassen.

    Ich brauche auch ziemlich viel Regenerationszeit, wenn ich mit vielen Menschen zusammen war, und manchmal bin ich vielen Menschen einfach nicht gewachsen. Muß ich aber meistens auch nicht -- ich plane so, daß ich gehen kann, wenn ich will. Zu Fuß heimgehen oder allein heimradeln finde ich auch einen sehr guten Klarspüler für den Kopf!
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Anders sein

    Hallo,

    ich denke hier werden sehr unterschiedliche Formen von "sich fremd fühlen" zusammen geworfen.
    Man kann aus einem anderen Kulturkreis kommen, womöglich gepaart mit einer anderen Muttersprache, und dann ist man wirklich fremd.
    Wer nur anders tickt, der hat wenigstens die Chance, Gleichgesinnte zu finden, Akzeptanz zu bekommen, nach Aussen hin nicht aufzufallen, und das ist erheblich einfacher.

    Ich habe mit 13 die Erfahrung gemacht, ein Jahr in USA zu sein, das war 1984, als noch kalter Krieg war.
    Meine Eltern hatten diese "tolle" Idee, mein Vater konnte dort arbeiten für ein Jahr, das war ein Austauschprojekt von der Uni an der er Prof war.
    Ich also aus meinem Umfeld heraus gerissen. FRemdes Land, fremde Sprache die ich kaum konnte, fremde Schule.
    Es gab wirklich niemanden mit dem ich reden konnte, nur meine Eltern die aber ganz anders beschäftigt waren.
    Dieses Jahr hat mich sehr geprägt und ich denke, ich weiss ungefähr, was es bedeutet einsam zu sein, denn in diesem Jahr hatte ich nicht eine Freundin. Alle Kinder in der Schule haben mich komisch angeschaut, ich wurde gehänselt weil ich so komisch englisch sprach und kaum etwas verstand.
    Ich war sehr schüchtern und noch sehr kindlich, während die Mädchen dort alle schon geschminkt waren und sich wie kleine Damen gaben.
    Beine rasieren , das gab es damals in Deutschland noch nicht, ich war also eklig, im Sport lachten mich die Mädchen aus...Aber da ich anders geprägt war, kam ich komischerweise gar nicht auf die Idee die Haare auch abzurasieren.
    Ich kam nachmittags nach Hause von der Schule und schrieb Briefe...skypen oder gar telefonieren mit Freundinnen aus Deutschland, das gab es nicht! Immer wenn ein Brief kam nach ca. 2 Wochen von einer Freundin, lebte ich auf. Ich lebte für diese Briefe, die per Luftpost versandt wurden und lange unterwegs waren.
    Wir hatten auch kein Geld, da mein Vater aus Deutschland weiter sein Gehalt bezog und der Dollar unglaublich niedrig war, sodass unser Geld nicht reichte, und statt mir vernünftige Klamotten zu kaufen musste ich die Second-Hand Jacken anziehen die mir viel zu groß waren, meine Eltern aber investierten in die Rundreise durch die USA im Anschluss an unser Jahr.
    Ich hatte das ganze Jahr das Gefühl , in einem Glaskokon zu leben, und habe sehr gelitten, jeden Tag.
    Das kann man kaum beschreiben.
    Ich fühle deshalb sehr mit Kindern, die aus einem anderen Land kommen und dann hier in die Schule gehen müssen. Fremd sein kann furchtbar sein.
    Das Gefühl, im Land zu sein, in dem man geboren wurde, das ist ein ganz besonderes Gefühl, ein sehr stärkendes, weil man alles versteht, die Menschen versteht, die Kultur kennt...
    Und trotzdem sind Menschen einsam...vielleicht hilft da ja mal ein Auslandsjahr. Dann weiss man wieder, wie nah man den Menschen hier ist.

    Liebe Grüße
    Jolanda

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