Mein Gefühl grad bei Deinen Zeilen:
Da ist jemand wie wild am rumflattern.......wie eine Fledermaus bei der man nie weiß, wo sie als nächstes hinfliegt
Dazu- als wäre ein kleiner Amboß dran festgebunden, der schwer wiegt.......
Keine Ahnung- nur ein Bild, was mir bei Deinen Zeilen hochkam....
lg kenzia
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Ergebnis 11 bis 18 von 18
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07.06.2016, 20:30Inaktiver User
AW: Keine Lust(?) auf Selbstverantwortung ...
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07.06.2016, 21:46Inaktiver User
AW: Keine Lust(?) auf Selbstverantwortung ...
Ein tolles, treffendes Bild.

Interessant, sich bzw. das auch mal so zu sehen.
Du hast das sehr gut erkannt. Ich will, ich will ... ich zappele und flattere ... und da ist etwas, das mich festhält bzw. nach unten zieht.
Wie wird denn die Fledermaus den Amboß los? Wie ist sie daran festgemacht? Kannst Du das auch sehen?
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08.06.2016, 05:27Inaktiver User
AW: Keine Lust(?) auf Selbstverantwortung ...
Hallo denique,
für mich ist das Amboss "nur" mit einer Kordel verknotet und würde sich die Fledermaus einmal hinsetzen, könnte sie es mit Ausdauer und Ruhe auch den Amboss los werden.
Aber genau das scheint unmöglich.......denn einmal gibts zuviel, was zum Rumflattern reizt (aktiviert, motiviert- oder ablenkt?
)- und der Fokus liegt auf dem "unbedingt weiterkommen" und nicht auf dem "ich muss erst einmal zur Ruhe kommen, mich niederlassen, hinsehen.......und werde dann die Knoten öffnen können"- "ich befreie mich von dem, was absolut nicht zu mir gehört".
Und dann.......wo sollte sich eine Fledermaus auch niederlassen? Ihre Natur ist an der Decke zu hängen und kaum, sich wirklich am Boden aufzuhalten.
Wäre also ein Schritt, der beinahe gegen ihre Natur geht und nur dann umzusetzen, wenn sie sich absolut sicher fühlen kann.
lg kenzia
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08.06.2016, 07:34
AW: Keine Lust(?) auf Selbstverantwortung ...
Hallo Denique,
ich denke, dass es darum geht. Und es geht auch darum nichts "falsch" zu machen. Leider, leider macht man eben Fehler. Die meisten lassen sich wieder gut machen. Es gibt Fehlentscheidungen (vermeintlich), die man nicht rückgängig machen kann, aber auch viele, die man erneut in Angriff nehmen kann oder aber vermeintliche Fehlentscheidungen erweisen sich später als doch die "richtigen". Manchmal sind Entscheidungen für einen bestimmten Lebensabschnitt die richtigen und auf ein Mal sind sie gar nicht mehr wichtig weil das Leben selbst eine andere Wendung nimmt und man selbst auch einen anderen Weg als "geplant" einnimmt.
Du kannst so lange wie du willst darüber nachgrübeln, was richtig oder falsch ist. Manchmal weiß man das erst, wenn man sich entschieden hat und handelt.
Es scheint mir so, dass die Stimme, die sagt "so soll es sein/das gehört sich so" eine alte Stimme ist.
Es sind die "Stimmen" der Eltern, der Familie, aber auch der Gesellschaft, in der man lebt.
Die Stimmen vermitteln Werte, Tabus, Normen und Regeln etc., um sich im Leben zurecht zu finden, irgendwann in der Gesellschaft integriert zu sein, seinen Platz zu finden.
Dann gibt es aber Stimmen anderer Eltern, Familien, anderer Menschen die Unterschiedliches vermitteln.
In der Pubertät versucht man sich selbst zu finden. Das geht oft damit einher, dass man gegen die "Stimmen", die da mit ihren eigenen Traditionen, Sichtweisen etc.daherkommen rebelliert. Man möchte sich erproben, ein anderes Leben führen, hat andere Wünsche, Ideale.....
