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09.02.2016, 10:15Inaktiver User
AW: Ich habe mein Leben verloren.
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09.02.2016, 10:17
AW: Ich habe mein Leben verloren.
Hierzu möchte ich mal kurz reinspringen:
Nachdem ich nun selbst ein Kind habe, kann ich sagen, dass ich mir im voraus nicht mal ansatzweise vorstellen konnte, wie sehr ein so kleines Wesen das Leben dann tatsächlich umkrempelt und wie sehr sich eigentlich das komplette Leben dadurch verändert. Wir sind nicht naiv an die Familienplanung rangegangen. Aber was es wirklich heißt, ein Kind zu haben, wie sehr man gerade in den ersten Jahren fremdbestimmt ist, das weiß man definitiv erst, wenn das Kind da ist. Da kann man noch so sehr vorab darüber hirnen oder nicht.
Und ja: viele Sachen kann man ansatzweise vorab ausprobieren, aber ein Kind bekommen definitiv nicht.
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09.02.2016, 10:23Inaktiver User
AW: Ich habe mein Leben verloren.
Was man schon vorher tun kann, ist aber, sich zu fragen: Wie gehe ich mit anstrengenden Situationen um? Wie handle ich Ängste oder Aggressionen? Wo kriege ich in Stresszeiten neue Energie her? Was mache ich, wenn ich ratlos oder sogar verzweifelt bin? Wie reagiere ich, wenn ein Teil meines Freundeskreises wegbricht oder sich entfernt?
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09.02.2016, 10:25Inaktiver User
AW: Ich habe mein Leben verloren.
Ich hab das vorher geübt und mir erst einen Welpen angeschafft.

Ich dachte mir dann nur, Kind ist dann eben noch anstrengender...
Tatsächlich fand ich das aber sooo drastisch dann nicht, sonst hätt ich keine drei Kinder bekommen, in vier Jahren. Es ist anstrengend, ja, und ich bin weiß Gott keine Übermutti - aber man hat schon immer die Wahl etwas locker zu sehen oder sich reinzusteigern in das was jetzt grad alles nicht geht und nicht perfekt ist.
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09.02.2016, 10:27Inaktiver User
AW: Ich habe mein Leben verloren.
Oder eben auch, sich mit anderen in der Situation austauschen.
Ich meine, man ist doch nun nicht die Erste, die ein Kind gekriegt hat?
Das war immer mein Mantra: das ist das Normalste von der Welt, da muss man jetzt kein Drama draus machen. Milliarden Frauen vor mir haben das auch irgendwie hingekriegt, also schaff ich das doch wohl auch.
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09.02.2016, 10:31Inaktiver User
AW: Ich habe mein Leben verloren.
Was man sich aber vorher überlegen kann - schafft man gleichzeitig die Umstellung auf ein Kind UND eine arbeitsintensive Baustelle?
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09.02.2016, 10:34Inaktiver User
AW: Ich habe mein Leben verloren.
@hilfskonstruktion: Man muss dann nur eben auf die treffen, die im Moment ähnliche Probleme haben. Als - zum Beispiel - unser Sohn Nacht für Nacht in unser Bett kam und mir ein Bekannter erzählte, seine Kinder schliefen alle selbstredend in ihren eigenen Betten und man müsse ja nur ... , da half das kein bisschen. Als ich dann aber auf die Mutter von vieren traf, die mir humorvoll erzählte, wie zeitweise zwei Kinder im "Gräbele", eines oben quer und das vierte auf der Matratze vor dem Elternbett schliefen, da ging es mir gleich besser.
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09.02.2016, 10:39Inaktiver User
AW: Ich habe mein Leben verloren.
Und für mich war es wichtig, genau die Vorstellungen meines Partners zu kennen. Wieviel Zeit kann und will er investieren? Welche Aufgaben möchte er übernehmen usw.
