Hallo Akzent,
Schatten besteht und entsteht aus dem, was wir ablehnen.
WARUM lehnen wir ab?
Weil wir erfahren/gelernt haben, dass zB ein bestimmtes Verhalten von unseren Eltern abgelehnt worden sind.
Und wir übernehmen ungeprüft ganz viel........das ist ganz normal- noch dazu bilden wir uns dann noch aufgrund von Erfahrungen eigene Überzeugungen.
Das Konzept des Schattens hat ganz wesentlich mit Angst und Schmerz zu tun, denn der Mensch lehnt ab, was er als "schlechtes Gefühl" empfindet und will mehr von dem, was sich gut anfühlt.
Ich glaube, Du verstehst unter Schatten nun nur etwas, was wir allgemein- ausdrückend als negativ beschreiben; lügen, betrügen- wie Du nun aufgführt hast.
Aber das ist viel zu kurz gegriffen.
Überlege Dir mal, dass Verhalten, was Du an anderen Menschen ablehnst (und da wirst Du sicher mehr als ein Verhaltensmuster finden) genau so ein Schatten ist!
WAs nervt Dich an anderen? Schreib das doch mal auf!
Und doch- es IST so einfach, denn wenn Du den Schatten nicht erkennen willst, dann bleibt er im Schatten.
Ich erinner mal an das Lied "stummer Schrei nach Liebe" von den Ärzten, in dem das ganz gut behandelt wird.
Der große Kampf "gegen" ist immer motiviert in einer tiefliegenden Angst- was sollte es sonst für einen Grund geben zu bekämpfen??
Die Natur ist viel zu effektiv um Energie zu verschwenden- es muss also einen Sinn ergeben
Nur einmal ein Beispiel:
Manche Menschen lehnen Menschen ab, die "schwach wirken"- vorgelebt durch Eltern- einen Vater vielleicht, für den Erfolg das einzige Wichtige im Leben war (Leistungsgesellschaft lässt dabei übrigens grüßen). Aufmerksamkeit kam nur dann vom Vater, wenn man "erfolgreich" war- Ablehnung im umgekehrten Fall......(schlechte Noten, Unsicherheit im Auftreten, usw.)
Der Mensch übernimmt ungeprüft weil wir als Kind erst in ein Bewusstsein herein wachsen und das als gegeben hinnehmen, was vor uns ist. Unabhängig davon, dass wir doch auch keine Alternative haben- wir leben ja nicht in vielen Familien sondern nur in einer
So vorgelebt und konditioniert (denn der erfolgreiche wurde angenommen und geliebt- der nicht- erfolgreiche abgelehnt) ist es wahrscheinlich, dass dieser Mensch später "schwache Menschen" ablehnt.
Seine eigene Schwäche (ein Anteil, den wir doch alle auch in uns haben) wird abgelehnt-- sie zu spüren bedeutet Ablehnung ( die man erhalten hat). Und das läuft total unbewusst ab.
Ja- und so werden dann "schwache Menschen" abgelehnt- man lästert darüber ab, man verurteilt sie, man giftet.....ach es gibt doch unzählige Giftpfeile, die wir verbal abschießen können- schön maskiert in "ich sag doch nur......" mit allen Facetten der Ablehnung, bis zu Verhalten was ablehnt- ebenso in allen Varianten.
Der Mensch kommt gar nicht in ein bewusstes Spüren - bevor das losgeht, wird schon alles dagegen unternommen und das sind dann die vielen Spitzen gegen einen Schwachen.
Tja- und diese "Schwäche zuzulassen", was man unmöglich könnte und daher bei anderen ablehnt- ist eine Schattenseite!
Und finde einmal jemanden, der DAS hinterfragt oder zugeben will!!
@josly
Vor einer Bewusstwerdung steht IMMER die unbewusste erste Reaktion und die läuft in einem Bruchteil einer Sekunde ab.