Manche kommen dann irgendwann genauso in ein Leben, gegen das sie Mal gekämpft haben. Andere finden einen ganz anderen Weg und leben den und sind sehr zufrieden damit.
Dann gibt es noch die, die sehr konkrete "andere" Träume hatten. Träume, die sich aber nicht verwirklichen ließen, weil.......sie sich nicht trauten, weil es keine Basis gab, weil es nicht ging (soziale Umgebung)....
Wieder andere haben sich gegen alle Widrigkeiten durchsetzen können und hatten damit Erfolg.
Wie oft gibt es auch die Menschen, "die nicht tun, was man sollte", die nicht so denken, die nicht so leben.
Sie sind dann außen vor, werden als Spinner betrachtet, manchmal auch beneidet (heimlich) und dann, wenn die Zeit reif war, waren sie die großen Entdecker, Erfinder......
Das heißt, dass du einen Hauskauf irgendwann, Kinder ja oder nein in Erwägung ziehen solltest, wenn du es möchtest und du und die Zeit reif dafür sind. Und nicht weil "es so sein sollte".
Genauso unpassend wäre es, "nur weil es so sein sollte" dagegen anzugehen, obwohl du es eigentlich wirklich willst.
Die Fledermaus ist genetisch festgelegt. Sie muss tagsüber an der Decke hängen und schlafen, weil sie zum Nachttier entwickelt ist. Sie flattert, weil das nicht anders geht, ihre Flügel sind so ausgebildet.
Für die Fledermaus hat die Evolution so gesorgt, dass sie so am Besten überleben kann.
Menschen haben auch eine bestimmte "Ausrüstung" mitbekommen. Aber die führt dazu auch, das leben selbst unter bestimmten Bedingungen zu gestalten und sich über die "evolutionäre Ausstattung" hinwegzusetzen.
Der Mensch fliegt, obwohl er keine Flügel hat. Es sind etliche für diese Vision erst ein Mal gestorben, aber einige haben es dann auch geschafft auch auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Und heute ist es normal sich in ein Flugzeug zu setzen, in eine Heißluftballon, Fallschirm zu springen etc.
Wenn du etwas anderes willst, als das "was so sein sollte", dann gibt es viele Möglichkeiten. Das Risiko etwas falsch zu machen ist immer gegeben.
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08.06.2016, 08:51
AW: Keine Lust(?) auf Selbstverantwortung ...
Diese Selbstgeiselung, weil du nicht drüberstehen kannst, ist genauso unsinnig wie das "mensch reiß dich mal zusammen" aus deinem ersten Post. Aber ich kenne das gut von mir, das ist ein Lernprozess, hier netter mit sich selbst umzugehen und zu lernen aus diesen Gedanken und Gefühlen die eigentlichen, tiefer liegenden Bedürfnisse und Ängste zu erkennen und daraus dann sein Handeln abzuleiten.
Speziell auf diese Situation bezogen könnte dies z.B. heißen, dass du dich entsprechend artikulierst, also dass du die Kritik als berechtigt annimmst, aber schon äußerst, dass du dich nicht auf diese respektlose Art und Weise behandeln lassen willst, du begegnest dem Kritiker schließlich auch mit Respekt. Das ist schon etwas, das man einfordern darf.
Du könntest es ja auch mal so probieren: wenn du in diesem widersprüchlichen Modus bist (oder auch, wenns dir gut geht, könnte vom Ergebnis her auch interessant sein), dann schreib mal alles raus, was da ist, ohne es zu zensieren, oder du kannst auch malen, tanzen oder sonst was, aber gib all dem Für und Wider, Pro und Contra eine Plattform, eine Bühne oder wie immer du das sehen willst (kannst das auch als Theaterstück sehen, um zu dir selbst eine innere Distanz zu bekommen). Aber hau es raus ohne Zielsetzung und , ganz wichtig, wie gesagt auch ohne Zensur.Hm. Tut gut, sich das von der Seele zu schreiben. Mir fällt auch gerade selber auf, dass ich mich selbst in eine ziemlich negative Gedankenspirale hineinkatapultiere.
Jemand von euch erwähnte es, Stichwort Grübelzwang.
