Ich bin Fachärztin auf psychiatrischem Gebiet, aber ich habe hier natürlich keine berufliche Funktion.
Und ja, es ist ein Laienforum, dessen Stärke es unter anderem ist, dass sich hier Leute mit persönlicher Erfahrung finden können.
Allgemeine Ratschläge sind jedoch noch mal was anderes.
Ich halte mich jetzt aber zurück und beschränke mich aufs Moderieren.
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20.07.2016, 20:04
AW: Nicht wissen, was man im Leben will, „Fähnchen im Wind“ und Bulimie
that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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20.07.2016, 23:38Inaktiver User
AW: Nicht wissen, was man im Leben will, „Fähnchen im Wind“ und Bulimie
Hm, ich mache da wahrscheinlich außer mir darüber bewusst zu sein und Gedanken zu machen, wenn ich gerade mal nicht erbreche, nicht wirklich was dafür :(
Wahrscheinlich bin ich zu faul oder zu wenig gewillt, mich damit mehr auseinanderzusetzen.
Das hast mir meine Therapeutin auch öfters geraten und manche Male gelingt es auch, mich daran zu erinnern....
Ja, wie sich diese Gefühle anfühlen, das weiß ich. Ich denke, auch die Unterschiede kann ich wahrnehmen.
Erst gestern habe ich einem Mann sagen müssen, dass ich trotz anfänglichem sexuellen Angezogensein, was sicherlich auf Alkohol basiert ist, nur Sympathie für ihn empfinde. Ich war danach echt stolz auf mich, sogar erleichtert, was mir zeigt, dass es die richtige Entscheidung war, obwohl er mir fehlen wird. Aber eine Freundschaft ist von seiner Seite aus, dadurch, dass er mich mehr als mag, leider nicht drin.
Ich handle halt impulsgesteuert und das ist mir im Nachhinein auch bewusst, aber in dem Moment will ich naeinfach nur "loswerden" und wenigstens IRGENDWIE handeln und in Aktion kommen, damit ich manche Entscheidungen hinter mir habe. Kann gerade dafür keine Worte finden.
Ich unternehme ja wirklich genug. Meistens überfordere ich mich dann damit. Denn an essensmäßig guten Tagen muss ich Sport/Spazierengehen unterbringen und unternehme meist noch was und bin dann fix und fertig. An essensmäßig schlechten Tagen unternehme ich was oder wenn ich gar keine Kraft habe, auch mal nichts und/odererbreche dann nur und hab dann auch keine Kraft mehr. Nur "ausruhen" kann ich nicht, leider :(
Gerade heute bin ich wieder an einen Punkt, wo ich merke, wie erledigt ich bin.
In der Arbeit nichts wirklich geschafft, gegessen, erbrochen, Abendaktion mit Bekannten. Mich dort überflüssig gefühlt und gewünscht, ich wäre zu Hause geblieben. Heimgekommen, weitergegessen, erbrochen und nun sitz ich hier, frisch geduscht und kann kaum mehr Worte finden, bin zittrig, unterzuckert und k.o und muss in 5, 5 Stunden wieder aufstehen.
Habe nicht mal die Kraft, morgen früh vor der Arbeit noch laufen zu gehen, das zieht mich noch mehr in meinen Selbsthass.... Und nach der Arbeit hab ich einen Arzttermin, abends eine Feier, auf die ich gerne möchte und dann ist schon wieder Freitag.
Wenn ich nichts geplant habe, fällt mir die Decke auf den Kopf, ich fühl mich sinnlos/leer/unnütz/einsam. Wenn ich was geplant habe, bin ich schnell überfordert und mir geht die Kraft aus.
Ich muss ja auch oft an den "guten" Tagen Sachen erledigen, die ich an den "schlechten" Tagen nicht geschafft habe...
Entschuldige, wollte hier nicht meinen ganzen Ballast in die Antwort reinpacken, aber irgendwo brauche ich da gerade Raum dafür.
Weiß ich nicht. Sicherlich aber nicht 40 Stunden in diesem job verbringen. Ich habe keinen Plan, was ich im Leben will.
Reisen, ja ok. Aber das Geld hab ich ja schon zu Genüge fürs Essen verbraten, leider.
Ja, das geht tatsächlich, selten, aber es geht.
Meist ist es aber eher gesprägt von möglichst viel Essen zu dürfen/mich vollzustopfen, mit wenig Kalorien.
Ich kann schon auch mal gezielt in einem Restaurant etwas für mich grenzwertiges Essen, aber danach fühl ich mich meistens schuldig und denke schon wieder "morgen musst du aber... länger spazieren gehen" (z.B.)