Was wir dann von uns denken- ist oft nur ein kleiner Teil von dem, was tatsächlich in uns abläuft. Man spricht nicht umsonst vom "Abrgrund in uns"
lg kenzia
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Ergebnis 51 bis 60 von 76
Thema: Schattenseiten
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27.05.2016, 06:47Inaktiver User
AW: Schattenseiten
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27.05.2016, 09:10
AW: Schattenseiten
Hallo Kenzia, das ist ja das von dem ich schreibe. Es ist eine Ablehnung und du willst mir vermittlen, Schatten sei etwas was man nicht kennt und weiß, siehe deine posts. Ich kann nur etwas Ablehnen, was ich kenne.27258682]Hallo Akzent,
Schatten besteht und entsteht aus dem, was wir ablehnen.
Und da mit scheiden sich unsere Geister. *Angst zu haben* ist etwas völlig anderes als nur ein *schlechtes Gefühl* zu haben.Das Konzept des Schattens hat ganz wesentlich mit Angst und Schmerz zu tun, denn der Mensch lehnt ab, was er als "schlechtes Gefühl" empfindet und will mehr von dem, was sich gut anfühlt.
Angst zu haben kann eine Persönlichkeit völlig unbeweglich machen, führt zu extremen Handlungen und anderen Verhaltensweisen. Angst zu haben ist meistens sichtbar und vor allem spürbar. Kenne ich aus eigener Erfahrung.
Wohingegen ein schlechtes Gefühl zu haben, man in der Regel weiß wie man damit umgeht und es meistens einen Ausweg gibt. Eins ist klar beide Gefühle sind nicht gut.
Gut für dich mag die Unterscheidung nicht so wichtig sein und ich will mich daran auch nicht festbeißen. Du hast eben andere Erfahrungen.
Als Kind ja, doch als Erwachsener nicht mehr und man muss sich das nicht zu eigen machen. Das ist doch sehr von Vorteil. So funktioniert übrigens auch die Evolution. Es wäre kein Weiterbestehen und Veränderung und Fortschritt in Sachen Entwicklung möglich. Irgendwann macht man seine eigenen Erfahrungen und hat andere Vorstellungen und koppelt sich von den alten Mustern ab. Kann nicht jeder mag sein, doch in der Regel ist es so, wie für mich auch. Wobei ich nicht behaupten will, dass Kindheitsmuster total verschwunden sind, sich in Nichts aufgelöst haben. Nein ganz sicher nicht. Ich bin damit zum Beispiel in eine sehr eextreme Richtung gegangen.Nur einmal ein Beispiel:
Manche Menschen lehnen Menschen ab, die "schwach wirken"- vorgelebt durch Eltern- einen Vater vielleicht, für den Erfolg das einzige Wichtige im Leben war (Leistungsgesellschaft lässt dabei übrigens grüßen
). Aufmerksamkeit kam nur dann vom Vater, wenn man "erfolgreich" war- Ablehnung im umgekehrten Fall......(schlechte Noten, Unsicherheit im Auftreten, usw.)
Der Mensch übernimmt ungeprüft weil wir als Kind erst in ein Bewusstsein herein wachsen und das als gegeben hinnehmen, was vor uns ist. Unabhängig davon, dass wir doch auch keine Alternative haben- wir leben ja nicht in vielen Familien sondern nur in einer
Irgendwann wird nicht nur vorgelebt sondern es wird selbst gelebt und jeder hat die Möglichkeit zu verändern was nicht gefällt.
Das möchte ich nicht für allgemeingültig stehen lassen. Das passiert nur dann, wenn man so überhaupt keine Entwicklung durchmacht und das ist ja wohl eher die Ausnahme.So vorgelebt und konditioniert (denn der erfolgreiche wurde angenommen und geliebt- der nicht- erfolgreiche abgelehnt) ist es wahrscheinlich, dass dieser Mensch später "schwache Menschen" ablehnt.
