Ein guter Gedanke deiner Therapeutin. Denn scheinbar hast du deinen Fokus vermehrt auf die Dinge gelegt, die du nicht magst. Damit du bessere Gefühle empfinden kannst, sind bessere Gedanken und positive Wahrnehmung wichtig. Wie oft erkennst du bewusst Gutes? Und wie lange praktizierst du das schon?
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23.07.2016, 00:13
AW: Selbstliebe empfinden lernen - Tipps und Erfahrungen
Man wandelt nur das, was man annimmt.
C.G. Jung
Nein ist ein ganzer Satz.
Keine Ahnung von wem
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23.07.2016, 02:10Inaktiver User
AW: Selbstliebe empfinden lernen - Tipps und Erfahrungen
Hallo!
Ja, kenne ich. Vor allem weiß ich, dass der Weg eher steinig ist, aber auch der definitiv richtige. - Und vielleicht auch der einzige, um irgendwann mal mit sich selbst zufrieden zu sein. Das dauert aber auch ein wenig. Aber es ist echt nie zu spät, um damit anzufangen.
Was mir geholfen hat:
Alles zulassen, gerade auch die Gefühle, tagsüber beobachten, selbst bei banalen Sachen wie an der Kasse im Supermarkt und wenn dann was seltsames hochkommt, im Nachhinein darüber reflektieren, woher das eigentlich kommt. Oft liegt es an irgendwelchen Dingen, die in der Vergangenheit liegen. Knöpfe, die gedrückt wurden.
Wahrzunehmen, welche Stimmen da in mir sind. Ich habe verschiedene ausmachen können. Eltern, Kind-Ich, Teenie-Ich, Ich-heute.
Mit Ich-heute habe ich die wenigsten Probleme. Diese Stimme tadelt zwar auch, aber vor allem, dass ich mich immer so fertigmache selber.
Habe versucht, die vernünftige Ich-heute Stimme etwas lauter zu drehen, wie beim Radio. Ist so ein Vorstellungsding. Weiß nicht, ob das bei Dir auch funktioniert. Bei mir hat es gedauert, aber es wird besser, von Tag zu Tag.
Und dann habe ich vor einiger Zeit angefangen, eine Art Videotagebuch zu führen. Echt erstaunlich, was ich dabei so entdeckt habe. Vor allem meine Reaktion darauf, auf das, was ich mir so erzähle. Sehr interessant. Ist aber nicht unbedingt für jeden was, denke ich. Mir hat es sehr geholfen. Insbesondere, weil ich spätestens beim Anschauen merke, was ich eigentlich wirklich "bin" (wann ich mich mag, wann ich traurig bin obwohl ich bei der Aufnahmen noch gar nicht war usw.) und wo ich mir selbst ggf. was vormache oder eine andere Stimme spricht.
Nicht zuletzt habe ich dadurch auch mein Äußeres ein wenig verändert und fühle mich jetzt viel wohler in mir. Stichwort Körperhaltung, Make-Up und Mimik.
Ist vielleicht ein eher untypischer Weg, aber ich möchte das einfach mal hier offenbaren, vielleicht liest es ja der ein oder andere, dem es auch hilft.
Alles Gute Dir!
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23.07.2016, 04:55
AW: Selbstliebe empfinden lernen - Tipps und Erfahrungen

[QUOTE=Inaktiver User;27377759]
Alles zulassen, gerade auch die Gefühle, tagsüber beobachten, selbst bei banalen Sachen wie an der Kasse im Supermarkt und wenn dann was seltsames hochkommt, im Nachhinein darüber reflektieren, woher das eigentlich kommt. Oft liegt es an irgendwelchen Dingen, die in der Vergangenheit liegen. Knöpfe, die gedrückt wurden.
/QUOTE]
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23.07.2016, 15:17
AW: Selbstliebe empfinden lernen - Tipps und Erfahrungen
Hallo Phaden,
Ja, werde bald 30 und habe keinen Partner mehr seit Samstag. Das tut nicht viel zur Sache. Der konnte mich nicht trösten, weil er nicht verstand und mich gefühlt hat.
Ich bin gar nicht soooo alleine, aber ich hole mir nicht einfach Trost. Von wem? Eine Freundin würde ich nicht fragen bzw. habe es gestern einer erzählt, aber was soll die dann sagen außer 'Tut mir leid. Kann ich was tun. Ich versteh dich.' Das bringt mir nichts...irgendwie. Vielleicht ist meine Vorstellung von dem Ergebnis von Trösten eine zu hohe? Ich möchte mich dann besser, ja am liebsten wieder sehr viel besser, fast gut fühlen. Das kenne ich nicht.
