Sicher, weil wir ja unsere Entscheidungen in sehr viel Bereichen treffen und sich unsere gesamte Persönlichkeit aus verschiedensten Mosaiksteinchen zusammensetzt, und so unterscheidet sich natürlich jeder vom anderen.
Dennoch gibt es einfach Menschen, die größere Überschneidungen mit vielen anderen haben, und andere haben diese Überschneidungen eben in geringerem Umfang oder einfach mit weniger Menschen.
Wenn ich mir das Fernsehprogramm oder Urlaubsverhalten anschaue scheint mir der Gedanke, es gäbe sowas wie eine Masse nicht, eher unvorstellbar.
Ich würde gern die Frage in die Runde stellen, ob das tatsächlich jeder kennt, dieses Gefühl sich anders zu fühlen, und zwar nicht im positiven Sinne??
Wenn ich die Diskussion hier verfolge dann scheint es mir eher so zu sein, dass (wie sehr oft) Leute, die das Gefühl des Falsch/Anderssein von sich selbst eben überhaupt nicht kennen davon schreiben, dass das doch ganz normal wäre.![]()
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Thema: Anders sein
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31.07.2016, 16:29Inaktiver User
AW: Anders sein
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31.07.2016, 16:31
AW: Anders sein
Finde ich nicht besser. "Mainstream" ist das, was gerade weitgehend als normal und angemessen emfpunden wird -- auch von Leuten, die keine Lust haben, es selber zu machen. Das kann ganz weit vom Durchschnitt weg sein. Man denke an die aussterbenden typischen Beschäftigungsverhältnisse oder Familienkonstellationen. "Angepaßt" impliziert eine Aktion, etwas, das man tut ("sich anpassen").
Ich habe mir immer die Gruppen gesucht oder gemacht, wo die Leute eben in ähnlicher Art und Weise nicht dem Lehrbuchfall entsprachen wie ich. Das ist ein sehr lohnendes Projekt, denn man hat so richtig Gemeinsamkeiten: Nicht nur ein Hobby, eine Präferenz, eine Eigenart, sondern auch die gemeinsame Erfahrung, wie die Umwelt darauf reagiert. Das verbindet enorm, da fallen kleine, auch in der Gruppe nicht so verbreitete Andersartigkeiten wie ein Sprachfehler, ein eigenwilliger Modegeschmack, eine etwas zu direkte Art, ... gar nicht mehr so ins Gewicht. Eine "Referenzgruppe" von 5 Leuten hat eine schöne Größe, wenn man nur mit etwa 15 Leuten zu tun hat, die direkt für einen relevant sind.
Hm, jetzt frage ich mich, ob mein "ich bin seltsam und falle ständig auf und ecke an", mir vielleicht einen Freibrief oder sogar einen Schubs gegeben hat, "Anderssein" zu betonen -- nur schüchtern zu sein, schlecht zu reden, sich keine Gesichter merken zu können, und schlechte Augen zu haben, ist nur lästig, aber all das und obendrein ein riesiger Nerd zu sein, ist eine Identität, damit kann man arbeiten.
Ich hatte aber einen ganz, ganz großen Vorteil: Ein familiärer und sozialer Hintergrund, der in der Kleinstadt bedeutete, daß jeder, egal, wie sehr ich aneckte, allenfalls fand, daß ich "unmöglich" war, aber nicht, daß ich "hoffnungslos" (im Sinne von "das arme Kind kann nicht anders") war. Andere mit den gleichen Marotten würden abgeschrieben. In der Oberschicht ist man exzentrisch, in der Mittelschicht seltsam, in der Unterschicht sozialisationsgeschädigt...
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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31.07.2016, 16:37
AW: Anders sein
Ich kenne das Gefühl sehr gut. Und ich weiß, dass die Versuchung groß ist, sich, um diesen Schmerz zu kompensieren und sein Selbstwertgefühl zu erhalten, von der Masse abgrenzen zu wollen.
Ich denke, dass eine "Massse", eine Gruppe einen eigenen Charakter entwickeln kann und quasi wie eine Person abstraft, wenn ein Individuum den jeweiligen geltenden Regeln oder Normen nicht entspricht.
Und je nachdem, wie sehr diese Regeln von den Einzelnen verinnerlicht wurde, desto mehr ähneln sie der Gruppe.
Dennoch dürfte in jedem Einzelnen ein mehr oder weniger großer anteil Andersartigkeit sein.
Und wie groß oder dominant muss dieser Anteil sein, damit man sagen kann: ich bin anders als die Anderen?
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31.07.2016, 16:55Inaktiver User
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31.07.2016, 16:56Inaktiver User
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31.07.2016, 16:57Inaktiver User
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31.07.2016, 17:01Inaktiver User
AW: Anders sein
Ich hab gar nichts interpretiert, ich hab ja erstmal danach gefragt.
Jedenfalls kenne ich durchaus Menschen, die das Gefühl so nicht kennen und sich nie als irgendwie seltsam empfunden haben, sondern als genau richtig und prima so wie sie sind.
Auch Horus hab ich so verstanden, dass sie sich selbst noch nie irgendwie in Frage gestellt hätte?
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31.07.2016, 17:05Inaktiver User
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31.07.2016, 17:06
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31.07.2016, 17:07Inaktiver User




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