Hallo Zusammen,
mein Ex hat vor kurzem mit seiner Freundin ein Kind bekommen.
Wir waren sechs Jahre zusammen und sind nun schon genauso lange getrennt und das Leben ging weiter, das ist ja klar. Aber ich vermisse ihn noch immer, unser altes Leben zusammen. Seitdem war ich nie wieder so "komplett", so "vollkommen".
Alles, was ich seitdem getan habe ist nur ein Abklatsch, nichts ist mehr so toll und ich nicht mehr so leicht und froh gewesen.
Dabei habe ich mich bewegt, habe viel getan. Und klar habe ich auch getrauert.
Oft denke ich nicht mehr an die Vergangenheit, nur ab und an. Und dann bin ich wieder so traurig, wie heute.
Er hatte mich verlassen. Ich habe ihn - uns - manchmal das Leben schwer gemacht, durch meine "Fehler". Ich war gelegentlich launisch, bin auch mal laut geworden aus Frust, habe nicht gerne mit seinen Freunden zu tun gehabt. Aber auf der anderen Seite habe ich ihn auch geliebt, viel getan und die meiste Zeit war vollkommen problembefreit und wir haben uns einfach gut verstanden.
Dann hat er sich neu verliebt und mich, die schlanke Blondine mit Zahlenjob, verlassen um mit ihr, einer attraktiven Dunkelhaarigen mit kreativen Job, zusammen zu sein. Und nun eine Familie zu haben.
Heute treibt mich einfach der Gedanke, dass nichts so bleibt, wie es momentan ist, um. Man kann das Leben nicht festhalten. Den Wandel kann man nicht stoppen und andere Menschen - egal wie nahe sie uns stehen oder standen - kann man nicht kontrollieren.
Man ist dem schutzlos ausgeliefert. Muss es hinnehmen. Kann seine Zukunft nicht erzwingen.
Ich habe erst sehr dagegen gearbeitet, wollte immer Einfluss nehmen, fast schon das Schicksal beeinflussen. Jetzt sehe ich es philosophischer. Bin bereit es hinzunehmen.
Trotzdem scheint mir, als ob irgendetwas in mir gestorben ist. Ich bin nicht mehr der Mensch, der ich mal war. Ich bin anders.
Und auch das tut mir weh. Auch deshalb bin ich traurig.
Wie seht ihr das? Kennt das jemand? Hatte ich einfach nur Pech oder bin melodramatisch?
Das musste jetzt einfach mal raus.
Noch einen sonnigen Sonntag![]()
Antworten
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Thema: Ich bin so traurig,
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24.07.2016, 13:51
Ich bin so traurig,
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24.07.2016, 14:00
AW: Ich bin so traurig,
Ich hab da erst mal ein paar Fragen:
Wie alt seid ihr beiden?
War er dein einziger Partner bisher oder gab es auch andere und wenn ja, gibt es einen Unterschied beim Trennungsschmerz?
Welche Verhaltensmuster/Überzeugungen hast du verändert, die zum Scheitern eurer Beziehung führten?
Wie gestaltest du deinen Alltag, vor allem dein Privatleben?
Wie hast du getrauert?Man wandelt nur das, was man annimmt.
C.G. Jung
Nein ist ein ganzer Satz.
Keine Ahnung von wem
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24.07.2016, 14:13
AW: Ich bin so traurig,
Oh je, das sind aber viele Fragen ;-)
Nein, ich hatte davor schon Partner. Allerdings nicht so lange und nicht so "intensiv" (Zusammenleben, Urlaube, Einander "kennen",...).
Welche Verhaltensmuster zur Trennung beigetragen haben, die ich nun abgelegt habe? Ich kommuniziere jetzt mehr, teile meine Erwartungen von Anfang an klar mit und lasse meine "Wut" nicht aufstauen, sondern sage direkt, wenn es mir nicht gut geht. Und rege mich nicht mehr so auf, wenn etwas "Kleines" schief geht, sehe vieles lockerer.
Meinen Alltag gestalte ich alleine und auch mit Freunden - ich brauche meine Auszeiten, vor allem, wenn es in der Arbeit hoch her geht. Die verbringe ich mit Lesen, Kochen, Filme sehen, Sport... Und treffe gerne Freunde zum Austausch, Kultur, Essen gehen, ... Intensive Hobbies habe ich nicht, mich interessieren eher viele "kleine" Dinge.
Getrauert habe ich - ich weiss nicht wie. Habe geweint, mit Freunden geredet, viel nachgedacht,... Ich weiss nicht, wie sonst noch. Hab den Verlust einfach wahr genommen, auch den Verlust der gemeinsamen Zukunft.
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24.07.2016, 14:54Inaktiver User
AW: Ich bin so traurig,
Wie alt bist du?
6 Jahre und noch immer traurig?
Wir verändern uns - täglich, jährlich....klar wäre schlimm wenn nicht...
Aber nach so langer Zeit hast du keinn anderen Partner gefunden den du so liebst?
Diese "mit ihm war ich komplett" verursacht bei mir Panik. Ich bin allein schon komplett! Allein perfekt!
Mit einem Mann zusammen bin ich glücklich, zufrieden, habe Spaß, etc. aber komplett? Nein.
