Hallo!
Habe noch überlegt, ob ich die Frage nicht doch lieber ins Forum Spiritualität stellen soll, aber da es sich um etwas sehr persönliches handelt - und dieses Forum mehr Zugriff hat - probiere ich es erstmal hier. Ansonsten, liebe Mods, gerne verschieben.
Ja, wie der Titel schon sagt, wüsste ich gerne, ob und welche Methoden es gibt, um sich selbst von anderen Menschen (Ansprüchen, Emotionen, Aussagen) besser abzugrenzen. Oder möglicherweise ist das Abgrenzen schon eine Methode davon, sich selber etwas wichtiger zu nehmen, als die anderen, was ja wiederum dazu führt, dass man eben bei sich bleibt und nicht wie ein Fähnlein im Winde hin und herschwingt.
Ist sehr allgemein alles, ich weiß. Etwas konkreter: Ich bin ein empatischer Mensch und habe leider zu oft das Gefühl, dass ich mich von anderen irgendwie emotional "überwältigen" lasse. Ich bin dann nicht mehr bei mir, sondern beim anderen. So ist es wirklich.
Ich passe mich total an, spüre kaum eigene Bedürfnisse.
Ich lasse nicht alles mit mir machen, keine Frage, teils kann ich mich schon abgrenzen. Aber gerade wenn es emotional wird, fällt mir das unglaublich schwer.
Mal ein Beispiel: Wenn ich in einen Raum komme, wo miese Stimmung ist, merke ich das sofort. Aber ich kriege dann selber miese Stimmung, auch wenn ich gar nichts damit zu tun habe. Die begleitet mich dann gut und gerne mal nen halben Tag (oder sogar noch länger).
Ja, und um noch mal zum Spirituellen zurückzukehren: Ich frage mich, ob es neben den allgemeinen Methoden sich abzugrenzen eine Möglichkeit wäre, sich ... da irgendwas vorzustellen ... oder vielleicht eine Art Ritual zu vollziehen ... Haltet mich bitte nicht für verrückt, aber ich glaube einfach, dass sowas mir - und dem ein oder anderen - helfen könnte.
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21.07.2016, 04:12Inaktiver User
Empathisch, - wie das eigene "Energiefeld" schützen?
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21.07.2016, 04:39
AW: Empathisch, - wie das eigene "Energiefeld" schützen?
Auf die spirituelle Thematik gehe ich jetzt nicht so sehr ein.
Dir fehlt also auch mindestens 1 Filter im Gehirn, genau wie mir.
Ich halte kurz inne, beide Füße parallel auf den Boden, atme tief in den Bauch und ziehe gedanklich eine Art Glaswand um mich herum hoch. Je geübter du bist, desto weniger ist das Innehalten zu bemerken, nach einer Weile gar nicht mehr.
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21.07.2016, 07:07Inaktiver User
AW: Empathisch, - wie das eigene "Energiefeld" schützen?
Hallo Nachdenk,
was Du beschreibst kommt gar nicht so selten vor.
Wird ein Mensch geboren, braucht es doch recht lange bis er die Worte ( Sinn und Inhalt) versteht, die mit ihm gesprochen werden. Das Baby versteht nicht die Worte aber es hat von Anfang an sensible Antennen für die Energieschwingungen in seiner Umgebung.
Mit den Jahren entwickelt sich dann der Verstand, Worte werden verstanden und das Gefühlte tritt mehr und mehr nach hinten. In unserer Welt ist Fühlen nicht groß angesagt und so verlässt man sich lieber auf das, was gesagt oder gedacht wird.
Diese "Antennen" sind noch vorhanden aber - man sagt gerne - verstopft, weil man sie nicht mehr benutzt.
Wird ein Kind in einer Atmosphäre groß, die für das Kind Unsicherheit bedeutet, behält es diese Sensibilität für immer.
Eltern- Vater, Mutter oder beide- die unberechenbar sind- sind dabei ein wichtiger Faktor.
Wenn man als Kind ständig auf der Hut sein muss, weil die Stimmung schlecht geworden ist, dann ist es geradezu überlebenswichtig gute Antennen zu haben!
Erst recht, da ein Kind doch so oft noch in seiner Welt lebt, ganz versunken sein kann und keinesfalls so auf die Umwelt achtet, wie man das als Erwachsener macht.
Kurz: Menschen, die in einem unsicheren Mileu groß geworden sind, haben ihre Antennen auch als Erwachsene auf Empfang und zwar justiert auf schlechte STimmung, da dieses damals sehr wichtig war!
