So etwas strahlt in der Regel auch nach außen aus. Ob jemand kontaktfreudig, aufgeschlossen oder eher reserviert oder gar desinteressiert wirkt, liegt zum Großteil an der Körpersprache. Die Farbe der Kleidung und Accessoires spielt dabei für mich kaum eine Rolle. Im Styling kann sich eine Lebenseinstellung ausdrücken oder ein Interessensgebiet, zum Beispiel ein Faible für die Gothik-Szene, Karrierestreben oder der Wunsch, aus der Menge herauszustechen (durch leuchtende Farben, auffällige Schnitte...)
Aber wie eine Person zu einer Seminargruppe steht, ob Wunsch nach näherem Kennenlernen besteht, das hat nach meinem Empfinden rein gar nichts mit schwarzen oder bunten Kleidern zu tun. Ein Punker kann freundlich und smalltalk-freudig erscheinen oder "Lass mich bloß in Ruhe" signalisieren.
Es scheint ein Persönlichkeitsmerkmal von schwarzistbuntgenug zu sein, in neuen Runden erst einmal zu beobachten, wie die anderen so drauf sind, und dann nach und nach die Kontakte zu vertiefen. Ist ja auch völlig okay! Aber es gibt auch Menschen, die von Anfang an die Nähe zu anderen suchen und am liebsten sofort mit allen die Telefonnummern austauschen wollen. Die wirken zu Beginn kontaktfreudiger und offener, aber meistens relativiert sich das, sobald auch diejenigen, die etwas langsamer auftauen, mit den Menschen um sie herum warm geworden sind.
Während der Beobachtungsphase sind Körpersprache und Mimik automatisch anders als während der Auf-die-anderen-zugeh-Phase. Das geschieht unbewusst und lässt sich nur sehr begrenzt bewusst überspielen, weil es zu viele kleine verbale und nonverbale Signale sind, die sich zum Gesamtbild zusammenfügen. Gezielt an Einzelgesten herumzudrehen kann sogar die anderen verwirren: "Ich kann diese Frau nicht einschätzen. Einerseits beugt sie sich am Tisch zu ihrem Gegenüber vor, andererseits wirkt sie... ohne dass ich begründen kann warum... distanziert und etwas verschlossen." Oder man fragt sich: "Was will sie überspielen oder verbergen?"
Körpersprache und Mimik folgen den Gedanken und Gefühlen einer Person. Sie drücken einen Teil des Innenlebens aus. Wenn man sie also nachhaltig ändern möchte, funktioniert das nur über das Ändern der inneren Einstellung. Ich kann in einem neuen Kurs nicht von Anfang an extravertiert-gesellig wirken, wenn diese Geselligkeit (noch) gar nicht meiner Bedürfnislage entspricht.
Vielleicht lässt sich erlernen, mehr Neugier auf neue Menschen zu entwickeln. Angeblich soll ja die Kontaktfreudigkeit zunehmen, je öfter man sich unter Menschen begibt, weil das Gehirn sich an Lebensumstände anpasst. Und wenn nicht, dann lieber akzeptieren, dass man in Kennenlernsituationen einfach kein Salonlöwe ist? Ich selber finde es angenehm, wenn sich Kontakte allmählich entwickeln. Jemand, der mir eine halbe Stunde nach der Erstvorstellung schon am Rockzipfel klebt, würde mich eher anstrengen als beglücken.
Für mich habe ich außerdem festgestellt: Je mehr ich mich und meine Eigenheiten annehme, desto wohler fühle ich mich in meiner Haut, und das strahlt positiv auf andere Menschen aus.
(Dass das Selbstannehmen nicht immer klappt, ist noch eine andere Baustelle...)
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Thema: Außenwirkung?
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15.02.2016, 12:06Inaktiver User
AW: Außenwirkung?
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15.02.2016, 12:36
AW: Außenwirkung?
Tatsächlich ist die Wirkung von "sich raushalten und still sein, bis man was kluges zu sagen hat" ganz hervorragend. Es braucht nur ein bißchen Geduld, bis sie zum Tragen kommt.

Manche Leute sind wie Katzen und interessieren sich am meisten für die, die nicht nach ihnen rufen und sie mit Leckerlis bestechen wollen. Wenn man sich systematisch zurückhält, trifft man einige davon.
Kann ich mir duchaus vorstellen. Eine ängstliche Haltung wirkt abweisend bis arrogant, und wenn die Angst nicht nur einfach Schüchternheit ist, sondern wirklich aus einem Gefühl von Bedrohung und Mißtrauen kommt, sind Leute schnell weggebissen. (Bis auf die, die Beute sehen.)** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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15.02.2016, 12:39Inaktiver User
AW: Außenwirkung?
wildwusel man lernt interessante Leute kennen oder wichtiger: Die uninteressanten interessieren sich nicht für einen.
Im Privatleben funktioniert das tatsächlich ganz gut, aber beruflich?
Wenn man das "mit Leckerlis bestechen" da nicht zumindest ein bisschen mitspielt, hat halt auch der Vorgesetzte nur Desinteresse.
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15.02.2016, 12:44
AW: Außenwirkung?
Hängt auch von der Situation ab. Im Umgang mit den Leuten, mit denen man ohnehin immer zusammenarbeitet, kann man sich leisten, zu warten, bis man was kluges zu sagen hat, im Umgang mit Leuten, die man nur selten sieht, sollte man besser seine Trommel schlagen und Kamelle schmeißen...
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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15.02.2016, 12:53Inaktiver User
AW: Außenwirkung?
