Antworten
Seite 6 von 7 ErsteErste ... 4567 LetzteLetzte
Ergebnis 51 bis 60 von 68
  1. Moderation

    User Info Menu

    AW: Etwas läuft falsch

    Zitat Zitat von GirlInTheGreenScarf Beitrag anzeigen
    Als erstes fang ich jetzt mal wieder an, Tagebuch zu führen und alles aufzuschreiben, was mir in den Sinn kommt.
    Das ist eine gute Idee. Manchmal kristallisieren sich, wenn man etwas aufschreibt, Zusammenhänge heraus, die man so noch gar nicht gesehen hatte.
    May you be surrounded by friends and family,
    and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.

    Leonard Cohen


    Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
    Erich Kästner

  2. User Info Menu

    AW: Etwas läuft falsch

    Guten Morgen, ihr Lieben!

    Ich melde mich in der Sache einfach mal zurück.

    Gute 2 Wochen sind ja jetzt vergangen. Ich habe fleißig und regelmäßig Tagebuch geschrieben und doch nicht wirklich ein Ergebnis erhalten. Ich habe viel und tief in mich hineingehorcht. Habe lange Spaziergänge in der Natur gemacht - immer allein.

    Habe die Medienbeschallung auf ein Minimum reduziert und mich darauf konzentriert, was ich habe. Was mein Leben ist. Ich bin sogar letzten Sonntag in der Kirche gewesen...

    Nach dem Gottesdienst saß ich noch ein wenig in der Kirche... Ich habe die Stille dort sehr genossen. Weit ab vom Straßenlärm oder sonst was. Ich habe viel nachgedacht.

    Und plötzlich fühlte ich eine unglaubliche Erschöpfung. Ich war nicht wirklich müde, hatte die Nacht super geschlafen und war von allein gegen halb 8 aufgewacht (Weswegen ich den Entschluss fasste, einfach mal in einen Gottesdienst zu gehen). Es war keine körperliche Erschöpfung, sondern, so doof es klingt, eine psychische Erschöpfung.

    Ich habe das Gefühl, immer und stets auf der Suche zu sein und einfach nicht anzukommen. Ich sehe oder erahne zumindest das Ziel vor Augen, es ist da, das weiß ich, aber es ist einfach noch zu weit weg.
    Aber so langsam bin ich zu erschöpft. Und ich habe Angst, es nicht bis zum Ziel zu schaffen. Dass ich einen zu weiten Weg gewählt habe.

    Nunja... Was soll ich sagen? Wie erlange ich meine Kraft zurück, um auch noch das letzte Stück des Weges zu bezwingen? Denn ich glaube ganz fest, dass ich das Ziel erreichen könnte...

  3. Moderation

    User Info Menu

    AW: Etwas läuft falsch

    Weißt du denn, was das Ziel ist?
    Und wenn ja, ist das, wovon du weißt, daß es das Ziel ist, wirklich das, wo du hinwillst?
    Und wenn ja, weißt du, wie du hinkommst?

    Wenn "ja auf alles", solltest du dir trotzdem deine Kräfte einteilen. Man wird auch nicht auf der Kurzstrecke Opernsänger, Astronaut, oder Generaldirektor, sondern indem man im richtigen Moment die Kräfte richtig einsetzt, und dafür sorgt, daß man auch mal wieder "Nachladen" kann. Zum Beispiel, indem man sich komplett andere und absehbar zu bewältigende Herausforderungen sucht.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  4. User Info Menu

    AW: Etwas läuft falsch

    Nein, so richtig weiß ich es immer noch nicht. Aber ich habe das Gefühl, kurz davor zu sein. Klingt irgendwie komisch, oder? Ich kann es auch nicht so richtig beschreiben. Das ist eben immer das Problem mit Gefühlen

    Was mir auch aufgefallen ist, dass ich in letzter Zeit vermehrt shoppe. Ich kaufe mir Dinge, die ich eigentlich gar nicht brauche, aber doch unbedingt haben möchte - sozusagen eine Ersatzbefriedigung.

  5. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Etwas läuft falsch

    Zitat Zitat von GirlInTheGreenScarf Beitrag anzeigen
    Und plötzlich fühlte ich eine unglaubliche Erschöpfung. (...) Es war keine körperliche Erschöpfung, sondern, so doof es klingt, eine psychische Erschöpfung.

