Liebe BriCom,
seit einiger Zeit stößt mir etwas sauer auf und ich wäre mittlerweile über ein paar Denkanstöße und Anregungen sehr hilfreich.
Ich finde es eine Unart, wenn Menschen sich geringschätzig über den Job äußern, den andere Menschen ausüben.
Beispiel: "Du arbeitest als xyz? Du meinst, du hast Stress? In DEM Job? Wo sollst du denn da Stress haben?"
Es geht so ein bisschen in dieselbe Richtung wie das Klischee, dass (in diesem Beispiel) Studenten ohne Ausnahme faul sind, immer ausschlafen, keinerlei Arbeitsbelastung ausgesetzt sind etc. Manchmal habe ich das Gefühl, die Leute konfrontieren jemanden damit, um sich selbst und den Stress den sie haben möglichst eindrucksvoll darzustellen. Quasi das Gegenüber "erniedrigen", um sich selbst zu "überhöhen".
Ich finde es sehr unangenehm, solchen Gesprächen beizuwohnen, weil ich es mir selbst nie anmaßen würde, die berufliche Situation von jemandem zu beurteilen, wenn ich selbst in diesem Job nie gearbeitet habe und es dementsprechend natürlich einfach nicht beurteilen kann.
Habt ihr ein paar Anregungen, wie man auf solche Negativ-Kommentare schlagfertig reagieren kann? Sowohl wenn man solch eine Situation beim Gespräch Dritter beobachtet als auch wenn man selbst betroffen ist?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 184
Thema: Geringschätzung des Berufes
-
12.03.2016, 00:42
Geringschätzung des Berufes
Wo auch immer du hingehst, du triffst am Ende immer nur dich selbst.
-
12.03.2016, 00:50Inaktiver User
AW: Geringschätzung des Berufes
dreh das gespräch um: frag den "angreifer", was er selbst denn so stressiges macht, und lass ihn erzählen. und dann staunst du, bis der arzt kommt und schüttelst fassungslos den kopf, denn das würdest du ja niemals aushalten, so einen stress. toll, dass es leute wie ihn, den "angreifer" gibt, wahnsinn. ach was, super!
ergeh dich einfach so lange in bewunderung, bis er sich damit unwohl fühlt (ok, bei manchen schmerzfreien zeitgenossen kann das ein weilchen dauern; aber wenn du es als ausleben deiner satirischen ader betrachtest, ist es spaßig!)
alternativ kannst du den "angreifer" auch bedauern, dass er einen so beschxxxenen job mit so viel stress hat. der arme! vielleicht fallen dir ein paar fortbildungen ein, mittels derer er sich beruflich verbessern könnte?
-
12.03.2016, 01:41
AW: Geringschätzung des Berufes
Für manche Menschen scheint es wichtig, ihren Stress nach außen kund zu tun. Denn -so ihre Ansicht- wer viel Stress hat, der arbeitet viel. Und wer viel arbeitet, ist wichtig. Es geht also darum, die eigene Wichtigkeit zu demonstrieren und den anderen abzuwerten. Befriedigt deren Narzissmus.
Im Grunde genommen muss man darauf gar nicht schlagfertig reagieren. Denn eins wollen diese Leute mit Sicherheit nicht: vom Gegenteil überzeugt werden. Also denk dir deins und sprich einfach spontan über was anderes oder suche dir andere Gesprächspartner. Das Leben ist zu kurz, um es mit Selbstdarstellern zu verbringen und ihnen eine Bühne zu bieten.Man wandelt nur das, was man annimmt.
C.G. Jung
Nein ist ein ganzer Satz.
Keine Ahnung von wem
-
12.03.2016, 07:21Inaktiver User
AW: Geringschätzung des Berufes
Kenn ich.
Versteh ich.
Hat mich früher auch immer sehr geärgert.
Mittlerweile verar*** ich den Gegenüber immer ein wenig - nicke eifrig und ehrfürchtig mit Kulleraugen und sage, ohGottja, soooo ein Stress, das GLAUBST Du nicht, ich muss das und das und das machen, also neee...!!
