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    Alles geht den Bach runter...

    ...es ist wie eine Kettenreaktion

    Hallo zusammen,

    ich muss jetzt einfach mal schreiben, in der Hoffnung, dass es mir danach etwas besser geht.
    Vor knapp 6 Jahren gab es ein sehr trauriges Ereignis bei dem ich lange gebraucht um damit umzugehen, ich habe mich zunächst in die Arbeit gestürzt, die ich sehr geliebt habe, um zu vergessen habe ich aber ca. 60Std/Wo gearbeitet. Dann habe ich jedoch aus betriebsbedingten Gründen den Arbeitsplatz verloren. Zwar habe ich danach sofort versucht neue Arbeit zu finden, aber bei zwei Arbeitsstellen schnell gemerkt, dass ich eigentlich psychisch total am Ende bin. Beim ersten Job dachte ich, es liegt an der Arbeit und den Kollegen und habe schnell gekündigt, beim zweiten Job habe ich versucht durchzuhalten, habe dann aber ebenfalls nach etwas über einem Jahr gekündigt, da ich einfach völlig ausgebrannt war. Ich hatte abends Heulattacken und morgens war mir übel. Ich konnte einfach nicht mehr und hatte das Gefühl, alles verloren zu haben.

    Heute bin ich seit ca. 1 Jahr arbeitslos und lebe von meinen Ersparnissen. Ich habe mich noch mehrfach beworben, aber entweder wurde ich nicht genommen oder gar nicht erst eingeladen. Je mehr Zeit vergeht, umso schwerer fällt es mir, mir vorzustellen wieder arbeiten zu gehen. Ich habe Angst davor, der täglichen Routine nicht mehr gewachsen zu sein. Wenn ich nicht arbeite, geht es mir aber auch nicht gut. Ich bräuchte eine Aufgabe, finde aber keine, die mich täglich beschäftigt und glücklich macht. Ich versuche mich aufzuraffen für kleine Dinge, das schaffe ich einen Tag oder mal eine Woche, dann ist es vorbei.

    Das Schlimmste ist zur Zeit für mich, dass es mir auch immer schwerer fällt, mich mit Bekannten zu treffen. Ich habe niemand erzählt, dass ich nicht arbeite sondern dass ich selbständig bin, ich schäme mich und glaube nicht auf Verständnis zu treffen. Und ich habe ja nichts zu erzählen, keine Erlebnisse oder Anekdoten etc. Die anderen reden von der Arbeit oder den Kindern, aber ich kann mich kaum in ein Gespräch einbringen und fühle mich langweilig und selbst gelangweilt. Mein Umfeld interessiert mich nicht mehr. Ich bin lieber für mich, das war früher anders. Das wäre auch nicht weiter schlimm, wenn ich mich irgendwie beschäftigen könnte und abends ins Bett gehen würde, mit dem Gefühl heute etwas getan zu haben, was mich ausfüllt, mich glücklich macht und meinem Leben einen Sinn gibt. Ich habe das Gefühl in einem Teufelskreis zu stecken. Ich hatte mal einen tollen Job, ein ausgefülltes Leben das Spaß gemacht hat und auf das ich stolz war. Je mehr Zeit vergeht umso weniger bleibt von diesem Gefühl.

    Ich bin viel in der Natur um Kraft zu tanken, aber ich weiß nicht, was ich tun kann, wie ich vorgehen kann, um wieder einen Anfang zu haben, um wieder ein Ziel oder Träume zu haben, damit ich etwas habe, für das es sich zu kämpfen lohnt. Habt ihr Tipps für mich?

    Lieben Dank fürs Lesen
    dsunn ☀️

  2. Inaktiver User

    AW: Alles geht den Bach runter...

    Hallo und willkommen in der Bri!

    Warum lebst Du von Deinen Ersparnissen, bist Du aus dem ALG 1-Bezug schon raus?

  3. User Info Menu

    AW: Alles geht den Bach runter...

    Ich hatte ALGI nach dem Job bei dem ich betriebsbedingt gekündigt wurde und bei dem danach. Nach dem letzten Job hätte ich natürlich Anspruch gehabt aber ich habe mich geschämt wieder dort hinzugehen und die Gründe meiner Kündigung zu nennen. Ich weiß, dass das objektiv betrachtet schwachsinnig ist, aber ich konnte einfach nicht mehr hin.