    Ich habe das Gefühl, immer und stets auf der Suche zu sein und einfach nicht anzukommen. Ich sehe oder erahne zumindest das Ziel vor Augen, es ist da, das weiß ich, aber es ist einfach noch zu weit weg.
    Aber so langsam bin ich zu erschöpft. Und ich habe Angst, es nicht bis zum Ziel zu schaffen. Dass ich einen zu weiten Weg gewählt habe.

    Nunja... Was soll ich sagen? Wie erlange ich meine Kraft zurück, um auch noch das letzte Stück des Weges zu bezwingen? Denn ich glaube ganz fest, dass ich das Ziel erreichen könnte...
    Ich glaube nicht, dass es *das Ziel* gibt - und wenn man das erreicht, macht man einen Haken drunter und das Leben ist gegessen. (und dann?)

    Es gibt durchaus so etwas wie "bei sich selbst ankommen", aber auch das ist nie zu Ende - glücklicherweise. Man kann sich immer wieder selbst überraschen, immer wieder neu.

    Ich glaube auch nicht, dass es da etwas zu "zwingen" gibt, es ist kein Wettbewerb, es gibt keine Pokale, es gibt keine Zeitvorgaben. Es ist kein Marathon.

    Aber du kannst dir erlauben, wenn du das willst, zu empfinden, wie es ist, bei sich selbst angekommen zu sein. Ohne Anstrengung. Ohne Ehrgeiz. Ohne dass du etwas tun oder leisten musst. Du kennst Angekommen-heit - erlaube dir gelegentlich, sie zu fühlen und zu geniessen.

    Kraft kommt zurück, wenn man den erschöpften Aspekten seiner selbst erlaubt, sich auszuruhen. Was meist länger geht, als man meint und gern hätte.

    gruss, barbara

  6. User Info Menu

    AW: Etwas läuft falsch

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Ich glaube nicht, dass es *das Ziel* gibt - und wenn man das erreicht, macht man einen Haken drunter und das Leben ist gegessen. (und dann?)

    Es gibt durchaus so etwas wie "bei sich selbst ankommen", aber auch das ist nie zu Ende - glücklicherweise. Man kann sich immer wieder selbst überraschen, immer wieder neu.

    Ich glaube auch nicht, dass es da etwas zu "zwingen" gibt, es ist kein Wettbewerb, es gibt keine Pokale, es gibt keine Zeitvorgaben. Es ist kein Marathon.

    Aber du kannst dir erlauben, wenn du das willst, zu empfinden, wie es ist, bei sich selbst angekommen zu sein. Ohne Anstrengung. Ohne Ehrgeiz. Ohne dass du etwas tun oder leisten musst. Du kennst Angekommen-heit - erlaube dir gelegentlich, sie zu fühlen und zu geniessen.

    Kraft kommt zurück, wenn man den erschöpften Aspekten seiner selbst erlaubt, sich auszuruhen. Was meist länger geht, als man meint und gern hätte.

    gruss, barbara
    Danke, Bae, für deinen schönen Beitrag. Ich habe nicht eher geantwortet, weil ich über deine Worte ein wenig nachgedacht habe.

    Ja, ein "in mir ankommen". Das ist es wohl, was mir fehlt. Und ich denke, ich steh mir da selbst im Weg.

    Wie ich schon mal schrieb, denk ich oft an die schlechten Erlebnisse in meiner Vergangenheit zurück. Selbst wenn ich mir das vor Augen halte, was ich erreicht habe, so denke ich doch: "Pah, und was soll daran toll sein? Das haben schon hunderte vor dir geschafft."

    Diese blöde Stimme, die mich selbst klein hält. Anstatt an meinen Erfolgen (die für mich tatsächlich welche sind) zu wachsen, wie es ja manche Menschen tun, mache ich mich selbst wieder klein, indem ich mir sage, dass es ja nichts Besonderes ist, was ich da erreicht habe.

    Daher bin ich irgendwie immer auf der Suche. Auf der Suche nach dem, was mir Bestätigung gibt. Womit ich es der blöden Stimme zeigen kann.

  7. Moderation

    User Info Menu

    AW: Etwas läuft falsch

    Zitat Zitat von GirlInTheGreenScarf Beitrag anzeigen
    Diese blöde Stimme, die mich selbst klein hält. Anstatt an meinen Erfolgen (die für mich tatsächlich welche sind) zu wachsen, wie es ja manche Menschen tun, mache ich mich selbst wieder klein, indem ich mir sage, dass es ja nichts Besonderes ist, was ich da erreicht habe.
    Das ist doch schon mal eine gute Erkenntnis. Vielleicht lässt sich ja noch herausfinden, wo diese blöde kleine fiese Stimme herkommt, und Du kannst sie irgendwann zum Schweigen bringen
    May you be surrounded by friends and family,
    and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.

