Das klingt nach einer schwierigen Situation.
Die gute Frage ist wohl: ist die aktuelle Situation eine Durststrecke mit (vermutlich) absehbarem Ende, und wenn du das durch hast, dann geht's wieder besser? Oder ist das Problem ein grundsätzliches, das sich nicht lösen lässt, auch nicht mit aller Arbeit und allem Engagement?
Falls es "Durststrecke" ist: Konzentriere dich auf das Berufliche, und dort TU DEINE PFLICHT - tu das, was unbedingt getan werden muss, damit deine Kunden zufrieden sind und du deine Aufträge in guter Qualität erfüllst; und streiche alles andere aus deinem Leben, was nicht unbedingt nötig ist. Gibt es da noch Orte, wo du den Aufwand an Zeit und Arbeit vermindern kannst? Putzhilfe? Auswärts essen statt selbst kochen? Haushalt mal schleifen lassen?
Etwas vom Wichtigsten ist, sich unangreifbar zu machen, indem man die berufliche Aufgabe nicht vernachlässigt.Die Krönung war eine Auseinandersetzung mit einem Geschäftspartner, was mir dann endgültig die Kraft geraubt hat. Mir ist bewusst, dass ich manche Dinge vernachlässigt habe, aber in vielen Punkten fühlte ich mich zu unrecht angegriffen. Ich hatte jedoch keine Kraft mehr mich zu verteidigen.
Ich meine, es ist einfacher, wenn man eine klare Entscheidung trifft und sich daran hält. Wenn du in einem Zustand bist, dass es dir so übel geht, dass du nichts mehr auf die Reihe kriegst, verschaffe dir etwas Luft; schreib zB deinen Kunden, dass du eine Weile lang ins Krankenhaus musst oder so etwas, wenn nötig, wenn du Luft brauchst; aber schreibe nicht nichts.Ich möchte nicht mehr weitermachen, ich melde mich zu wichtigen Gesprächen nicht mehr zurück, antworte nicht mehr auf Mails und lasse die Arbeit einfach liegen. Das führt zu einer extremen Existenzangst, was mich zum Totalausfall führt.
Das mag alles sein, ist jetzt aber nicht relevant.Hinzu kommt, dass ich zusehen darf, wie immer mehr Leute aus meinem Umfeld beruflich wie privat weiterkommen und ich mit meinen 39 Jahren weder die große berufliche Karriere hingelegt habe, noch eine Familie gründen konnte, geschweige denn im imstande bin eine vernünftige Beziehung aufzubauen.
Du bist jetzt grad mit einem Problem beschäftigt, das viele andere in der Form gar nie auf sich nehmen und auch nicht auf sich nehmen würden. Ein Ziehen von Lebensbilanzen ist etwas, das Zeit, Raum und Musse braucht - verschieb das auf später.
Denk daran, es gibt immer Notbremsen; und meist ist man besser dran, wenn man die selbst zieht, als wenn man das Ganze einfach schlittern lässt, bis es WIRKLICH schlimm ist.Ich sehe eine Wand vor mir und es ist nur noch eine Frage der Zeit, dass ich mit voller Wucht dagegen fahre.
Was immer du tust, tu es richtig. Wenn du weiterhin arbeiten willst ohne Pause, dann beantworte die Anfragen der Kunden.Ich weiß nicht was ich hier erwarte, ich wollte nur mein Leid teilen, möchte die Hoffnung nicht ganz aufgeben und vielleicht bekomme ich hier den ein oder anderen guten Rat, den ich befolgen kann.
Wenn du feststellst, es geht gerade jetzt nicht, verschaff dir etwas Zeit (Ausrede mit Krankenhaus oder ähnlich), und kommunizier das deinen Kunden.
Leg eine Grenze fest, innerhalb derer du weitermachen wirst; bzw aufhören wirst. Sowas wie "maximal XXX Schulden" oder "wenn der Auftrag der Firma Müller AG abgewickelt ist und es dann immer nicht der Fall ist, dass ABCD."
Tu täglich deine Pflicht. Tu das, was wichtig ist. mach dich unangreifbar.
gruss barbara
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07.06.2016, 07:06
AW: MidLife Crisis, Existenzkrise oder was ist los mit mir?



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