Seine eigene Schwäche (ein Anteil, den wir doch alle auch in uns haben) wird abgelehnt-- sie zu spüren bedeutet Ablehnung ( die man erhalten hat). Und das läuft total unbewusst ab.
Ich weiß nicht, gerade bei schwachen Menschen wird doch viel Rücksicht genommen. Schwach sein ist natürlich ein dehnbarer und sehr vielseitiger Begriff, wenn dieser schwache Mensch natürlich seine Schwäche ausnutzt um sich diese Rücksicht einzufordern - gibt es natürlich schon Konflikte. Und wenn sich Schwachheit in Form von Machtlosigkeit zu einem verständnislosen Verhalten bis hin zu Aggressivität und Ungerechtigkeit mutiert - wird es auch gnadenloser.Ja- und so werden dann "schwache Menschen" abgelehnt- man lästert darüber ab, man verurteilt sie, man giftet.....ach es gibt doch unzählige Giftpfeile, die wir verbal abschießen können- schön maskiert in "ich sag doch nur......" mit allen Facetten der Ablehnung, bis zu Verhalten was ablehnt- ebenso in allen Varianten.
Sicher, Schwäche ist nicht unbedingt ein Ausgangspunkt für Auseinandersetzung oder für Gemeinsamkeiten oder für Erfolg, was ja den meisten Menschen wichtig ist.
Also insgesamt habe ich den Eindruck, wir beide haben wirklich verschiedene Auffassungen von Schattendasein , macht nichts. Du kennst deinen - ich kenn meinen. Ist trotzdem interessant für mich wie du das siehst.
Grüße von Laura
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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27.05.2016, 09:44
AW: Schattenseiten
ich lass jetzt mal den Aspekt, ob dein Alkoholkonsum nun schon problematisch ist oder nicht, weg.
Interessant finde ich aber, dass du anscheinend mit Hilfe des Alkohols u.a. auch dein Moralkorsett überwindest. Und als Korsett würde ich es bezeichnen, da du anscheinend dich nur unter Alkohol sexuell gehen lassen kannst und dich danach dann dafür schämst. Hier hättest du tatsächlich eine echte Lernaufgabe. Denn diese Kombination finde ich auffällig. Du könntest ja unter Alkoholeinfluss was entdecken und sagen "ui, das war ja mal geil, das übernehm ich in den nüchternen Zustand", aber da kommt dir ja die Scham dazwischen. Die Scham ist eine Grenzwächterin, und deshalb würde ich mir die Grenze mal genauer angucken, ob die so überhaupt noch stimmt, oder was aufgepfropftes ist, das du so eigentlich gar nicht mehr haben willst.
Das Saufen lassen wird das Problem auf Dauer nicht lösen (was nicht heisst, dass du so weitersaufen sollst, das nur zur Klarstellung).
Ob du da nun auf einen Schatten gestoßen bist oder einen blinden Fleck oder sonst was, egal. Aber ich denke, das ist so ein klassisches Entwicklungspotential, vor allem, aber nicht nur, in jungen Jahren. Stehen zur eigenen Sexualität, die eigenen Moralvorstellungen (was ja nochmal was anderes ist als ein ethisches Empfinden) hinterfragen und ausmisten. Damit meine ich nicht Entmoralisieren auf Teufel komm raus, sondern gucken, was ist stimmig für mich, damit ich ein gutes Lebensgefühl habe, und was ist ein Korsett, egal, ob vom Elternhaus anerzogen oder kulturell bedingt oder alles zusammen.
Woher es kommt, lässt sich nicht immer so aufdröseln und ich halte das auch nicht für so wichtig. Manchmal hilft es, etwas zu verändern, wenn man weiss, wo es herkommt. Aber Voraussetzung ist es nicht.
Etwas einfacher verständlich als das Schattenthema ist vielleicht das Johari-Fenster . Auch weil es nicht so dieses scheinbar negative Gschmäckle hat ("Schatten! Ogottogottogott
), und weil es mit Begrifflichkeiten arbeitet, die jeder von uns auch ohne große Persönlichkeitsentwicklungsprozesse schon nachvollziehen kann, wie z.B. blinder Fleck und Geheimnis, etc.