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23.07.2016, 15:28
AW: Selbstliebe empfinden lernen - Tipps und Erfahrungen
Hallo Barbara,
du kannst dich echt gut ausdrücken und hast gute Ansätze und Ideen!
Ich kenne dieses Bild. Aber ich kann es für mich nicht akzeptieren. Ich habe doch schließlich verstanden, wofür es da ist und warum ich es tu, aber dann muss ich auch Alternativen ausprobieren. Hmm, eigentlich habe ich das auch gemacht, nur kam ich nie so wirklich an meine Gefühle ran. Es ist schwierig zu fühlen und das Gefühl abends auszuhalten..
Ich schreibe oft auf, was ich fühle und denke von mir. In der Ich-Form. Und dabei passiert es aber, dass ich mich danach noch mehr hasse, weil ich mit dem SChreiben den Kritiker pushe und ihm zustimme. So kann die Übung ja nicht gemeint sein. Schreiben über mich, wie sehr ich mich verabscheue, führt eher zum Gegenteil und zum Fokus auf das Schlechte in mir.
Ich setze mir nur hohe Ziele
Anders kommt man im Leben nicht weiter
Das stimmt schon. Ich brauche so viel Kraft und Überwindung, überhaupt so etwas zu machen. Bei Sachen, das habe ich ja angefangen, die mir vielleicht Freude bereiten, ist es zumindest etwas einfacher. Ich habe irgendwie nicht so viel Kraft bw. vielleicht strenge ich mich bei allem unbewusst an, weil ich mich überwinden muss und irgendwann ist das Glas leer. Aber Recht hast du. Hab mir schon Übungen im Internet zusammengesucht. Nur wann ich die mache, weiß ich.
Naja, find ich schon. Mein Rettungsring ist echt nicht gut und den benutze ich schon viel zu lange...Wenn so meine Mutter am Anfang damit mal umgegangen wäre, das hätte gut getan.
Danke dir!!!
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23.07.2016, 15:33
AW: Selbstliebe empfinden lernen - Tipps und Erfahrungen
Hallo Beklamo,
Die Idee kam erst letzten Donnerstag, dass mir nicht unbedingt Entspannung fehlt, bzw auch, aber vor allem Freude. Praktizieren also seitdem. Ich versuche Dinge Zu MACHEN, die mir gut tun könnten bzw. mal anders sind, als der Alltagsbrei. Jetzt gleich treffe ich eine Freundin spontan im Park und wir spielen irgendein Ballspiel...hätte ich sonst nicht unbedingt gemacht, da ich echt geschlaucht bin udn schon heute eine andere Freundin getroffen habe.
Wie oft ich bewusst GUtes erkenne? Keine Ahnung. Dass etwas gut ist, erkenne ich schon, auch an mir, aber es kommt direkt: Ja, aber gegen deine scheiss Verhaltensweise ist das nichts. Die wiegt nichts auf und so richtig freuen kann ich mich dann oft noch nicht, weil im Hintergrund ist: Du bist aber ....und handelst immer noch so scheisse, obwohl du so viel weißt und schon erfahren hast... Du schaffst das nie.
Bin sehr nett zu mir
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23.07.2016, 15:39
AW: Selbstliebe empfinden lernen - Tipps und Erfahrungen
Hallo nachdenk,
der Ansatz mit dem Videotagebuch ist echt...da wäre ich nie drauf gekommen. Ich mag mich nciht gerne ansehen. Es würde wieder Überwindung kosten, wie alles in meinem Leben. Aber interessant ist es und naja, ich behalte es im Hinterkopf. Wer weiß?
Wie lässt du denn Gefühle zu? Bzw. drückst du sie irgendwie aus? Wie nimmst du sie wahr, bemerkst sie? Du machst das auch nur, wenn sie da sind, oder? Du gehst nicht extra in dich hinein, wenn du merkst, da kann was sein?! Denn irgendwas ist immer. Das wäre mir zu viel. Wenn sich was hochdrängt, ok, aber wie dann zulassen. Ich kann eben kaum mit diesem Selbstverachtungsding und mich nicht in mir wohl fühlen umgehen, es aushalten...schrecklich
Kannst du vielleicht mal Beispielsätze deiner Ichs aufschreiben? Vielleicht bekomm ich Anregung, wer da bei mir spricht. Vielleicht auch, woher - außer von meiner Mutter - der Kritiker kommt?!
