Ihr Lieben,
ich habe in den vergangenen ca. 12 Monaten schon ein paar Beziehungsthemen gestartet... nun mal hier in diesem Unterforum weil es mir für meine aktuelles "Problem" am passendsten erscheint.
Das letzte Jahr war turbulent, ich versuche es mal kurz zusammen zu fassen:
Ich war seit 13 Jahren (kennengelernt mit etwa 25) in einer Beziehung/Ehe, Haus, Kind (4), alles lief recht problemlos vor sich hin. In einer sehr anstrengenden Baby-/Kleinkindzeit haben wir uns sowohl als Individuen und auch als Paar völlig aus den Augen verloren, waren nur noch Eltern und Manager des Alltags. Der dann aber wieder gut lief und auch keine Konflikte, Streitpunkte usw. mit sich brachte.
Dann habe ich im Frühjahr letzten Jahres einen anderen Mann kennengelernt, wir haben uns nur ca. 2 h unterhalten aber er hat in mir etwas angesprochen. Ich habe ihn daraufhin gegoogelt, ausfindig gemacht und kontaktiert. Es folgten etwa 7 Monaten intensivster WhatsApp-Kommunikation, ein Treffen scheiterte maßgeblich an ihm und seiner damaligen familiären Situation. Er war damals - psychisch - einfach nicht frei dafür, das hat er auch immer wieder gesagt. Zudem lebt er über 500 km entfernt von mir.
Bei mir mit fortschreitender Intensität unserer - bis dahin rein schriftlichen - "Beziehung" die Feststellung, dass ich für meinen Mann nur noch platonische Gefühle, wie für einen Bruder, habe. Auf Körperlichkeiten, Sex - was vorher schon nicht mehr oft stattfand - hatte ich gar keine Lust mehr mit ihm.
Das habe ich ihm dann auf Nachfrage, was eigentlich mit mir los sei, auch gesagt Auch dass ich sehr viel körperliches Interesse an einem anderen hätte und ob er sich eine "offene Beziehung" vorstellen könne. Dem hat er recht schnell zugestimmt, er könne das ja grundsätzlich verstehen, und wenn es nur darum ginge mal andere Erfahrungen zu machen sei das ok.
Ich hatte dann einen "zweimaligen ONS" mit einem anderen Mann, weil ich es ausprobieren wollte und immer noch in der Warteschleife bzgl des "einen" hing. Das war auch richtig gut, der Sex war toll, es war klar dass es nur darauf hinaus läuft und mein Herz war da in keinster Weise involviert.
Ende des Jahres (nach seinem Auszug von zuhause) dann endlich zwei Treffen mit dem "einen", dem Auslöser der ganzen Geschichte, ich nenne ihn mal Mr. X.
Es war wunderbar, alles hat gepasst, jeweils eine Nacht im Hotel in der Mitte zwischen uns. Toller Sex, tolle Gespräche, "Rahmenprogramm" wie Stadtführung und Shoppen... ich fand es total toll und er seiner Aussage zufolge ebenso.
Dennoch trat er völlig auf die Bremse nach dem zweiten Treffen, er hat schon vorher immer wieder gezögert, hatte ja gerade die Trennung von seiner Frau mit allen Folgen v.a. bzgl der Kinder, durch.
Hat immer wieder gesagt er wolle nicht meine Ehe/Familie zerstören, ich solle diese jetzt retten, er kann seine Gefühle für mich kontrollieren da ein mehr zwischen uns nicht möglich sei.
Ich hatte ganz, ganz schlimmen Liebeskummer, unser Kontakt brach fast völlig ab, nur noch sehr seltene Nachrichten, mal von ihm, öfter von mir, ich voller Sehnsucht, ganz losgelassen hat er aber auch nicht.
Trotz Versuchs einer Paartherapie bei mir irgendwann die Erkenntnis, ich muss jetzt erstmal raus, für mich sein, rausfinden was ich vom Leben will, wen ich will... ich konnte mir weder vorstellen unter unserer alltäglichen familären Konstellation wieder ein Gefühl von Verliebtheit für meinen Mann entwickeln noch dass ich mir mit einem Zusammenleben als WG für die nächsten 15 Jahre arrangieren könnte.
