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  1. Inaktiver User

    Keine Lust(?) auf Selbstverantwortung ...

    Hallo zusammen!

    Muss mir einfach mal ein wenig Frust von der Seele schreiben, heute war - gefühlt - ein schwarzer Tag, auch wenn eigentlich gar nichts schlimmes passiert ist.

    Vor einiger Zeit berichtete ich in einem anderen Strang davon, dass mir eine längst verflossene Liebe nicht mehr aus dem Kopf ging. Damit habe ich eigentlich so mehr oder weniger abgeschlossen, ja, neulich war es mir sogar richtig peinlich, dass ich meine Gefühle so davongallopieren lassen habe.

    Ich bin mit meinem Partner schon seit mehreren Jahren glücklich, seit ein paar Jahren im Berufsleben angekommen. Mein Job ist nicht leicht, überfordert mich aber auch nicht. Ich verdiene gutes Geld. Ich lebe in einer mittelgroßen Stadt, für Abwechslung ist gesorgt; Hauskauf und Kinder stehen an, so als nächste "große" Entwicklungsschritte.

    Aber irgendwie wehre ich mich dagegen. Ich sabotiere mich regelrecht. Mein innerer Kritiker ist so laut wie nie zuvor, alles mach ich falsch, alles ist falsch, es wird auch nicht mehr gut, sondern nur schlimmer.
    Das meiste bezieht sich auf zukünftige Entscheidungen, die noch nicht einmal akut sind. (Beispiel Kindererziehung oder Hauskauf.)
    Stellenweise sieht es "schwarz" in mir aus ... und ich weiß wirklich nicht, wieso. Denn objektiv ist alles in Ordnung.

    Ich habe sogar - seit Anfang des Jahres- aufgehört Alkohol zu trinken, womit ich eine Zeitlang ein kleineres Problem hatte, da ich das zur Entspannung nutzte und nicht mehr nur zum Genuss. Dafür mache ich seit einiger Zeit autogenes Training. Das hilft mir auch ganz gut und insgesamt fühle ich mich schon besser als noch vor einem halben Jahr, aber dann sind da wieder Tage wie heute und aus heiterem Himmel laufen mir hundert Läuse über die Leber und ich selber komm da einfach nicht raus ... Dann nerve ich meinen Partner, den ich mittlerweile nur noch bewundere dafür, dass er mich nicht schon längst in den Wind geschickt hat.

    Grundsätzlich habe ich das Gefühl, dass ich es eigentlich können könnte, also "mich selber retten", bzw. Verantwortung für mich übernehmen. Ich müsste mir halt nur mal sagen: jetzt reiß dich zusammen! Aber irgendwie überfordert mich das total.

    Und in solchen Situationen halte ich mich selbst kaum aus und frage mich, wie ich dann jemals Mutter sein soll. - Überhaupt mit dem Beruf nebenbei.

    Was mir vielleicht fehlt ist ein Freundeskreis vor Ort, wobei ich andererseits eigentlich auch kein Typ für "Kaffeeklatsch" und regelmäßige, wöchentliche Treffen bin, - fühle mich da schnell eingeengt.

    Vielleicht habt ihr ja einen Rat.


    denique

  2. Moderation

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    AW: Keine Lust(?) auf Selbstverantwortung ...

    Um mit einem inneren Kritiken klarzukommen, ist "reiß dich zusammen" vermutlich genau die falsche Strategie - oder verstehe ich dich falsch?

  3. Inaktiver User

    AW: Keine Lust(?) auf Selbstverantwortung ...

    ... Mag sein...

  4. Inaktiver User

    AW: Keine Lust(?) auf Selbstverantwortung ...

    wer zwingt dich zum Hausbau und zum Kinderkriegen?

    du oder dein Umfeld?

    sag doch einfach nein, wenn du nicht willst,

    kann aber auch sein, dass ich dein Eingangspost nicht richtig verstanden habe.

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    AW: Keine Lust(?) auf Selbstverantwortung ...