Dazu kann dann auch noch eine ganz eigene Sensibilität kommen, die halt vom Typ abhängt und das nochmals verstärken kann- aber der Hauptgrund liegt in einer Kindheit, in der es gut war so schnell wie möglich zu wissen, wie die Stimmung ist.
Und vielleicht auch verständlich, dass das gar nicht soo selten zu finden ist-- redet nur nicht jeder drüber
Das mal zur Erklärung
Wie geht man damit dann um?
Einmal- ist es gut das Obige zu wissen, denn man ist a- nicht alleine auf der Welt damit und b- ist jedes Verstehen der erste Schritt besser mit etwas umzugehen.
Dann kann diese Bewusstheit ganz gezielt eingesetzt werden.
Du kannst Dich sehr gut abfragen, wie es Dir geht- das ist ein toller Pluspunkt bei allem- und dann mit dem Wissen in den Tag oder die kommende Situation gehen.
Bist Du dann zB nach einem Gespräch, schlechter drauf (und weißt aber sicher- vorher ging es mir gut)- weißt Du, dass Du das Gefühl übernommen hast und kannst es sozusagen "zurück schicken".
Ich kenne das, was Du beschreibst und ich mache das genau so.
Wenn ich mal eine Stimmung übernehme, dann mache ich mir ganz klar, dass das nicht meines ist, atme dann einmal tief ein und lasse es mit dem Ausatmen wieder los.
WENN das Gefühl nicht gehen will- dann hat das in mir etwas zum Klingen gebracht, was von MIR (meinem Inneren) gesehen werden will.
Dann kann ich es noch wegschieben- das Ansehen aufschieben, aber klar ist auch, dass da was in mir schlummert, was nach "ansehen" ruft
Auch klar- je mehr ich noch in mir offene Verletzungen habe desto angreifbarer bin ich für solche Stimmungen.
Visualisierungen können ebenfalls sehr hilfreich sein.
Sich zuerst einmal in Ruhe und Stille hinsetzen oder hinlegen und sich vorstellen, wie ein Umhang einen umgibt.
Nehme, was in Dir aufkommt.........ein Umhang aus Glas, aus Metall, aus Stein, aus Nebel, aus Licht.....was immer für DICH stimmig ist, nimmst Du dafür.
Wichtig- nehme nichts, was man Dir vorgibt sondern wähle Du ganz FREI. Es muss für DICH passen und das kannst nur Du wissen.
Ein Umhang, der dann Worte durchlässt und auch die Gefühle von Deiner Seite- aber keine schlechten Gefühle vom Gegenüber.
Das funktioniert tatsächlich und sehr gut!
Wichtig ist, dass Du Dir beim ersten Mal viel Zeit nimmst und alles sehr genau ausarbeitest in Dir.
Den Vorhang genau beschreiben- wie sieht er aus, wie fühlt er sich an, was ist für Dich am auffälligsten, usw.........wie Du dann auch Menschen auftauchen lässt und hinspürst, welche Wirkung der Umhang hat.
Mit so einer Mentalübung greifen wir auf unsere Kraft zurück, die wir in uns tragen und die nun genutzt werden kann.
Hat also gar nichts mit Spiritualität zu tun- wobei das manche wohl so verstehen würden
Dich selbst besser kennen lernen- ist natürlich ein Faktor, der auch noch unterstützend hilft.
Je besser Du Deinen Zustand kennst desto besser kannst Du auf die anderen zugehen.
Es gilt, das Gute darin zu nutzen
Denn es ist auch wirklich toll, wenn man die Stimmungen abgreifen kann und darauf vor jedem anderen reagieren
und sei es, dass man den Raum verlässt.
Nutzen, was da ist- das Positive erkennen und für sich das Beste heraus ziehen-- das ist die Kunst
lg kenzia
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21.07.2016, 09:35
AW: Empathisch, - wie das eigene "Energiefeld" schützen?
Finde diese Erklärung sehr schlüssig, zumindest trifft das bei mir das genauso zu. Sicherlich ist eine gewisse angeborene Empfindlichkeit vorhanden, aber mein Umfeld in der Kindheit hat auch alles dafür getan, diese erhöhte Empfindlichkeit ständig auf "Rufbereitschaft" zu halten
.
Von daher kann ich das was du schreibst, Nachdenk, sehr gut nachvollziehen und kämpfe schon sehr lange damit, im Moment noch mal verstärkt wegen Schwangerschaftshormonen.
Es gibt ein Buch, das ich ganz gut finde, von Rolf Sellin, heißt glaube ich "Bis hierhin und nicht weiter". Da sind u.a. verschiedene Visualisierungen erläutert, wie von kenzia beschrieben. So etwas finde ich sehr hilfreich, wenn ich mit Personen sprechen muss, wo ich weiß dass die Gefahr der Gefühlsansteckung sehr hoch ist.