  4. Inaktiver User

    AW: Alles geht den Bach runter...

    Das heißt, Du bist derzeit gar nicht bei der Arbeitsagentur gemeldet?

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    AW: Alles geht den Bach runter...

    Nein ich bin nicht gemeldet

  6. Inaktiver User

    AW: Alles geht den Bach runter...

    Bist Du sonst in irgendeiner Beratungssituation, zum Beispiel in einer Therapie?

    Du sprichst nur von Bekannten, die nichts von Deiner Arbeitslosigkeit wissen. Was ist mit Freunden, Familie?

  7. Inaktiver User

    AW: Alles geht den Bach runter...

    Wie bist du krankenversichert? Bist du es?

    Wäre eine kleine ehrenamtliche Aufgabe was für dich, um wieder so etwas wie eine "Wochenroutine" zu entwickeln? So z.B. einmal in der Woche Gassigehen mit nem Tierheimshund, oder wöchentliches Fußballtraining mit der Juniormannschaft, Vorlesen im Altenstift, Deutschkurs für Geflüchtete, Mitmachen beim Naturschutz ... halt erst einmal ein wöchentlicher Termin, wo sich die Zeit dann in "davor" und "danach" gliedert?

    Und wegen der doch argen Rückzugstendenzen, der Scham und des Überdrusses: wenn das durch solch "niedrigschwelligen" Maßnahmen nicht geht, dir etwas Auftrieb zu verschaffen, oder die Maßnahmen schon gar nicht merh möglich sind, würde ich einen Psychiater fragen bzw. versuchen, eine Psychotherapie zu bekommen, um da heraus zu kommen. Muss ja nicht unbedingt das "ganz große Programm" mit "jahrelang Kindheit aufarbeiten" sein - manchmal reichen schon ein paar Sitzungen, um auf eine "andere Spur" zu kommen.

    Take care!

  8. User Info Menu

    AW: Alles geht den Bach runter...

    Nein, ich bin nicht in Therapie.
    Viel Familie habe ich nicht mehr, die wissen nichts. Ich habe aber einen Partner, mit dem ich jedoch nicht zusammen wohne. Er weiß davon und ist für mich da. Ich bin gerne mit ihm zusammen und genieße die Zeit mit ihm. Aber ich bin niemand, der permanent und ständig über mich reden muss, ich bin gewohnt viel mit mir selbst auszumachen und habe auch nicht das Bedürfnis mich noch mehr darüber auszutauschen als bisher. Ich will die Zeit mit ihm positiv nutzen.
    Ich habe zwei engere Freundinnen, aber bei beiden hat sich das Leben aufgrund Kinder/Familie/Wohnort anders entwickelt. Ich verbringe gerne Zeit mit ihnen, auch wenn es nur selten möglich ist, aber meine derzeitige Situation schneide ich nur an, da ich nicht glauben, dass mich jemand versteht, der nicht dasselbe schon erlebt hat.

  9. Inaktiver User

    AW: Alles geht den Bach runter...

    OK, so kann es aber doch nicht weitergehen. Du wirst da wohl nicht rauskommen, ohne Hilfe in Anspruch zu nehmen. Egal, ob professioneller Natur oder im privaten Bereich.

  10. User Info Menu

    AW: Alles geht den Bach runter...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Take care!
    Danke

    Ich bin freiwillig gesetzlich versichert.

    Ich würde grundsätzlich gerne ehrenamtlich arbeiten, aber mit fehlt ein bisschen der Anlaufpunkt. Ich kann das nicht beschreiben. ZB hatte ich überlegt, bei der Kleiderausgabe für Flüchtlinge zu helfen, als gerade so viele gekommen sind. Dann saß ich mit einem guten Plan und einigen gesammelten Klamotten vor der Kleiderstelle im Auto, bei der ich fragen wollte. Nach 30 min bin ich ohne Auszusteigen weggefahren und habe mir jemanden gewünscht, der mich angesprochen hätte und gesagt hätte, hey wir brauchen noch Leute. Alleine schaff ich es irgendwie nicht.

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