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Thema: Etwas läuft falsch
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08.06.2016, 16:37
AW: Etwas läuft falsch
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08.06.2016, 16:42
AW: Etwas läuft falsch
Also, da scheint jetzt irgendwie was durcheinander zu gehen.
Diese schlechte Erlebnis war etwas, was mir passiert ist, das ich aber durch Zeit und der Geduld meines Freundes mehr oder weniger in Griff bekam. Es tangiert mich in meinem jetzigen Leben zwar immer noch etwas, aber nicht so, dass ich darüber jetzt total zusammenbreche. Ich hatte es eben nur in Zusammenhang mit meinem Freund erzählt. Ich weiß auch nicht, wie wir uns da jetzt so festbeißen konnten
nein, es geht mir um etwas ganz anderes: Um dieses Gefühl, dass etwas, wie im Threadtitel schon steht, irgendwie falsch läuft. Dass ich irgendwann an irgendeinem Punkt eine Entscheidung getroffen habe, deren Konsequenzen ich nicht absehen konnte und mit denen ich nun irgendwie nicht richtig fertig werde. Dieses Vorkommnis hat damit rein gar nicht zu tun.
Ich weiß auch nicht mal genau, was es für ein Gefühl ist, was mich da beschleicht. Leere, Reue... Auf jeden Fall Unzufriedenheit und ein Stück weit auch Angst.
Wie ich bereits schrieb, habe ich einen Verdacht, was es sein könnte. Es ist aber definitiv nicht das "Vorkommnis"... Es ist etwas, was nicht nur eine Episode in meinem Leben war, sondern mein Leben ganz stark beeinflusst hat.
Ein Gefühl, nicht so recht zu wissen, wohin ich gehöre... Und dann neige ich dazu, mir Dinge eben auch mal schön zu reden (s. den langen Post weiter vorne).
Nein, wie Wilhelma schon sagte... Irgendwie fühlt es sich auch so an, als stünde ich an der Schwelle einer großen Änderung, so als ob ich kurz davor wäre, die Früchte zu ernten, die ich vor Jahren ausgesät habe. Und mich beschleicht das ungute Gefühl, dass es nicht sie Früchte sind, die ich habe züchten wollen (um mal bei diesen ganzen wunderschönen Bildern zu bleiben).
Nur, ich weiß nicht, wie und ob ich den Acker noch einmal umpflügen kann. Oder ob dafür die Zeit schon abgelaufen ist.
Was mir manchmal fehlt, ist das Gefühl der Geborgenheit. Ich fühle mich zwar irgendwo in meiner Wohnung und vor allem in der Nähe meines Freundes geborgen, aber es eine andere Geborgenheit als die, die ich aus Kindertagen kenne. Und die vermisse ich manchmal.
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08.06.2016, 16:49
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08.06.2016, 16:54
AW: Etwas läuft falsch
Abgefahren, wie ähnlich wir uns zu sein scheinen
Ja, ich muss vielleicht wirklich lernen hinter meinen Entscheidungen zu stehen, egal, was andere sagen. Das fällt mir heutzutage oft noch schwer. Ich war das Küken in der Familie bzw. bin es noch und da haben natürlich irgendwie alle geglaubt, mir die Welt erklären zu müssen und mir vorzukauen, wie ich mein Leben leben sollte, weil die ja alle schon so viel mehr Erfahrung haben.
Was mache ich gerne? Ich lese gerne, ich interessiere mich für Sprache und ein bisschen auch für Okkultismus und Magie (zumindest früher einmal)... Als ich Kind war habe ich stundenlang in meinem Zimmer gehockt und Barbie oder Playmobil gespielt. Da hat man mich oft den ganzen tag nicht mehr gesehen
Meine Mutter fand es immer wichtig, dass wir Kinder finanziell unabhängig werden. Sie selbst hat irgendwann uns Kindern zuliebe ihren Job aufgegeben und geglaubt, wenn wir alt genug wären, würde sie wieder einsteigen können Leider hat sie den technischen Fortschritt von Schreibmaschine auf PC komplett verpasst und war so nicht attraktiv genug für den Arbeitsmarkt. Ende vom Lied waren auch bei ihr Panikattacken und schließlich eine Depression. Da war ich aber schon älter.
