Selbstfindung bzw. Konzentration auf mich selbst.
Das war mein Thema der letzen Jahre, eher ungewollt und durch die Umstände forciert. Guter Job, fantastischer Ehemann, gewollt keine Kinder und viele Freunde - ein schönes Leben. So hätte ich das alles bis vor einigen Jahren beschrieben, der für mich so wichtige Bereich Freundschaften entwickelte sich leider sehr unerfreulich, irgendwie entglitten mir viel zu viele, das scheint wohl nicht ungewöhnlich zu sein ab 40, aber dieses Wissen machte es nicht besser. Es war zum Heulen und ich weinte tatsächlich viel im stillen Kämmerlein, weil ich einfach nicht wusste, was ich tun sollte, um an den von mir so geschätzten und wichtigen Menschen festzuhalten.So hatte ich mir früher meine Zukunft nicht vorgestellt, Freundschaften kann ich, da war ich ganz sicher.
Irgendwann kam dann doch die schmerzliche Erkenntnis, dass es so nicht weitergehen konnte, mein Glück durfte nicht länger von anderen abhängig sein! Ich musste einfach lernen, meine Erfüllung und Kraft aus mir selbst zu schöpfen, so las ich es in vielen Büchern und fing an, mich daran zu orientieren. Schlimmer konnte es ja nicht mehr werden und es war einen Versuch wert. Ich hübschte das Haus auf, lernte den Garten zu optimieren, nahm ein paar Kilo ab, las mehr als jemals zuvor, trieb mich auf interessanten Seiten im www rum undundund - mittlerweile komme ich auch ganz gut ohne Freunde klar, Glück schöpft man aus sich selbst und ich weiß jetzt, wie es geht, jaha.
ABER... offensichtlich habe ich andere, von anderen geschätzte Charakterzüge in der Zeit verloren und wirke wenig emphatisch und auch arrogant.Heute Abend habe ich mich mit einer Freundin getroffen, die gerade ihre Hochzeit vorbereitet und wir sprachen ausführlich darüber. Sie sagte mir am Schluss, meine Kommentare wären zum Teil sehr harsch gewesen und sie fühlte sich von mir gemaßregelt. Ich war entsetzt darüber, weil es mir gar nicht aufgefallen war und entschuldigte mich mehrfach dafür, weil ich sie auf keinen Fall kränken wollte. Früher war es genau umgekehrt, mir wurde immer gesagt, ich sei eine gute Zuhörerin und meine Ideen sehr hilfreich.
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Wie konnte das nur passieren? Das habe ich nie gewollt! Zufrieden mit mir selbst, aber unausstehlich für andere? Von einem Extrem ins andere. Meine Trauer über den Verlust meiner Freunde führte also dazu, dass die wenigen verbliebenen jetzt auch keine Lust mehr auf mich haben? Offensichtlich habe ich es übertrieben, aber wie finde ich jetzt wieder zurück zum sozial kompatiblen Menschen? Und will ich das überhaupt, wo ich doch die harte Lektion gelernt habe, dass Freundschaften sehr zerbrechlich sein können und wenig verlässlich?
(Ich bin gerade völlig durch den Wind, habe das Thema auch mit meinem Mann erörtert, dem keine Wesensveränderung bei mir aufgefallen ist, aber vielleicht hat er sich auch nur daran gewöhnt?)
Hat jemand von euch schon einmal so eine "Phase" durchlebt? Falls ja, wie ging es weiter?
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01.07.2016, 22:05Inaktiver User
Komme jetzt gut mir mir selbst klar, aber die Nebenwirkungen....
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01.07.2016, 22:52Inaktiver User
AW: Komme jetzt gut mir mir selbst klar, aber die Nebenwirkungen....
Wer sagt das bzw. wie kommst Du darauf?
Bist Du immer so leicht zu verunsichern? Eine kritische Äußerung Deiner Freundin und schon ziehst Du solche Schlußfolgerungen daraus?! Das kann ich nicht nachvollziehen.
