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  1. Inaktiver User

    AW: Laut oder leise?

    Was soll ich nun mit dem Kommentar anfangen? Es war halt nunmal so. Und das ist doch auch gar nicht Thema. Ich fands auch umständlich, aber der Vermieter empfand es als nötig und somit musste es sein.

  2. Inaktiver User

    AW: Laut oder leise?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was soll ich nun mit dem Kommentar anfangen? Es war halt nunmal so. Und das ist doch auch gar nicht Thema. Ich fands auch umständlich, aber der Vermieter empfand es als nötig und somit musste es sein.
    Es wäre auch eine Strategie gewesen, aus der unprofessionellen Situation auszusteigen bzw. diese zu vermeiden.

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    AW: Laut oder leise?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen


    Da der Herr nicht bereit war, von seiner Position abzurücken und die Situation somit unlösbar wurde, musste ich nachgeben.
    Das ist eine interessante Aussage. Warum musstest du nachgeben? Du hättest auch höflich aber bestimmt bei deinem Eigeninteresse bleiben können. Der Vermieter hätte dann entscheiden müssen.

    Was dir scheinbar noch so ein bisschen fehlt, ist das Gespür dafür, wo deine eigentlichen Grenzen liegen. Es ist nicht wichtig, die gleichen Grenzen zu haben wie andere und daher in jeder Situation so zu reagieren wie andere. Aber die ureigenen Grenzen zu spüren und sich für ihre Einhaltung einzusetzen, ist eine wichtige Form des Selbstrespekts. Aus dem wiederrum der Respekt anderer erwächst.
    Man wandelt nur das, was man annimmt.

    C.G. Jung


    Nein ist ein ganzer Satz.


    Keine Ahnung von wem

  4. gesperrt

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    AW: Laut oder leise?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    sondern bin sehr empathisch und harmonisch veranlagt.
    Eine schöne Qualität, wenn man sie auch im rechten Moment weglassen kann.



    Jetzt passiert es in letzter Zeit öfter, dass ich mit Menschen zu tun habe, die rüpelhaft sind, mich nicht zu Ende reden lassen, mich offenbar nicht ernst nehmen (z.B. bei Verhandlungen im Geschäftsbereich, sind vor allem auch ältere Männer) etc. Ich weiss mich schon zu wehren, aber ich find das immer unendlich ätzend, mit solchen Menschen zu tun zu haben, weil ich nicht nachvollziehen kann, warum viele so sind.
    In gewissen Branchen, besonders männerbetonten, ist "ich muss erst mal den Gockel geben und das Revier markieren" ein übliches Verfahren; sodass alle Beteiligten genau die Ausgangsposition kennen. Und wenn erst mal diese Positionen festgelegt sind, geht es darum, eventuelle Kompromisse zu finden.

    Da ist es durchaus auch üblich, dass manche sich erst mal tüchtig gross aufblasen und dabei auch viel Lärm machen.

    In dem Fall empfiehlt es sich, sofort im gleichen Tonfall zurück zu geben und vor allem auch keinen Raum aufzugeben.

    Der Nachbar schraubt abends für 2 Minuten ein Loch in die Wand? Ich rolle höchstens mit den Augen, die andern rennen rüber, schreien aneinander an etc. Jemand hat sein Auto etwas zu nah an meiner Ausfahrt geparkt? Es wird ein riesen Terz veranstaltet und rumgebrüllt.
    Wenn einer zwei Minuten bohrt, kein Problem für mich; wenn einer meinen Weg blockiert, sag ich höflich "ich muss da durch, stellen Sie bitte Ihr Auto kurz weg", was in der Regel auch in Ruhe und Anstand bestens funktioniert.



    Ich denke, ich strahle ja auch aus, dass ich kein Mensch bin, der auf Konfrontation aus ist. Laufe ich damit Gefahr, nicht ernst genommen zu werden?
    ja, diese Gefahr besteht.