Immer wieder zustimmen und dabei unschuldig, doof lächeln, irgendwann begreift der Andere, dass er nicht ernstgenommen wird.
-
12.03.2016, 07:33
AW: Geringschätzung des Berufes
lepi,
um welchen beruf geht es denn konkret?
es spricht nicht für jemanden, einen beruf abschätzig zu beurteilen. ich habe höchste achtung vor ALLEN berufen.
als student habe ich in verschiedensten bereichen geabrbeitet, von der krankenhausküche bis zur spriitzgussmaschine. es war eine sehr interessante erfahrung.
im übrigen schätze ich die arbeit eines müllmannes fürs gemeinwohl wesentlich höher als die arbeit eines staatssekretärs . . wenn erster streikt, ist das gemeinwohl weitaus mehr in gefahr als bei letzterem.
luci
LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH
-
12.03.2016, 07:37Inaktiver User
AW: Geringschätzung des Berufes
Ich wundere mich immer, was manche User hier für Leute kennen. Mir passiert es eigentlich nie, dass man mir sowas ins Gesicht sagt (was die Leute reden, wenn ich nicht dabei bin, ist mir egal).
-
12.03.2016, 08:05
AW: Geringschätzung des Berufes
Eine möglichkeit, wenn man in kritischen situationen eher sprachlos ist, sind 2-silbige kommentare wie
aha!
soso.
o je.
scha-de.
sag bloß!
oder hier z.b.:
ach was?
Verschiedene weitere möglichkeiten gibts z.b. im buch "Die etwas intelligentere Art sich gegen dumme Sprüche zu wehren".
arabeskeNur tote Fische schwimmen mit dem Strom.
-
12.03.2016, 10:42
AW: Geringschätzung des Berufes
Die Erniedrigung funktioniert nur, wenn jemand da ist, der sich niedriger fühlt bzw. sich erniedrigen lässt.
Ich z.B. sehe nichts Positives daran, wenn sich jemand einen Job sucht, der ihn stresst und unzufrieden macht.
Dann würde ich ihm sagen, dass er wohl die falsche Berufswahl getroffen hat.
Wer neidisch ist, und dazu oberflächlich, den würde ich gar nicht ernst nehmen und schon gar nicht in meinen Freundeskreis aufnehmen.
-
12.03.2016, 11:52Inaktiver User
AW: Geringschätzung des Berufes
Diese Woche hatte ich zufällig so eine Diskussion von zweien mitverfolgt, leider wurde ich gegen Ende eingezogen, als ich schon auf dem Sprung war.
Es ging um Schreibtisch Arbeit, die lt. einem Monteur doch pillepalle nebenher erledigt wird.
Ich verabschiedete mich von dem anderen Kontrahenten und meinte nur, dass es nichts Neues ist, dass Denkarbeit nicht als Arbeit betrachtet wird.
Als Abschluss sagte ich dann, dass Denken auch Glücksache sei, manche würden davon verschont.
Sowas kann ich nicht ernst nehem, doch mich wundert nicht, das in einer desolidarisierenden Gesellschaft, in der jeder nur noch getrimmt wird sich zu erheben und anzupreisen, um auch nur einen lebensfinanzierenden Job zu bekommen solche Auswüchse nicht von nichts kommen.
Die Hungerspiele lassen grüßen.
Teile und Herrsche.
Statt eines großen Generalstreiks Haut man nach unten und nuckelt nach oben.
Hat auch vor 60 Jahren schon funktioniert, die wurden dann Kapo...
-
12.03.2016, 12:30
AW: Geringschätzung des Berufes
Naja, umgedreht sind mir auch schon häufig Denkarbeiter begegnet, die den "mit den Händen arbeitenden" Kollegen auch äußerst seltsam begegnen. Sie wirken dann so, als würden einem Kleinkind etwas erklären wollen und wirken äußerst erstaunt, dass das Gegenüber in ganzen Sätzen sprechen kann...und sogar was von der Materie versteht

Dünkel gibt es auf allen Seiten, das ist keine Sensation.....


Zitieren