Wenn man sich verändert kann es dazu führen, dass Freundschaften auseinandergehen, weil die anderen diesen Entwicklungsschritt nicht mitmachen können oder wollen.
Du schreibst Du kämst gut mit Dir selbst klar. Vielleicht bist Du nun authentischer als früher und für Dein Gegenüber ist das ungewohnt? Das sind aber nur Spekulationen, da ich Dich nicht kenne und mir somit nicht wirklich ein Bild machen kann. Vielleicht hat sie das Gesagte auch nur in den falschen Hals bekommen.
Der Vorfall sollte nicht dazu führen, dass Du Dich um der Freundschaft willen verbiegst und Dich klein machst.Geändert von Inaktiver User (01.07.2016 um 23:43 Uhr) Grund: Ergänzt
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01.07.2016, 23:24
AW: Komme jetzt gut mir mir selbst klar, aber die Nebenwirkungen....
Darf ich fragen, wieso Du die anderen Freundschaften verloren hast?
Waren es Gründe für die Du verantworlich gemacht werden könntest (direkt oder indirekt), z.B. Streit ...
Oder waren es "die Umstände", z.B. Umzug nach weit weg ...Ich kann nicht alles erleben, aber ich kann [in einem gewissen Rahmen] leben, wie ich will.
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02.07.2016, 00:34
AW: Komme jetzt gut mir mir selbst klar, aber die Nebenwirkungen....
Ich frage auch mal:
Hast du vielleicht mal "Nein" gesagt, wo du früher nur zugehört und abnicktest?
Hast du deine e i g e n e Meinung und gefunden, was für DICH wichtig ist?
Gehen dir die (kleinen) Unstimmigkeiten, mit denen "Freunde" dich "unterhalten, evtl. auf die Nerven?
Und du sagst es auch?
Ich frage deshalb, weil ich es ähnlich erfahren habe, wie du es beschriebst, ohne deine näheren Umstände zu kennen.
Ich habe Freunde, aber die, die noch da sind wissen, dass ich meine Ansichten habe, und was ich nicht will, will ich nicht!
Es ist nicht so, dass ich nicht gelegentlich mal versuche, den Ansprüchen meiner Lieben gerecht zu werden ...
es bringt MIR überhaupt nichts.
Muss es ja auch nicht ...ich hab's aber versucht.
Dabei musste ich mich verbiegen, es hatte überhaupt nichts mehr mit MIR zu tun.
Ich hatte auch keinerlei Freude daran, wie ich im Nachhinein erkennen konnte.
Nun lasse ich es endgültig.
Wer zu mir kommt oder mit mir Kontakt hat, tut es freiwillig und ohne etwas zu erwarten ...
und ich bin so, wie ich bin! Endlich!
Inzwischen sind doch einige dazu übergegangen, es mir nachzumachen.
Sie sagen mir, ihr Leben wäre leichter und angenehmer geworden.
Meines auch ...mit mir selbst ...
und gelegentlichen Freundeskontakten, die dann meist doch recht intensiv sind.
Das habe ich aber auch erst im Nachhinein erkennen können ...
Lieben Gruss
Lyanna
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02.07.2016, 05:59Inaktiver User
AW: Komme jetzt gut mir mir selbst klar, aber die Nebenwirkungen....
Hallo Mara,
erste Frage- angenommen es SIND NEbenwirkungen- was bedeutet das dann für Dich?
Würdest Du Dich nun lieber "zurück entwickeln" ? Wo siedelst Du Deine ganze Erkenntnisse in einer Wertetabelle an??
Ob man Freunde- sagen wir doch lieber jetzt mal Kontakte
- verlieren kann durch eigene Entwicklung??
Ja sicher.......man hat Freunde, weil man "zusammen passt"- wandelt man sich, dann passt man eben nicht mehr so gut zusammen.
Gefühlt ist das nicht immer angenehm- wenn man drüber nachdenkt aber doch vollkommen logisch- stimmts?
Interessant wäre, um was es denn jetzt konkret gegangen ist.
Ich würde bei sowas nun nachfragen- auch jetzt noch- und mir die Sätze oder Äußerungen erzählen lassen.