Vielleicht sortiert sich schon durch diesen Schritt was in dir. Dass du merkst, was ist jetzt eigentlich deins und was sind Erwartungen von Außen.
Und trau dich nein zu sagen, trau dich auch spontan zu sein. Dein Leben erscheint recht durchgeplant und geradlinig. Einerseits zwar schön, andererseits fördert so was auch die Langeweile. Mit der kann man aber auch brechen, ohne deshalb seine Existenz in Gefahr zu bringen.
Da kann ein soziales Umfeld helfen. Das müssen ja nicht gleich Freunde sein, aber Mitinteressenten an Dingen, die du gern machen würdest (Hobby, Sport, Engagement oder sonst was) finden sich i.d.R. wesentlich leichter als Freunde. Es können daraus Freundschaften wachsen, müssen aber nicht zwangsläufig. Dadurch werden diese Bekanntschaften an Erwartungen auch nicht so überfrachtet.
Guck, dass du genug Farbtupfer in deinem Leben hast. Ich als alte Grübeltante kenne es so, dass ich zuwenig fürs Herz tue, also Dinge, die mir eine innere Befriedigung geben, oder dieses ganz einfache Glücksgefühl, bei dem man sich über " den Dreck auf der Straße" freuen kann, wenn ich in diese Negativspirale rutsche.
Da hilft dann nur Schuhe an, raus und was tun, das, was spontan grad anmacht. Das braucht anfangs Mut und Selbstüberwindung, ist aber letztlich auch nur ein Lernprozess. Irgendwann ist das in den Alltag integriert.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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08.06.2016, 09:22
AW: Keine Lust(?) auf Selbstverantwortung ...
Wenn du kein Haus kaufen willst - dann kauf keines.
Wenn du keine Kinder willst - dann kriege keine.
Das Leben ist nicht ein Postenlauf mit vorgegebenen Aufgaben, die man abhaken muss. Es gibt auch keinen Pokal für jene, die damit schnell fertig sind.
Da du vor ein paar Monaten mit Alkohol aufgehört hast: das ist normal, gut und gesund. Alkohol dämpft die Wahrnehmung; andererseits erhöht autogenes Training die Wahrnehmung; und dass dein innerer Kritiker das jetzt nutzt, um zur Hochform aufzufahren, ist zwar unangenehm und lästig, aber grundsätzlich ein Zeichen dafür, dass du auf dem richtigen Weg bist.Mein innerer Kritiker ist so laut wie nie zuvor, alles mach ich falsch, alles ist falsch, es wird auch nicht mehr gut, sondern nur schlimmer.
Innern Kritikern kann man zum Beispiel sagen "ich habe dich gehört, und ich mach jetzt trotzdem ABC, auch wenn es womöglich ganz falsch rauskommen könnte."
Es hilft auch, irgendwo eine Ecke Rationalität zu haben, die sagt: der übertreibt masslos, der Kritiker!
Wenn Läuse über die Leber laufen, ist körperliche/muskuläre Anstrengung empfehlenswert; dann kann man die Nervenergie an einem Boxsack oder dem Garten oder im Training ausleben und muss nicht den Partner ärgern.aber dann sind da wieder Tage wie heute und aus heiterem Himmel laufen mir hundert Läuse über die Leber und ich selber komm da einfach nicht raus ... Dann nerve ich meinen Partner,
nein, muss du nicht.Ich müsste mir halt nur mal sagen: jetzt reiß dich zusammen!
Du kannst auch sagen: ich guck mir jetzt das an und treff erst wieder Entscheidungen, wenn ich eine vernünftiges Mass an Klarheit darüber habe.
Was auch heissen kann: die Entscheidung, jetzt NICHT ein Haus zu bauen. Jetzt NICHT Kinder zu kriegen. nicht JETZT - aber wer weiss, was morgen oder übermorgen sein wird?
Mach dir die Widersprüche bewusst; es ist ja völlig legitim, sich nicht zum Sklaven seines Hauskredits machen zu wollen. DAS sind ja GUTE Gründe!Kein Wunder also, dass ich keine Verantwortung dafür übernehmen will, wenn ich gar nicht weiß, was ich will.
Bzw. manches will ich vielleicht sogar (Haus), will aber eigentlich nicht so viel abbezahlen und auf "Allesmögliche" verzichten.