Das kann ich bestätigen. Ich hatte früher gelegentlich mit einer Frau zu tun, die in fast jeder Äußerung einen Angriff gesehen hat. Egal ob man sich auf sie persönlich bezog oder auf die Raumtemperatur, das Essen oder das neue Album von Röyksopp - sie nahm einen Defensivmodus ein und reagierte entsprechend. Es kam kein angenehmes Gespräch zustande, weil immer so eine Aura von Misstrauen und Verteidigung über allem schwebte.
Zuerst dachte ich, sie könnte mich nicht leiden.
Dann habe ich erfahren, dass andere es mit ihr genauso empfunden haben.
Was sie zu dieser Art der Kommunikation angetrieben hat, ist mir bis heute nicht bekannt.
Ich weiß nur, dass ich sie als anstrengend empfunden habe. Hatte manchmal das Gefühl, mich entschuldigen zu müssen, ohne dass ich ihr etwas getan habe.
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19.02.2016, 19:28Inaktiver User
AW: Außenwirkung?
Hallo Freundin der unbunten Farben - eigentlich Farbe:
1) 'Schwarz war einmal die Trauerfarbe. Bei jemand der nicht Gothic ist würde ich bei deiner Kleidungskombination auch sofort an Trauerfall denken. Gerade deshalb, weil Du nicht extrem geschminkt bist - knallweisses Gesicht oder so - ist das eine naheliegende Assozialtion.
Selbstverständlich adarfst Du deine Traumfarbe weiterhin pur tragen - du musst aber mit den allgemeinen gesellshcaftlichen eRwartungen zhurechtkommen und ggf. Fragen freundlich bentworten.
2) Das kleine Schwarze wird nicht schwarz-schwrz-schwarz kombiniert. Übllicherweise gehören hautfarbene Strümpfe dazu und - je nach Laune - ein kräftigbunter Schal oder ein auffälliger Schmuck oder eine halsnahe Perlenkette.
Das kleine Schwarze wird so eingesetzt dass seine Aussage: Eleganz ohne fünfmaltägliches UMZIEHEN - mADEMOISELLE cc SEI AN DIESER sTELLE GRO?ER dENK GESAGT- VERSTANDEN WIRD:
3) Ja es gibt Menschen, die beim Nachdenken eine "bösen Blick" haben. Du weist es - also bezieh dies in dein Kommunikationsverhalten ein. Entweder zwischendurch nich böse blicken oder hinterher fragen: Oh - hatte ich gerade den bösen Blick ? hat nichts mit Ihnen zu tun, ich habe nachgedacht.
4) Frage - welche Aussenwirkung willst du den haben ?
a) Unfauffällig zu8 Behörden / am Arbeitsplatz ?
b) Anfangsbekanntschaften in neuen Gruppen ?
c) wenig Smalltalk ?
d) viel Smalltalk ?
e) kompetente Fachfrau ?
f) lustige Freizeitpartnerin
Du solltest Dir zuerst überlegen, was dein Ziel ist, dann kannst Du den Weg dahin gehen.
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21.02.2016, 09:56
AW: Außenwirkung?
Ich bin auch hin und wieder mal etwas irritiert wenn ich Feedback zu meiner Person bekomme. Manchmal schätzt man sich selbst total anders ein als Leute von außen.
Ich bin ein eher ruhiger Typ, ich lächle gern, höre aber erstmal auch nur zu wenn ich neue Leute treffe. Trotzdem habe ich mich immer für recht offen gehalten.
Meine langjährige Kollegin meinte erst letztens zu mir, sie hätte mich anfangs für total verklemmt gehalten. Ich muss schon sagen dass ich da so ziemlich aus meinem persönlichen Wolkenkuckucksheim gefallen bin 🤔
Stiller, ja. Aber verklemmt? Sie schob dann hinterher dass sie jetzt eine ganz andere Meinung von mir hat, dass sie mich als offen, herzlich und lustig erlebt. Aber sowas in de Art habe ich schon öfters von Leuten gehört die ich anfangs nicht gut kannte.
Ich finde es immer wieder interessant, Feedbacks zu bekommen.
Eine andere Kollegin meinte zu mir, als wir beim Thema Männern waren, sie schätzt mich in einer Beziehung als resolut und durchsetzungsstark ein. Da musste ich lachen weil ich ( leider) bislang eher das Weibchen war, das sich ein bisschen hat unterbuttern lassen.( ich arbeite daran)
Wenn ich mit Männern flirte oder Kontakt habe, habe ich schon öfters gehört, man könne mich überhaupt nicht einschätzen , ich wäre geheimnisvoll, ein Buch mit sieben Siegeln. Immer am Lächeln aber mit einem vorsichtigen, scheuen Blick.
Nun, dazu kann ich gar nichts sagen denn das scheint einfach so zu sein, das ist keine Masche von mir.
Ich mag Feedbacks zu meiner Aussenwirkung und am besten dann wenn sie ungefragt kommen, weil sie dann ehrlich sind. Bei erbetenen Feedbacks habe ich das Gefühl der angesprochene, saugt sich grad krampfhaft was aus den Fingern ..
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21.02.2016, 10:34
AW: Außenwirkung?
Ja. Ich habe echt den Eindruck, ich bin total hyper und rede ununterbrochen, ob gefragt oder nicht, da war ich schon baff, als mein Chef im Mitarbeitergespräch meinte, ich wäre so still. OK, ich war etwas stiller als normal, da ich noch neu war und über technische Dinge, von denen ich *überhaupt* keine Ahnung habe weniger rede als sonst, wenn die anderen im Raum Experten sind.. aber trotzdem...
Wobei, Feedback von Leuten sagt immer mindestens so viel über die Leute wie über den Gefeedbackten, und nicht immer weiß man genau, was wohin gehört.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **



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