    Leonard Cohen


    Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
    Erich Kästner

  8. User Info Menu

    AW: Etwas läuft falsch

    Ich weiß eigentlich ziemlich genau, woher sie kommt.

    Ich bin ziemlich sensibel. Ich würde mich jetzt nicht als hochsensibel einstufen, aber doch sensibler als manch andere. Als Kind und vor allem als Teeniezeit habe ich einige schlechte Erfahrungen gemacht und von Menschen Kommentare an den kopf geworfen bekommen, die mich irgendwie nicht loslassen können.

    Dabei würde jeder "normale" Mensch vermutlich sagen: "Ach Quatsch, sowas sagen Kinder halt mal" oder "Da sollte man doch drüber weg sein." Aber ich kann das seltsamerweise nicht... Vielleicht auch, weil mir, wenn jemand etwas zu mir und/oder über mich gesagt hat, es meist nicht positiv war. Es war jetzt kein Mobbing oder so. Aber man hat einfach nie irgendwie wirklich was Nettes zu mir gesagt (abgesehen von meiner Familie, aber die lasse ich mal außen vor.)...

    Möglich, dass das tatsächlich die Ursache ist. Das Blöde ist auch, dass ich die vielen lieben Worte von meinem Freund dadurch, zumindest war es am Anfang ganz extrem der Fall, selten richtig ernst nehmen konnte. Ich kannte sowas eben nicht. Dass mir jemand sagt, ich sei nett oder ihm gefiele mein Humor oder mein Outfit oder was man sonst noch Nettes zu Menschen sagt...
    Halt Dinge, die einem, vor allem in dieser komischen, aufregenden Teeniezeit, ein bisschen Selbstvertrauen (zurück-) geben.

    So hatte natürlich diese blöde Stimme Zeit zu wachsen und stärker zu werden. Und nun sitze ich hier und kann mich selbst nicht annehmen. Und komme so auch nicht bei mir an, weil ich mir selbst die Tür zuhalte... Weil ich nicht glauben kann, dass ich genauso viel wert bin wie die anderen. Dass ich auch meine liebenswerten und liebenswürdigen Seiten habe.

  9. Moderation

    User Info Menu

    AW: Etwas läuft falsch

    Zitat Zitat von GirlInTheGreenScarf Beitrag anzeigen
    Diese blöde Stimme, die mich selbst klein hält. Anstatt an meinen Erfolgen (die für mich tatsächlich welche sind) zu wachsen, wie es ja manche Menschen tun, mache ich mich selbst wieder klein, indem ich mir sage, dass es ja nichts Besonderes ist, was ich da erreicht habe.
    Wenn man's geschafft hat, war es offensichtlich einfach, sonst hätte man es nicht geschafft. So hält man sich klein, vermeidet Neid, bewahrt aber auch eine Fassade der Leichtigkeit, in der man nicht riskiert, sich anzustrengen und dann trotz allem zu scheitern.

    Außerdem ist man extrem unverschämt zu Leuten, die an den Sachen gescheitert sind, die man als "trivial" bewertet.

    Letzterer Gedanke hat mir am meisten geholfen, mir zu sagen, "Ja, es ist einfach -- wenn man Talent, Glück, Gelegenheit, Fleiß und Eifer in dieses Projekt gesteckt hat." So kann ich meine Erfolge immer noch dem Glück und der Gelegenheit zuschieben, riskiere nicht den Zorn der Götter für meinen Hochmut, aber sehe trotzdem, daß nicht jeder das gleiche hinkriegen kann. Und so auf Dauer wächst dann auch die Wertschätzung für das Erreichte.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  10. User Info Menu

    AW: Etwas läuft falsch

    Hallo Wildwusel,

    also, wenn ich das richtig verstehe, meinst du, ich sollte ich die Stimme akzeptieren, aber auch in Erinnerung rufen, dass es auch Menschen gibt, für die es eben nicht einfach ist, um meine "Erfolge" mehr wertzuschätzen?

    Naja, ich weiß ja, dass es Menschen gibt, für die es eben nicht einfach wäre, aber das hilft mir persönlich auch nicht sonderlich weiter. Die Stimme bleibt trotzdem.

Antworten
Seite 6 von 7 ErsteErste ... 4567 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •