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  1. Inaktiver User

    AW: Nicht wissen, was man im Leben will, „Fähnchen im Wind“ und Bulimie

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Sie hat ja schon mehrfach fachliche Hilfe gekriegt, offenbar bisher nicht mit grossem Erfolg.
    Wenn diese überhaupt ausreichend lang war.

    Wie lange dauert es das Selbstbewusstsein wieder so aufzurichten, dass man Ziele sich zu traut? Dass man ja zu sich sagt und sich eigene Wünsche getraut, auch in Bezug auf Partnerschaft? Den Fokus nur auf der Krankheit zu haben, wird nicht reichen, um gesund zu werden.

    Ich könnte es jedenfalls so nicht. Habe zwar keine Essstörung, aber darf bald wieder in Bezug auf meine Allergie wunderbar Diät halten mit sehr vielen Einschränkungen und da muss einfach das Ziel / die Lebensqualität stimmig sein, sich nur darauf konzentrieren und Disziplin/verbieten allein reicht nicht. Das würde wahrscheinlich sogar dazu führen, dass ich es jeden Tag auf den nächsten Tag schiebe. Warum sollte ich mir nur was Negatives antun wollen? Wenn ich das andere, also das Positive daran nicht sehe, nicht mein Ziel, hat es keinen Sinn für mich, warum sollte ich da auf so vieles verzichten, was ja einigermaßen geht. Dass es nicht geht, merke ich ja auch teilweise erst, wenn ich draußen bin und die Kopfschmerzen nachlassen, die ich vorher weggedrängt habe.

    Auch in Bezug auf Abgrenzung sehe ich das mittlerweile als gute Übung an. Ich schlucke nicht mehr, was jemand anderes unbedingt will, was ich sollte um ihm zu gefallen oder weil er mein Problem nicht versteht. Weiß nicht, ob man das hier auch irgendwie übertragen könnte? Und ja, da gibt es Menschen, welche dies verstehen, akzeptieren und ggf. sogar unterstützen und dann welche, die dies nicht tun und sogar noch was drauf setzen an Gemeinheiten. So lernt man auch Menschen kennen und das ist gar nicht mal schlecht.
    Geändert von Inaktiver User (21.07.2016 um 18:17 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Nicht wissen, was man im Leben will, „Fähnchen im Wind“ und Bulimie

    Zitat Zitat von Veranoazul Beitrag anzeigen
    Ich finde dass ist ein guter Gedankenansatz, Du willst leben, Du bist auch lebenshungrig, das empfinde ich so wenn ich lese dass Du gerne draussen unter Menschen bist...

    Lass Dir helfen, versuche einen Weg für Dich zu finden dass Du Hilfe von Aussen zulassen kannst, Menschen die DICH unterstützen, doch letztendlich musst Du Deinen Weg zum Gesund werden selbst gehen, aber Du musst nicht alleine dabei sein!

    Ich wünsche Dir dass Du Frieden schliessen kannst mit Dir und allen Dingen die Dir bis jetzt begegnet sind, wenn Du Frieden schliesst schaffst Du es mit Dir in eine Form der aushaltbaren Andrea mit Andrea leben zu können und glücklich zu werden....

    Hallo Veranoazul,

    danke für dein Geschriebenes.
    Ich glaube, du hast ganz oft den Nagel auf den Kopf getroffen, dadurch, dass du selbst betroffen bist/warst.
    Ja, ich möchte einerseits leben, andererseits nicht mehr SO! Und mir ist das bewusst, dass ich es, zwar mit Unterstützung, alleine schaffen muss. Das Essen (und vor allem das drinbehalten) kann keiner für mich übernehmen.

  3. Inaktiver User

    AW: Nicht wissen, was man im Leben will, „Fähnchen im Wind“ und Bulimie

    Zitat Zitat von Drottning Beitrag anzeigen
    Liebe Andrea

    Sei nicht so hart mit Dir selbst.

    Irgendetwas scheint da einfach zu sein, was Dich belastet und was Dich den Ausweg in der Sucht suchen lässt. Eine Sucht kann auch Halt geben und etwas Verlässliches sein.

    Du wirst herausfinden müssen, was es wirklich ist, was Dich so belastet. Was hilft dieses "eigentlich sollte es mir doch gut gehen"? Fakt ist einfach, dass es nicht so ist. Punkt.

    Weißt Du, ich hatte selbst jahrelang als Jugendliche Bulimie. Und in ganz vielen Zeilen von Dir erkenne ich mich wieder. Ich hatte oberflächlich auch ein gutes Leben und dennoch war da diese Last, mit der ich nicht anders umgehen konnte als über die Sucht.

    Letzten Endes war bei mir die familiäre Situation der Auslöser. Ich habe viele Konflikte und damit viel seelischen Ballast meiner Eltern mitgetragen, aber das wurde mir erst später klar. Mein seelisches Leiden war immens und ich hatte auch sonst noch so einige psychosomatische Themen damals.

    Raus gekommen bin ich aus der Sucht eher durch einen Zufall. Ich zog aufgrund meines Studiums ein gutes Stück weg von zu Hause und das war ein regelrechter Befreiungsschlag, der ganz plötzlich sehr viel positive Energie frei setzte. Dazu kam dann, dass ich aufgrund eines Suizidversuches meiner Mutter, einmal die Woche zu einer Familientherapie ging, wie es die Therapeuten meiner Mutter empfohlen hatten. Und von da an ging es steil bergauf. Das ist nun fast 20 Jahre her, es geht mir prima und ich hatte nie wieder einen Rückfall. Ich weiß heute, dass das Leben etwas Wunderbares ist!

    Was ich damit sagen will ist, dass Du das Thema finden musst, was Dich in diese Sucht treibt. Oft ist es uns gar nicht bewusst, WAS uns derart auf der Seele liegt. Daher halte ich eine erneuteTherapie mit Aufrollen und Aussprechen aller Gefühle, auch der unterdrückten, für SEHR sinnvoll.


    Liebe Drottning,

    es baut mich sehr auf, dass du es geschafft hast aus dem Teufelskreis und dass es dir so gut zu gehen scheint!
    Das Thema was mich in die Bulimie treibt/getrieben hat, das kann ich schon relativ klar benennen: Kaum wirkliche Wärme erfahren haben als Kind, Leistung und Ansehen und Funktionieren waren wichtiger. Das schleppe ich bis heute herum. Ein innerliches Gefühl des Verlassen-Seins begleitet mich (fast) permanent.

    Eine erneute Therapie? Diese läuft ja aktuell noch bei mir... Oder meinst du stationär?
    Warst du selbst in einer Klinik?
    Weil du die Familientherapie angesprochen hattest… Wir sprechen auch viel über meine Familiengeschichte. Ich empfinde die Verhaltenstherapie nicht als reine VT, sondern finde durchaus, dass meine Therapeutin tiefenpsychologische Aspekte mit reinbringt, das wollte ich nochmal anmerken ;-)
    Auf jeden Fall wünsche ich auch dir, dass du weiterhin so stabil bleibst und ich danke dir für deine Worte voller Zuspruch.

  4. Inaktiver User

    AW: Nicht wissen, was man im Leben will, „Fähnchen im Wind“ und Bulimie

    Zitat Zitat von Windweib Beitrag anzeigen
    Liebe Andrea,

    darf ich dich fragen, ob du für dich einen Auslöser für die Bulimie benennen kannst? Und wie das mit deinem Alkoholkonsum aussieht?, ohne dir zu nahe zu treten.
    Hallo Windweib,
    den Auslöser sehe ich darin, dass ich meinen Eltern (vor allem Mutter) ständig etwas beweisen musste, bzw. das Gefühl hatte, dies tun zu müssen. Die eigene Unzulänglichkeit schon als Kind vor Augen gehalten zu bekommen. Der Leistungsgedanke ist bei mir sehr ausgeprägt .Das sich-nicht-angenommen fühlen.
    Das merke ich auch dadurch, dass ich mich sofort ausgeschlossen oder einsam fühle, wenn eine (selbst nur kurze) Bekanntschaft sich im Winde verläuft oder sogar, wenn jemand (Freunde/Bekannte) eine „nur“ kurz angebundene Nachricht schreibt oder sich länger nicht meldet. Da kommt sofort der Gedanke „Hab ich was falsch gemacht?“, ist die Freundschaft/Bekanntschaft nun beendet?! Muss ich mich entschuldigen? Falls ja, für was eigentlich? Zerdenke und hinterfrage dann alles und dann ess ich lieber wieder, weil ich sonst aus dem Gedankenkarussell gar nicht mehr aussteigen kann.

    Der Alkoholkonsum ist jetzt nicht gravierend. Ich trinke meist am Wochenende etwas mehr, wenn ich feiern gehe, hab dann mal mehr, mal weniger einen guten Pegel.
    Unter der Woche trinke ich vielleicht jeden 2. Tag (im Sommer häufiger) ein bisschen oder mal 1 Bier, meist, wenn ich mit anderen was unternehme.

    Zitat Zitat von Windweib Beitrag anzeigen
    Du sagst du wirkst manchmal durchaus interessant auf andere Menschen. Wie wirkst du auf dich? Ist da das pralle Leben oder doch auch eher die gähnende Leere, wie von dir beschrieben?
    Wie wirke ich auf mich selbst? Das ist eine gute Frage.
    Eine Mischung zwischen total langweilig („stinknormales Leben“), durchaus aber mitreißend an manchen Tagen/übeschwänglich und positiv, gerade, wenn es mit dem Essen/der Bewegung gut läuft.
    Vielleicht drehe ich so auf, weil ich dann unbedingt die Bestätigung der anderen möchte, dass ich was „Besonderes“ bin.


    Zitat Zitat von Windweib Beitrag anzeigen
    Die Gedanken an Suizid, kommen die durch eine gewisse Lebensmüdigkeit oder ist da ein bisschen der Gedanke, dass sich endlich auch mal jemand um dich kümmert. Du dich fallen lassen kannst? Einfach sein kannst, so zerbrechlich wie du phasenweise bist.
    Ja, das ist. Das habe ich gerade nach dem Suizidversuch gemerkt. Es tat irgendwo auch mal ganz gut, nicht mehr funktionieren zu müssen.


    Zitat Zitat von Windweib Beitrag anzeigen
    Hast du eine Idee dazu, was du mit deinen Problemen noch machen könntest, außer sie in dich reinzustopfen und dann wieder auszukotzen, weil sie dir zuviel werden?
    Wirst du sie vermissen, wenn sie nicht mehr da sind?, weil sie dir Halt geben?
    Hm, ich denke mir oft, „was bin ich, wenn ich die Bulimie nicht mehr habe“? In gewisser Weise definiere ich mich wohl darüber.
    Es könnte also gut sein, dass ich „sie“ vermissen würde.
    Anders mit den Problemen umgehen, wäre sicherlich atmen und aushalten, sich selbst gut zureden und sagen „Das ist nur ein Gedanke/ein Gefühl“.
    Aber soweit kommt es leider meist gar nicht, weil ich einfach nichts spüren möchte. Da brauch ich schon viel Sensibilität, um überhaupt in den Prozess des sich-Bewusst-werdens darüber, dass das vorbeigeht, zu kommen.



    Zitat Zitat von Windweib Beitrag anzeigen
    Als du noch nicht gekotzt hast, wie hast du da Probleme ausgehalten und bewältigt?
    Richtig ausgehalten hab ich meine Probleme wohl noch nie.
    Als Kind habe ich Fingernägel gekaut, die Fingernagelhaut abgezupft, Haare ausgerissen… Zuviel gegessen, vor allem heimlich Süßigkeiten.
    Als junge Erwachsene, als ich die Bulimie mal für ein paar Jahre los hatte, hab ich mich in der Selbsthilfeliteratur verloren, immer auf der Suche nach dem ultimativen Tipp, wie mein Leben einfach dauerhaft gut wird, ich zufrieden, dankbar, etc. bin.
    Mittlerweile eben wieder Bulimie und ich zupfe zum Teil zwanghaft an der Haut herum mit der Pinzette oder kratze auch mal Pickelchen/Wunden auf.

  5. Inaktiver User

    AW: Nicht wissen, was man im Leben will, „Fähnchen im Wind“ und Bulimie

    Zitat Zitat von Oranga Beitrag anzeigen
    Hallo andrea,

    Ich habe nicht alle kommentare (ausführlich) gelesen, daher weiss ich nicht ob es vielleicht schon gesagt wurde....
    Bei vielem was du geschrieben hast, habe ich mich wieder erkannt...vor 10-15jahren. Auch ich hatte (habe?) eine esstörung, depressive verstimmungen/ episoden, mein leben bestand nur aus guten und schlechten tagen, abhängig u.a. Auch von dem was ich gegessen habe bzw. Ob ich diszipliniert genug war nicht so viel zu essen ( in meinen augen). Hatte mehrere therapieversuche, auch statinär, ebenfalls einen suizidversuch.
    Ich hatte kein leben mehr, bloß einen teufelskreis aus frust, schlechtem gewissen, ablehnung, angst, selbstzweifeln.... Und ich weiss nicht, ob es mir heute so (gut) gehen würde,hätte ich damals nicht mit einem antidepressivum angefangen.

    Ich weiss, dass viele davon nicht angetan sind und immer wieder hört man, es würde einen charakterlich verändern, abstumpfen und ähnliches. Ich kann nichts davon bestätigen, im gegenteil, erst mithilfe der medikation war ich soweit therapien richtig anzugehen, mein denken zu "überdenken" und neue richtungen einzusclagen, was mein denken und fühlen betraf.
    Vorher war ich zu sehr Gefangen in einem abwärtsstrudel und konnte nichts aber uch gar nichts von dem was andere mir sagten/rieten, anwenden. Ich hätte ohne diese unterstützung am anfang nie aus diesem loch heraus gefunden.

    Und weil so vieles von dem was du schreibst, mich an mich selber von damals erinnert hat und auch an das was man mir so oft gesagt hat: wasch mich aber mavh mich nicht nass! .... Man will was ändern, kann aber nicht, weil man noch nicht bereit ist dazu, weil man noch zu sehr in den klauen einer krankheit steckt (zwang, depression, was auch immer....es verursacht auf jeden fall einen enormen leidensdruck)!

    Das fiese an ads ist nur, dass man anfangs viel geduld und willneskraft mitbringen muss, die nebenwirkungen kommen direkt zu beginn und sind meist nicht angenehm, die eigentlich wirkung setzt dagegen erst nach ca. 4 wochen ein. Soange muss man durch halten.

    Aber nochmal: ich möchte keinen zu medikamenten überzeugen ode ähnliches, mir ging es damals nur so schlecht (über jahre), dass ich froh bin den weg eingeschlagen zu haben. Ich hätte sonst kein so "normales" leben erreichen können, studium beenden, eine familie gründen usw.
    Jeder der denkt, diese mittel sind schwachsinn, er brauche sie nicht o.ä. Dem ging es einfach noch nie so schlecht.

    Vielleicht ziehst du diese möglichkeit nochmal in betracht!? Je länger du deine krankhaften Denkweisen mit dir rumschleppst umso schwieriger wird es, sie anzugehen und umzuändern. Und jeder tag an dem man sich quält ist auch ein verlorener tag....

    Welchen weg du auch gehst, viel glück und kraft!! Dies sind nur meine erfahrungen....
    Hallo Oranga,

    danke dir für deine ausführliche Antwort. Es freut mich, dass dir die Medikamente helfen und du dadurch deinem Leben wieder eine positive Wendung geben konntest!!
    Ich habe bereits ein AD ausprobiert, leider hat dies meine Suizidgedanken verstärkt.
    Einen Stimmungsstabilisierer habe ich ebenfalls versucht, ohne großartige Wirkung, bzw. wollte ich einfach keine Chemie mehr in mich reinstopfen, ohne merkliche Veränderung der Stimmung.
    Vielleicht hätte ich wirklich noch länger testen müssen, ob es dauerhaft was bringt, aber ich bin wirklich skeptisch und in gewisser Weise auch zu „stolz“ vielleicht, nochmal AD´s zu nehmen.
    Dir weiterhin alles Liebe!

  6. Inaktiver User

    AW: Nicht wissen, was man im Leben will, „Fähnchen im Wind“ und Bulimie

    Zitat Zitat von Veranoazul Beitrag anzeigen

    Aber ich kenne meine Mechanismen und das dauert nur kurz max. 2-5 Tage, dann ärgere ich mich so über mich selbst dass ich wieder aufhören kann und den Ersatz für meine Energie nutzen kann um es nicht mehr zu tun.... Das letzte Mal vor 16Monaten....
    Wow, voll gut! Sei stolz auf dich! Das ist eine starke Leistung, vor allem, dass du wieder umlenken kannst!!

  7. Inaktiver User

    AW: Nicht wissen, was man im Leben will, „Fähnchen im Wind“ und Bulimie

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Solche Sätze kann man intellektuell gut auseinander nehmen.

    Zum Beispiel: wenn du nur an zwei statt sechs Tagen pro Woche ausgehst, würdest du deine Kontakte durchaus pflegen können.