Er geht aber auch sehr ausführlich auf das Thema innerlich Grenzen setzen ein. Das Umsetzen der beschriebenen Strategien übe ich noch, aber dort ist zumindest ein guter Ansatz beschrieben.
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21.07.2016, 10:03
AW: Empathisch, - wie das eigene "Energiefeld" schützen?
Nachdenk, mir geht es da ganz genau so wie Dir.
Ich übernehme ganz häufig direkt die Stimmungen anderer ... oft passe ich mich sogar in meiner ganzen Art an.
Manchmal komme ich mir da wie ein Chamäleon vor und ich mag das selbst nicht. 
Sicherlich hat das auch ein Stück mit der Kindheit zu tun, aber ich denke, dass eine starke Empathie auch irgendwo Veranlagung ist.
Allerdings ist mir das mit der Zeit einfach selbst aufgefallen bzw. wurde drauf hingewiesen. So hat sich mein Ex-Mann immer beschwert, dass es mir auch direkt schlecht ging, wenn es ihm schlecht ging etc ...
Was mir hilft, das ist einfach der bewusstere Umgang damit. Wenn ich merke, dass ich mich wieder in was "reinziehen lasse" oder mich zu sehr auf jemanden "einschwinge", dann stoppe ich mich selbst innerlich und distanziere mich etwas von der Situation. Da reicht im Grunde ein an mich selbst gerichteter Gedanke wie "das ist nicht DEINE schlechte Laune" o.ä.
Allerdings bin ich auch wenig spirituell, denke aber, das braucht es dafür gar nicht. Du hast den großen Vorteil, dass Du Dir dessen bewusst bist. Daher kannst Du auch bewusst damit umgehen und Grenzen für Dich selbst ziehen.“In the middle of difficulty lies opportunity”
― Albert Einstein
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22.07.2016, 07:55
AW: Empathisch, - wie das eigene "Energiefeld" schützen?
Ähnliche Übungen findest du auch in dem buch "Spiritueller Schutz im Alltag" von Susanne Hühn.
arabeskeNur tote Fische schwimmen mit dem Strom.
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22.07.2016, 09:50
AW: Empathisch, - wie das eigene "Energiefeld" schützen?
Eine Visualisierung, die nach meiner Erfahrung helfen kann, ist, sich das eigene Element vorstellen, daß es einen wie ein Korona umgibt. In dieser Korona hat man Raum, aufrecht zu stehen und sich souverän zu bewegen (da sie größer ist als man selber), und sie hält Leute und ihre Ansprüche zurück. Wenn man spürt, wie jemands Ansprüche in diesen Bereich eindringen, re-aktiviert man die Visualierung, bis man sie wieder rund um sich herum fühlt. Wie bei einem Patronus in Harry Potter setzt sich erst mal etwas mit dem Anspruch auseinander, das von einem selbst gemacht ist, aber nicht zu beeindrucken ist.
Rituale, wie man das aufbaut, kann man sich ausdenken, nach Empfinden, und zu geeigeten Gelegenheiten ausführen. Wenn man viel Zeit hat und allein ist, kann man das Aufbauen dieser Korona (Elemente, Form, Wahrnehmung) Schritt für Schritt machen, wenn man sie schnell in den Vordergrund holen will, tut es vielleicht ein Bild, ein Schlüsselsatz, eine Bewegung.
Der übliche Beipackzettel: Das ist eine unterstützende Maßnahme. Ein gewisses Grundrepertoire an Wunsch, in Ruhe gelassen zu werden, einen eigenen Bereich zu bewahren, und nicht jedem zu gefallen, und Fährigkeit zur Konfliktverarbeitung muß schon da sein, und muß in der Intensität der Konflikte im Leben angemessen sein.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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24.07.2016, 09:52
AW: Empathisch, - wie das eigene "Energiefeld" schützen?
Mir hilft das Mantra ganz gut:es hat nicht alles mit mir zu tun und ich bin auch nicht für alles verantwortlich.
Ich finde es nicht nur für mich wohltuend, sondern auch für meine Beziehungen, dass ich anderen Menschen zutraue, dass sie für sich selbst sorgen können und ich mich nicht von jeder schlechten Laune involvieren lassen muss.
Es fällt mir nicht immer leicht und miese Stimmung geht deshalb nicht spurlos an mir vorüber, aber ich stoppe damit die Grübel- und Verunsicherungsfalle, das ist schon viel wert.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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24.07.2016, 16:51Inaktiver User
AW: Empathisch, - wie das eigene "Energiefeld" schützen?
Zusatz zu meiner Vorschreiberin:
"ich bin ich und du bist du."


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