LG
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23.07.2016, 15:48
AW: Selbstliebe empfinden lernen - Tipps und Erfahrungen
Das heißt, du stehst gerade am Anfang eines Veränderungsprozesses. Veränderungen brauchen Zeit. Schließlich machst du dich schon seit längerer Zeir selber fertig, da einen Gegenpol zu schaffen, braucht auch seine Zeit. Kann aber bei einer gewissen Kontinuität gelingen.
Kannst du sagen, worher du so Sätze wie "Du handelst immer so scheiße" und "Du schaffst das nie" kennst?Man wandelt nur das, was man annimmt.
C.G. Jung
Nein ist ein ganzer Satz.
Keine Ahnung von wem
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23.07.2016, 16:36
AW: Selbstliebe empfinden lernen - Tipps und Erfahrungen
Danke :-)
Wenn man mitten im Meer schwimmt, kann man haargenau verstehen, wie und warum man in die Bredouille gekommen ist... das ändert doch nichts daran, dass man einen Rettungsring oder ein Rettungsboot braucht.Ich kenne dieses Bild. Aber ich kann es für mich nicht akzeptieren. Ich habe doch schließlich verstanden, wofür es da ist und warum ich es tu, aber dann muss ich auch Alternativen ausprobieren.
Etwas zu verstehen im Sinne von "intellektuell durchschauen und formulieren" bedeutet eben nicht automatisch, dass man es dann auch ändern kann, oder dass es leicht ist, sich zu ändern.
Wenn es schwierig auszuhalten ist, bedeutet das nicht, dass du es fühlen kannst?Es ist schwierig zu fühlen und das Gefühl abends auszuhalten..
Wenn es "abends" - ich nehme an "wenn ich allein bin und der Abend sich lange lange lange erstreckt" schwierig ist, wie wäre es, sich unter Tag etwas Zeit zu nehmen - nur eine Minute, nur ein paar Sekunden - und zu sagen "ich erlaube mir jetzt zehn Sekunden lang mich zu fühlen." Zehn Sekunden können unter Umständen SEHR lang sein! Oder vielleicht auch nur fünf Sekunden. Eine Atemzug lang. - und dann gönnst du dir eine Pause, in der du dich vom Schrecken erholst.
Und macht es wieder, zu einem späteren Zeitpunkt.
Du könntest dich ja auch mal dazu entscheiden, dem Kritiker erst mal eine Seite lang freien Lauf zu lassen; und danach alle Argumente raussuchen, und sie entkräften. Eine Gegenstimme aufbauen und stärken.Ich schreibe oft auf, was ich fühle und denke von mir. In der Ich-Form. Und dabei passiert es aber, dass ich mich danach noch mehr hasse, weil ich mit dem SChreiben den Kritiker pushe und ihm zustimme.
Dem Kritiker freien Lauf zu lassen, und ihn anzuhören, bedeutet NICHT ihm zuzustimmen. Es bedeutet nur: ihn anhören. Feststellen, was er zu sagen hat. Mehr nicht.
Einen Kritiker zu haben ist ja nichts Schlechtes; der kann ja, in einem psychisch gesunden Menschen, zB sagen "Achtung an dieser Situation ist was nicht koscher, aufgepasst!" - das ist durchaus eine sehr wichtige, wertvolle Funktion. Bloss hat deiner sich leider etwas verrannt und übertreibt und verzerrt masslos. Der kann aber auch wieder lernen, realitätsgerecht zu warnen, dir zum Nutzen.
Solche Dinge haben sehr wohl Platz in der Übung, und ja, genau dafür ist sie gemeint: dass sich all diese Abscheu und der Hass und das Nörgeln auf diesem Papier ausbreitet (und nicht während dem wichtigen Vorstellungsgespräch ausbricht, oder während du ein Kind trösten willst, oder sonst etwas tust).So kann die Übung ja nicht gemeint sein. Schreiben über mich, wie sehr ich mich verabscheue, führt eher zum Gegenteil und zum Fokus auf das Schlechte in mir.
Schreiben, wie sehr du dich verabscheust, kann durchaus auch zu weiteren Fragen führen: ist das wirklich wahr? Gibt es womöglich Aspekte in mir, die das anders sehen? Hab ich vielleicht einen innern Schutzengel, und was erzählt der? oder einen innern mutigen Löwen? einen inneren Buchhalter? - was sagen die alle? - Mit der Zeit kann's sogar dazu führen, dass du über dich selbst und den Kritiker lachen lernst, weil das wirklich allzu absurd ist, was der alles rauslässt.
Dann wäre womöglich ein Ansatz, in die andere Richtung zu gehen, und Dinge, die du bisher regelmässig machst, NICHT mehr zu machen.Ich brauche so viel Kraft und Überwindung, überhaupt so etwas zu machen.
das ist ja gut dass du das weisstHab mir schon Übungen im Internet zusammengesucht. Nur wann ich die mache, weiß ich.
