Ich bin so genervt von mir selber, weil ich total feige bin.
Im Job kann ich auch souverän unbequeme Entscheidungen treffen und / oder diese nach außen vertreten.
Wenn es darum geht, etwas für andere zu tun, fällt mir das auch nicht schwer.
Aber kaum geht es um mein Verhalten oder darum, etwas für mich zu wollen, mutiere ich zum kleinen weißen Kaninchen, das vor der Schlage hockt und sich nicht traut, sich zu bewegen.
Ich stehe mir selber im Weg und komme mit der Küchen-Psychologie „ dann geh doch einfach einen Schritt beiseite“ nicht weiter. In der Theorie klappt alles, in der Praxis versage ich dann wieder.
Es fängt bei Kleinigkeiten an:
- allein in der Buchhandlung anzurufen und ein Buch für mich zu bestellen, wird zum Balanceakt zwischen Wollen und Können. Irgendwann rufe ich dann an und halte mich hinterher für komplett bescheuert, weil ich so einen inneren Affentanz veranstaltet habe für nichts. Nur weil da immer die Stimme im Hinterkopf mahnt „man hat nichts zu wollen“.
Der Witz am Ganzen: ist es für ein Geschenk für jemand anderen, rufe ich einfach an. Wie blöd ist das?!
- beim Friseur ist das Wasser zu warm. Ich trau mich aber nicht, etwas zu sagen und sitze lieber da wie ein Brühwürstchen… Und wieder die Stimme im Hinterkopf „jammer nicht rum, man muss auch mal was aushalten“.
Bekloppt? Aber wie, so im Nachhinein. Würde ich nächstes Mal etwas sagen? Zu 99,99 % nein…
Aktuell würde ich gern einen Kurs in Selbstverteidigung besuchen. Da niemand aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis mit will, hab ich mich tatsächlich mal getraut, hinzugehen.
Ich bin allerdings erstmal 10 min vor der Tür hin und her getigert, hab mich aber doch überwunden.
Die Trainer waren sehr nett, die Teilnehmerinnen ebenso.
Das Training hat richtig viel Spaß gemacht – hätte noch mehr Spaß gemacht, wenn ich mir mal etwas zutrauen würde.
Richtig draufhauen? Ging nicht, ich schlage wie ein Mädchen…
Noch schlimmer: richtig anbrüllen, wie gefordert? Statt eines HAAAAAAAAAAAAAA kommt bei mir ein Hauchen. „ha“. Sehr beeindruckend. Nicht mal das krieg ich hin.
Alle, selbst die 13 jährigen, brüllen und schlagen und treten wie im Kino und vor mir erschreckt sich nicht mal ein Gänseblümchen.
Ausgerechnet an dem Tag war auch die Presse da. „Stört es wen, wenn ich filme?“ Alle: „Nöööö!“ Ich fand‘s nicht toll, aber: die Spaßbremse geben wollte ich dann doch nicht. Auf den Aufnahmen sehe ich genauso aus, wie ich mich gefühlt hab: plump, behäbig und unsportlich. Leise. Trampelig.
Immerhin stimmen Innen- und Außenbild überein.
Eigentlich würde ich gern wieder hingehen – seit dreieinhalb Wochen schon – aber ich trau mich so gar nicht mehr.
Weil der Gedanke, dass die sich schon gruseln, da jetzt wieder die plumpe, leise Tante, die es eh nicht lernt, kommt und sich einer opfern muss, sich um sie zu kümmern, mich dazu bringt, mich daheim über meine feige Art zu ärgern.
Ich würde gern diese Feigheit überwinden. Nur mit „mach doch einfach, geh einfach hin“ ist es halt nicht getan. Wäre das so einfach für mich, würde ich hier nicht rumjammern.
Hat jemand eine Idee, oder war selber zu feige für dies und das, und hat das überwunden?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 30
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26.07.2016, 11:36
Ich bin total feige - wie überwinden?
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26.07.2016, 13:06
AW: Ich bin total feige - wie überwinden?
Hallo, liebe Honigeis,
erstmal herzlichen Glückwunsch, dass Du zum SV Kurs hingegangen bist. Das finde ich klasse.
Ich weiss nicht so ganz genau, was ich Dir raten könnte, denn mein Impuls war auch erstmal zu sagen " Dann geh doch einfach wieder hin! Is doch nix dabei!".