    Ausserdem kann das Austragen von Konflikten - in einem sportlichen Geist - durchaus Spass machen. :-)

    gruss, barbara

  5. gesperrt

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    AW: Laut oder leise?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nun sollten wir uns zu dritt mit dem Vermieter zusammensetzen um einen KOMPROMISS bzgl. der Zeitplanung zu finden. Das Treffen lief dann so ab, dass der ältere Herr dieses ausschließlich dazu nutzte, dem Vermieter nochmal klarzumachen, warum er den Raum zu dieser Zeit unbedingt will (nicht unbedingt braucht, sondern will weil sich das mit seinen privaten Terminen gut ausgeht!).
    Ich doofe Nuss bin echt hingefahren mit dem Gedanken, dass wir einen Kompromiss, also ein gegenseitiges Abklären und Nachgeben, schließen. Da der Herr nicht bereit war, von seiner Position abzurücken und die Situation somit unlösbar wurde, musste ich nachgeben.
    Es ist nicht an dir, die Situation zu lösen, sondern am Vermieter, der den Entscheid trifft. Übernimm Verantwortung nur dort, wo du tatsächlich verantworlich bist!

    Hättest du gern einen der Termine gehabt, den der ältere Herr auch beanspruchte, und musst jetzt mühsam umdisponieren oder umplanen? - da hätte es sich gelohnt, auf die Hinterbeine zu stehen und auch etwas absoluter zu formulieren "ich brauche diesen Termin A!"

    Wenn es dir sowieso keine Rolle spielt, lachst du halt und nimmst jene, die übrig bleiben.

    Aber ich bin halt nicht der Typ, der etwas bis zum Schluss verbittert ausficht. Und ich hab irgendwie die Befürchtung, dass mir dadurch Nachteile entstehen.
    Ist dir denn im konkreten Fall ein Nachteil entstanden, zB dass du deine Zeitplanung neu machen musst und allen Leuten hinterhertelefonieren musst? Oder konntest du dein Programm plangemäss durchziehen?

    Andererseits verbietet es mir meine Empathie, wenn wir einen Kompromiss schließen wollen, nur meine Interessen durchzuboxen. Denn dann ist es kein Kompromiss.
    DU bist hier die einzige, die einen Kompromiss schliessen wollte. Doch wenn alle andern nicht auf Kompromiss aus sind, musst du das auch nicht sein. Man kann durchaus auch mal einfach sich durchboxen.

    gruss, barbara

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    AW: Laut oder leise?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich habe nicht das Gefühl dass ich mich nicht kenne, so wie kenzia schrieb. ICH FÜR MICH wäre grundsätzlich so drauf, dass wenn mein Nachbar beispielsweise ein Loch in die Wand bohrt, ich das zunächst ignoriere, solange es nicht allabendlich wird. Ich sehe es eben nicht ein, mir wegen Nichtigkeiten meine Laune kaputt zu machen. Und die schlechte Laune wenn ich rübergehe und rumpöbele hält in der Regel ja länger an als die 2 Minuten Lochbohren.
    Ich beobachte in letzter Zeit nur extrem häufig, dass Menschen das Rummeckern anfangen und ich wundere mich darüber. Ich frage mich, welchen Vorteil sie dadurch haben und ob ich irgendwie komisch bin mit meiner "Hippie-Einstellung" von wegen "ach ist doch egal, Hauptsache ich hab einen schönen Abend und wenn es nur 2 Minuten sind, ist es doch gleich vorbei!". Der andere Nachbar, der rumpöbelt, scheint das irgendwie persönlich zu nehmen oder was Grundsätzliches draus zu machen. Jemand schrieb was von Machtspiel. Genauso wirkt es auch und ich frage mich, ob es für mich verpflichtend sein muss, bei dem Machtspiel mitzumachen weil ich ansonsten raus bin.
    Solche Szenen entwickeln leider sehr häufig recht schnell eine Eigendynamik. Es könnte z.B. ja sein, dass der Nachbar sich noch (oder gerade wieder mal) einrichtet und das eigentlich zeitlich absehbar wäre. Nun hat er aber so einen Nervbeutel nebendran, der ihn wegen der Bohrerei gleich dumm anmacht und er selbst ist dann vll der Typ, der dann gleich halsstarrig wird und sich sagt. jetzt erst recht. Und nun ist Bohren sein Hobby. Nur als Beispiel. Sehr anschaulich bringt die Geschichte vom Hammer eine solche Dynamik auf den Punkt:
    Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar ihm den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er ihn nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgeschützt, und er hat etwas gegen ihn. Und was? Er hat ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von ihm ein Werkzeug borgen wollte, er gäbe es ihm sofort. Und warum sein Nachbar nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen ausschlagen? Leute wie der Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet der Nachbar sich noch ein, er sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht’s ihm aber wirklich. Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch noch bevor er „Guten Morgen“ sagen kann, schreit ihn unser Mann an: „Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!“
    Quelle Wikipedia, aus dem Buch "Anleitung zum Unglücklichsein" von Paul Watzlawick