So habe ich im März eine Wohnung gemietet und bin im April mit meiner Tochter ausgezogen. Ich fühle mich auch wirklich wohl dort und bin mir auch ziemlich sicher, dass das für den Moment der richtige und notwendige Schritt war.
Parallel seitdem wieder immer mehr Kontakt mit Mr. X. Er war zunächst völlig geplättet über die Entwicklung, meint mittlerweile wir könnten uns ja nun doch mal wieder sehen da er nicht mehr das Gefühl habe irgendwo dazwischen zu funken. Ein konkretes Treffen haben wir trotzdem immer noch nicht vereinbart, wieder habe ich das Gefühl ich bin diejenige die mehr "baggert". Was so ein bisschen der bisherigen Rollenverteilung bei uns entspricht, war ja schon vor dem ersten und zweiten Treffen so und auch sonst war ich immer die "Starke", habe ihn durch seine Trennung begleitet und auch jetzt sagt er dass er mich für meinen Schritt und meine Klarheit "bewundere" und mich für eine sehr starke Frau halte (ich denke mir nur: wenn der wüsste wie ich Anfang des Jahre (wegen ihm?) geheult habe...)
So ist also der Status quo... schon ziemlich lang geworden.
Ich schreibe meine "Frage" gleich in einem zweien Teil weiter.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 23
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07.05.2016, 16:12
Die Liebe, die Männer und ich - woher wissen was MIR gut tut?
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07.05.2016, 16:36
AW: Die Liebe, die Männer und ich - woher wissen was MIR gut tut?
Teil 2
Nach dem - wirklich sehr schlimmen - Liebeskummer wg. Mr. X nach unseren zwei Treffen, Wunden lecken, Neustart in meiner neue Wohnung, viel Nachdenken, lesen im Forum und Büchern bin ich immerhin schon mal so weit:
Nach der von Mr. X vollzogenen "Trennung" war ich nur noch ein Schatten meiner selbst, meine Gedanken kreisten nur um ihn, wie kann er nur so handeln, es war doch sowas Großes zwischen uns usw.
Ewiges Kreisen um die Frage nach dem "warum?", natürlich ohne je zu einer befriedigenden Antwort zu gelangen.
Dann der Auszug, der ja weitgehend unabhängig von ihm stattfand, da es zu dieser Zeit fast keinen Kontakt gab und er auch lange Zeit gar nichts davon wusste.
Das war ein erster Schritt des Handelns nur für MICH (zumindest sehe ich es so).
Mir ist klar geworden, dass ich verantwortlich für MEIN Glück bin.
Ich kann niemand anderen verändern, nur mich, meine Gedanken (zum Teil zumindest) und mein Handeln.
Darauf zu hoffen, dass er sich doch - trotz aller ja immer noch sehr ungünstigen Umstände zwischen uns mit der Entfernung und zwei Ex-Familien mit Kindern - nun plötzlich für mich entscheidet wenn ich nur lange genug warte und lieb, verständnisvoll, sexy usw. genug bin, ist völlig schwachsinnig.
Ich muss entscheiden, was ich tun will und dafür dann auch die Verantwortung übernehmen.
Auch wenn es am Ende weh tun sollte.
Aber: ich bin mir so unsicher was "gut für mich" ist.
Der Kopf sagt ungefähr so:
Du bist ja eigentlich immer noch ziemlich verliebt in ihn. Und das wird wieder noch mehr werden wenn ihr jetzt wieder eine Affäre anfangt.
Und eigentlich wünscht du dir dann doch eine richtige Beziehung mit ihm. Die Chancen dafür stehen aber ziemlich schlecht, wg der Umstände und wohl auch wg seiner komplizierten Persönlichkeit und seinem eh schon ständigen "Zaudern".
Wahrscheinlich hast du also zumindest noch einmal richtig doll Liebeskummer, und ob du bis dahin wenigstens richtig glücklich bist, ist auch schon fraglich.
Kosten-Nutzen-Rechnung also eher negativ.
Daher: so schwer es fällt, vernünftig sein, Kontakt jetzt sofort komplett abbrechen, das wird hart und tut auch weh, aber nicht so doll wie später und es wird vorübergehen.
Bauch/Herz sagen eher:
Muss es denn überhaupt in eine Beziehung mit irgendwann zusammenziehen und allem drum und dran führen?
Offenbar brauchst du ihn jetzt noch, du hast viele Gefühle für ihn, jetzt im Moment scheint es dir MIT ihm irgendwie besser zu gehen als OHNE ihn.
