Liebes Forum,
ich bin froh, die Möglichkeit zu haben, hier mein Thema und Anliegen zu veröffentlichen, in der Hoffnung, auf guten Rat und Gleichgesinnte zu stoßen.
Meine Lebenssituation: seit über 5 Jahren alleinerziehend, Kind 13 Jahre alt, schmerzhafte Trennung vor mehr als 5 Jahren (ging von meinem Ex aus), seitdem einige Affären, im Moment eine Beziehung, bei der ich noch nicht weiss, wo sie mal hinführt. Sprich: ich bin nicht ganz glücklich, aber auch nicht ganz unglücklich.
In den Jahren nach der Trennung war es für mich oft schmerzhaft, Familien zu begegnen. Familien mit unterstützenden liebevollen Ehemännern und Vätern. Ich hatte das verloren, versuchte mein Leben als Alleinerziehende tatkräftig auf die Beine zu stellen, aber die emotionale Verletzung war da, und die tiefe Trauer über den Verlust der Familie. Es war für mich oft sehr schwer zu erleben, dass es diese intakten Familien noch gab, und ich fühlte mich oft...übriggelassen, als 5. Rad am Wagen, beziehungsunfähig...sicher alles Stigmata, die ich mir selbst gab, aber ich kam da nicht richtig raus... Als ich meinen derzeitigen Partner kennenlernte, war dieses Gefühl in den ersten Monaten weg und ich fühlte mich wieder...komplett, sicher, gut. Da die Beziehung aber einige Schwierigkeiten mit sich bringt, bin ich jetzt wieder in diesem alten Denkmuster... Gerade heute war ich mit einer sehr gut befreundeten Familie auf einem Ausflug, es war ein schöner entspannter Tag in der Natur, das Nachhausekommen war furchtbar...ich wieder allein. So ist es ganz oft: ich allein. Andere haben Partner, Familie des Partners, eigene Familie um sich herum, ich: nicht. Es macht mich so sehr traurig, da ich mich als sozial kompetenten Menschen sehe und diese Eigenschaft irgendwie so unerfüllt bleibt, so ungenutzt. Ich sehe mich als Familienmensch und kann das nicht leben. Und ich frage mich: warum habe ich es nicht?
Schwer ist es auch, schwierige Zeiten durchzustehen (z.B. Probleme im Job...) Nachhause kommen und da ist keiner. Sicher kommt jetzt die Frage: und Dein Partner? Tja, er hat selbst keine Familie und ich fühle mich von ihm oft nicht so unterstützt, nicht so, wie ich es gerne hätte.
Irgendwie bin ich gerade total unglücklich wegen diesem Thema. Ich würde mich freuen, wenn jemand dazu eine Idee hätte. Ich hoffe, meine Zeilen klingen nicht allzu "jammerig", das sollen sie nicht. Ich habe nur versucht, meine Gefühl zu formulieren, und mein Herz ist gerade ziemlich schwer...
Viele Grüße
Amber
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03.07.2016, 19:46
Warum habe ich keine Familie oder: Wie fängt man sich selbst auf?
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03.07.2016, 20:27Inaktiver User
AW: Warum habe ich keine Familie oder: Wie fängt man sich selbst auf?
Hallo Amber
Grade Sonntags oder?
Was sagt Partner zu deinen Wünschen? Wieso kann er dich nicht auffangen? Wo Ist er gerade jetzt?
Ich bin ganz froh mal Ruhe zu haben um bei mir bleiben zu können ich bin eher ruhelos viel unterwegs immer unter Strom irgendwie.....und diese Stimmung die du da gerade hast brauche ich für meine Kreativität....aber es geht um dich....
Freunde? Hobby? Kollegen? Was machst du in deiner Freizeit? Allein der Partner kann diese Aufgabe ja nicht übernehmen
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03.07.2016, 20:30Inaktiver User
AW: Warum habe ich keine Familie oder: Wie fängt man sich selbst auf?
Hallo Amber,
Es gibt in D sehr sehr viele Alleinerziehende. Du bist also nicht alleine.
Wie wäre es wenn Du Deinen Freundes-und Bekanntenkreis in dieser Hinsicht erweiterst, dann würdest Du Dich nicht mehr wie das 5. Rad am Wagen fühlen und hättest Menschen die Dich verstehen. Es gibt soviele spannende Lebensmodelle. Vater, Mutter, Kind ist nicht das alleine seelig machende.
Alles Gute
S.Geändert von Inaktiver User (04.07.2016 um 19:46 Uhr)
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03.07.2016, 20:30
AW: Warum habe ich keine Familie oder: Wie fängt man sich selbst auf?
Hallo Amber,
du hast doch ein Kind, ihr seid eure kleine Familie. Die ganzen intakten Familien, die du um dich herum wahrzunehmen glaubst, sind doch nur in deiner Vorstellung perfekt. Genauso gibt es auch getrennte Familien mit unterstützenden Vätern. Das gehört in meiner Vorstellung überhaupt nicht zusammen, da bin ich realistisch genug. Was ist denn mit dem Papa deines Kindes, hat der sich denn komplett verabschiedet?
VG
Sabina
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03.07.2016, 20:45Inaktiver User
AW: Warum habe ich keine Familie oder: Wie fängt man sich selbst auf?
Ja- so ist man, wenn man sich alleine fühlt oder alleine ist.....man sehnt sich nach einem Partner, nach jemandem, der DA ist.......nach diesem Nest, wo man zuhause ist und alle Flügel hängen lassen kann.
Leider erscheinen einem dann alle anderen glücklich und erfüllt.......was aber sicherlich eher selten genau dem entspricht, was man hinein legt. Du hast doch auch einen Freund und bist dennoch einsam.......