Puh, wenn ich das so lese, klingt das schon sehr zwanghaft alles bei mir.
Ne, die Gedanken drehen sich meist im Kreis. Udn dann eher darum, was ich für eine Versagerin, für ein Jammerlappen bin.
Hallo Barbara, danke für deinen tollen Beitrag im Übrigen!
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20.07.2016, 23:40Inaktiver User
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20.07.2016, 23:46Inaktiver User
AW: Nicht wissen, was man im Leben will, „Fähnchen im Wind“ und Bulimie
Wow! Darüber habe ich ehrlich gesagt noch nie wirklich darüber nachdedacht. Ich habe vor meinem Studium eine Ausbildung absolviert, diese war, so erinnere ich mich, definitiv gewollt von mir. Zum Ende hin habe ich gemerkt, dass es das "doch nicht für immer" ist. Dann studiert. Auch das war definitiv mein Wunsch.
Aber es kann sein, dass ich ein solch angepasstes Leben führe, weil es erwartet wird. Meinen Eltern war meine Außenwirkung schon immer wichtig. Darum wurde ich früher auch kritisiert, weil ich ein "moppeliges" Kind war...
"Was sollen denn die anderen denken?"
Meine Mutter definiert sich Übrigen wirklich nur über ihre Arbeit und Leistung, das habe ich sehr stark übernommen.
Ich habe sie immer im Hinterkopf, bei allem was ich tue.
Würde sie diesen Mann gut finden?
Was denkt sie, weil ich wieder nur am Feiern/Spaß haben bin und nichts leiste-im Sinne von: sie z. B. im Haushalt unterstützen, mehr arbeiten, ihr einen Besuch abstatten (was ich eh meist einmal die Woche mache aus Pflichtgefühl) etc.
Macht sie sich schon wieder Sorgen?
Ich muss ihr erzählen, wie es mir geht, denn sonst macht sie sich wieder Sorgen, wenn ich nicht darüber rede/mich melde...
Meine Eltenr, gerade meine Mutter sind schon sehr präsent bei mir, leider. Meine jüngere (!!) Schwester kann sich komischerweise sehr gut abgrenzen....
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20.07.2016, 23:52Inaktiver User
AW: Nicht wissen, was man im Leben will, „Fähnchen im Wind“ und Bulimie
Oh ja, das trifft es gut!
Ich habe leider keinen Sinn, kein Ziel und keine wirklichen Träume.
Ok, vielleicht eine gut funktionierende Beziehung, wobei ich daran nicht mehr wirklich glaube.
Kein Mann genügt meinen Ansprüchen, ständig habe ich was auszusetzen.
Wobe ich momentan einfach auch zu sehr mit mir selbst beschäftigt bin und vielleicht auch keine Beziehung führen kann. Kurz mal die Bestätigung holen tut gut, aber dann hab ich ja, wie ich schon geschrieben hab, die meist an der Backe und dadurch zusätzlichen Stress, die Männergeschichten einigermaßen so zu beenden, dass ich nicht als total Rindvieh dastehe...
Ansonsten, ja gut, viel von der Welt sehen wäre schön.
Gerade heute habe ich wieder gemerkt, wir WELTFREMD ich doch bin. Noch keine Fernreise gemacht (hätte aber eh kein Geld dafür), die anderen haben schon soviel erlebt/gesehen. Und ich?
Das Leben ist an mir all die Jahre vorbeigezogen, obwohl ich ja durchaus mit meinen letzten Kraftreserven versuche, möglichst viel zu unternehmen/zu machen... Aber reisen funktioniert halt nicht durch meine Eigenheiten nicht mit anderen Menschen und alleine habe ich es lange Zeit eben nicht gemacht.
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21.07.2016, 00:02Inaktiver User
AW: Nicht wissen, was man im Leben will, „Fähnchen im Wind“ und Bulimie
Ich wollte mich bei allen hier für die Beiträge bedanken, ich freue mich wirklich sehr, dass ihr euch soviel Zeit nehmt, euch mit meinen Problemchen zu befassen.
Jeder einzelne Beitrag war mir bisher sehr hilfreich.
Zu dem "Tipp" mit dem Heilfasten, aber das wird nicht funktionieren. Der Kontrollverlust wäre vermutlich durch das Verbotnoch größer.
Ich käme zumindest zu Beginn noch stärker in den Hungermodus. Das kann ich mir momentan absolut nicht als hilfreich vorstellen, vielleicht hilft es jemand anderem, aber mir leider nicht, dennoch danke dir!