Sie hat das soweit in den Griff bekommen, aber ich merke, wie sehr sie darunter leidet, finanziell von meinem Vater abhängig zu sein. Vor allem, weil ich mit zunehmendem Alter merke, dass nicht alles Gold war/ist, was glänzt.
Manchmal habe ich Angst, wie sie zu werden.
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08.06.2016, 16:54Inaktiver User
AW: Etwas läuft falsch
Das klingt nach einem ziemlich konkreten Verdacht.
Kommt darauf an, was es ist, womit du den Acker neu bestellen willst. Für eine Goldmedaille auf dem Schwebebalken könnte es tatsächlich zu spät sein.
Für vieles - das meiste - andere nicht.
Ist das der berühmte Schritt zurück, bevor es mit Anlauf so richtig nach vorn geht? Ein Abschiedsschmerz, kein "Kind" mehr zu sein? Hattest du diese Geborgenheit als Kind überhaupt, oder bist du nie so richtig satt geworden?
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09.06.2016, 07:58
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09.06.2016, 10:48
AW: Etwas läuft falsch
Auch das kommt mir in Teilen bekannt vor. Bei meiner Mutter war es weniger das Problem der finanziellen Abhängigkeit (sie hat mit kurzen Kinderpausen immer gearbeitet, als wir dann da waren, halt in Teilzeit) als das, dass sie sich für Mann und Kinder sozusagen komplett selbst aufgegeben hat und nun, da sie verwitwet ist und wir Mädels aus dem Haus sind, nichts mit sich anzufangen weiß.
Ich glaube, Du brauchst keine Angst zu haben, wie Deine Mutter zu werden, wenn Du jetzt schon hinschaust, wie es Dir geht und wo die Probleme liegen. Letzteres wird sich nicht innerhalb von fünf Minuten klären, das erfordert ein bisschen längeres Nachdenken und Analysieren (mir hat seinerzeit mein Mann enorm geholfen, der immer ein offenes Ohr und auch oft kluge Anmerkungen zu meiner Situation hatte) - aber Du hast erkannt, dass irgendwas nicht passt, und nun hast Du die Chance, das anzupacken und die Weichen zu stellen.
Dass man ein Stück Kindheit vermisst, wenn man "endgültig" erwachsen wird, ist schon so, das kann auch wehtun. Bei mir war es vor allem eine Sache, die wehgetan hat - ich war in einem bestimmten außerfamiliären Umfeld jahrzehntelang richtig "zu Hause", und plötzlich änderten sich einige Rahmenbedingungen und ich war "draußen". Daran habe ich lange geknabbert und finde es heute noch schade. Aber man muss wohl auch lernen, dass nicht alles ein Leben lang so bleibt, wie es ist und wie man es mag.
Dafür gibt es andere, neue Erfahrungen zu machen und Neues zu entdecken. Und ja, es gibt Neues, Aufregendes "da draußen". Augen auf!
Zu den Interessen: wäre für Dich vielleicht ein Lesekreis interessant, in dem Du Dich mit anderen austauschen kannst? Oder ein Literaturforum? Mal auf die Buchmesse oder eine Convention zu Deinem Lieblingsgenre fahren?May you be surrounded by friends and family,
and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.
Leonard Cohen
Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
Erich Kästner
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13.06.2016, 11:18
AW: Etwas läuft falsch
Ja, so in etwa ist es bei mir auch. Meine Eltern sind eigentlich grundverschieden. Oder vielmehr hat die Zeit sie in zwei unterschiedliche Richtungen geschickt. Mein Vater liebt es, zu Hause zu sein, im Garten zu arbeiten, zu lesen, mit dem PC zu arbeiten. Meine Mutter hingegen ist dauernd auf 180, immer will sie was vor haben.
