ich habs zwar schon öfter geschrieben, aber weil ich damit einfach in einem solchen Prozess gute Erfahrungen gemacht habe: wenn es so ein Zwischendings von Coaching und Therapie ist, da kann ich für eine professionelle Begleitung auch psychologische Beratungsstellen empfehlen, die therapieren nicht, die coachen auch nicht, aber sie begleiten einen beratend. Die Wartezeiten sind recht kurz und die Kosten sehr gering (einkommensabhängig). Gerade, wenn es um Orientierung und Umsetzung von Änderungen geht, finde ich das eine ganz gute Hilfe, die nicht mit hohen Kosten (Coaching) und langen Wartezeiten (Therapie) verbunden ist.
Wenn sich dann bestimmte Themen als komplexer und tiefer sitzend rauskristallisieren, dann wirds ja auch nochmal deutlich, ob und welche Art von weiterführender professioneller Hilfe Sinn machen kann.
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Ergebnis 11 bis 13 von 13
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27.05.2016, 10:22
AW: Ratlosigkeit - was will ich eigentlich?
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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27.05.2016, 10:51Inaktiver User
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28.05.2016, 07:36
AW: Ratlosigkeit - was will ich eigentlich?
Liebe palimpalim,
diese Frage kenne ich nur zu gut! Vor fünf Jahren stand ich genauso ratlos da wie du. Eine Partnerschaft war gerade auseinander gegangen, meine Kinder ausgezogen, ich saß alleine in einem Riesenhaus, das mir arbeitsmäßig und finanziell über den Kopf wuchs, ich hatte das Gefühl, meinen Job und überhaupt mein Leben nicht mehr bewältigen zu können.
Meine erste Idee damals war auch, mich coachen zu lassen. Habe ich auch gemacht. Und stand hinterher nur mit noch mehr Fragen da als vorher.
Es beginnt immer bei mir. Ich kann niemanden zwingen, so zu sein oder sich so zu verhalten, wie ich es möchte. Ich kann meine Kraft und Stärke nur da beweisen, wo sie hingehört: in meinem eigenen Leben. Ich habe auch meine Niederlagen akzeptiert. Scheitern bedeutet lernen. Es macht mich heute zwar immer noch ab und an traurig. Aber das darf es auch. Loslassen heißt nicht vergessen oder verdrängen, sondern akzeptieren.
Wenn du das Gefühl hast, dass dein Leben bisher eher fremdbestimmt war - nimm es in die Hand. Denke viel und lange und intensiv nach, spüre in dich - was brauchst du jetzt? Oft beginnt Unzufriedenheit ja in einem selber. Bist du so, wie du sein möchtest? Meine ersten Schritte damals waren, dass ich beschloss, aus mir "die beste Passepartout zu machen, die es gibt". Habe damals - endlich! - mit Sport angefangen, der heute aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken wäre. Habe meine Ernährung umgestellt, eine Fortbildung begonnen, die ich schon lange machen wollte. Kurz: ich habe etwas nur FÜR MICH getan.
Und diese "Grundzufriedenheit" mit mir selber war eine gute, sichere Basis für weitere Entscheidungen. Habe mein Haus verkauft, innerhalb der Firma eine andere Aufgabe übernommen und da richtig Gas gegeben, ein Hobby ausgebaut und intensiviert. Nach und nach kam immer mehr Zufriedenheit in mein Leben. Und die Sicherheit: ich schaffe das! Auch alleine, ohne Partner. Vor kurzem habe ich jemanden kennengelernt, aber auch hier merke ich: nicht um jeden Preis ... wenn es sich ergibt, ist es okay, und ich freue mich. Und selbst, wenn nicht, wäre mein Leben alleine rund und bunt!
Das alles ist ein langer, oft schmerzhafter und anstrengender Weg ... oft stolpert man und hadert, weil es nicht so gelingt, wie man es gerne hätte, oder das Gefühl von Einsamkeit überwältigt einen. Aber wenn man einmal einen wirklichen Zugang zu sich selber gefunden hat, hat man das Handwerkszeug, um auch solche Zeiten durchzustehen und an ihnen zu wachsen.
Ich wünsche dir viel Erfolg und Freude dabei, deine Weg zu entdecken!
Alles Gute von
PassepartoutAllein der Rahmen, den ein Bild erhält,
Auch wenn es ein berühmter Pinsel malt,
Macht, daß es seltsam und bezaubernd strahlt,
Aus endloser Natur herausgestellt.
(Charles Baudelaire)



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