Heute bin ich ziemlich k.o. Die depressiven Gedanken häufen sich, das Essen läuft wieder schlechter.
Ich habe heute Geld verbraten, womit eine 3-4-köpfige Familie in ein Restaurant gehen kann.
Dieser Betrag ist Durchschnitt. Wenn ich nicht so gut verdienen würde und meine Mutter mir nicht ab und zu (ungewollterweise-aber sie ist mir stinkbeleidigt, wenn ich das Geld nicht annehme - Schuldgefühle??) Geld zustecken wrde, wäre ich vermutlich schon in den Schulden gelandet.
Wenn ich daran denke, mir morgen wieder die Sorgen anderer Menschen in der Arbeit anhören zu müssen, dann graut mir jetzt schon davor.
Obwohl ich zumindest professionell bleiben kann, immerhin. Aber traurig ist das schon, die Maske aufzusetzen.
Gute Nacht an alle!!
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21.07.2016, 00:07
AW: Nicht wissen, was man im Leben will, „Fähnchen im Wind“ und Bulimie
Wenn du nicht willst, dann willst du nicht, das gilt es wohl zu akzeptieren.
Ein Tip, den ich mal in Bezug auf andere Suchtprobleme kriegt, aber der sich eigentlich universal anwenden lässt: wenn du es nicht ändern willst, dann geniess es!
Solange der Wille nicht da ist, etwas zu ändern, ist es offensichtlich dein Wille, dass es so bleibt wie es ist; dass das, aktuell, unter dem Strich immer noch die bestmögliche Lösung ist. Sich zu sagen und anzuerkennen "ich will das tatsächlich, was ich hier tue" finde ich sehr hilfreich. Und falls in dem Moment alle innern Stimmen anfangen zu protestieren und finden "nein, ich will das doch gar nicht!" - sind die dann auch grad wach und da, um zu sagen, was sie denn sonst wollen, wenn nicht das.
und, nützt es etwas? Entstehen daraus Erkenntnisse, oder bessere Verhaltensweisen?Das hast mir meine Therapeutin auch öfters geraten und manche Male gelingt es auch, mich daran zu erinnern....
gut! :-)Ja, wie sich diese Gefühle anfühlen, das weiß ich. Ich denke, auch die Unterschiede kann ich wahrnehmen.
mir scheint, du bist entweder immer extrem in Aktivität, oder extrem in Passivität/Erschöpfung; und dazwischen ist praktisch nichts. So eine ruhige introvertierte Aktivität wie zB Puzzlen oder Briefmarken sammeln oder Stricken ist wohl nichts für dich, und nichts, das du praktizierst?Ich handle halt impulsgesteuert und das ist mir im Nachhinein auch bewusst, aber in dem Moment will ich naeinfach nur "loswerden" und wenigstens IRGENDWIE handeln und in Aktion kommen, damit ich manche Entscheidungen hinter mir habe. Kann gerade dafür keine Worte finden.
Warum musst du, wer zwingt dich dazu? Du könntest es auch einfach sein lassen und wärst dann vielleicht etwas weniger fix und fertig. Oder du könntest das "etwas unternehmen" sein lassen und früh schlafen gehen. Kann man alles machen, wenn man will!Ich unternehme ja wirklich genug. Meistens überfordere ich mich dann damit. Denn an essensmäßig guten Tagen muss ich Sport/Spazierengehen unterbringen und unternehme meist noch was und bin dann fix und fertig.
Es gibt Möglichkeiten, sich ruhige Beschäftigungen zu finden - Dinge, wo die Finger beschäftigt sind, während der Körper ruht. Dinge, wo der Geist beschäftigt ist, während der Körper ruht. Aktivitäten, mit einem Mischverhältnis von Beschäftigung und Ruhe, das dir entspricht. Schreiben? Nähen?Nur "ausruhen" kann ich nicht, leider :(
Einfach auf ein Sofa sitzen und gar nichts machen, können nur Zen-Mönche nach jahrzehntelangem Training.
So das Programm was du beschreibst, da wär ich auch erschöpft!
Früher oder später - wenn der Wille sich geändert haben wird - wirst du wohl nicht darum herumkommen, dich selbst mal zu konfrontieren. und diese Leere/Sinnlosigkeit nicht mit der nächsten Portion Nudeln zu stopfen, sondern mit Dingen, die dir besser zusagen und besser entsprechen. Nicht nur Essen, auch Lebensinhalte.Wenn ich nichts geplant habe, fällt mir die Decke auf den Kopf, ich fühl mich sinnlos/leer/unnütz/einsam.