Was ist mit Deiner Herkunftsfamilie? Wo ist Vater- wo ist Mutter- wo evtl Geschwister oder sonstige Familie??
Es klingt, als wäre das alles nicht vorhanden und evtl sogar auch nicht mit guten Gefühlen belegt??
Dann kannst Du DAS, was Du mit Deinem Sohn hast- als DAS Geschenk überhaupt sehen!
Denn darauf HAST Du Einfluss und die Chance, eine Liebe zu spüren, was doch auch ein großes Geschenk ist!
Noch nicht richtig mit der Vergangenheit abgeschlossen?? daher nicht fähig wieder gut nach vorne weiter zu gehen?
Dann wird es dafür ja vielleicht Zeit?
Alte Trauer, alter Schmerz hinter Dir zu lassen und wieder mit offenem Herzen und dem Gefühl von glücklich mit Deinem Sohn- in die Zukunft gehen.
Wir sind selbst für unsere Gefühle verantwortlich- und haben auf sehr viel Einfluss.......
Nehme diese Freiheit wahr
lg kenzia
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03.07.2016, 21:30Inaktiver User
AW: Warum habe ich keine Familie oder: Wie fängt man sich selbst auf?
ich kann dein problem ganz gut nachvollziehen... die geborgenheit, die du vermisst, kann man sich auch ohne einen partner aufbauen, mit anderen leuten. aber dann ist wiederum wenig zeit für eine partnerschaft... mit partnerschaften wiederum ist es so eine sache, wenn die kinder älter sind.
wahrscheinlich ist es der beste weg, freundschaften gut zu pflegen! und vielleicht auch nochmal nach anderen leuten zu suchen, die nicht so ein familien-komplett-modell leben?
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04.07.2016, 08:02Inaktiver User
AW: Warum habe ich keine Familie oder: Wie fängt man sich selbst auf?
Amber, dann schau, warum Dich Deine Beziehungsgeschichte immer wieder in solche Konstellationen geführt hat? Was hast Du im Elterhaus erlebt in Sachen Beziehungen, Deine Eltern als Vorbild und wie wurdest Du behandelt? Das sind dann die Dinge wo Du dann wohl unbewusst meinst, dass das Beziehung-Liebe wäre, ist es aber wohl nicht und fühlt sich auch nicht wirklich so an. Da geht nicht das Herz auf.
Hast Du Angst zu lieben mittlerweile? Wie würde es sich für Dich anfühlen, wenn Du jemanden liebst? Was brauchst Du an Liebe zurück, an Vertrauen und an Sicherheit? Affären bieten davon doch gar nichts, höchstens einen Hauch von Illusion durch Lüge und ein bisschen Sex.
Könntest Du denn jemanden lieben, der zu Dir stehen will oder ist es wichtiger, dass Du für Dich stehst und da stabil bist? Vielleicht kommt es noch, dass Du wirklich offen wirst, aber auch das ist ein Weg. Erfahrung hast Du ja, vielleicht gilt es die nur zu verarbeiten.
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04.07.2016, 11:31
AW: Warum habe ich keine Familie oder: Wie fängt man sich selbst auf?
Vielen Dank für eure vielfältigen und unterstützenden Antworten. Gute Gedankenanstösse! Besonders kenzia und binmalwiederda - ihr habt es ziemlich ins Schwarze getroffen. So, dass mir jetzt gerade auch die Tränen gekommen sind...(bin heute zu Hause, da geht das...) Ja, wirklich zu LIEBEN, einen Mann, meine ich, die Themen Vertrauen, Sicherheit, alles nicht einfach für mich. Und ich frage mich: wie komme ich da raus? Meine riesengroße Sehnsucht ist ein Partner, der es ernst mit mir meint, mir Sicherheit, Vertrauen, Geborgenheit gibt, aber gleichzeitig habe ich eine riesige Angst davor und eine Stimme in mir: es ist besser, allein zu bleiben, dann weisst Du, auf wen du dich verlassen kannst: nämlich nur auf dich.
....also einerseits Sehnsucht, Bedürftigkeit, andererseits Angst vor Abhängigkeit.
Sehnsucht: nach einem starken Mann, der Schutz bietet - bei meinem jetzigen Partner hab ich das nur bedingt und immer ist da ein Gefühl von Unerfülltheit, Unvollkommenheit...irgendwie ist es das nicht. Gleichzeitig hab ich Angst, mich zu trennen, gerade nicht die Kraft fürs Alleinsein..
binmalwiederda: rätst Du zu therapeutischer Unterstützung, um dieses Thema anzugehen? Oder meinst Du, das geht auch allein?
Danke euch noch mal.
Viele Grüße
Amber
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04.07.2016, 12:11Inaktiver User
AW: Warum habe ich keine Familie oder: Wie fängt man sich selbst auf?
Das weiß ich nicht. Meine Nichte hat z.B. eine sehr sehr gute, würde sagen Ausnahme- Therapeutin, die sie bereits nach sehr wenigen Sitzungen dazu gebracht hat aufzumachen und sich das anzusehen, sowie viel besser damit klar zu kommen. Manchmal kann es sehr hilfreich sein mal jemandem zu vertrauen und das eben nicht allein zu lösen.
Und mit Deinem Partner gehe ins Gespräch und sage ihm, wie sich das für Dich anfühlt. Wenn Du in Therapie gehst, kannst Du sicher noch ein wenig mit einer Entscheidung warten, ob Du diese Partnerschaft weiterführst oder eben es fühlt sich so lasch an, dass Du jetzt im Prinzip schon besser allein dran bist.
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04.07.2016, 12:36Inaktiver User


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