Nach Lesen eines anderen Threads, wo ich mein eigenes Problem aber gerade nicht hineintragen möchte:
Meine Jugend verlief etwas holperig, ich würde sagen ich war interessenstechnisch einfach ein Spätzünder.
Einerseits sozial etwas ungeschickt, andererseits im Teenageralter EIGENTLICH noch an Grundschulaktivitäten interessiert, zu Zeiten als meine Freundinnen schon weiter waren.
In den letzten 2-3 Jahren gab es bei mir ziemlich viel Aufarbeitung, die muss hier nicht im Detail rein.
Jedenfalls habe ich ein bisschen ein Luxusproblem:
-ich bin 30 und werde vermutllich im nächsten Jahr mein Studium abschließen.
So spät dran bin ich weil ich sehr spät noch die Richtung gewechselt habe.
Meine Noten sind gutes Mittelmaß, und es ist in meinem Fach durchaus wahrscheinlich dass ich zügig einen Job finde.
Mit meinem Freundeskreis bin ich zufrieden, ich habe sogar im Wortsinne Ordnung in mein Leben gebracht: War seit der Pubertät nahe am Messietum dran, mittlerweile hat fast alles seinen Platz, und ich habe auch viel weggeworfen.
Ich habe angefangen ab und an Youtubevideos zu schauen, um mich z.B. über eine bestimmte Moderichtung zu informieren (auch da habe ich meinen Stil stark geändert).
Und bin bei einer Youtuberin hängengeblieben, die kurz davor steht, die Schule abzuschließen.
Das Mädchen ist aus Kanada.
Ich schaue vielleicht alle 2 Wochen ein Video von ihr, nicht sonderlich häufig also.
Habe aber eben dabei festgestellt:
Wenn ich mir ein Leben "backen" könnte, dann wäre es eines, wo ich etwa 15 - 20 wäre.
All das, was mich in der Pubertät nur gestört hat (Feiern, aber auch z.B. Mode) würde mich JETZT interessieren.
Nur, so kurz vor Abschluss ist wirklich die falsche Zeit da nochmal Energie reinzustecken, was heißt dass ich das wofür andere die ganze Pubertät verwendet haben (Stilfindung, sei es modisch, musikalisch oder andersweo) jetzt so hoppladihopp zwischen Klausuren abhandeln muss.
Wie mache ich das jetzt am Sinnvollsten?
Wie bekommt man das in meinem Alter überhaupt ZEITLICH auf die Reihe?
Wenn ich so an die schlimmsten Pubertiere aus meiner Schule zurückdenke muss die ganze Stil - und Sinnsuche schon ziemlich viel Zeit gefressen haben, Zeit, die man als begabter Schüler eben noch hat.
Dazu kommt, ich habe so eine Art Midlifecrisis. Meine Noten sind durchaus in Ordnung, seit ich wirklich mal dafür arbeite, aber ich bin eben auch schon 30.
Ich denke mir, rein vom Talent her hätte ich dasselbe auf 6 Jahre früher haben können, hätte ich nicht so getrödelt, nur DANN wäre ich in Bewerbungen die tolle Überfliegerin, so bin ich immer nur die faule Trödlerin.
Holt man das jemals wieder auf?
Vielleicht merke ich auch einfach nur dass ich nicht unsterblich bin.
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Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 135
Thema: Luxusproblem
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03.03.2016, 10:50Inaktiver User
Luxusproblem
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03.03.2016, 10:55Inaktiver User
AW: Luxusproblem
mit 30????
Du hast noch so viel Zeit....nur keine Panik...
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03.03.2016, 10:58
AW: Luxusproblem
Kurze Frage zum besseren Verständnis: Du willst die Stil- und Sinnsuche ganz gern zeitgleich mit dem Studium abgefiedelt haben? Damit dann was eintritt?
Ich würde mal grundsätzlich infragestellen, ob es dieser aktiven Stil- und Sinnsuche überhaupt bedarf, aber Dir scheint es wichtig zu sein. Nur, das kann doch auch bis nach dem Abschluss warten. Und feiern kannst Du altersunabhängig an jedem Tag Deines Lebens.
Was bedeutet Mode für Dich, dass Dich das Thema so umtreibt?Be like a duck. Remain calm on the surface but paddle like hell underneath.