    Ich habe festgestellt, dass ich gelassener bleibe, wenn ich mit den Leuten, die mich grad nerven, einen kurzen persönlichen Kontakt habe. Da kann schon ein Lächeln reichen, oder ein kurzer smalltalk. Dazu muss ich noch nichtmal besonders harmoniebedürftig sein. Es hat wohl einfach was mit verbaler oder nonverbaler Kommunikation zu tun, die dann auch diese Hirnspirale verhindert wie in der Geschichte.
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

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    AW: Laut oder leise?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Ich meine mit "warum" auch nicht jeden einzelnen Grund, der dahinter stecken kann- aber hier wird scheinbar grundsätzlich nicht verstanden warum Menschen "so" sind und ob sie auch besser "so" wäre.
    Und sich mit Verhalten von Menschen auseinander zu setzen, kann letztlich nur helfen, denn man nimmt nicht mehr alles persönlich und muss sich dann auch nicht an anderen orietieren (was ja jetzt gerade statt findet indem man sich in Frage stellt DURCH das Verhalten der anderen).

    sehe ich etwas kritischer. Es kann nicht nur helfen, es kann schon auch noch mehr verunsichern, gerade wenn man selbst noch nicht so gefestigt ist. Auf meinem Weg war es nötig, dass ich gelernt habe, mich auch mal weniger mit den Befindlichkeiten meines Gegenübers zu beschäftigen und mehr zu lernen, meine eigenen Interessen wahrzunehmen, zu formulieren, zu artikulieren und darin standhaft zu bleiben.

    Bei der Sache mit der Vermietung wäre es, wie schon geschrieben, wohl genau darum gegangen. die Entscheidung wäre die Aufgabe des Vermieters gewesen. Die TE muss da nicht von ihren Interessen und Argumenten abrücken, um eine Lösung herbeizuführen. Das war gar nicht ihre Aufgabe.

    Und darum gehts, zu erkennen, was ist meine Aufgabe, also was will ich, was ist mir das wert, und wie weit muss mein Engagement hier überhaupt gehen? Es geht um Entschlossenheit und Klarheit, dazu muss ich nicht unempathisch sein. Empathie bedeutet auch, den anderen so sein zu lassen, wie er ist. Wenn ich eine Gegenposition einnehme, werte ich ihn daher auch nicht ab, sondern trete lediglich für mich selbst ein. Das eine ist zu dem anderen kein Widerspruch.Im Gegenteil: wenn ich für mich selbst eintrete und darin klar bin, gebe ich dem Gegenüber ja auch den Raum, dies für sich selbst ebenso zu sein. Das ist eben der Unterschied, wenn grundsätzlicher Respekt gegeben ist zu dem, wo ich das Gegenüber nur übervorteilen, niedermachen, oder sonst was wil.