    Du bist schon lange Zeit sehr angespannt und weißt selbst nicht genau, warum. Du hast die Erwartung an dich, es selbst zu schaffen, fühlst dich aber überfordert damit. Du planst neue Entwicklungsschritte, die "anstehen", sabotierst dich aber selbst. Du hättest gerne mehr Kontakte, hältst sie aber in der Praxis nicht gut aus.

    Du bist voller Widersprüche. Vielleicht gibt es ja nicht nur die Seite in dir, die deinem Selbstbild entspricht und die du von dir kennst? Deine Daueranspannung und deine unverständlichen Launen sprechen zumindest dafür. Vielleicht wäre es an der Zeit, dich auf die Suche nach dieser anderen Seite in dir zu machen - und dich ihr zu öffnen.

    Auf mich machst du den Eindruck, als wolltest du diese Öffnung mit aller Macht verhindern (du gibst dir ja noch selbst den widersinnigen Befehl, dich "zusammenzureißen"!).
    Bist du denn nicht - neben der Belastung- auch neugierig, wogegen du da innerlich arbeitest?

    Gerade weil du dich als autonomen Menschen empfindest, würde ich dir empfehlen, dir für diese Suche eine Begleitung zu nehmen (eine Therapeutin oder einen Coach) - weil du innerlich sichtlich gegen dich arbeitest und dich auf diese Weise selbst überlisten könntest. Die Zeit wäre zumindest reif dafür.

  6. Inaktiver User

    AW: Keine Lust(?) auf Selbstverantwortung ...

    Danke, ihr Lieben, für eure Worte.

    @Hora
    Dein Beitrag hat etwas in mir ausgelöst. Danke für diese Außenperspektive. Es stimmt, ich denke sehr widersprüchlich.

    Kein Wunder also, dass ich keine Verantwortung dafür übernehmen will, wenn ich gar nicht weiß, was ich will.
    Bzw. manches will ich vielleicht sogar (Haus), will aber eigentlich nicht so viel abbezahlen und auf "Allesmögliche" verzichten.


    Es ist so, als ob ich zwei (oder mehr) Stimmen in mir hätte, die eine sagt, wie es sein soll, die andere sagt, was ich mir selbst wünsche.
    Ich kann noch nicht so gut dazwischen entscheiden, weiß aber, dass die "so soll es sein/das gehört sich so"-Stimme schon immer lauter war, als die "das wünsche ich mir"-Stimme.
    Das macht mich aber wütend und deswegen mag ich gar nicht nicht auf die "so soll es sein"-Stimme hören.
    Und das, was ich selber will?
    Vor allem, was eben auch geht ... ?


    Das mit der Therapie ist vielleicht gar keine schlechte Idee. Ich muss mal gucken, wie sehr mich das demnächst noch beschäftigt. Noch ist der Leidensdruck nicht hoch genug, ehrlich gesagt, zumal ich ja hier durch das Forum auch selbst an mir herumdoktorn kann.

    Viele Grüße

    denique

  7. Inaktiver User

    AW: Keine Lust(?) auf Selbstverantwortung ...

    Für mich hört sich das ein wenig nach "wasch mich, aber mach mich nicht nass" an.

    An sich arbeiten kostet viel Energie. Meiner Erfahrung nach macht man das nicht so einfach nebenbei und oft erst wenns dann schon gar nicht mehr anders geht.

    Ich kenn eine (und daran hat mich deine Geschichte irgendwie erinnert), die ist verheiratet, finanziell abgesichert und hat ein Haus im Grünen. Erst haben die ewig überlegt wann der richtige Zeitpunkt für ein Kind ist. Da war sie dann weit über 30 als diese schwere Entscheidung getroffen wurde. Jetzt überlegen Sie zwei auch schon wieder ewig ob ein zweites Kind kommen soll. Sie geht inzwischen bald auf die 40 zu. Ich glaub die denken so viel nach, dass da gar keine Energie mehr fürs handeln bleibt. Und klar sind fast alle Gedanken eher negativ.

    Ich denke das könnten sowas wie Grübeltwänge sein (aus denen man sich jedoch gut befreien kann).

  8. Inaktiver User

    AW: Keine Lust(?) auf Selbstverantwortung ...