Das alles kann uns Anreize geben, uns selbst besser kennen zu lernen. Aber wir müssen auch nicht alles verstehen und ans Tageslicht zerren, es ist einfach auch menschlich, dass es diese diversen Ebenen gibt. Ich finds auch mal gut einfach anzuerkennen, dass wir eben vielschichtige Wesen sind. Letztlich gehts darum zu gucken, was habe ich für eine Lebensqualität, bin ich zufrieden, gehts mir gut oder kann ich da vielleicht irgendwo nachjustieren, und wenn ja, wo und wie.
Ich habe sehr viele Jahre viel in meine Persönlichkeitsentwicklung investiert, weil ich die Not-Wendigkeit hatte, einiges umzukrempeln. Aber wenns mit weniger auch geht, ein gutes Leben zu haben, dann ist das doch prima, ich bin, vll auch weil ich selbst so viel machen musste, nicht so die Vertreterin davon, dass dieser "Seelenstriptease" unbedingt sein muss. Aha-Erlebnisse hat man auch schon durch kleine Veränderungen.
Guck mal, was dir das Buch bringt, aber wenn du mit dem Thema nicht weiter kommst, dann lass es auch wieder los. Es gibt viele Kanäle der Erkenntnis, und nicht alle führen nur durch die Schwere zum Kern des Pudels.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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27.05.2016, 19:36Inaktiver User
AW: Schattenseiten
Dein Beitrag zur Schattenseite ist super und beschreibt genau das, was ich während meiner Hypnosesitzungen selber erfahren habe. Vielen Dank.
Nach dem Annehmen meiner Schatten, was der Selbstakzeptanz entspricht, habe ich mich "ganz" gefühlt. "Ganz" im Sinne von komplett und vollständig, ausgeglichen und in meiner Mitte. Ein wunderbares Gefühl. Ob ich alle Schatten angenommen habe, weiss ich nicht. Das Unterbewusstsein ist ein großer Keller, da ist bestimmt noch etliches verborgen. Doch ich hatte das Gefühl, meine Schatten sind da, sie gehören zu mir und ich entscheide, ob ich sie lebe oder nicht. Aber sind sie überhaupt noch Schatten, wenn ich sie bewusst gemacht und angenommen habe?
LG Penstemon
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27.05.2016, 19:40
AW: Schattenseiten
Hallo Amelie,
danke für Deine sehr interessante Meinung
ja, Du hast Recht, ich bin nüchtern kontrollierter und zurückhaltender und sobald ich etwas getrunken habe, werde ich offener...nicht unbedingt offener nur in sexueller Hinsicht (dazu zähle ich auch jemanden zu küssen, also Sex als Oberbegriff) und ich muss sagen, ich lerne oftmals angeheitert sehr viele Menschen kennen (Männer sowie auch Frauen) die auch nach dem Abend noch Kontakt suchen. Mir ist das dann nüchtern eher etwas unheimlich, dann bin ich ja wieder kontrollierter...
ich weiß woher es kommt, hat was mit meiner Erziehung zu tun. Als Jugendlicher hab ich mich gegen diese Erziehung gewehrt (war ziemlich chaotisch und unordentlich, hab nicht das gemacht, was meine Eltern von mir erwartet haben), allerdings schlummern in meinem Unterbewusstsein doch die "Erwartungen" oder einfach das, was mir vermittelt wurde (als "Lebensregeln")
tja, da kommen wir zu dem nächsten Punkt: ich weiß ganz genau worum es geht und woher es kommt, aber dies zu ändern klappt nicht so ganz....frag mich nicht warum und glaub mir, ich hab schon oft versucht es zu ändern (nüchtern), aber der Schatten, über den ich springen muss, ist einfach ziemlich groß...ich hab mich anscheinend so daran gewöhnt, mich zu kontrollieren und selber zu maßregeln, dass ich es nüchtern nicht schaffe, die Zügel los zu lassen...und ich hab schon einiges in meinem Leben geschafft, nur diese Sache ist echt schwer...