Da sie aber leider kaum Kontakt zu anderen hat (sie hat 1, 2 sehr gute Freundinnen, aber mehr auch nicht; die meisten sind irgendwann weggezogen oder der Kontakt ist eingeschlafen, als wir Kinder nicht mehr miteinander zu tun hatten), weiß sie nun auch nichts mit ihrer Zeit anzufangen. Sie versucht sie das auch immer schön zu reden, indem sie dann sagt: "Naja, reicht ja für mich." Aber ich merke ja, dass es nicht reicht. Sowas belastet mich dann schon, wenn ich merke, dass da Bild von dem starken Elternteam zu bröckeln beginnt. Obwohl ich ja gar nicht für sie zuständig bin. Ich bin für das Glück oder Unglück meiner Eltern zuständig.
Danke
Ja, mein Freund hat auch immer ein offenes Ohr, aber er hat gerade im letzten Jahr viel selbst den Kopf voll gehabt, sodass ich ihn mit meinem Kram nicht auch noch belasten wollte
Vielleicht ist meine Kindheit auch Schuld daran. Nicht dass ich es nicht zu schätzen gewusst hätte, das meine Eltern uns so behütet aufwachsen ließen. Vor allem, wenn ich mich an diese Kinder erinnere, deren Eltern sich eben weniger um sie gekümmert haben. Aber im Gegensatz zu mir wussten diese Kinder, wie sie wieder aufstehen sollten, wenn sie mal fielen. Sie waren selbstbewusster, hatten weniger Selbstzweifel und seltsamerweise auch weniger Angst vor der Zukunft...
Das wäre auf jeden Fall noch ein Gedanke wert. Ich muss nur über meinen Schatten springen
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13.06.2016, 13:56
AW: Etwas läuft falsch
Ich reiche Dir mal ein NICHT für den letzten Satz
Es kann tatsächlich schmerzen, wenn man seine Eltern mit den Augen eines Erwachsenen betrachtet und feststellt, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Aber die Erkenntnis, dass das nicht Deine Baustelle ist, ist schon mal sehr gut!
Du musst diese Erfahrungen eben jetzt erst machen (was, wie Du richtig feststellst, Vor- und Nachteile hat). Aber Du kannst das, ganz sicher - trau Dich!Vielleicht ist meine Kindheit auch Schuld daran. Nicht dass ich es nicht zu schätzen gewusst hätte, das meine Eltern uns so behütet aufwachsen ließen. Vor allem, wenn ich mich an diese Kinder erinnere, deren Eltern sich eben weniger um sie gekümmert haben. Aber im Gegensatz zu mir wussten diese Kinder, wie sie wieder aufstehen sollten, wenn sie mal fielen. Sie waren selbstbewusster, hatten weniger Selbstzweifel und seltsamerweise auch weniger Angst vor der Zukunft...
Du kannst ja mal ganz gemütlich mit einem Online-Forum anfangen.Das wäre auf jeden Fall noch ein Gedanke wert. Ich muss nur über meinen Schatten springen
May you be surrounded by friends and family,
and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.
Leonard Cohen
Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
Erich Kästner
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13.06.2016, 14:03
AW: Etwas läuft falsch
Haha, ohja, das hatte ich tatsächlich vergessen

Vielen lieben Dank Marie-Madeleine für deine lieben Worte
Ich werde jetzt einfach mal die ersten Schritte tun und schauen, wie es sich entwickelt. Als erstes fang ich jetzt mal wieder an, Tagebuch zu führen und alles aufzuschreiben, was mir in den Sinn kommt.
Und dann suche ich mir etwas, um ein wenig Leben in meinen momentan tristen Alltag zu bekommen. Ich glaube, mir fehlen die sozialen Kontakte. Was vielleicht auch ein Grund ist, das Gefühl zu haben, nicht angekommen zu sein bzw. sich nicht geborgen zu fühlen. Ich habe zwar ein paar echt gute Freunde, aber der Großteil wohnt einfach zu weit weg. Und ich brauche unbedingt jemanden hier in der Nähe. Einfach jemanden, mit dem man sich auch spontan mal verabreden kann oder so... Das fehlt mir hier ein wenig. Klar habe ich meinen Freund, aber er kann ja nicht die einzige Person hier in meinem Leben sein.



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