Ausserdem ist nichts falsch daran, sich sinnlos, leer und unnütz zu fühlen.
na dann mach doch mal ein paar Pläne!Weiß ich nicht. Sicherlich aber nicht 40 Stunden in diesem job verbringen. Ich habe keinen Plan, was ich im Leben will.
Reisen, ja ok.
An welche 10 Orte würdest du denn gern noch reisen? - und wie kannst du, trotz mangelndem Budget oder mangelnder Zeit dieses schöne Reisegefühl schon hier und jetzt in den Leben einladen? - durch Bilder dieser Orte? Indem du Gegenstände von dort kaufst und benutzt? Die Sprache von dort lernst, oder vielleicht auch nur ein Lied? Bücher liest, die diese Orte zum Inhalt haben? durch die Antiquariate streifst und guckst, ob es womöglich einen alten Druck, eine alte Illustration gibt von diesen Orten? - ich würde ja, da ich gern esse, Spezialitäten dieser Orte suchen und essen gehn.
mit dem Wünsche ist es wie mit allem andern im Leben, sobald man erst etwas Übung hat, geht es leichter.
Geld ist eigentlich nie das Problem; wenn man etwas will (tatsächlich will, genug stark will) findet sich auch das Geld dafür. Oder Alternativen. (wenn zB jemand den Flug zahlt, brauchst du kein Geld für den Flug...)Aber das Geld hab ich ja schon zu Genüge fürs Essen verbraten, leider.
Aber solange du nicht tatsächlich reisen willst, willst du lieber in deiner aktuellen Situation bleiben, das ist auch in Ordnung so. Es fängt an und hört auf mit deinem Willen, und den kann man nicht zwingen.
Du weisst vermutlich, rein intellektuell, dass das Unsinn ist. Du kannst, rein intellektuell, dir auch andere Dinge vorhersagen "ich hab dieses (fettige, süsse, leckere) Teil gegessen und es tut mir gut!". Dann wird zwar das innere Protestgeheul losgehen, aber das kann man ignorieren, bzw sagen: ich hab euch gehört, und jetzt tu ich, was ich will, weil ich es als richtig erkannt habe.Ich kann schon auch mal gezielt in einem Restaurant etwas für mich grenzwertiges Essen, aber danach fühl ich mich meistens schuldig und denke schon wieder "morgen musst du aber... länger spazieren gehen" (z.B.)
Gedanken haben einen Vorteil: man kann sie relativ leicht ändern. Viel leichter als Empfindungen. Und man kann sie auch unterbrechen und durch neue, bessere Gedanken ersetzen, wenn man die üblichen Gedanken nicht sinnvoll findet. Man kann sich zwingen, gegen alle vorhandenen Instinkte und Gewohnheiten, konstruktive Dinge zu denken - und das sollte dann irgendwann abfärben...
gruss, barbara
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21.07.2016, 10:37Inaktiver User
AW: Nicht wissen, was man im Leben will, „Fähnchen im Wind“ und Bulimie
Das ist irgendwie provokativ, aber vielleicht stößt es was in mir an.
Dauerhaft wohl nicht, kurz mal vielleicht ja (wenn ich sage, dass ich z. B. am Sonntag meine Eltern nicht besuchen will). Aber schon die Woche drauf kann es sein, dass ich dennoch aus innerem Zwang heraus meine Bedürfnisse übergehe, weil ich funktionieren will und es alles recht machen will.
gut! :-)
Richtig erkannt. Nein, ruhiges vor-mich-hinarbeiten ist nicht möglich. Ich habe es versucht: Basteln, Malen, Musizieren. Funktioniert einmal für ne halbe Stunde ganz gut, dann werde ich innerlich unruhig. Muss essen oder mich bewegen oder im Haushalt was tun.
Niemand zwingt mich, ich setze mich aber selbst unter Druck, überall dabei sein zu müssen. Denn sonst verliere ich ja meine sozialen Kontakte und steh vll irgendwann ganz alleine da.
Ich habe immer das Gefühl, was zu verpassen, wenn ich wo nicht dabei bin.
Oder aber bei kurzfristigem Absagen, weil es mir selbst zuviel wird oder nicht gut geht, habe ich ein schlechtes Gewissen und habe Angst, dass mich die Person dann nicht mehr mag.
Tagebuch schreibe ich sehr regelmäßig. Wobei ich auch das Geühl habe, dass ich meine Zwangsgedanken einfach wo "ablegen" muss, dann wird es aber tatsächlich leichter...
Nähen kann ich mir eher nicht vorstellen. Wie schon geschrieben, ich habe diverse Basteleien versucht.