Was für mich nicht ganz zusammenpasst, ist, dass Du im Job souverän sein kannst und dann im Privaten das (sorry) Mäuschen bist. Woher kommt das? Bist Du oft zurückgewiesen oder ausgelacht worden? Bist Du oft schon für Deine Entscheidungen gerügt oder kritisiert worden? Woher kommt die Unsicherheit bei Dir?
Ich würde mal vermuten (aber: ich bin keine Psychologin, nicht mal ne Küchenpsychologin...) dass Du mit viel viel Übung selbstsicherer wirst. Ob Du das alleine hinbekommen wirst, weiss ich nicht vielleicht brauchst Du etwas Hilfe, einen "Schubs" von aussen. Versuch doch mit einer Psychologin diese Thematik anzugehen. Vielleicht klappt es auch, wenn Du Dir selber jeden Tag kleine Aufgaben stellst.
Dir steht Deine Selbstwahrnehmung im Weg...Die anderen schauen viiiiiiieeeel weniger auf Dich und Deine Unsicherheiten als du meinst.
Die Sache mit dem Schreien beim SV-Kurs, zB. Das ist was Ungewohntes und kostet (je nach Temperament) viel Überwindung. Man kommt sich blöd vor, man weiss gar nicht, wie es wirkt, und was da überhaupt für Laute rauskommen, wenn man plötzlich so laut schreit. Man denkt, alle (!!!!) anderen hören da jetzt genau hin und finden es wahrscheinlich komisch und ich blamier mich bis auf die Knochen.
Ich kann Dich beruhigen: Die meisten kommen sich da blöde vor, und interessieren tut es aber ausnahmslos keinen, wer da wie rumbrüllt. Ich weiss das aus Erfahrung und ich mach das ganze schon eine zeitlang
Bei mir war es am Anfang ähnlich, irgendwann hab ich mir aber gedacht, bei den anderen hört es sich doch auch nicht besser an, warum sollte ich da jetzt die große Ausnahme sein??? Da musst Du nur einen klitzekleinen Schalter in Deiner Denkweise umlegen.
Es ist natürlich blöd wenn das bei den ersten Versuchen gleich gefilmt wird, aber was solls....
Die meisten SV-Kurse werden von Kampfsportvereinen oder -schulen angeboten. Und mein wirklich überzeugter Rat an Dich ist: melde Dich da an! (also zum regulären Training) Du wirst nur profitieren davon. Es ist absolut egal, ob Du Judo,Jiu-Jitsu, Aikido, Tae-kwon-do oder Karate machen wirst, es wird Dich so dermassen voranbringen in deiner Entwicklung.
Es wird Dein Selbstvertrauen stärken und Dein selbstbewusstes Auftreten fördern. Deine Selbstwahrnehmung wird gestärkt werden. (indem Du zB Übungen mit dem Partner machst, und dabei promptes Feedback bekommst, oder dieses auch geben musst).
Und was ich ganz wichtig finde: In den asiatischen Kampfsportarten wird allergrößter Wert auf Höflichkeit und Respekt gelegt. Das gehört zur Etikette und den Grundregeln.Keiner wird ausgelacht, wenn er was nicht kann oder nicht gleich kapiert. Wenn man schon alles könnte, bräuchte man ja dieses Training nicht.. keiner "opfert sich" um Dir was zu zeigen und keiner sieht in Dir die "plumpe, unbewegliche Tante". Jeder von denen hat mal klein angefangen!
Und je länger Du trainieren wirst, desto mehr wirst Du Dir auch zutrauen. Believe me!!
Also...Hausaufgabe: zum nächsten SV-Kurs wieder hingehen UND nach einem Aufnahmeformular fragen!!Geändert von fairysister (26.07.2016 um 13:15 Uhr)
life's a beach
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26.07.2016, 13:07
AW: Ich bin total feige - wie überwinden?
. doppelt
Geändert von fairysister (26.07.2016 um 13:12 Uhr)
life's a beach
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26.07.2016, 17:57
AW: Ich bin total feige - wie überwinden?
Danke fairysister

Ja, beruflich fühle ich mich sicher in dem was ich mache, da hat aber auch nie einer gezweifelt, ich könnte das nicht. Da ist mein Motto eher: Erfolg kommt nur durch eins: einfach machen.