Ich denke auch nicht, dass jede Kleinigkeit im Leben (die nicht so läuft wie man es sich wünscht) aufgedröselt werden muss. Jeder Mensch ist einzigartig und genau das macht ja den Menschen aus! Aber wenn man einen Punkt hat, an dem man sich im Kreis dreht und man genau weiß, da komme ich irgendwie nicht weiter, dann muss man schon schauen, was ist das....woher kommt es und das Wichtigste für mich: wie löst sich der Knoten?!Geändert von jocely (27.05.2016 um 19:53 Uhr)
lieben Gruß jocely
"Man ertrinkt nicht, weil man unter Wasser taucht, sondern weil man unter Wasser bleibt"
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27.05.2016, 20:28Inaktiver User
AW: Schattenseiten
Hallo Akzent,
Das ist etwas komplizierter: Es ist halt ein Unterschied, ob ich Schwäche an sich kenne und weiß, was das ist oder ob ICH mir so eine Schwäche zugestehe und das als "eigenen Anteil" annehmen kann!
Sowie- ich kenne zwar Ungeziefr aber ich habe keines in meinem Haus!
Und in dem Beispiel würde es bedeuten, dass nur ich dieses Ungeziefer einfach nciht wahrnehme obwohl es da ist!
Kannst Du die Erklärung besser verstehen?
Wieviel "nicht gut fühlen" es benötigt um abgelehnt zu werden und aus dem Bewusstsein verdrängen- kann ich nicht sagen........das kann niemand, denn jeder Mensch ist individuell.
Wichtig ist nur DAS -mal ganz lapidar gesprochen- negative Gefühle verdrängt werden können und was an sie gekoppelt ist.
Die Möglichkeit HAT man ja.......aber WER tut das??
Vor allem nochmal: wenn ich was verdränge, dann ist es mir nicht klar-- ich verdränge ja unbewusst.
Also was ich unbewusst wegschiebe- erreicht nicht mein Bewusstsein.....also WIE sollte ich das dann erkennen??
FALLS man nicht durch Lebensumstände an den Punkt kommt, dass man sich ändern muss- oder Freunde einen auf sowas hinweisen........es muss aber ZUERST eine Bewusstwerdung stattfinden.
Was die Schatten angeht- siehe oben.
Die Frage ist immer, was man unter Entwicklung versteht.
Ich habe viele Bekannte, die zwar lebenserfahrener sind- dank zunehmendem Alter
- aber man kann streiten ob man das Entwicklung nennen kann
Ansonsten kenne ich natürlich auch Menschen, von denen ich das defintiv sagen würde- aber bestimmt 80% all der Menschen mit denen ich Kontakt habe, haben mit psychischer Entwicklung (zB Schattenarbeit) absolut nix im Sinn! Würde ich denen mit "verdrängtes Verhalten" kommen- würde ich wohl so
angesehen
....und ich glaube, dass die meisten Mnschen so rumlaufen.
Kennst Du das Buch von Debbie Ford??
Und ist doch schön, sich so auszutauschen. Dadurch werden SAchen deutlicher und klarer
@amelie: danke für das johari-Fenster......ich hatte es ja schon beschrieben- ich wusste nur nicht mehr, wie das der Fachbegriff dafür hieß
lg kenzia
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27.05.2016, 22:21
AW: Schattenseiten
Ich verstehe dich schon. Es ist wie es gibt Elefanten - nur nicht in meinem Zimmer
Doch bei der Situation Schattendasein meine ich, gehen wir mal von der Veranlagung oder Schwäche aus wie Unsicherheit oder Verführbarkeit von mir aus auch von Eifersucht oder Überheblichkeit, also so ganz menschliche Regungen.