DENN- was beim Empfänger ankommt und was er versteht- muss sich keinesfalls mit dem decken, was der Sender abgeschickt hat!
Ist man zu einem Thema empfindlich, weil einen zB Aussagen anderer vorher verletzt haben, dann kann schon eine neutrale Antwort gleich in die Negativ-Schublade gelegt werden.....da hast Du gar keinen Einfluss drauf!
Du kannst Dich ruhig in Frage stellen- aber das bitte nur mit den Fakten, die Du natürlich haben musst
Denn ansonsten geht es Dir nicht gut.....bei Dir arbeitet jetzt die Vorannahme, dass Du ja eh keine Freunde mehr hast und alle verlieren wirst- das passt auch alles gut ein eine Schublade
-- hat aber doch gar ncihts mit dem zu tun, was nun tatsächlich WAR.
Jeder lebt in seinem Film und hört aus dem heraus zu, versteht aus dem heraus und stell es Dir wie eine Brille vor, die alles einfärbt.....kann Vieles aufgrund dessen missverstanden werden. (Denn das ist ja wohl Fakt, nachdem DU ja keinesfalls ablehnend unterwegs warst!)
Ich bin ein großer Freund der Gewaltfreien Kommunikation und kann das wirklich empfehlen!
Das hier wäre so ein klassischer FAll, wo es zuerst einmal darum ginge, was denn tatsächlich vorgefallen ist.
Klärung.
Und nicht nur für das, was gesagt worden ist von Dir- sondern wer was gemeint und verstanden hat und was womöglich dazu beiträgt, das solche Missverständnisse zustande kommen.
Für mich ist die Beschreibung der Freundin zu nebulös....was soll man damit anfangen??
Klär das auf, denn Rumspekulieren bleibt im Nebel und macht nciht wirklich glücklich
Denn selbst wenn Menschen nicht mehr passen- sollte man schon verstehen, wo nun der gemeinsame Weg endet und warum genau.
lg kenzia
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02.07.2016, 06:28Inaktiver User
AW: Komme jetzt gut mir mir selbst klar, aber die Nebenwirkungen....
Ich kann dich gut verstehen.
Ich bin knapp über 50 - und ich habe auch fast alle Freundschaften verloren. Scheidung, viel Trouble in der Familie, gesundheitliche Probleme, neuer Mann ... da verändert sich so viel. Und: so geht es anderen auch und automatisch ist weniger Zeit da. Außerdem fehlt die Gelegenheit - früher war ich aktiver, ich lernte neue Leute schnell kenne (durch die Kinder, aber auch allein). Auch da habe ich mich geändert - nicht zuletzt, weil ich auch gern allein bin und wenig Lust auf oberflächliches Bekannten-Blabla habe.
Trotzdem fehlt eben was. Früher war alles so einfach. Da wurde ich oft gefragt, ob ich an irgendwas (Kurs o.ä.) Interesse habe und mitmachen wollen würde ... heute fragt mich keiner mehr, selbst wenn ich Interesse bekunde. Aber ich bin vielleicht trotzem nicht aktiv genug - dränge mich nirgends auf und allein irgendwohin zu gehen, das fällt mir auch immer schwerer. Aber an meiner Tür klingelt auch keiner.
Ich zweifele auch an mir. Früher war ich beliebt, da gab es viele, da hätte ich mich ständig verabreden können - da war immer jemand da, den ich hätte besuchen können oder der mit mir was unternommen wollte. Heute ist keiner mehr da - nur noch 2 Freundinnen, und die haben auch nicht viel Zeit. Und ehrlich gesagt - ich brauche so viel "Freundinnenklatsch" auch nicht mehr, nur noch ab und zu. Irgendwie lockert sich alles - und das macht mir etwas Sorge. Was ist, wenn keiner mehr da ist?
Keine Ahnung.
Auf Gesangverein, Frauenbund, Yogakurs o.ä. habe ich keine Lust .... und leider fällt mit Kontaktaufnahme nicht mehr so zufällig zu wie früher.