Einfach machen... Wenn das sonst auch so einfach wäre, wie es klingt. Morgens nehme ich es mir vor, je näher der Zeitpunkt kommt, umso weniger traue ich mich und im Endeffekt sitze ich zu Hause und weiß: wieder versagt.
Gelacht hat keiner, und selbst wenn wäre das ja nicht mal schlimm. Alle waren wirklich nett. Nur dieses blöde Gefühl, die hätten viel mehr Spaß ohne so eine Gurke in der Gruppe…
Jahrelang geübtes Verhalten würde ich sagen: man ist nicht laut, man fällt nicht auf, man fällt keinem zur Last.
Und jahrelang eingetrichtertes „Das kannst du sowieso nicht, also lass es lieber“, erst durch Eltern, dann durch Exmann.
So, gleich könnte ich theoretisch zum Kurs – und ich weiß jetzt schon, das mache ich nicht.
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26.07.2016, 19:11
AW: Ich bin total feige - wie überwinden?
Es ist so eine Sache mit unseren Verhaltensmustern. Irgendwann haben wir sie mal erlernt. Du beschreibst ja schön, wie deine Eltern und dein Ex dir diesen Ich-bin-feige-Mist eingeredet haben. Das Blöde ist, dass du diese Botschaften tief in deinem Inneren als "Wahrheit" abgespeichert hast. Als Kind hat man auch keine andere Wahl als das, was einem die Eltern sagen, als Wahrheit zu übernehmen.
Was ich dir allerdings sagen kann ist, dass du durch so selbsthypnotische Sätze wie "Ich bin total feige", "Ich gehe ja eh nicht hin" oder "Ich schaffe das nicht" dir immer wieder selbst den "Auftrag" erteilst, feige und ängstlich zu sein. Du bekommst ja mit, wenn du dir das immer wieder selber sagst
.
Aus dieser Falle musst du raus. Rede mit dir, wie mit einer lieben Freundin. Der würdest du auch gut zureden und ihr nicht jedes Mal vor die Nase halten, wie feige sie doch sei. Was du ja auch definitiv nicht bist, denn das stellst du ja im Job tagtäglich unter Beweis.
Es gibt da so `ne nette Türklinkenübung (solltest man über mindestens 7 Wochen regelmäßig machen): Jedes Mal wenn du eine Tür öffnen möchtest und dafür die Klinke in die Hand nimmst, hältst du ganz kurz inne und sagst dir (laut oder leise, je nachdem ob du zuhause oder sonstwo bist) "Ich bin mutig". Selbstsuggestion funktioniert nämlich auch im Positiven
Man wandelt nur das, was man annimmt.
C.G. Jung
Nein ist ein ganzer Satz.
Keine Ahnung von wem
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26.07.2016, 20:25
AW: Ich bin total feige - wie überwinden?
Hallo Honigeis,
was Beklamo schreibt, kann ich nur unterstreichen!
Du hast deine Glaubensmuster entwickelt aufgrund der Aussagen deiner Nächsten. Das prägt. Dann ist es quasi wie eine selbsterfüllende Prophezeiung, dass du so (ich drücke es mal schöner aus) sanft bist, wie in dem SV Kurs. Du sagst es dir innerlich sicherlich jeden Tag mehr als 20mal unbewusst. 'Boar, schon wieder nicht mutig gewesen.' In deinen Worten.
Daher ist die Idee mit der Türklinke gut! Such dir Sätze, was du an dir magst oder so. Du bist entscheidungsfreudig und couragiert. Du kannst es sein auf der Arbeit, also hast du die Charaktereigenschaft!
Vielleicht kannst du dir kleine Zettel in deiner Wohnung aufhängen, dahin, wo du oft hinschaust und sie automatisch liest? So dass du daran erinnert wirst. Natürlich fühlt es sich erstmal wie eine Lüge an, aber es wird,
Ich kenne das echt gut. Ich muss mir von meiner Idee mal was abschneiden
, denn auch ich habe einen sehr tief sitzenden Glaubenssatz, der mich daran hindert, gewisse schädliche Verhaltensweisen zu lassen. Er heißt: Ich schaffe das eh nicht. Ich bin ein Versager. (was das anbetrifft). Ansonsten schaffe ich viel und bin gut! Muss mal überlegen, was ich dadrauf schreibe oder mir sage, was gut für mich klingt. So musst auch du das machen, wenn du eine Suggestion entwirfst. Die Formulierung muss für dich passen!