Warum nicht die Zeit genießen, natürlich trotzdem weiterhin darauf achten ob es dir noch guttut, ggf. ansprechen wie du dir eure "Beziehung" weiter vorstellen kannst, und dann - ganz wichtig - aber auch selbst Handeln wenn es nicht mehr passt?
Aber wieso jetzt schon alles abbrechen, nur aus Vorsicht?
Du wolltest doch große Gefühle!
Und wer weiß wie es ausgeht, vielleicht findet ihr am Ende ja sogar wider Erwarten doch noch dauerhaft zusammen.
No risk no fun!
So drehe ich mich im Gedankenkarussell.
Der erstes Weg - reine Kopf-Entscheidung - erscheint mir wahnsinnig schwer, das kann ich in Gefühlsdingen ganz, ganz schlecht.
Der zweite Weg - eigentlich erscheint er mir passend, es wagen, aber trotzdem bei mir bleiben, auf MICH achtgeben, nicht darauf wie ich für ihn möglichst "toll" bin, und dann eben ggf. selbstbestimmt aussteigen wenn ich mehr leide als Freude daran habe.
Aber da habe ich schon Schiss, die Gefühle sind noch groß und werden ganz schnell wieder noch größer werden, ich hab Angst schon ganz schnell ganz schlimm zu leiden und was hat es dann "gebracht"...
Anderseits wieder eine Möglichkeit mich selbst kennenzulernen, an mir zu wachsen, über mich hinaus zu wachsen... hach, schwierig.
Habt Ihr vielleicht ein paar kluge Gedanken für mich?
Danke schon mal und liebe Grüße!
Geändert von kiki0815 (07.05.2016 um 16:37 Uhr) Grund: Rechtschreibung
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07.05.2016, 16:41
AW: Die Liebe, die Männer und ich - woher wissen was MIR gut tut?
Nachtrag:
Ach, und ich weiß nicht, ob es eine Rolle spielt, aber mir ist - zumindest in der Theorie - auch recht klar dass ich v.a. in (m)eine Wunschvorstellung und Projektion von ihm verliebt bin.
Ich kenne ihn ja im Alltag gar nicht. Zwar viele, viele, auch sehr tiefe WhatsApp-Schreibereien, aber nur wenig Kenntnis von seinem Handeln und Verhalten im real life.
Das ist mir inzwischen im Kopf schon einigermaßen klar geworden.
Auch wenn mein kleines romantisches Herz natürlich trotzdem immer wieder dazwischen schreit, dass er the one an only ist und sowieso nie wieder einer kommen wird der so toll ist wie er
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07.05.2016, 16:52
AW: Die Liebe, die Männer und ich - woher wissen was MIR gut tut?
Was für eine Textwand.


Für mich liest sich das Ganze trotz vieler Sätze ganz simpel:
Du hast dich nach deiner Trennung in Mr. X verknallt - aufgrund von nur 2 (!) Treffen. Projektion und Chemie pur, mehr nicht, aber das ist dir ja auch klar.
So richtig kommt das nicht ins Laufen mit euch Beiden, und nun überlegst du dir, ob dir was Oberflächliches mit ihm reicht - besser als nix und könnnnnnnnte ja vielleicht irgendwann doch mal was Ernstes werden blaaa. - Ich würde es lassen, allein aus Erfahrung. Ich habe es noch nie erlebt, dass aus was Lauwarmen dann doch noch was Heißes geworden ist. Und: Du bist ja jetzt schon durch den Wind. Aber schlussendlich musst du das selbst wissen.
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07.05.2016, 17:27Inaktiver User
AW: Die Liebe, die Männer und ich - woher wissen was MIR gut tut?
Nun ja...nirgendwo steht geschrieben dass frau sich nicht mit dem Falschen amüsieren kann bis sie den Richtigen trifft..
Wieviel Zeit gibst du dir denn? Wie viel Zeit hast du .... ein Jahr oder zwei um so eine on/off Drama Sache mit zu machen?
Das kann gut sein für die Nerven die Figur und schlecht weil Augenringe und Falten vom Heulen...
Aber manchmal kann frau eben nicht anders und alles rumhirnen nützt nichts...
