Antworten
Ergebnis 61 bis 70 von 113
-
16.05.2016, 08:50Inaktiver User
AW: Wie lernt man Grenzen zu setzen?
-
16.05.2016, 09:23
AW: Wie lernt man Grenzen zu setzen?
Liebe Kenzia,
vielen Dank für die wirklich ausführlichen Verstehenshilfen und Handlungstipps
Das klingt für mich alles sehr schlüssig.
Mir war auch schon bewusst, dass ich das Thema unbedingt mal ansprechen müsste. Mittlerweile bin ich schon so genervt, dass ich dem Anderen wohl Rücksichtslosigkeit vorgeworfen hätte, aber du hast ja vollkommen Recht. Ich fühle mich übergangen und nicht gesehen. Solange ih ihm das nicht mitgeteilt habe, kann ich ihm keine böse Absicht unterstellen, die es wahrscheinlich wirklich nicht ist.
-
16.05.2016, 12:45Inaktiver User
AW: Wie lernt man Grenzen zu setzen?
"Wäre es so"= das es dem Redner egal ist, ob sich der Zuhörende unwohl fühlt.
Wenn es mir egal ist, ob DU Dich beim Zuhören meiner Worte unwohl fühlst- dann wäre ich doch wohl auch relativ unberührt, wenn Du dann sagst "interessiert mich nicht, was du gerade erzählst".
Ich will nicht abstreiten, dass der Mensch ohne das Wissen -um die Bedürfnisse des Gegenüber und dem Wunsch die eigenen Bedürfnisse zu erfüllen- oft wenig einfühlsam und auf den anderen schauend reagiert- aber es besteht zweifelsfrei eine Wechselwirkung und der kann sich auch keiner entziehen.
Ich hab mal eine Frau gekannt, die RICHTIG zutexten konnte und der die anderen auch -scheinbar- regelrecht egal waren......tatsächlich konnte man aber auf Dauer durchaus registrieren, dass sie dann doch nur noch dahin gegangen ist, wo dann doch was zurück kam......wir wollen ALLE etwas vom Gegenüber
ansonsten täte es auch die gute alte Parkuhr
Und nochwas: Natürlich sind wir als Zuhörer austauschbar- die üblichen Krankengeschichten erfahren ja nicht nur WIR als "auserwähltes Publikum"
sondern das bekommen zig Leute erzählt. Das aber mindert keinesfalls das Bedürfnis nach Verbindung, was in dem Moment vorhanden ist.
lg kenzia
-
16.05.2016, 13:52
AW: Wie lernt man Grenzen zu setzen?
Was nutzt es darüber zu sinnieren, was anstrengend und unnötig ist, wenn du dann DOCH die Anekdote zum werweisswievielten Mal anhörst? Da solltest du ansetzen und dich nciht hinterher über das Bennehmen anderer Leute beklagen!
Dass dir so etwas widerholt passiert, hat sehr viel mit deiner Reaktion bzw. Nichtreaktion zu tun.
Überleg dir vorher, was du in der konkreten Situation anders machen könntest und probiere es aus! Eigentlich ist das ideal zum Üben
-
16.05.2016, 15:03Inaktiver User
AW: Wie lernt man Grenzen zu setzen?
Hallo blau,
betrachte mal das Verhalten deines Gegenübers, das du auch beschreibst: er schaut und wirft dir einen Blick zu.
Diesen Blick verstehst du, scheinbar.
90% der Kommunikation wird nonverbal verhandelt.
Ich habe ja immer noch die mögliche These, dass deine Körpersprache teils konträr zu dem steht, was du ausdrücken möchtest. Wenn du z.B. sagst: "das hast du mir schon erzählt" und dabei zugewandt sitzen bleibst und den anderen immer noch erwartungsvoll anschaust, dann signalisiert dein Körper: rede doch bitte weiter, ich höre zu. Das macht dein Gegenüber dann auch.
Das kann widersprüchlich verstanden werden.
Ziel wäre es deine Körpersprache genauer einzusetzen und weniger zu versuchen über das verbale zu kommuizieren, sondern stärkere Signale auszusenden.
Für "das hast du schon einmal erzählt" könnte man z.B. einen wissenden verschmitzten Blick einsetzen oder ein kurzes Nicken. Dann fällt es deinem Gegenüber evtl. von selbst ein, dass er die Annekdote zum wiederholten Male erzählt. Ohne dass man verbal mit der Brechstange vorgehen muss.
-
16.05.2016, 20:22Inaktiver User
-
17.05.2016, 06:28Inaktiver User
AW: Wie lernt man Grenzen zu setzen?
Vielleicht nervt dich auch einfach dein Umfeld, du liest dich so als ob du gerade auf der Arbeit schon alles kennst was man dir erzählen will.
