Hallo ihr Lieben!
Und wieder mal eine Frage, die mich seit ein paar Stunden umtreibt und die ich gerne mit euch teilen möchte.
Ich habe mich die letzten Tage, wie ich es des Öfteren tu, mal wieder quer durch das Forum gelesen und mir ist dabei aufgefallen, dass die meisten Fragen wohl daraus resultieren, dass sich die Menschen "falsch" einschätzen.
Oder gar nicht wirklich wissen, was sie empfinden. Oder unsicher sind. Oder ... oder ...
Vor einigen Jahren dachte ich noch, dass sich diese "Unsicherheit" irgendwann verwächst, dass man dann halt irgendwann "erwachsen" ist und ganz genau weiß, wie man ist und was man will.
Ist natürlich gar nicht so.
Vielleicht gehört diese Frage auch eher ins Philosophie-Forum ... ?
Nun denn:
Würdet ihr sagen, ihr wisst, wer ihr seid? Wie ihr seid?
Wenn ja, woran macht ihr das fest?
Viele Grüße!
Susisa
Antworten
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27.03.2016, 11:43
Wer oder wie bin ich eigentlich "wirklich"?
Ich kann nicht alles erleben, aber ich kann [in einem gewissen Rahmen] leben, wie ich will.
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27.03.2016, 11:56
AW: Wer oder wie bin ich eigentlich "wirklich"?
DAS ist ja mal eine spannende Frage als Diskussionsgrundlage

Ich merke es vor Allem in den Momenten wo ich es tatsächlich BIN.
Grundsätzlich bin ich (denk ich ) fast immer authentisch,
aber dieses "ich bin ich und genaui soo bin ich" Moment,
kommt nicht soo oft ganz bewußt vor.
Ich merk es z.B u.A an Kleidung: Vieles mag mir stehen, aber DAS Teil ist, bin ich
Später mehr, ich würde mich über einen anregenden Austausch freuenEs wird Zeit für eine neue Signatur
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27.03.2016, 12:03Inaktiver User
AW: Wer oder wie bin ich eigentlich "wirklich"?
Ja.
Ich mache das an mir fest, an meinem Verhalten.
Darf ich fragen, wie alt du bist? Man sollte in sich selbst hereinhorchen, sich selbst beobachten (mit Distanz) - und das akzeptiern.
Ich z.B. werde nie eine Partymaus, werde nie diejenige sein, die forsch für ihre Interessen eintritt, sondern die, die eher zurückhaltend, ruhig. Ich werde wahrscheinlich auch noch mit 80 empfindlich sein und alles auf mich beziehen. So what?!
Ich gebe aber zu, dass ich vor zehn Jahren eher dachte, ich müsse mich ändern. Jetzt versuche ich das, was mich an mir selbst stört anzunehmen und - wenn es mich triggert - für mich auf eine andere Ebene zu stellen, zB. etwas zu persönlich zu nehmen: wenn ich merke, es ist so: dann schüttel ich den Kopf und sage: suzie ...
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27.03.2016, 12:03
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27.03.2016, 14:45
AW: Wer oder wie bin ich eigentlich "wirklich"?
Hallo Susisa,
Gern, spannendes Thema!
Ich denke, das kann auch gar nicht so sein. Sonlage man lebendig ist wird es immer wieder Phasen geben, in denen man sich mit sich selbst auseinandersetzt, seine Werte, Prinzipien, sein "Sein" überprüft. Unsicherheit würde ich das gar nicht nennen; es sind vielleichht eher so "Übergangsszeiten".
Vielleicht paßt der Begriff Reflexion besser? Ich betrachte mich, mein Verhalten und die Wechselwirkung mit meiner Umwelt...?
Wie gesagt, ich finde diese "Unsicherheit" sogar sehr gesund! Das heißt im Gegenzug für mich nicht, daß mir Selbst-Sicherheit fehlt; im Gegenteil, ich weiß, daß mir diese "schwankenden Zeiten" zu mehr Selbst-Bewußtsein verhelfen werden.