    Oder auch: gehst du überhaupt aus wegen der Leute, die du triffst, oder gehst du aus, um nicht allein zu sein?
    Oder auch: "alleine da stehen" tun Leute, die keine guten Freunde haben; aber gute Freunde ist nicht etwas, das man im Dutzend hat.
    Sind denn die Leute, die du triffst, alle gute Freunde, die für dich da wären, im Fall eines Falles?
    Hallo Bae,
    ich mache meist was, damit ich nicht nur einsam zu Hause sitze, ja.
    Es geht mir gar nicht so sehr um die Leute, manchmal schon, klar, aber nicht immer.
    Die Personen, mit denen ich was unternehme, sind in den meisten Fällen, Leute, die ich schon seit sehr langer Zeit kenne, aber enge Freundschaften in dem Sinne sind es nicht (mehr).
    Eine Freundin habe ich, die ich wirklich als sehr gute Freundin bezeichnen würde, wobei die auch viele andere sehr gute Freundschaften hat.
    Mir wird das dann auch ganz schnell „zuviel“, darum hab ich lieber locker-lässige Bekanntschaften, mit denen man sich mal hier, mal da trifft, schöne Dinge unternimmt und sich durchaus tiefgründiger unterhält. Aber ob die zu mir stehen würden, wenn ich wirklich darauf angewiesen wäre, durch Umzug/Krankheit/etc. weiß ich nicht. Der ein oder andere vielleicht. Aber da müsste ich ja um Hilfe fragen und das find ich auch schwierig.



    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Und wenn du auf deine Abende, sagen wir, in der letzten Woche zurück blickst: waren das alles Anlässe, wo du sagst "Gott sei dank war ich dabei! Das waren so grossartige Abende, ich würde es mein Leben lang bereuen, wenn ich einen einzelnen davon ausgelassen hätte!"
    Da musste ich wirklich lachen, denn es ist tatsächlich so, dass ich bei dem ein oder anderen durchaus lieber zu Hause geblieben wäre.
    Dadurch, dass ich aber meistens mit Einzelpersonen was unternehme, schaut das anders aus. Dann kann ich nicht immer (spontan) nach Lust und Laune, absagen.


    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Und in der Zwischenzeit hindert dich niemand daran, dich selbst auf deinem Weg vorzutasten und zu gucken, wo es dich hinführen wird. So entstehen interessante Reisen, interessante Leben, Stück für Stück, Schritt für Schritt. Du kannst dich auf was freuen. Du wirst dich selbst überraschen - im positiven Sinn. :-)
    Ich hoffe es ;-)

  8. Inaktiver User

    AW: Nicht wissen, was man im Leben will, „Fähnchen im Wind“ und Bulimie

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und mich würde einmal interessieren, liebe Andrea, ob Allergien, insbesondere Nahrungsmittelallergien bei Dir ausgeschlossen sind? Wurde das getestet? Weiterhin, wie schaut es allgemein mit der Nährstoffversorgung/Elektrolyte aus? Ich will nicht sagen, dass das der einzig wahre Grund sein könnte, aber vielleicht ein Baustein hin zu einem gesünderen Leben.
    Hallo binmalwiederda,
    einen Allergietest habe ich vor ca. 3-4 Jahren mal gemacht, da war nichts auffällig.
    Blutbilder lasse ich regelmäßig anfertigen, beim letzten war nur ein Wert auffällig, durch Tabletten ist es aber nun wieder besser geworden.
    Elektrolyte passen also wohl auch.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das wäre überhaupt für mich die Frage, wie stellst Du Dir diesen Weg hin zu einem gesunden Leben und zu gesunden Beziehungen vor? Was wurde Dir dazu von Fachseite geraten? Was hast Du umgesetzt? Wäre eine Selbsthilfegruppe oder überhaupt zusätzlich Gruppentherapie etwas, was Dich stabilisieren könnte? Klar outet man sich damit, aber auch das kann mit helfen.
    Selbsthilfegruppe möchte ich nicht mehr, ich war immer die „Ratschlaggebende“ und war voll in meiner beruflichen Rolle, schwierig.
    Zudem sind in den Selbsthilfegruppen, die es bei mir gibt, eher jüngere und ich muss sagen, dass es mir damals viel gebracht hat, als ich zuerst akut bulimisch war, jetzt mit knapp 30 hab ich das schon alles durch…
    Der Weg zum gesunden Leben wäre für mich: Zack, Essen funktioniert, fertig!
    Ich mag einfach nicht noch hunderttausendmal alles durchkauen. Ich fühle mich wirklich austherapiert und therapiemäßig ausgelaugt.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Führst Du Tagebuch, ist Dir klar, was die Fress-/Kotzanfälle auslöst? Mir klingt das einfach zu schwammig. Oder ist es in der Tat Überforderung/Stress im Job bzw. allgemein im Leben, dann wäre ggf. eine erneute gesundheitliche Stabilisierung erforderlich oder?
    Ich schreibe täglich ein Essprotokoll, ja. Und auch, was der Auslöser war/gewesen sein könnte.