Ich habe meinen Mann, meine Familie und meine verbliebenen Freundinnen schon gefragt, ob irgendwas an mir nicht stimmt - ob ich mich merkwürdig verändert hätte oder so? Aber da fällt keinem was auf.
Ich weiß auch nicht, was ich davon halten soll und wie es so weiter geht. Ganz allein? Ohne Freundschaften? Wird man da nicht erst recht putzwunderlich??
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02.07.2016, 11:04Inaktiver User
AW: Komme jetzt gut mir mir selbst klar, aber die Nebenwirkungen....
ja, sicherlich, auf jeden Fall.......
für mich ist das auch ein Thema, da zu oft umgezogen, zu viel gearbeitet....Freundschaften zerbröseln an der Entfernung..
@ Mara,
vielleicht schreibst Du noch etwas konkrete Beispiele, so ganz versteh ichs nicht- wie schon jemand schrieb- nur aus einer Begebenheit zu viel ableiten halte ich für ungut....
Bist Du denn glücklich mit Deinem Leben?? So rundum?
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02.07.2016, 11:09
AW: Komme jetzt gut mir mir selbst klar, aber die Nebenwirkungen....
Ist es möglich, dass vielleicht anders herum ein Schuh draus wird? Haben sich deine ehemaligen Freunde eventuell von dir distanziert, weil sie dich zunehmend als arrogant erlebt haben? Bitte nicht als Unterstellung verstehen, mir kam das nur so in den Sinn
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Frag doch diese Freundin, die dir den Vorwurf gemacht hat, seit wann sie dich so erlebt. Und woran sie das festmacht. So hast du die Möglichkeit, mal genauer bei dir hinzuschauen und erhältst einen Wegweiser, wie du wieder besser mit anderen Menschen klar kommst.Man wandelt nur das, was man annimmt.
C.G. Jung
Nein ist ein ganzer Satz.
Keine Ahnung von wem
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02.07.2016, 13:15
AW: Komme jetzt gut mir mir selbst klar, aber die Nebenwirkungen....
*Finger heb* Auch mir ist das nicht fremd.
Ich wollte auch gerne fragen, was denn mit den ersten FReundschaften, die weg gefallen sind, los war?
Bei mir war es so, dass es zur "Trennung" von Freunden kam, weil ich den Umgang mit mir kritisiert habe.
Ich habe gesagt, dass ich es nicht mag, wenn man
a) Verabredungen dauernd absagt,
b) geplante Unternehmungen kurzfristig in "auf dem Sofa sitzen" umwandeln will, weil man vor der geplanten Unternehmung mit mir sooooo viel Wichtiges gemacht hat (Bikinis kaufen, Auto waschen, zur Wahrsagerin gehen,..) und deshalb nun zu schlapp ist - obwohl man diese Dinge dank Urlaub auch an einem anderen Tag machen kann,
c) nicht auch mal mir entgegen kommen kann, ....
Und das Ende vom Lied war: Kontaktabbruch, Verteidungen, Schuldzuweisungen,...
War es bei Dir auch so in etwa?
Ich will mich nun auch anders verhalten - siehe meinen STrang hier - und Grenzen klar kommunizieren, und auch von Anfang an setzen.
HAt dies evtl auch etwas mit Dir zu tun (also Grenzverletzungen meine ich damit).


So hatte ich mir früher meine Zukunft nicht vorgestellt, Freundschaften kann ich, da war ich ganz sicher. 
Heute Abend habe ich mich mit einer Freundin getroffen, die gerade ihre Hochzeit vorbereitet und wir sprachen ausführlich darüber. Sie sagte mir am Schluss, meine Kommentare wären zum Teil sehr harsch gewesen und sie fühlte sich von mir gemaßregelt. Ich war entsetzt darüber, weil es mir gar nicht aufgefallen war und entschuldigte mich mehrfach dafür, weil ich sie auf keinen Fall kränken wollte. Früher war es genau umgekehrt, mir wurde immer gesagt, ich sei eine gute Zuhörerin und meine Ideen sehr hilfreich.
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