Pass auf, dass Du nicht in eine Traumwelt abdriftest,
dass Du Deine eigenen Defizite nicht in den Traum von einem idealen Mann projizierst.
So, wie Du Dir eine ideale Beziehung vorstellst, ist die Realität nicht. Du beobachtest andere vermeintlich glückliche Paare und misst daran Dein eigenes Unglück.
Das ist eine Traumwelt.
Nie wird ein Mann alles das leisten können, was Du von ihm erwartest. Es scheint mir vernünftiger, alles das bei Dir selbst zu entdecken und zu entwickeln und Dir dann einen normalen Menschen als Partner zu suchen.
In einer guten Beziehung unterstützt man sich gegenseitig, jeder hat Stärken und Schwächen, nicht einer allein gleicht die Defizite des anderen aus. Das ist zum Scheitern verurteilt.
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04.07.2016, 12:44Inaktiver User
AW: Warum habe ich keine Familie oder: Wie fängt man sich selbst auf?
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04.07.2016, 12:53Inaktiver User
AW: Warum habe ich keine Familie oder: Wie fängt man sich selbst auf?
Ich würde mal behaupten, dass es sowas wie eine goldene Mitte gibt. Affären bieten ja nun mal nichts weiter außer Sex. Da ist der Treffpunkt zum nächsten Höhepunkt allenfalls soweit verbindlich, wenn es ein nächstes Mal gibt, auch ein Partner, der einen sehr auf Abstand hält und keine wirkliche gemeinsame Planung will oder überhaupt Kompromisse schließen, sich für einen interessiert, ist eher nicht so prickelnd.
Und natürlich kann es trotzdem mit einem Mann, der verbindlich ist, eine Beziehung will und für einen unterstützend da ist, auch mal Auseinandersetzungen geben und ja, auch da kann es manchmal sein, dass zwar viel Liebe da ist, aber eine ganz unterschiedliche Lebensplanung, die einen dann doch wieder getrennte Wege gehen lässt.
Und klar den Märchenprinzen gibt es nun auch nicht, nur sollte man ebenso aufpassen, dass man sich damit nicht die eigene Beziehung schönreden und selbst immer wieder verkaufen muss, auch wenn man schon längst fühlt, dass es das nun so eigentlich nicht ist, dass man längst nicht mal mehr laue Gefühle für den Partner hat.
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04.07.2016, 13:49
AW: Warum habe ich keine Familie oder: Wie fängt man sich selbst auf?
Amber, ich denke, du mußt selber jemand werden, auf den du dich verlassen kannst: Daß du es ernst damit meinst, daß es dir und deinen Kind gut geht, daß du imstande bist, auch dafür zu sorgen, daß du dich nicht hängen läßt, daß du darauf vertrauen kannst, Probleme zu lösen, daß du Geborgenheit geben kannst.
Vielleicht bist du das schon und mußt es nur merken. Überleg mal, was du alles kannst und machst, und in wie vieler Hinsicht du den Laden am Laufen hältst. Klar, bei sich selber schaut man immer hinter die Kulissen und weiß, daß es nicht so einfach ist, wie es vielleicht erscheint, wärend man bei anderen gerne glaubt, daß das, was sie einem zeigen, genau das ist, was da ist. Die haben aber genau so ein "hinter den Kulissen".
Wenn du dich auf dich selber verlassen kannst und das weißt, dann wirst du un-abhängig und brauchst keine Angst mehr zu haben, dich auf jemanden zu stützen, der dich fallen läßt. Und *dann* kannst du nach jemandem suchen, mit dem du glücklich bist und der dir das Gefühl gibt, daß all das, was du tun mußt und tust kannst mit ihm leichter und schöner ist als ohne ihn.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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04.07.2016, 23:06
AW: Warum habe ich keine Familie oder: Wie fängt man sich selbst auf?
So ähnlich wollte ich es auch schreiben.
Amber, ich finde, du solltest die Sicherheit zu nächst bei dir alleine suchen. Mein Lieblingssänger hat das vor 20 Jahren mal so formuliert "Vielleicht müssen wir nur lernen, uns selber zu finden, bevor wir versuchen, jemand anderes zu finden".
Was machst du gerne? Wovon hast du schon immer geträumt?
Ich habe die Zeit meiner Trennung mit ganz ganz vielen Läufen zu den verschiedensten Uhrzeiten verbracht/überstanden/verarbeitet. Ich bin in meiner Schlaflosigkeit morgens um 5 im Halbdunkeln losgelaufen. Im Regen. Im Winter. In meiner Ehe wäre all das undenkbar gewesen. Es ging mir nach dem Laufen immer besser als vorher. Für mich war Laufen eine Befreiung, auch im Kopf. Noch heute kann ich dabei meine Gedanken ganz wunderbar sortieren.
Ich hatte schon immer von Marathon und mehr geträumt. Heute mache ich genau das.
Über den Sport, aber letztendlich über eine Kontaktanzeige, habe ich dann meinen jetzigen Partner gefunden; alles mit viel Zufall - aber es passt. An manchen Tagen denke ich, dass ich ohne Trennung niemals so glücklich und mit mir selber zufrieden geworden wäre.