Ich wusste immer, dass ich unter der Woche quasi Alleinerzieherin sein werde, da mein Mann lange arbeitet und wenn möglich zwar zum Abendessen und Gute Nacht Geschichte lesen da sein wird (oder auch nicht), aber den Tag muss ich alleine bestreiten. Am Wochenende sieht das anders aus und im Notfall würde er die Arbeit liegen lassen und nach Hause kommen.
Wenn ich einen Vater für mein Kind haben hätte wollen, der sich auch unter der Woche an der Elternarbeit beteiligt, hätte ich mit diesem Mann keine Kinder haben dürfen. Im nachhinein darüber jammern und unzufrieden sein, hilft gar nicht, im Gegenteil.
Darum reden, reden, reden.
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09.02.2016, 10:40
AW: Ich habe mein Leben verloren.
Genau so sehe ich das auch!
Ich habe mir -damals mit 25- ehrlich gesagt auch gar nicht so viele Gedanken darum gemacht - weil eben -Millionen anderer haben ja auch Kinder bekommen-, und es war irgendwie klar, Heirat, Kinder...... HEUTE sage ich auch: Wie dumm war das, wir haben eigentlich nichts wirklich besprochen -von wegen wer arbeitet wann, wer kümmert sich wann- ....aber auch das hat funktioniert und heute habe ich zwei wunderbare erwachsene Söhne. Gut, meine Ehe hat das nicht ausgehalten, aber dafür gab es andere Gründe.
Und im Übrigen: Ich konnte mir genauso wenig vorstellen, was es heißt, ein Haus mit Garten zu haben!!!! Vor allem, wenn man das nie vorher kennen gelernt hat.
Meredyth, das verstehe ich allerdings auch irgendwie nicht. Bestand dein "Leben" nur aus Studium?
Schade, dass du auch alle Nachfragen völlig unbeantwortet gelassen hast, wie z.B. nach
- eigenen Hobbies
- Berufsplänen
- Aktivitäten
- Freundeskreis
....gab noch viele mehr.
Gruß
Schnurpsel
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09.02.2016, 11:01
AW: Ich habe mein Leben verloren.
Ich versuche es mal sachlich aufzudröseln:
Ein Haus zu kaufen und herzurichten (inkl. Garten) habe ich mir "angetan"
, auch da kamen einige Überraschungen auf mich zu. Nein, die konnte man nicht alle vorher durchdenken und besprechen. Auch Dritte spielten eine Rolle (Verkäufer) und so weiter...
Von daher verstehe ich deine Belastung gut.
Und ein Umzug (erst recht in ein ander strukturiertes Umfeld) ist laut Fachleuten so einschneidend ins Leben, das wird allgemein gerne unterschätzt.
Ein Kind bringt die komplette Umstellung des Lebens mit sich. Wie genau, kann sich kein Mensch vorher konkret alles klarmachen.
Einige deiner Bedürfnisse sind momentan nicht erfüllt.
a) Welche sind das genau?
b) Mit welcher Strategie kannst du sie (zumindest teilweise) erfüllt bekommen?
Ich glaube, wenn man da so strukturiert herangeht, kann man Schritt für Schritt Lösungen erarbeiten.
Für die Kommunikation mit deinem Mann könntest du dir im Vorfeld überlegen, wie du deine Bedürfnisse äusserst, ohne ihm Vorwürfe zu machen. Sonst macht er nämlich "dicht". Wenn ihr kaum Zeit findet für ein Gespräch, dann schreib einen Brief. Betrachte ihn nicht als Gegner, das ist er nicht! Ihr müsst auch klären, welche Bedürfnisse er hat. Und dafür auch Strategien erarbeiten. Und mit Sicherheit einige Kompromisse finden. Aber - hey! - das ist Leben, das ist Beziehung, das ist "normal"! Bei niemandem läuft automatisch alles so, wie er es gern hätte.
Werde aktiv und begebe dich aus der "Opfer"-Rolle heraus.
Du bist kein Opfer. Das ist nur eine Haltung, die dir vorspiegelt, nicht verantwortlich zu sein.
Hab keine Angst, geh es an, du wirst sehen, es ist vieles möglich!
LG Karla
The original Karla
est. 2006














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