Michael Caine
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03.03.2016, 11:04Inaktiver User
AW: Luxusproblem
Warum sollst du jetzt nicht das machen, was du möchtest? Nur weil andere es früher gemacht haben? Wer sagt, dass es jetzt unpassend ist

Ändern wirst du es nicht mehr können - also los, mach worauf du Lust hast, bevor du es gar nicht mehr machst.
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03.03.2016, 11:06Inaktiver User
AW: Luxusproblem
.....naja wenn ich als Studentin schon weniger Zeit habe als als Schülerin habe ich später als Arbeitnehmerin doch noch weniger Zeit?
Was bedeutet Mode für Dich, dass Dich das Thema so umtreibt?
"Umtreibt" ist falsch gesagt, ich hatte zu Mode einfach sehr lange ein Einstellung wie ein wildes Grundschulkind "muss praktisch sein".
Ich bin also bis, naja, weit in die 20er in etwa so rumgelaufen:
-Jeans, und die auch häufiger mal dreckig
-t-Shirt oder Pulli je nach Jahreszeit. Ich hatte zu Schulzeiten Pullis die ich einfach falschrum (Hinterteil vorne) angezogen habe wenn sie vorne nicht auswaschbare Flecken hatten in der Annahme dann sieht den Fleck niemand
-Turnschuhe, die getragen wurden bis sie auseinander vielen
-Haare zwar gewaschen, aber mehr oder weniger ungekämmt: Also keine Knoten, aber quasi unfrisiert
-keinerlei Makeup oder sonstige Gesichtsverschönerungen (etwa Augenbrauen zupfen), nur Pickel habe ich gedrückt
Also wirklich in etwa das was passiert wenn sich ein sehr kleines Kind selbst anzieht.
Mal ganz davon abgesehen dass mir das optisch selbst nicht gefällt ist das auch einfach nicht angemessen für z.B. Berufsleben oder Uni.
Nur wer mit 15 damit anfängt sich modische Dinge auszusuchen (was auch immer die Mode ist, kann ja auch z.B. Punk sein) hat natürlich mit 30 mehr Übung als jemand der bis in die späten 20er wie oben beschrieben rumläuft.
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03.03.2016, 11:06
AW: Luxusproblem
Möchtest Du im Modebreich "aufholen" und Deinen Stil finden, weil Du einfach nur findest, dass das so sein muss mit 30 bzw. mit Studiumsende? Oder weil Dich das tatsächlich interessierst? Im letzteren Fall schätze ich mal, wirst Du die Zeit und Energie schon dafür frei machen können, das ergibt sich einfach so. Ansonsten lass es doch einfach laufen
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Ich interessiere mich gar nicht für Mode und habe jetzt durch Zufall eine Freundin entdeckt, die mit mir ab und zu einkaufen geht und mich berät. Hätte ich die nicht, wäre mein Kleiderschrank wohl irgendwann leer, weil die Sachen, die ich vor 20/30 jahren gekauft habe, so langsam auseinanderfallen. Und ich bin schon 45...
Alles zu seiner Zeit.
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03.03.2016, 11:07Inaktiver User
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03.03.2016, 11:07Inaktiver User
AW: Luxusproblem
Wozu brauchst du denn soviel Zeit? Für Mode? Sinnfindung?
Du darfst nicht vergessen wenn du im Job bist hast du Feierabend...als Studentin ja eher nicht, da lernst du noch zuhause etc....
Sich gut zu kleiden ist keine Frage des Alters...und einen Stil findet man nicht über Nacht. Aber mit dem Alter hat das nichts zu tun.
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03.03.2016, 11:12
AW: Luxusproblem
Also, wenn ich an die Modepüppchen denke, die in meiner Teeniezeit in die Schule so aufgebrezelt kamen wie auf den Laufsteg - die sind im Leben nicht viel weiter gekommen als andere, die sich nicht dafür interessiert haben. Dafür hatten die aber in Regel den Ruf, nix anderes im Kopf außer Klamotten und Schminke zu haben.
Ordentlich, sauber und farblich passend wirst Du wohl auch so hinbekommen, schätze ich mal. Und für den Job reicht das in der Regel am Anfang auch (je nachdem, in welchem Bereich Du arbeiten wirst). Der Rest kommt dann so nach und nach und mit den diversen Gelegenheiten, die sich im Job und privat so ergeben.Alles zu seiner Zeit.
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03.03.2016, 11:17Inaktiver User


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