Übung macht die Meisterin - lerne das anhand von kleinen Entscheidungen zu üben, dann wird es im Lauf der Zeit klarer werden.Ich kann noch nicht so gut dazwischen entscheiden, weiß aber, dass die "so soll es sein/das gehört sich so"-Stimme schon immer lauter war, als die "das wünsche ich mir"-Stimme.
Die "das wünsche ich mir"-Stimme führt dich womöglich auf einen Weg, der nicht so konventionell ist; aber wäre das denn schlimm, mal Dinge anders zu tun als "wie es sich gehört?"
gruss, barbara
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09.06.2016, 05:52Inaktiver User
AW: Keine Lust(?) auf Selbstverantwortung ...
Vielleicht sollte Dir klar werden, dass wir alle aus vielen Anteilen bestehen und auch immer alle mitreden, wenn wir etwas entscheiden müssen.
Bestenfalls sind sich alle einig- oft genug aber gibt es eben pro und contra in einem und sowas kann natürlich auch was viel sein.
Klar muss Dir werden, dass JEDE Stimme für etwas sorgen will.
Jede Stimme in Dir hat einen anderen Standpunkt und will letztlich, dass es DIR gut geht.
Du musst nur herausfinden, für was welche Stimme sorgen möchte.
Wenn Du zB a machen würdest.....was würde das für Dich bedeuten? Was würde es Dir ermöglichen? Für wen wäre es gut? (da kann es auch zB um Familien- Überzeugungen gehen, die man nicht verraten möchte)
Und dasselbe für b.......und Du wirst sehen, dass jede Sicht einen wirklich guten Kern in sich trägt, der danach schaut, dass es DIR gut gehen kann.
So kann es sein, dass es einmal um Wachstum, Aufbruch und etwas Neues gehen kann- und im Gegenzug die Sicherheit, die Stabilität, Geborgenheit dann dagegen spricht.
Oder- die Verbindung zur Familie und wie man dort denkt, spricht von "man muss ein Haus haben und Kinder" und auf der anderen Seite spricht eine Stimme für Deine Freiheit, Unabhängigkeit.
Wenn Dir klar wird WAS hinter jedem "aber" steht- kann das sehr erleichternd sein.
Wichtig ist auch ob wir von Gefühlen oder rationalen Gedanken sprechen, denn was ich DENKE (sollte, müsste, könnte) muss sich absolut nicht mit Dem decken, was ich fühle.......
Ansonsten brauchen manche Entscheidungen einfach Zeit......meiner Erfahrung nach ist es so: solange ich noch lange hin- und herdenken muss- ist noch nicht die richtige Zeit um nun eine Entscheidung zu fällen.
lg kenzia
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14.06.2016, 17:21Inaktiver User
AW: Keine Lust(?) auf Selbstverantwortung ...
das find ich gut.
Für mich hieße die Lösung: Vertrauen ins LEBEN haben.
Und es auch leben.
Heißt dann: morgens aufstehen, Wetter ist schön, bingo. Wetter ist nicht schön: auch bingo
Gerade hab ich in einem schlauen Buch gelese: es gibt nur zwei Grundgefühle: Angst und Liebe.
Nun übernehme ich ja nicht alles Eins zu Eins was ich mal lese.
Bei meiner letzten Krise spielte Angst eine große Rolle, bewusst auch noch.
Da sass ich dann beim Therapeuten und war ratlos, weil sie ratlos war und alles so unübersichtlich.
Und dann schoß mir einfach ein Gedanke durch den Kopf: schätze was du hast.
Meine Schultern senkten sich, ich bekam wieder Luft.
Man denkt immer eigentlich so bescheiden zu sein - und will doch immer mehr.
Also hilft nur aussteigen.
Nicht den Job wegschmeißen - aber sich reich fühlen statt Mangel empfinden.
Mal zurück zum Thema: was heißt schon Selbstverantwortung.
Wir haben ja sowieso nicht alles in der Hand.
Und die beste Ausgangsposition hat immer der schon zufriedene glückliche Mensch.
Das kann man allerdings wirklich beschliessen.


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