    Hallo deniqe,

    Verantwortung übernehmen heißt nicht, dass man in der Lage ist, dass es einem immerzu nur gut geht!
    Sowas ist nicht möglich.
    Verantwortung übernehmen heißt, dass ich für das einstehe, was ich bin und mache- also an Tagen, an denen es mir nicht gut geht auch dazu stehe. zB an solchen Tagen das ohne Wertung erst einmal hinnehme, ansehe und mich damit auch akezptiere.
    Verantwortung könnte dann so aussehen, dass ich mir überlege, was genau der Grund dafür ist und konkreter hinsehe.......und vielleicht erkenne ich Wege und Lösungen.......gut- dann gehe ich sie.

    Letztlich werden wir aber alle Zeiten haben, in denen es uns nicht so gut geht- die Sonne scheint nunmal nicht immer

    Dann sprichst Du von fehlenden Freundschaften.
    Was genau fehlt Dir denn jetzt?
    Was würde es für Deinen jetzigen Zustand bedeuten, wenn sie vorhanden wären??

    Kann ja sein, dass es DAS ist was fehlt.....möchte nur mal nachfragen worum es konkret dabei geht.

    lg kenzia

  9. Inaktiver User

    AW: Keine Lust(?) auf Selbstverantwortung ...

    Hallo ihr!

    Es ist mal wieder so weit. Wollte gerade schon einen neuen Strang anfangen, habe dann nach dem alten gesucht und gefunden.

    Es ist erstaunlich: Ich könnte haargenau dasselbe aufzählen, wie im Eingangspost vor zwei Monaten.

    Die zwei Monate dazwischen waren okay bzw. gut. War zeitweise sehr produktiv/stolz auf mich, es gab auch kleinere Dinge, die nicht so toll waren ... insgesamt aber alles okay.

    Seit ein paar Tagen aber wieder: Selbstzweifel ohne Ende, alles Hinterfragen, Gefühl von Anstrengung ... so what? Was ist bloß wieder los?

    Auslöser war, würde ich sagen, dieses Mal Stress auf der Arbeit, in Kombination mit Kritik an meinem Verhalten. Die Kritik war berechtigt, die Art und Weise, wie sie vorgebracht wurde, war -sorry- unter aller Sau ...

    Das nagt an mir und ich gehe zurzeit mit einem ganz unguten Gefühl morgens zum Job.
    Wünschte, ich könnte da einfach drüberstehen, Fehler einsehen, Kollegen blödes Verhalten verzeihen und fertig.
    - Aber ich denk und denk drüber nach ... komm nicht so richtig los davon. Male mir schon aus, dass mir bald gekündigt wird.

    Das letzte Mal beklagte ich fehlende Freunde.

    Mittlerweile habe ich ein paar nette Leute kennengelernt, mich mit denen getroffen. Es war schön! Aber da sind plötzlich Gedanken wie: "Ich schaffe es doch eh nicht, die regelmäßig zu treffen." Oder "Die mögen mich bestimmt gar nicht." Und ich denke an meine "alten" Freunde, die ich kaum noch sehe, weil sie weggezogen sind. Dann werd ich traurig ...


    Hm. Tut gut, sich das von der Seele zu schreiben. Mir fällt auch gerade selber auf, dass ich mich selbst in eine ziemlich negative Gedankenspirale hineinkatapultiere.
    Jemand von euch erwähnte es, Stichwort Grübelzwang.

    Ich werde mal wieder Google bedienen. Danke euch für´s Lesen und hinterlasst gerne einen Kommentar. Ich brauch ein bisschen Unterstützung.


  10. Inaktiver User

    AW: Keine Lust(?) auf Selbstverantwortung ...

    Dann sprichst Du von fehlenden Freundschaften.
    Was genau fehlt Dir denn jetzt?
    Was würde es für Deinen jetzigen Zustand bedeuten, wenn sie vorhanden wären??

    Kann ja sein, dass es DAS ist was fehlt.....möchte nur mal nachfragen worum es konkret dabei geht.
    Ja, ... Freundschaft bedeutet für mich auch "Leichtigkeit", "Lockersein" ... ich beiße mich, wenn viel alleine, gerne mal gedanklich fest ...

    Danke für Deine Anregung.

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