Er hat Angst vor einer festen Beziehung kurz nach der Trennung - volles Verständnis. Du willst sofort wieder was Festes - weil in deiner Exbeziehung schon lange nichts mehr los war...
Warte bis er auf deinem Level ist und hoffe er entscheidet sich für dich - was aufgrund der Entfernung gegen Null geht...
Aber jetzt und hier kannst du doch eh nicht anders.
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07.05.2016, 17:42Inaktiver User
AW: Die Liebe, die Männer und ich - woher wissen was MIR gut tut?
FINGER WEG!!!!
kontaktabbruch.
sofort.
ich bin wirklich nicht so bald dieser meinung -aber ich habe genau das alles durch.
deine argumentationslinien sind den meinen damals so ähnlich, dass ich heulen könnte (nur habe ich mir das verliebtsein auch noch dazu nie so richtig eingestanden)-
und es tat immer wieder soooooo weh. (meine geschichte ist über 10 jahre her, zog sich- mit teilweisem nicht-sehen über ein halbes jahr und anderen geschichten meinerseits über fast 4 jahre und das letzte mal sah ich ihn, ehe ich ins burnout rutschte.....erst dann war endgültig schluss)
es ist in dem fall wirklich so: er will dich nicht.
er mag dich -aber er will dich nicht.
lerne, damit klar zu kommen.
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07.05.2016, 21:41
AW: Die Liebe, die Männer und ich - woher wissen was MIR gut tut?
Ach Mensch, wenn ich eure Antworten so lese denke ich mir:
Da psychologisiere ich stundenlang rum und letztendlich geht es doch wieder nur darum, dass das kleine Herz sich nicht verabschieden und an irgendeinem Strohhalm festklammern will.
Die Hoffnung eben doch nicht ganz aufgeben möchte, auch wenn ich mir das schon fast erfolgreich selbst eingeredet hätte.
Ja, vielleicht ist es tatsächlich wieder mal so banal.
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08.05.2016, 06:05Inaktiver User
AW: Die Liebe, die Männer und ich - woher wissen was MIR gut tut?
Auch mich hat Dein Vulkanausbruchtext erschlagen. Aber die Zusammenfassung von Joseline finde ich richtig.
Also - es gibt zwei Möglichkeiten - Kontaktabbruch oder dich selbst bewußt und gewollt in eine Situation bringen, die Du teuer bezahlen musst. Und wegen der Du - nach dem Knall - noch lange auf dem Boden liegst.
Du musst eine Entscheidung treffen.
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08.05.2016, 07:39
AW: Die Liebe, die Männer und ich - woher wissen was MIR gut tut?
Ich kann nachvollziehen was dein Herz spürt....bin selbst durch eine Hölle gegangen,nur weil ich dachte mit Geduld,hoffen usw.,aber am Ende wurde aus "Mr.Big"ein eiskaltes,egoistisches Wesen.
Erspar deinem Herz und deiner Seele noch weitern Schmerz.
Ich habe viel zu spät die Flucht ergriffen,glaub mir,auch wenn Du jetzt leidest,wenn Du weiter machst,leidest Du noch mehr.
Solche Männer benutzen einen und wenn man unbequem wird sprich Klarheit will,wird man abserviert.
Nach so einer Ehe ist man ausgehungert und fühlt sich plötzlich wieder begehrt,als Frau gesehen,sexy ,verstanden...aber solche Männer nutzen das nur für ihre Zwecke aus.
Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft.
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08.05.2016, 07:52Inaktiver User
AW: Die Liebe, die Männer und ich - woher wissen was MIR gut tut?
Was hat Dir gefehlt in Deiner Ehe?
War es nicht Lebendigkeit?
Das Gefühl wieder berührt zu sein- berührt zu werden in Körper und Geist?
Du warst soo verhungert darin und wie solltest Du nun das alles wieder gehen lassen wollen!?
Es ist Dein Herz- Deine Suche nach dieser Berührung, die der Verstand nicht aufhalten kann.........so ist der Mensch
Wäre Mr. X DER Mann für Dich- dann wäre er schon sicher bei Dir.
Du brauchst ihn nicht.........denn sonst wärst Du nicht ohne ihn ausgezogen......er ist eine Krücke für Dein Leben- sag ich jetzt mal
- und Du kannst auch ohne ihn laufen.
Was ermöglicht Dir dieses Hirnen??
Was erspart es Dir?
lg kenzia


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