    Und es wird leichter, wenn man älter wird, was für die TE natürlich kein Trost ist. Aber ich habe tatsächlich festgestellt, dass es wohl so was wie einen "Altersrespekt" gibt. Ich brauch heute weniger Energie dafür, mich zu behaupten, gerade auch älteren Männern gegenüber (die wirklich sehr häufig noch ein ganz anderes Selbstverständnis haben, gerade gegenüber jungen Frauen, die den selben Job machen). Das mag zum einen an meinem heute sicher selbstbewusstereren und klareren Auftreten liegen, zum anderen aber auch, weil sich keiner mehr die Haltung "werd erstmal trocken hinter den Ohren" mir "alten Kuh" gegenüber leisten kann, jungen Menschen, v.a. jungen Frauen gegenüber aber schon noch oft mit reinspielt.

    Das andere, dass junge Menschen oft meinen, sie wissen eh alles besser, da frisch von der Uni, gibts natürlich auch, insofern gibts halt auch heute noch Generationenkonflikte. Aber nicht so schlimm wie früher, weil die kommunikativen Fähigkeiten bzw die Erwartung und Notwendigkeit dieser heute ein vielfaches früher ist als vor 20/30 Jahren.
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

  8. Inaktiver User

    AW: Laut oder leise?

    Bei dem älteren Herrn aus dem Beispiel handelte es sich ja gar nicht um einen geschäftlichen Kontakt.

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    AW: Laut oder leise?

    Zitat Zitat von Amelie63 Beitrag anzeigen

    Und darum gehts, zu erkennen, was ist meine Aufgabe, also was will ich, was ist mir das wert, und wie weit muss mein Engagement hier überhaupt gehen? Es geht um Entschlossenheit und Klarheit, dazu muss ich nicht unempathisch sein. Empathie bedeutet auch, den anderen so sein zu lassen, wie er ist. Wenn ich eine Gegenposition einnehme, werte ich ihn daher auch nicht ab, sondern trete lediglich für mich selbst ein. Das eine ist zu dem anderen kein Widerspruch.Im Gegenteil: wenn ich für mich selbst eintrete und darin klar bin, gebe ich dem Gegenüber ja auch den Raum, dies für sich selbst ebenso zu sein. Das ist eben der Unterschied, wenn grundsätzlicher Respekt gegeben ist zu dem, wo ich das Gegenüber nur übervorteilen, niedermachen, oder sonst was wil.

    Ich kann nicht alles erleben, aber ich kann [in einem gewissen Rahmen] leben, wie ich will.

  10. Moderation

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    AW: Laut oder leise?

    Kurka, zu deinem Beispiel, ich habe kürzlich in einem interessanten Buch über Entscheidungspsychologie gelesen, daß die beste Umgehensweise mit absurden Forderungen weder ist, in die andere Richtung absurde Forderungen zu stellen, noch, nachzugegen, sondern zu sagen, daß man so nicht verhandeln kann und wird. Dann spricht man natürlich die Person an, (in dem Fall der Vermieter), die ein Interesse daran hat, mit einem ins Geschäft zu kommen -- nicht die, die nur will, daß man weg ist. ("Ich bin verwundert, daß Sie mir einen Raum zu einem Termin anbieten, wo er nicht zur Verfügung steht, und jetzt erwarten, daß ich das hier löse. Machen Sie mir bitte einen Vorschlag der meine Anforderungen berücksichtigt.")

    Ich sag nicht, daß das in jeder Situation unbedingt der wahre Jakob ist, aber sich mal mit solchen Themen zu befassen und zu gucken, was andere gesagt haben und was die Wissenschaft festgestellt hat, erweitert das Repertoire von Reaktionen,die einem zur Verfügung stehen.

    Leute verhalten sich, wie sie sich verhalten, weil es ihnen was bringt. Psychologisch, praktisch, oder beides. Wenn du weißt, was du willst, kannst du ein Verhalten finden, das dir das bringt, was du brauchen kannst. Immer zurückweichen und sich zu fein zum Streiten zu sein, bringt einem auch was, aber es bringt einen nicht weiter. Denk dran, wer sich nur künstlich aufregt, spart sich den Herzklabaster.

    "Jeder hat seine Gründe, jeder hat sein Problem, ja und wenn ich mich bemühe kann ich alles verstehen" -- ja. Gut. Aber alles verstehen heißt nicht, alles gutheißen oder alles mitmachen.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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