    Ich suche übrigens deshalb hier Rat, weil ich hoffe, dass jemand eine Erfahrung gemacht hat, die mich weiterbringt. Ich habe nicht das Gefühl, voranzukommen; vielleicht aus Unfähigkeit, aus Faulheit, aber vielleicht weil das bisher versuchte einfach (noch) nicht das Richtige war und jemand von euch hier mir einen wegweisenden Tip geben könnte.

  9. gesperrt

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    AW: Nicht wissen, was man im Leben will, „Fähnchen im Wind“ und Bulimie

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mir wird das dann auch ganz schnell „zuviel“, darum hab ich lieber locker-lässige Bekanntschaften, mit denen man sich mal hier, mal da trifft, schöne Dinge unternimmt und sich durchaus tiefgründiger unterhält. Aber ob die zu mir stehen würden, wenn ich wirklich darauf angewiesen wäre, durch Umzug/Krankheit/etc. weiß ich nicht. Der ein oder andere vielleicht. Aber da müsste ich ja um Hilfe fragen und das find ich auch schwierig.
    Ich interpretiere das mal so: auch wenn du das Ausgehen runterschrauben würdest, würdest du keineswegs die Kontakte verlieren. Du würdest Leute halt vielleicht nur noch alle drei Wochen treffen, statt einmal wöchentlich.

    Da musste ich wirklich lachen, denn es ist tatsächlich so, dass ich bei dem ein oder anderen durchaus lieber zu Hause geblieben wäre.
    Solche Empfindungen kann man bewusst wahrnehmen und sich sagen "wenn ich das nächste Mal was ähnliches plane, soll diese Empfindung ihr Wort mit dazu sagen." Somit respektierst und achtest du dich selbst und gewinnst eine breitere Datenbasis, was er erlaubt, bessere Entscheidungen zu treffen.

    Kann man auch beim Essen machen; man kann sich sagen "ich erlaube mir jetzt, genau wahrzunehmen, was in mir alles geschieht, wenn ich esse. Und breche".

    Das schnelle Tempo beim Reinstopfen und Rauswürgen führt ja unter anderem auch dazu, dass man eben NICHT mitkriegt, was alles in einem drin geschieht; und dass diese Faktoren bei der nächsten Entscheidung unberücksichtig bleiben.

    gruss, barbara

  10. Inaktiver User

    AW: Nicht wissen, was man im Leben will, „Fähnchen im Wind“ und Bulimie

    Heute merke ich, dass meine Stimmung besser ist. Vielleicht, da das Wochenende ansteht? Weil ich viele schöne Treffen ausgemacht habe? Weil ich mich wieder in Ruhe bewegen kann, meine Zwänge ausleben kann?

    Tief in mir drin ist dennoch dieses Sinnlosigkeitsgefühl. Warum lebt man überhaupt? Morgens, arbeiten, heimkommen, schlafen, ein bisschen Freizeitgestaltung hier und da, alt werden oder auch nicht, sterben.
    Muss das Leben überhaupt einen Sinn haben?
    Ich weiß es nicht.

    Ich habe mir gestern nochmal Gedanken gemacht, ich mag meine Arbeit, ja, ABER: immer wieder komme ich an den Punkt, wo ich merke, dass es mich entweder überfordert (zuviele tatsächliche Anforderungen oder durch meine eigene psychische Instabilität) oder unterfordert und ich mich langweile. Die Überforderung tut mir gut, dann muss ich die Leere nicht spüren. Wenn ich kaum etwas arbeite, bin ich lethargisch und werte mich selbst ab. Aber wird das nicht in jedem Job sein, dass es auch ruhigere Zeiten gibt?!
    Ich hatte schon überlegt, Stunden zu reduzieren und mir eine Nebentätigkeit (mit körperlicher Anstrengung evt.) zu suchen, damit ich da ausgelasteter bin. Aber so richtig den Drive, das durchzuziehen, habe ich auch nicht.
    Was, wenn mir das dann auch nicht gefällt?
    Wo wir wieder beim Punkt „Entscheidungen treffen und dazu stehen“ wären.
    Ach, dieses Hin- und Hergehopse meiner Selbst geht mir grad schon wieder auf die Nerven :-)

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