Wenn es jetzt für diese Menschen Empfindungen sind die einfach verborgen sein wollen, weil man erstmal so nicht sein will. Wenn man sie nicht wahrhaben will, betrügt man sich so ziemlich selbst. Also als Schattenanteil sind sie vorhanden und machen sich in der Regel erst in der Interaktion mit anderen Menschen verfügbar.
Es ist ja nicht so, dass diese Schwächen grundsätzlich present sind, aber man kennt sie - man weiß selbst davon und sie können lästig sein, wenn man in entsprechende Situation kommt, vor allem im unpassendsten Moment. Es ist also so wie in dem Zitat von C.G. Jung, dass ich eingangs erwähnte und in der Regel nicht etwas ist von dem ich überhaupt keine Ahnung habe im Sinne von Existenz.
Ist sicher individuell - will dich auf den Vergleich von *Angst und ungutes Gefühl* aufmerksam machen und da denke ich schon es ist ein großer Unterschied.Wieviel "nicht gut fühlen" es benötigt um abgelehnt zu werden und aus dem Bewusstsein verdrängen- kann ich nicht sagen........das kann niemand, denn jeder Mensch ist individuell.
Wichtig ist nur DAS -mal ganz lapidar gesprochen- negative Gefühle verdrängt werden können und was an sie gekoppelt ist.
Die Möglichkeit HAT man ja.......aber WER tut das??
Vor allem nochmal: wenn ich was verdränge, dann ist es mir nicht klar-- ich verdränge ja unbewusst.
Also was ich unbewusst wegschiebe- erreicht nicht mein Bewusstsein.....also WIE sollte ich das dann erkennen??
FALLS man nicht durch Lebensumstände an den Punkt kommt, dass man sich ändern muss- oder Freunde einen auf sowas hinweisen........es muss aber ZUERST eine Bewusstwerdung stattfinden.
...und es muss die Bereitschaft dafür sein
Ist es nicht eher so (aber vielleicht nur bei mir) habe ich Kenntnis davon - inwieweit ich das in mein tgl. Bewusstsein lasse entscheide ich in der Regel mit meinem Willen. Kommt natürlich auf die Intensität an. Gut allerdings gehört bei mir Verdrängung in eine andere Kategorie und das Motiv ist nicht etwas was mit einer meiner persönlichen Eigenschaften zu tun hat.
Okay soweit? ich bin ja auch für Schwäche annehmen können, und es muss die Bereitschaft dazu sein, weil es sich damit einfach besser umgehen lässt und man wird nicht überrascht und ist hilflos.
Nein kenne ich nicht, erzähl, was ist der Rote Faden?Kennst Du das Buch von Debbie Ford??
Und ist doch schön, sich so auszutauschen. Dadurch werden SAchen deutlicher und klarer
sehe ich genauso
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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27.05.2016, 22:57Inaktiver User
AW: Schattenseiten
Der rote Faden ist in Post 51 von Kenzia ganz klasse beschrieben !!
So gut hätte ich das nicht erklären können
Ich bin erst bei der Hälfte des Buchs angekommen und muss es immer mal wieder weglegen
Und Pause machen, wie ich schon schrieb , schwere Kost aber sehr interessant.
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28.05.2016, 06:41Inaktiver User
AW: Schattenseiten
Hallo Akzent,
Ja- menschliches Verhalten- mit all seiner Vielfältigkeit
Bei diesem Satzstück klingt es für mich als ob man sich freiwillig dazu entscheidet-- aber genau DAS ist ja der Kern beim Schatten- das Verhalten wird ohne Bewusstsein verdrängt.
Betrügen hat eine negative Wertung-- und man erkennt nicht den Nutzen dieses Verhaltens!
Dieses Verdrängen schützt den Menschen vor schmerzhaften Gefühlen, ist also genau genommen eine gute "Einrichtung" der Natur.
Ich würde sagen, sie werden erst dann sichtbar- für die anderen vor allem
Der Schatten ist zu jeder Zeit aktiv- wie Du immer lachen oder weinen kannst, kann auch jeglich anderes Verhalten zu jedem Moment aktiv werden.