Das klingt nach Symbiose, nach aneinanderkleben - für mich gruselig, mich würde das hindern statt mich wohl zu fühlen würde ich mich gefangen fühlen.
Liebe ist ein Kind der Freiheit
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24.07.2016, 15:01
AW: Ich bin so traurig,
Hallo Dharma,
nein, nicht die ganze Zeit traurig... aber heute zum Beispiel. Es kommt eben manchmal wieder hoch, die Erinnerung und die Traurigkeit.
Ich habe einen neuen Partner mit dem Vieles sogar leichter, freier, unkomplizierter oder eben reifer ist.
Trotzdem habe ich manchmal ein grosses nostalgisches Empfinden einer starken Sehnsucht nach dem Damals.
Klar, ich bin auch alleine komplett. Habe auch viel geschafft als ich Single war. Trotzdem empfinde ich eben heute so.
Vielleicht ist es auch so, dass es die "Unschuld" dieser Zeit das ist, was ich vermisse. Mein damaliges Leben und Empfinden, als die Zukunft noch rosig und diese Erfahrung der schmerzhaften Trennung war.
Das ist scheinbar eher schwer nachzuvollziehen?
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24.07.2016, 15:04
AW: Ich bin so traurig,
Ja, es ist ein Trauern um die gemeinsame Zukunft. Drum noch ein paar Fragen
:
Was hast du mit ihm in deiner freien Zeit gemacht, was du jetzt nicht mehr machst?
Wie stellst du dir deine Zukunft vor?
Kannst du dich auf dich selbst verlassen?
Bist du -wenn du auf die gemeinsame Zeit zurück blickst- nur traurig oder auch dankbar?Man wandelt nur das, was man annimmt.
C.G. Jung
Nein ist ein ganzer Satz.
Keine Ahnung von wem
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24.07.2016, 15:20
AW: Ich bin so traurig,
Oh je, wo willst Du denn hin mit diesen ganzen Fragen? ;-) Ich vermute, Du willst auf etwas ganz bestimmtes hinaus...
Also, ich antworte mal in Deiner Reihenfolge:
- Nichts, ich mache das Gleiche. Manches hat eine Zeit gedauert, bis ich einen neue Begleitung hatte oder so, aber im Prinzip mache ich das Gleiche. Aber nicht mehr mit ihm, seinen Sichtweisen und Ansichten, seinen Humor, ...
- Als Familie, hoffe ich derzeit zumindest. ;-) Genaue Vorstellungen fehlen mir irgendwie.
- Ja, voll und ganz kann ich mich auf mich verlasse. Auch wenn ich unvollkommen bin und manchmal Fehler mache. Aber ich verzeihe mir.
- Ja, beides. Ich bin auch dankbar. Es war aber sehr schwer, auch diesen Aspekt zu sehen - anfangs war ich gar nicht dankbar, empfand nur Trauer und Wut.
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24.07.2016, 15:49Inaktiver User
AW: Ich bin so traurig,
Könnte Deine Traurigkeit auch damit zusammenhängen, dass Dein jetziger Partner, auch wenn vieles leichter mit ihm ist (das macht Gefühle wiederum oft auch "leichter") nicht ganz der Richtige für Dich ist?
Er kommt kaum vor.
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24.07.2016, 16:58
AW: Ich bin so traurig,
Du scheinst durchaus mehr aus diesem Verlust gelernt zu haben, als dein Eingangsposting vermuten ließ
. Das ist ja erst Mal wunderbar!
Gibt es denn etwas, was du dir mit deinem Ex erträumt hast, was dir mit deinem jetzigen Partner nicht möglich scheint? Du erwähnst auch, dass dein Ex jetzt Vater wird. Inwieweit spielt das für dich eine Rolle?Man wandelt nur das, was man annimmt.
C.G. Jung
Nein ist ein ganzer Satz.
Keine Ahnung von wem
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24.07.2016, 18:50
AW: Ich bin so traurig,
Na ja, was ist denn der "Richtige"? Ich himmle ihn nicht so an, ich bin nicht so in ihn vernarrt, ich bin nicht mehr so absolut bereit, "alles" zu geben. Das kann jetzt anders klingen als es gemeint ist. Vielleicht achte ich auch mehr auf MICH, vielleicht ist es auch die "Lebenserfahrung" durch die Trennung - aber es ist schon anders.
KLar sehe ich meine Eigentanteile!
Aber ich sehe auch, dass es mein Ex und ich ZUSAMMEN waren, die alle guten und unguten Situationen geschaffen haben.
Und mit meinem jetzigen Partner ist vieles anders, weil ER anders ist - er reagiert anders, er handelt anders.... Deswegen ergeben sich vielleicht auch nicht dieselben Sitationen wie damals mit dem Ex.
Inwieweit ich wirklich anders bin - das weiss ich gar nicht.
Das mit dem Vaterwerden ist schon komisch... Sein Leben geht weiter, geht voran. Und meines? Eher nicht so.
Ich habe nach der Trennung viel mehr stagniert als er.
Brauchte sooooo lange, um mich wieder zu finden. Neue Ziele zu finden. Das war so anstrengend! Ich habe es fast nicht geschafft, die Leichtigkeit - die ich jetzt schon habe - zu erlangen.


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