LG
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26.07.2016, 21:20Inaktiver User
AW: Ich bin total feige - wie überwinden?
Ich glaube nicht, dass du feige bist.
Ich sehe bei dir vielmehr die tiefe Überzeugung, dass du es nicht wert bist, gut behandelt zu werden - nicht mal von dir selber!
Vielleicht könntest du das üben, indem du dir bewusst sagst "ich möchte xy. Ich darf das. Ich gönne mir das. Ich bin mir das wert".
Xy= Buch kaufen, Kurs besuchen, nein sagen beim Filmen, etc
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27.07.2016, 08:06Inaktiver User
AW: Ich bin total feige - wie überwinden?
Guten Morgen!
Ich sehe hier auch keine Feigheit. Eher einen Fall für die Suggestion "ich bin es mir selbst wert".
1) Es ist ALLEN Menschen unangenehm, Telefonate mit Dienstleistern zu führen, wenn es sie selbst betrifft. Manche haben es sich nur sehr erfolgreich abtrainiert. Man kennt die Scherereien, die entstehen können, man muß seine Bedürfnisse vertreten (und kann niemand anders vorschicken), man hängt vielleicht in der Warteschleife, manchmal sind Dienstleister genervt... Für andere Leute / auf Arbeit ist das viel leichter. Zum einen muß man dabei nicht so laut "ICH" schreien (es ist ja für andere), zum anderen treffen einen eventuelle negative Konsequenzen nicht selbst. So weit - so normal.
Das gleiche gilt für neue Situationen. Es kostet alle Menschen eine gewisse Überwindung, einer neuen Sportgruppe beizutreten. Der erste Tag im neuen Job ist auch für alle aufregend. Auch hier gilt: je häufiger man eine Situation erlebt, sich ihr aussetzt bzw. sie aktiv gestaltet, desto leichter wird es, desto kleiner die Überwindung, desto mehr positive Erfahrungswerte hat man auch gesammelt, desto mehr positive Erwartungen begleiten also die Situation und übertönen die negativen Erwartungen und Ängste.
Also: fake it, till you make it.
Und, ganz wichtig: Du hast doch schon genug negative Glaubenssätze - binde Dir nicht auch noch "Ich bin feiger als andere, alle anderen bekommen das ohne Probleme hin" ans Bein. Stimmt nicht. Versuch es mal mit: "Den anderen geht es nicht anders als mir." --> "Ich bin genauso gut wie sie."
2) Über den Punkt der Überwindung von ganz normalen Hemmungen und Ängsten hinweg scheint mir bei Dir aber der Kern gar nicht dort zu liegen, sondern Dein Thema scheint: für Dich selbst einstehen, es Dir selbst wert sein, Deine Ansprüche vertreten, nett zu Dir zu sein, Dich nicht selbst ständig zu kritisieren, Deine Ängste anzuerkennen, Dich selbst mal in den Arm zu nehmen. Auch das übt sich! Sei nett zu Dir in Gedanken und Worten - und dann setze Dich für Deine Bedürfnisse auch in der Interaktion mit Deinem Umfeld und anderen Menschen ein. Und wenn Du dabei Hemmungen hast und es nicht immer hinbekommst: siehe Punkt 1! Erlaube Dir, schwach zu sein und einfach mal nur auf den Arm zu wollen! Das ist okay! Bis zu einem gewissen Grad ist auch Selbstmitleid sehr gesund.
Und zuletzt: weißt Du, wie viele Menschen einfach nichts sagen bzgl. Wassertemperatur beim Friseur? So besonders bist Du eben auch nicht.
Liebe Grüße
Sin
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27.07.2016, 09:16
AW: Ich bin total feige - wie überwinden?
ich finde dich nicht feige, allein die Aktion mit dem Selbstverteidigungskurs ist mehr als sich sehr viele Leute trauen. Es gibt heutzutage so viele, vor allem Frauen, die allein praktisch gar nix (mehr) machen.