Und nochmal-- man weiß NICHT selbst davon! Genau DAS ist der Charakter! Es wird einem doch gar nicht klar! Weder, dass man " so ist"- noch, das man das Verhalten anwendet. Daher gibts auch keine "unpassendesten Momente".
Ja natürlich liegen darin immense Unterschiede. Ich glaube, ein zentrales Gefühl für den Schatten ist Ablehnung und Ausgrenzung.
Wer das schon gespürt hat, der weiß, dass das immens schmerzhaft ist und auch mit Angst gekoppelt.
Ich sprach von "ungutem Gefühl", weil Menschen beim ersten Hinspüren oft sagen "das fühlt sich nicht gut an......ich spüre das im Bauch"........geht man immer tiefer hinein wird es immer intensiver und unangenehmer und dann greift....
Jepp- das setzt voraus, dass Du diese Kenntnis haben willst
Du bist auch ein Mensch, der sich mti sich befasst, aufgeschlossen für das Thema Psycho ist und offen für Neues. Du bist bereit, Dich in Frage zu stellen und weißt dabei aus Erfahrung auch, dass sowas nicht den ganzen Boden wegzieht sondern Dich letztlich nur unterstützt.
Aber Akzent- WER ist schon so? Tatsache ist doch, dass zwar jeder gerne Persönlcihkeitksfragebögen ausfüllt aber wenn ein konkretes Hinsehen stattfinden könnte- die meisten Menschen einen Schritt zurück gehen und sowas nicht wollen.
unser Thema
- der Titel heißt " Schattenarbeit".
Was vielleicht schwierig zu verstehen ist ist, dass es hier nicht um "große und seltene Psychophänomene" geht sondern um wirklich ganz alltägliches Verhalten, was JEDER von uns in sich verdrängt.
Ich habe zB eine gute Bekannte, bei der sind es grundsätzlich "die anderen".
Was auch geschieht, der andere hat Schuld!
Wie ich das Leben erlebe- kommt genau DAS Verhalten bei wohl 99% aller Menschen vor
Und wenn ich dann mit ihr rede, dann kann ich durchaus beim Auseinandernehmen der Situation klarmachen, das sie auch einen Anteil daran hat und der andere einen für sich guten Grund so zu reagieren.
DAS geht dann gerade noch und aber auch nur, wenn sie entspannt ist
Wenn man dann aber an den Punkt kommt, wo sie erkennen könnte, dass sie selbst aus Angst vor Ablehnung immer erst die anderen ablehnt -- wird das mit den zT abenteurlichsten Argumenten abgeschmettert!
Was total logisch und sinnvoll rational zu verstehen wäre, wird von ihr total abgelehnt, weil es für sie nicht nur ein sachliche Ebene hat sondern eine Emotionale. Und dem Verweigern von Gefühlen - folgt dann total folgerichtig die Verweigerung dieser Erkenntnis.
Und genau das kannst Du bei den meisten Menschen erleben.
Mach mal einem Menschen klar, dass der Ärger auf einen anderen nur sein eigener Ärger ist!
Das ist schon schwierig zu verstehen.
Für jemanden, der sich offen mit Psychologie befasst, ein schönes Feld um zu arbeiten und viel kann deutlich werden-- man darf aber nicht vergessen, wie unheimlich und angstbesessen die Psyche für viele Menschen ist. Das ist keine Maschine, die eine Anleitung hat- die man kontrollieren könnte.......da ist man froh, wenn es läuft und man nicht so genau hinsehen muss
Schatten sind wirklich alltäglich, hat jeder und am Einfachsten geht ein Aufspüren, wenn Du Dich fragst, was Dich am anderen stört. DAS hat mit Dir zu tun- Du projizierst Deinen Schatten auf den Gegenüber.
einen schönen Samstag
lg kenzia
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28.05.2016, 10:30


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