Vielleicht aber auch dies wieder "nicht hartnäckig" genug. Mir ist klar, es geht um Ablenkung und Runterkommen und dennoch will ich mich nicht auch noch in meiner Freizeit mit Hobbies "stressen", wenn schon im Alltag soviel Druck auf mir lastet.
rtion Nudeln zu stopfen, sondern mit Dingen, die dir besser zusagen und besser entsprechen. Nicht nur Essen, auch Lebensinhalte.
Natürlich ist mir das kognitiv klar... Aber es ist so schwer.
Bezüglich meiner Wünsche und Träume und Ziele werde ich mir Gedanken machen. Ich werde mir alles aufschreiben, so eine Art Brainstorming! Danke für deine Anregungen, Barbara!
Heute hab ich mir wieder gedacht, wie bescheuert ich bin.
Ich lese oft in Suizidforen von Hinterbliebenen. Die haben Angehörige verloren, sind tief traurig und ich sitze hier und möchte sterben und hab ja rein von außen betrachtet ein komfortables Leben. Ok, die Partnerschaft fehlt mir, aber gut, kann ich jetzt nicht herzaubern.
Warum bin ich so unglücklich und unzufrieden? Warum fresse ich schon wieder?
Vielleicht muss ich doch nochmal in eine Klinik. Ich werde es wohl kaum alleine schaffen, ich glaube, ich mache mir was vor.
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21.07.2016, 10:47
AW: Nicht wissen, was man im Leben will, „Fähnchen im Wind“ und Bulimie
Ich finde dass ist ein guter Gedankenansatz, Du willst leben, Du bist auch lebenshungrig, das empfinde ich so wenn ich lese dass Du gerne draussen unter Menschen bist...
Lass Dir helfen, versuche einen Weg für Dich zu finden dass Du Hilfe von Aussen zulassen kannst, Menschen die DICH unterstützen, doch letztendlich musst Du Deinen Weg zum Gesund werden selbst gehen, aber Du musst nicht alleine dabei sein!
Ich wünsche Dir dass Du Frieden schliessen kannst mit Dir und allen Dingen die Dir bis jetzt begegnet sind, wenn Du Frieden schliesst schaffst Du es mit Dir in eine Form der aushaltbaren Andrea mit Andrea leben zu können und glücklich zu werden....Das Leben macht was es will und ich auch!
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21.07.2016, 10:58
AW: Nicht wissen, was man im Leben will, „Fähnchen im Wind“ und Bulimie
Liebe Andrea

Sei nicht so hart mit Dir selbst.
Irgendetwas scheint da einfach zu sein, was Dich belastet und was Dich den Ausweg in der Sucht suchen lässt. Eine Sucht kann auch Halt geben und etwas Verlässliches sein.
Du wirst herausfinden müssen, was es wirklich ist, was Dich so belastet. Was hilft dieses "eigentlich sollte es mir doch gut gehen"? Fakt ist einfach, dass es nicht so ist. Punkt.
Weißt Du, ich hatte selbst jahrelang als Jugendliche Bulimie. Und in ganz vielen Zeilen von Dir erkenne ich mich wieder. Ich hatte oberflächlich auch ein gutes Leben und dennoch war da diese Last, mit der ich nicht anders umgehen konnte als über die Sucht.
Letzten Endes war bei mir die familiäre Situation der Auslöser. Ich habe viele Konflikte und damit viel seelischen Ballast meiner Eltern mitgetragen, aber das wurde mir erst später klar. Mein seelisches Leiden war immens und ich hatte auch sonst noch so einige psychosomatische Themen damals.
Raus gekommen bin ich aus der Sucht eher durch einen Zufall. Ich zog aufgrund meines Studiums ein gutes Stück weg von zu Hause und das war ein regelrechter Befreiungsschlag, der ganz plötzlich sehr viel positive Energie frei setzte. Dazu kam dann, dass ich aufgrund eines Suizidversuches meiner Mutter, einmal die Woche zu einer Familientherapie ging, wie es die Therapeuten meiner Mutter empfohlen hatten. Und von da an ging es steil bergauf. Das ist nun fast 20 Jahre her, es geht mir prima und ich hatte nie wieder einen Rückfall. Ich weiß heute, dass das Leben etwas Wunderbares ist!
Was ich damit sagen will ist, dass Du das Thema finden musst, was Dich in diese Sucht treibt. Oft ist es uns gar nicht bewusst, WAS uns derart auf der Seele liegt. Daher halte ich eine erneuteTherapie mit Aufrollen und Aussprechen aller Gefühle, auch der unterdrückten, für SEHR sinnvoll.“In the middle of difficulty lies opportunity”
― Albert Einstein



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