Ja, ich weiß, wie und wer ich bin
Ich schließ mich Suzie an mit der Frage: Wie alt bist Du denn?
In jüngeren Jahren haben mich diese Fragen auch sehr umgetrieben, und vielleicht kommt das so auch nochmal wieder. Aber im Laufe der Zeit kristallisiert sich etwas heraus, was ich den "Kern meiner Persönlichkeit" nennen möchte; und das ist Licht und Schatten gleichermaßen
Und dieser Kern schließt nicht aus, daß ich mich in verschiedenen Rollen anders verhalten kann und muß und auch möchte; im Arbeitsumfeld bin ich zB natürlich die gleiche Person, aber mein Verhalten ist dort dennoch in einigem anders als privat.
Für mich wird es immer sehr schwierig, wenn Rollen auf mich zukommen, in denen ich mich sehr verbiegen müßte, sozusagen weit ab vom Kern "sein" müßte. Das versuche ich zu vermeiden oder dann zu ändern.Bei vielen Menschen ist es bereits eine Unverschämtheit, wenn sie Ich sagen. - Adorno
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27.03.2016, 18:54
AW: Wer oder wie bin ich eigentlich "wirklich"?
Hallo Susisa,
ja ich weiß wer und was ich bin. Ich kann auch alles sein. Und wenn ich es verlasse etwas sein zu wollen, was ich gerade sein will oder wollte oder war, eine Pause davon brauche, dann.... BIN ich. Also ich meine ICH bin , dann einfach nur.
Sonst nix. Das ist vollkommen frei von allem. Sein ist dann; wie da sein, also so wie ein Baum ist, so wie ein Haus ist. etc. ES ist fei von jeder Absicht, frei von jedem wollen, frei von ..Allem, eben. Es ist nur Sein...
...da sein. Sonst nix. Im Sein ist Alles und Nichts, Es verdammt schwer das zu beschreiben, weil sich das Worten bereits entzieht. Derjenige der weiß von welchem Ort (es ist kein Ort, weiß nicht wie anders sagen soll!) ... ich spreche, weiß es, weil er schon dort war und es kennt.
Infolge dessen, das ich weiß, weil ich das kenne, das auch jeder andere für sich auch dort sein kann,
wenn er den Ort, ... (Mist, es widerstrebt mir es Ort zu nennen, weil es grenzenlos ist)... kennt, gefunden hat ist es so,
dass ich und das ist vielleicht die Antwort auf deinen Gedankengang...,
1. am Ort direkt nichts bin, weil ICH BIN. ( Das ist alles) und
2. wenn ich beschlossen habe was sein zu wollen, den Ort verlassen habe, also dann etwas bin... und zwar das was ich sein wollte und ich kann ja alles sein wollen....
3. wenn ich es nicht beschlossen habe und mir etwas "geschieht" oder "zu - fällt" (Zufall) oder passiert,
z.B. wenn ich was nicht wollte, weiß ich, das nun nicht ich entschieden habe, das sein soll was ist, sondern etwas sein muss.., was solange auch so sein wird und da sein wird bis ich es gelöst habe, egal was das ist, wenn ich nicht will das es da ist.
(also in diesem Beispiel jetzt)
Habe ich es gelöst, bin ich wieder. Bin wieder nur: Und kann wieder selbst aussuchen was ich sein will, oder einfach nur SEIN.
Es ist ein bischen witzig, darüber zu schreiben, weil es so sich so paradox anhört, so als ob ich im gleichen Satz Gegensätzliches schreibe. Doch es ist kein Gegensatz, sondern ist so.
Ich kann nur jedem empfehlen das selbst für sich zu erforschen, denn das erleichtert das Leben ungemein. Man ist dann immer mit allem einverstandne und streitet nicht mehr mit der Wirklichkeit. Es ist einfacher, weil sich keine Grundsatzfragen mehr stellen.
Wie es in den einzelnen Lebenssituationen dann aussieht, das wären dann die Details. Das fällt bei jedem anders aus, also was er sein will, (wenn selbst aufgesucht) bzw. was ihm geschieht - ihm zufällt- (wenn nicht selbst ausgesucht) Am "Ort " des Seins, ist es für alle gleich.