Und dann noch eines - von wegen die "ganzen glücklichen Familien". Was glaubst du, wovon die ganzen Foren hier leben? Ich tippe mal auf mindestens 50% Beziehungsfragen. Dauerhaft wirklich glückliche Beziehungen kenne ich eigentlich nicht. Viele leben nach außen hin einfach was vor. Als ich mich trennte, hörte ich so oft "ach, und ihr habt immer so glücklich gewirkt". Nee, is klar. Habe natürlich nicht weitläufig Bekannten auf der Grillparty erzählt, dass ich vermute, dass mein Mann schon wieder ne andere nebenbei hat.......
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05.07.2016, 12:21Inaktiver User
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05.07.2016, 14:14
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05.07.2016, 15:15Inaktiver User
AW: Warum habe ich keine Familie oder: Wie fängt man sich selbst auf?
Liegt aber auch daran, dass glückliche Menschen kaum Gründe haben, in diesen Behiehungsforen zu schreiben. Ja, Ich kenne glückliche Beziehungen und hatte selbst welche, auch wenn sie nicht ewig hielten.
Auch wenn die TE eine Beziehung idealisiert, so verstehe ich die direkte Umkehrung ebensowenig.
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05.07.2016, 23:12
AW: Warum habe ich keine Familie oder: Wie fängt man sich selbst auf?
Hallo Amber,
ich kann dich gut verstehen. Ich bin seit 6 Jahren mit meinen beiden Kindern (fast 18 und 20) allein und habe auch sehr lange damit zu tun gehabt, dass mein Ex-Mann durch seine Entscheidung unsere Familie zerstört hat.
Ich mache das für mich so: ich mache es für mich und meine Kinder so schön, wie es geht. Und ich tue nur noch Dinge, die mir gut tun. Kontakte mit "perfekten Familien" tun mir nicht gut und in meinem Leben gibt es die nicht mehr.
Für mich war der Wunsch nach einer "eigenen Familie" auch immer sehr groß und mein Verlust war immens.
Es ist mir ganz gut gelungen, die Kurve zu kriegen und wie gesagt, ich mach das Beste draus.
Leider habe ich die Erfahrung gemacht, dass der Tipp "such dir andere Alleinerziehende" zwar gut gemeint ist, aber zumindestens bei mir hat es nicht funktioniert.
Besser ist, die Flamme ganz klein zu halten.
Feiertage finden bei uns weitgehend nicht mehr statt. Familienfeiern nur noch im ganz kleinen Kreis.
Ich komme so mittlerweile ganz gut hin. Wenn ich mir allerdings vorstelle, ich hätte einen Partner, der diesen Wunsch nicht teilt und mich dann auch noch zu bestimmten Zeiten "im Regen" stehen lässt, dann bin ich lieber mit mir selbst beschäftigt.
Viele Grüße
Capreton
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06.07.2016, 07:29
AW: Warum habe ich keine Familie oder: Wie fängt man sich selbst auf?
Wie oft war ich z.B. mit meinem Mann bei herrlichem Sonnenschein am Badesee, eingepackt in Sommerklamotten, unsere kleine Ü-3jährige hüpfend und lachend bei uns, ich mit meinem Mann händchenhaltend, mein langes, blondes Haar wehend im Sommerwind....
2 Stunden vorher: Riesendiskussion um Watweißich, irre Hektik, weil er wieder...und ich aber wollte, dasss...ich lass den Brüller fahren, er brüllt zurück...und unsere Kleine dazwischenherumhüpfend...Ich innerlich kurz vorm Explodieren mit Bilderphantasien im Kopf von gepackten Koffern...
Die "perfekte Familie" ist eine Illusion. Ein Schauspiel, inszeniert von Werbung, gesellschaftlicher Konvention und Co. Denn JEDE Familie hat eine Baustelle. Und bei denen es scheinbar keine gibt, läuft ein Schwellenbrand (lies hier die ganzen Stränge von perfekt funktionierenden Beziehungen nach außen)...
Siehst du "perfekte Familien": Knipse innerlich ein Standbild davon, pack eine coole Headline drauf und mach ne Rama dazu.
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06.07.2016, 07:31
AW: Warum habe ich keine Familie oder: Wie fängt man sich selbst auf?
Liebe Amber,
ich hoffe, dass Du Deinem Kind diese Wahrnehmung nicht vermittelst.
Du und Dein Kind - Ihr seid eine Familie!
Es fühlt sich nämlich für einen heranwachsenden Menschen nicht gut
an, wenn er das Gefühl hat, lediglich Teil einer als mangelhaft empfundenen
Konstellation zu sein.
Natürlich darfst Du Deine Wünsche und Sehnsüchte haben ... aber als
Elternteil solltest Du Stärke vermitteln können und nicht das Empfinden,
dass etwas Wesentliches fehlt. Denn das Wesentliche bist in dem Fall
Du selbst.
Diese Partnerschaft klingt nicht so, als würde sie Bestand haben.Partner? Tja, er hat selbst keine Familie und ich fühle mich von ihm oft nicht so unterstützt, nicht so, wie ich es gerne hätte.
Sie hat für Dich anscheinend nur die Alibifunktion, "komplett" zu wirken.
Auf Dauer machen solch lauwarme Geschichten mehr unglücklich als
glücklich, besonders, wenn sie aus der Bedürftigkeit heraus ent- und bestehen.
Hast Du denn keinen Kontakt zu Deiner Herkunftsfamilie?
Auch der "Clan" kann einen auffangen und mentale Unterstützung sein.
Letzteres kann ich verstehen, es ergibt so ja auch oft einfach so.
Aber warum denn keine Feiertage mehr?



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