Es ist nicht so leicht Menschen zu finden mit denen man gut reden kann.
Wenn man die gefunden hat entschädigt das aber für viele Langweiler.
Wenn die Arbeit an und für sich auch schon ausfüllt nerven die Kollegen auch weniger, jedenfalls gefühlt.
Ansonsten kann es immer wieder passieren dass: i[B]st man ein Mensch der gut zuhören kann - es ausgenu
tzt wird.[/B
Grundsätzlich finde ich ea gerade auf der Arbeitsstelle besser distanziert zu sein.
[B]Und eigentlich auch nicht jeden duzen zu müssen.[/B
Durch diese Zwangduzerei sind bei einigen Menschen so ganz feine Hemmungen gefallen.
Ich hab mal gelesen, dass Günter Jauch prinzipiell alle Menschen in seinem Team siezt.
Und der gilt ja nun nicht als steifer Mensch.
-
17.05.2016, 08:47
AW: Wie lernt man Grenzen zu setzen?
Sorry liebe Hutliebhaberin, aber da ist mir zu viel Opfergehabe drin. Immer sind es die Anderen die einen ausnutzen.
In jeder menschlichen Beziehung gibt es zwei, die etwas verändern können. Auch der vermeintlich gute Zuhörer hat da Möglichkeiten.
Es ist allerdings bequemer, alles zu lassen wie es ist, und sich ab und zu zu beschweren.
Den Typ von Lea (?) auf die Körpersprache zu achten, fand ich in dem Zusammenhang sehr interessant. Ich halte ihn auch für leicht umsetzbar, weil es noverbale Aktionen sind, die man ändern könnte.
-
17.05.2016, 12:05Inaktiver User
AW: Wie lernt man Grenzen zu setzen?
Hallo allseits!
Es hilft, unhöflicher zu reagieren. Das übe ich selbst gerade.
Neulich war ich auf einer Party. Und überall sprachen die Leute über ihre aktuelle Ernährungsreligion. Kaum wechselte ich das Grüppchen, wurde mir im nächsten die persönliche aktuelle Heilslehre verkündet.
Das hat mich aus zwei Gründen angenervt:
1) Ich war auf einer Party mit Buffet - ich wollte mich nett unterhalten und dabei lecker essen.
2) Ich bilde mir ein, ein bißchen Ahnung vom Thema zu haben, die tiefer geht, als aktuelle Trends nachzuplappern.
Meine Reaktion: Wenn freundliches Nicken und "Das ist Deine Meinung - kann man auch anders sehen" nicht hilft: "Das ist aus verschiedenen Gründen wissenschaftlich nicht haltbar/Unsinn - ich habe aber keine Lust, das jetzt näher zu begründen" / "Ich sehe das anders, möchte darüber aber jetzt nicht reden, das würde zu weit führen/zu lange dauern" / gehen und sich zur nächsten Gruppe stellen.
War schnell und effektiv.
Auch in anderen Lebensbereichen übe ich: für mich einzustehen. Mich früher von Menschen und aus Situationen verabschieden/lösen, die meine Lebenszeit klauen, mir ein ungutes Gefühl vermitteln, die ich gegen innere Widerstände ertrage. Unduldsamer sein. Konsequenter. Kompromißloser. Intoleranter.
Und ja, das bedeutet eben auch manchmal: unfreundlicher und unhöflicher.
Menschen, die die eigenen Grenzen verletzen, meinen es vielleicht nicht böse, sind aber meist egozentrisch und befriedigen eigene Bedürfnisse auf Kosten eines Anderen, der dann mit einem negativen Gefühl zurückbleibt. Dagegen darf man sich wehren! Und Menschen, die eben kein Gespür dafür haben, wo sie die Grenzen anderer verletzen, die damit gängige Konventionen sprengen und soziale Kommunikationsmuster falsch deuten, denen gegenüber muß man selbst dann auch mal deutlicher werden. Sanfte Hinweise werden ja nicht bemerkt oder übergangen.
Zurück zum Beispiel der zum wiederholten Mal erzählten Geschichte: Der Blick war ja eine Maßregelung ("sei still, unterbrich mich nicht!") - und dann wurde sich über das Bedürfnis des Gegenübers hinweggesetzt und doch erzählt. Dagegen kann man sich wehren.
1) "Maßregel mich nicht!"
2) "Ich möchte die Geschichte trotzdem nicht noch einmal hören." / Aufstehen und gehen.
Gewinnt man so Freunde? Nein. Aber Lebenszeit. Muß man individuell abwägen...
Mich hätte die Maßregelung übrigens weit mehr gestört, als noch einmal die gleiche Geschichte erzählt zu bekommen. Wer mich maßregelt, ist nicht mein Freund.
Gruß Sin
-
17.05.2016, 14:05Inaktiver User



Zitieren