Das ist dann auch schon Alles."Denke das Unmögliche und du kommst der Wahrheit am nächsten" - Che Guevara
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27.03.2016, 20:21Inaktiver User
AW: Wer oder wie bin ich eigentlich "wirklich"?
@akasia
Ich weiß was Du meinst. Du hast es nur sehr kompliziert ausgedrückt.
Es ist aber auch tatsächlich nicht einfach in Worte zu fassen.
Letztlich ist es die Erkenntnis (Erleben im Sein), dass wir mehr sind als all die Rollen die wir spielen. An diesen Punkt kommt man wahrscheinlich nicht ohne Spiritualität.
Und der Weg führt immer über das Herz und innere Prozesse. Das Herz/Seele ist die Basis der Ort/Zustand an dem alles gut ist so wie es ist. In Frieden und Gegenwärtigkeit.
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29.03.2016, 00:18
AW: Wer oder wie bin ich eigentlich "wirklich"?
In 99% der Fälle: Ja. Im restlichen 1 Prozent handle ich einem (aus den Untiefen des Unterbewusstseins entstandenen) fixen Weg folgend, denke und fühle im Anschluss, schaue mich im Spiegel an und schnalle nicht, warum ich getan habe, was ich tat, obwohl ich es durchdacht und durchfühlt nicht hätte tun wollen.
Das "Ich" befindet sich innerhalb meiner Bauchdecke und nichts kann das erschüttern. Nichts aus den eigenen Hirnwindungen und schon gar nichts von Außen.Wenn ja, woran macht ihr das fest?
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29.03.2016, 00:34
AW: Wer oder wie bin ich eigentlich "wirklich"?
Hmm. Also meine Oma war darin ganz groß. Vieles, was du im Rest deines posts beschreibst, hat sie selbst so benannt. Als sie Krebs bekam, lehnte sie die OP ab, die ihr (zumindest in den folgenden Jahren) das Leben hätte retten können. Ich war damals Teenie und kam damit überhaupt nicht zurecht. Zwischen Wut und Trauer hat mich alles mögliche ergriffen, aber nichts hat sie umgestimmt. Ihr Leben sei wie es ist und wenn der Krebs jetzt da ist, dann ist das vollkommen in Ordnung so, denn sonst wäre er nicht gekommen und was die Ärzte meinen, sei für sie bedeutungslos. Sie sei völlig damit im Reinen, dass dieses Weihnachten ihr letztes ist und sie kämpfe nicht mit künstlichen Schnitten an ihrem Körper dagegen an, die Wirklichkeit verdrehen zu wollen.
Also naja. Ich kann meine facettenreichen Gedanken und Gefühle dazu bis heute nicht klar einsortieren. Keine Ahnung, was ich (im Hinblick auf die Akzeptanz der Realität) tun würde, träfe es mich. Vermutlich käme das aufs Alter an. Mit über 80 würde ich wohl das gleiche denken und fühlen... Keine Ahnung?!?! Aber meine Oma war deutlich jünger damals. Von daher weiss ich sehr wohl, wer ich in dieser Hinsicht heute bin, habe aber keine Ahnung, ob ich mit 75 eventuell anders sein werde. Manches ist eben doch nur hypothetisch.
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29.03.2016, 00:40
AW: Wer oder wie bin ich eigentlich "wirklich"?
Am Gefühl und am Ergebnis.
Wenn ich nach einer Zeit mit vielen Leuten gestreßt bin, obwohl ich Spaß hatte, gucke ich auf meine Gefühle und sage, "ich bin jemand, der nicht ständig spanndende Sachen mit vielen Leuten machen sollte, aber manchmal."
Wenn niemand über meine Witze lacht, dann gucke ich auf das Ergebnis und denke mir, "Witze erzählen ist keine meiner großen Begabungen."
So was muß man aber auch immer mal wieder neu bewerten. Viele Fehleinschätzungen kommen daher, daß man mit veralteten Annahmen arbeitet. Die Welt um einen rum ändert sich, und man selber sich mit ihr.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **


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