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    AW: Zu zweit allein am neuen Wohnort

    Streng genommen lösen sich die Verbindungen von der Uni im Allgemeinen sowieso nach dem Abschluss, da es die Leute in alle Himmelsrichtungen zerstreut.


  2. Inaktiver User

    AW: Zu zweit allein am neuen Wohnort

    Zitat Zitat von Winterlinde Beitrag anzeigen
    Insofern fragt sich wahrscheinlich mein Unterbewusstsein die ganze Zeit: Lohnt es sich ueberhaupt, fuer die paar Jahre hier Anstrengungen (und ja, anstrengend ist es, da ich mittlerweile gemerkt habe, dass es "einfach so" nichts wird) zu unternehmen, nur um diese Leute dann eh wieder zu verlassen...?
    Ich glaube das ist der Knackpunkt. Solange Du noch in irgendeiner Weise im "Widerstand" bist, wirst Du die Vorschläge hier nur halbherzig befolgen und auf Menschen treffen die ebenso ambivalent sind wie Du. Die Menschen spüren diese Haltung auf anderer Ebene. Es sollte Dir um die Menschen selbst gehen und nicht vordergründig darum Dich aus der Einsamkeit zu befreien.

    Du lebst ganz unnötig in einem Mangelbewusstsein. Mach Dir klar, dass Du bereits gewachsene Freundschaften hast, Wertschätzung erfährst und erfahren hast, nur nicht hier vor Ort. Aus dem Bewusstsein dieser "Fülle" heraus geh auf andere Menschen zu, interessiere Dich für sie, ganz ohne Erwartungen. Einfach weil es spannend, anregend, aufregend und erfüllend sein kann sie kennen zu lernen. Das nimmt den Druck raus und Leichtigkeit tritt anstelle der Anstrengung.

    Das wäre mein Ansatz für Dich.
    Geändert von Inaktiver User (17.05.2016 um 23:57 Uhr) Grund: Ergänzt

  3. Inaktiver User

    AW: Zu zweit allein am neuen Wohnort

    Deine Situation kann ich gut nachempfinden:
    Ich bin berufsbedingt öfter umgezogen und habe meine spärliche Freizeit am liebsten mit meinem Partner oder mit mir selber verbracht.
    Nun sind wir wieder umgezogen, ich habe das Berufsfeld gewechselt und dadurch ein regelmäßigeres Leben - und vermisse manchmal eine greifbare Freundin...

    Die schon gegebenen Tips finde ich gut, es ergeben sich ja oft unter Kollegen oder in der Nachbarschaft und durch Hobbies nähere Beziehungen - wenn du mal den Anfang gefunden und die innere Schranke überwunden hast, fremde Leute anzusprechen, ergeben sich bestimmt nette Kontakte.

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    AW: Zu zweit allein am neuen Wohnort

    Irgendwie lässt mich der Gedanke nicht los, dass Dein Problem gar nicht die fehlenden Freunde sind. Es klingt für mich nach Heimweh und einer gewissen Glorifizierung der Vergangenheit. Dass Du zB weniger Lust auf Sex hast, kann doch nicht daran liegen, dass Du keine Bekannte in der neuen Stadt hast! Objektiv gesehen hast Du doch ein tolles Leben und es ist absolut normal, dass man nach der Studentenzeit keinen so großen Bekanntenkreis mehr hat. Das wird den anderen auch irgendwann so gehen. Selbst wenn man in der Unistadt bleibt, geht irgendwann jeder seiner Wege.
    Du bist einfach noch ziemlich jung für dieses "erwachsene" Leben. In was für einem Chor singst Du zB? Such Dir auf jeden Fall Kreise, wo Du unter jüngere Leute kommst. Ab einem gewissen Alter ist einfach vieles festgefahren und die Menschen sind nicht mehr so aufgeschlossen für neue Bekanntschaften. Auch für 3 Jahre lohnt es sich ein paar neue Menschen in sein Leben zu lassen. Es gibt auch spezielle Internetportale, um in seiner Stadt Menschen kennen zu lernen. Mach Dir aber bewusst, dass diese neuen Bekannten nie den alten Kreis ersetzen können.
    Ich würde am Wochenende auch einfach öfter mal in die alte Heimat fahren oder die alte Clique zu euch einladen oder euch auf halbem Wege mit ihnen treffen. Pflegt die alten Freundschaften weiter, gerade weil ihr bald zurück geht.

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    AW: Zu zweit allein am neuen Wohnort

    Ganz lieben Dank fuer eure vielen Antworten!