Ich lese bei dir auch eher ein Selbstwertproblem. Du scheinst es verinnerlicht zu haben, dich selbst klein -und das was du machst, scheixxe zu reden. Aber das lässt sich auch wieder umdrehen. Ein paar Tipps wurden ja schon geschrieben.
Zu den Dienstleistungen: vielleicht hilfts dir, wenn du dir denkst, dass du selbst in der Position dieser Dienstleister froh wärst, wenn der Kunde klar sagt, was er will. Das macht das Arbeiten leichter.
Zu dem nicht zuhauen oder schreien können: dafür gibts ja solche Kurse, um das zu lernen. Die Trainer kennen das, vor denen brauchst du dich nicht zu schämen. Allein die Tatsache, dass es dir trotzdem Spaß gemacht hat und du gerne wieder hingehen würdest, zählt.
Das mit dem Filmen ist zwar jetzt schon vorbei, aber grundsätzlich ist es kein Problem, wenn du sagst, dass du nicht auf den Bildern sein willst. Deswegen fragen die ja. d.h. du bist dann keine Spaßbremse, sondern hilfst den Filmern nur beim Selektieren.
Alles in allem machst du doch prima Sachen, nur erkennst du dir das nicht an. Das zu lernen kannst du auch mit einer Schreibübung unterstützen, indem du jeden Abend z.b. 3 oder 5 Dinge aufschreibst, die du heute gut gemacht hast. Damit lenkst du deinen Blick mal in eine andere Richtung.
Und klopf dir innerlich immer wieder mal auf die Schulter, wenn du was gemacht hast. Egal wie sehr du davor rumgeeiert bist. Das zählt nicht, das tun wir alle mal. Dass du dich durch das Rumgeeier durchgebissen hast, das zählt. Und das tust du ja regelmäßig, und das ist alles andere als feige.
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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27.07.2016, 12:11
AW: Ich bin total feige - wie überwinden?
Alles, was hier geschrieben wurde, kann ich nur unterschreiben. Ich selbst habe mich vor allem im Post von OriginalSin wiedererkannt, aber alle hier haben meiner Meinung nach Recht: Du bist ueberhaupt nicht feige. Du bist nur zu unbarmherzig und "geizig" zu Dir selber. Und - wie Du selbst weisst - kann man das trainieren. Du machst das ja auch. Vielleicht koenntest Du es oefter und mit kleineren Dingen tun? (So wie die Tuerklinkenmeditation.)
Aber da Du ja gerne verantwortlich bist und auf Andere schaust, kannst Du Dich selbst vielleicht gerade da packen.
Ich erzaehl mal einen Schwank aus meinem Leben:
Als ich schwanger war, war ich einem Yogakurs. Nun war mir nicht nur irgendwann der Babybauch im Weg, ich hatte auch sehr weiche Baender und Sehnen. Kurz, ich konnte ich ganz viele Uebungen nicht oder nur mit Abwandlung mitmachen. Kein Problem fuer die Lehrerin, sie kam immer zu mir und zeigte mir Alternativen.
Irgendwann besprach ich mit ihr nach der Stunde, ob ich den Kurs lieber verlassen solle, weil ich soviel Extraaufmerksamkeit beanspruchte. Sie meinte, sie habe kein Problem damit. Ich zoegerte immer noch.
Da mischte sich eine andere Teilnehmerin ein und sagte: "So solltest Du nicht denken. Wenn Du es nicht selbst waerst, sondern jemand anderes: wuerdest Du da auch sagen, die nehmen zuviel Aufmerksamkeit in Anspruch?" Ich: "Nein, natuerlich nicht." Sie: "Aber wenn es bei Anderen kein Problem ist, warum sollte es bei Dir eins sein? Du musst aufpassen, wenn Du so denkst, denn wenn Du es Dir selbst nicht goennst, goennst Du es irgendwann vielleicht auch Anderen nicht."
Dass es ein logischer Widerspruch ist, fuer Dich selbst nicht zu tun, was Du fuer andere machst, weisst Du ja schon selber, liebe TE. Und nun nimm mal diesen Gedanken dazu: Um Deiner Grosszuegigkeit / Toleranz / Freundlichkeit (gegenueber Anderen) willen, musst Du auch nett zu Dir selbst sein.
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"Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".Maxi Gstettenbauer




, hab mich aber doch überwunden. 


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