Freud lässt grüssen.
eine Regelmässigkeit ist empfehlenswert; täglich eine Minute ist bessser als einmal pro Woche eine Stunde. Viele Dinge kann man auch gut während Wartezeiten machen, an der Schlange vor der Kasse, in Zeiten, wo man eh sonst auch nichts besonderes zu tun hat.
Du benutzt den Rettungsring, weil du mitten im Meer schwimmst und ertrinken würdest ohne. Nicht der Rettungsring ist das Problem, sondern deine Situation mitten im Meer!Naja, find ich schon. Mein Rettungsring ist echt nicht gut und den benutze ich schon viel zu lange...
gruss, barbara
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24.07.2016, 13:25Inaktiver User
AW: Selbstliebe empfinden lernen - Tipps und Erfahrungen
Ganz genau. Und das habe ich bereits lange vor den Videos gemacht.Du könntest dich ja auch mal dazu entscheiden, dem Kritiker erst mal eine Seite lang freien Lauf zu lassen; und danach alle Argumente raussuchen, und sie entkräften. Eine Gegenstimme aufbauen und stärken.(!!!)
Dem Kritiker freien Lauf zu lassen, und ihn anzuhören, bedeutet NICHT ihm zuzustimmen. Es bedeutet nur: ihn anhören. Feststellen, was er zu sagen hat. Mehr nicht.
Ja, das mit den Videos ... - es war bzw. ist auch für mich immer noch seltsam. Habe mit dem Handy angefangen, ganz kleiner Bildschirm, weit weg ... mittlerweile nutze ich den Laptop. Habe mich also langsam rangetastet.
Ich finde und fand es insbesondere heilsam, mal die ganzen schlechten Gedanken rauszulassen und mir dann anzugucken, was ich mir eigentlich sage bzw. antu. Hat was von Schocktherapie, genauso habe ich aber gemerkt, dass ICH das eigentlich nicht bin. Die Gegenargumente, Gegenstimme, kam von ganz alleine, quasi als Impuls in diesem Moment des Ansehens ... Auch wenn ich es bin ... aber es ist ein anderer Teil von mir, dem ich dadurch sehr viel Aufmerksamkeit und Liebe schenke, eben das, was ihm noch fehlt.
Muss aber auch sagen, dass ich die Gegenstimme schon einige Zeit trainiert hatte.
Beispielsätze.
Nun, das ist nicht so einfach, auch, weil ich nicht zu persönlich werden will. Aber mein Kind-Ich ist z.B. sehr traurig, sehr unsicher, schüchtern, scheu ... aber trotzdem "lieb", also es würde mich nicht beschimpfen, ist aber auch mal bockig "Ich will das nicht!" - Fast wie ein richtiges Kind.
Das Teenie-Ich ist hingegen sehr destruktiv, depressiv, selbstverletzend ... meinen Hass, den ich entwickelt habe, stammt aus dieser Zeit. Aber das Teenie-Ich ist auch sehr stark, ein wenig zu stark, wenn Du mich fragst.
Ich bin diesen Stimmen durch Glaubenssätze auf die Spur gekommen. Also Grundüberzeugungen, die man irgendwann mal von seinen Eltern oder ganz von alleine erlangt hat. Dazu gibt es hilfreiche Übungen im Netz. Einfach mal googeln.
Es ist auch nicht so, dass ich die Stimmen immer voneinander zu unterscheiden weiß. Es war eher so ein Zusammentragen der Dinge, die in mir sind. Ich analysiere jetzt auch nicht bei jedem Gedanken, woher er kommt. Aber das hat mir geholfen, meine eigene Stimme besser wahrzunehmen. - Vor allem über die Erkenntnis: "So ist das doch eigentlich gar nicht". Womit wir wieder bei der Gegenstimme wären. Oder vielleicht eben der "eigenen Stimme".
Emotionen.
Ja, du hast Recht, es ist immer etwas da. Ich probiere, dann einfach bewusst in die Emotion hineinzuatmen, mich also nicht zu verkrampfen. Wie ich das merke? Keine Ahnung. Mal merke ich es, mal nicht. Find´s aber immer gut, wenn ich es merke und bestärke mich selbst darin.
Du scheinst noch am Anfang dieses Prozesses zu stehen. Pick Dir einfach das raus, was Dir angenehm erscheint. Auch das ist eine Form von Selbstliebe.Geändert von Inaktiver User (24.07.2016 um 13:45 Uhr)



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