    Original-Sin:
    Danke! :)
    Naja, Semesterferien/VL-freie Zeit hat man ja als Doktorand (ergo wissenschaftlicher Mitarbeiter) nicht mehr, sondern ganz normal die Anzahl an Urlaubstagen, die einem durch TVoeD zustehen. Das sind aber gar nicht mal so wenige, insofern geht das schon.
    Diskussionen nach Kolloquien o.a. haben sich bisher leider nie wirklich ergeben. Wir sind hier auch etwas ab vom Schuss, insofern gibt es auch keine Mensa, Cafe oder so, wo man mal mehrere Leute auf einem Haufen treffen koennte (nur eine kleine Kantine). Jedoch gibt es ein woechentlich organisiertes Kaffee+Kekse Treffen in der Institutskueche, allerdings kommen dort meist nur max. so 10 Leute von insg. ~150. Ja, mit der "Sozialisation" hier im Institut ist es leider generell nicht so weit her. Habe auch schon ueberlegt, da vielleicht nochmal mehr zu organisieren.

    Simpleness:
    Ja, ich glaube da hast du wirklich Recht. Ich erwarte von den Menschen einfach direkt zu viel (das sagt mir mein Freund auch, allerdings ist es gut, das auch mal von jemand anderem zu hoeren).

    Ich habe vielleicht auch Angst, von den alten Freunden irgendwie vergessen zu werden (?), da sich diese wirklich als Gruppe zumindest die naechsten drei, vier Jahre nahezu alle noch an einem Ort befinden werden, und suche deshalb schnellen Ersatz...? Abgesehen von meinem Freund und mir und einer anderen Person hat sich da naemlich bisher noch nichts verstreut.

    Caramac:
    Glorifizierung trifft es ganz gut. Das kann ich mit Vergangenem besonders gut (erwische mich auch staendig dabei und muss mir dann auf die Finger hauen - klappt aber nicht immer).
    Das mit dem Sex etc. vermute ich, weil ich mich, wie ich im Eingangspost schrieb, momentan durch die fehlenden Kontakte nicht mehr so "als Mensch" fuehle, sondern irgendwie wie eine nur arbeitende, funktionierende Maschine, die halt den mehr oder weniger immer gleichen Alltag so abarbeitet. Ich vermute, dass sich das auf mein generell emotional-romantisches Empfinden so auswirkt - vielleicht liege ich aber auch voellig daneben

    Dieses seltsame "Maschinen (und nicht mehr Ich selber) Gefuehl" ist auch eigentlich das, was mich am meisten stoert/belastet - eben weil es so was Unterschwelliges ist, bei dem ich nicht wirklich weiss, wie ich ihm begegnen soll (das einzige, was mir einfiele, ist halt nur krampfhaft Kontakte zu suchen... ein Teufelskreis )

  6. Inaktiver User

    AW: Zu zweit allein am neuen Wohnort

    Du brauchst anscheinend ständig Kontakte, Leute um Dich, um Dich lebendig zu fühlen. (?) Ich hatte mal einen Partner der in der Hinsicht ganz ähnlich ist und seine Durchhänger hat, wenn dem nicht so ist. Wirklich verstehen konnte ich das als Mensch, der sehr gut mich sich alleine sein kann, nicht.
    Geändert von Inaktiver User (18.05.2016 um 11:48 Uhr)

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    AW: Zu zweit allein am neuen Wohnort

    Zum ersten Mal im Leben wirklich am neuen Wohnort auf sich selbst gestellt zu sein, ist ein deutlicher Einschnitt. Meiner Meinung nach ist es ein wichtiger Meilenstein zum Erwachsenwerden und ist wie viele andere Schritte hart.
    Ich habe das zwei Male hinter mir und brauchte jeweils mindestens zwei Jahre um mich neu einzuleben und einige Leute näher kennenzulernen.
    Ich vermute du erlebst zur Zeit den schmerzhaften Abschied deiner Jugendzeit. Durch das Landleben ist die Diskrepanz zu den Studienzeiten noch krasser, dein Leben hat sich ja fast ins komplette Gegenteil verwandelt

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    AW: Zu zweit allein am neuen Wohnort

    Wer mit sich selber unzufrieden ist, der kann doch nicht erwarten das durch neue Kontakte diese Unzufriedenheit verschwindet.

    Ich finde es ziemlich albern zu sagen, XY hat schon in kurzer Zeit neue Freunde...........warum geht das bei mir nicht?

    Als ich vor 30 Jahren von der Stadt aufs Land zog, da waren meine einzigen Kontakte das erste Jahr, der Metzger und der Bäcker. Später hab ich mich politisch engagiert und dort viele "Bekannte" gesammelt, mal mehr mal weniger nahe.
    Einiger meiner Bekannten hab ich die letzten sechs Jahre nach und nach an den Krebs verloren, andere sind einfach umgezogen ohne sich abzumelden und andere entpuppten sich nach über 20 Jahren "Freundschaft" als reine Egomanen.
    Ich fühle mich alleine nicht einsam, ich bin eher einsam wenn ich unter vielen Menschen bin.

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