*** Edit: Ach, zu spät. Naja, im Prinzip. ***
Übrigens, wegen dem Schlüssel. Da hat wohl jemand den kürzesten Weg, also den benachbarten Briefkasten gewählt. Schön für ihn, aber frech.
Da würd ich mich mal ganz dumm stellen, bei der Hausverwaltung anrufen und sagen, "Bei mir ist so ein Schlüssel im Briefkasten, der sieht aus als könnte er hier zum Haus gehören. Ich habe keine Ahnung, wo der herkommt oder warum er bei mir im Briefkasten ist. Holen Sie den ab, oder kann ich ihnen den schicken?"
Wenn sie ihn abholen, Quittung geben lassen. Wenn du ein schickst, Einschreiben mit Rückschein. Wenn sie rumjammern, du solltest den behalten, sagst du, "Das geht leider nicht. Holen Sie ihn dann ab? Ich könnte ihnen den auch zuschicken. Das ist ja nicht gut, wenn hier irgendso ein Schlüssel rumfliegt? Oder ist das nicht ihrer? Dann ist das vielleicht ein Irrtum, jedenfalls kann ich damit nichts anfangen. Dann bringe ich ihn zum Fundbüro. Danke für Ihre Zeit. Können Sie mir bitte noch Ihren Namen sagen?"
Oder auch: "Ich bin doch hier nicht der Schlüsselmeister. Ich bin nicht für die Nachbarswohnung verantwortlich. Ich weigere mich, diesen Schlüssel zu behalten. Holen Sie ihn ab oder soll ich Ihnen den schicken?"
Du siehst, wie gebetmühlenartig zwei Alternativen gegeben werden (holen oder schicken), die beide bedeuten, daß du den Schlüssel loswirst?
Wichtig, immer Quittung und Name, wenn du dich dumm stellst (auch sonst, aber dann besonders). Alles aufschreiben, wer was wann gesagt hat und was du getan hast. Dann kannst du dich bei Rückfragen wieder dumm stellen. "Frau soundso hat mir am 3. Februar am Telefon gesagt, daß Sie diesen Schlüssel nicht haben wollen. Ich hab ihn am 4. Februar zum Fundbüro gebracht, ich hab hier die Einlieferungsquittung.... Ich versetehe überhaupt nicht, was das Problem ist. Ist das doch Ihr Schlüssel? Warum sagen Sie denn das nicht, dann hätte ich Ihnen den geschickt..." (Wir kehren zurück zur Gebetsmühle, dieses mal im Irrealis der Vergangenheit, eine besonders bequeme Form, wenn man den Fehler jemand anders zuweisen will.)
Antworten
Ergebnis 11 bis 15 von 15
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03.02.2016, 09:33
AW: Sich gut abgrenzen können - wie lernt man das?
Geändert von wildwusel (03.02.2016 um 09:43 Uhr)
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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03.02.2016, 09:42
AW: Sich gut abgrenzen können - wie lernt man das?
Es ist auch netter, klare Ansagen zu machen, als die Leute entweder hängenzulassen, oder zu erwarten, daß sie Gedanken lesen können oder für einen mitdenken.
Keine klaren Ansagen zu machen, bewirkt, daß alle Leute, die sich nicht groß scheren, was man denkt oder wie es einem geht, bei einem auf der Matte stehen (dann man hat ja nicht "nein" gesagt!) während alle Leute, die rücksichtsvoll sind, sich von einem fernhalten (denn man hat ja nicht "ja" gesagt). Und dann wundert man sich, wieso man nur von rücksichtslosen Leuten umgeben ist.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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03.02.2016, 15:39
AW: Sich gut abgrenzen können - wie lernt man das?
Ich denke, ihr habt ein Problem. Und zwar beide. "Wir beäugen ein Auto vor dem Haus ...", Du gehst erst aus der Wohnung raus, wenn keiner mehr da ist und warum hört ihr die Klingel nicht? Ich vermute, sie ist abgestellt. Alles was von draußen kommt, seht ihr als Gefahr. Habt ihr Schulden? Erwartet ihr deswegen unangenehmen Besuch und isoliert euch immer mehr? Oder wie kommt ihr zu der Meinung, dass das Öffnen der Tür einen Rattenschwanz an Problemen, Aufgabenstellungen oder Fragen nach sich ziehen könnte?
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04.02.2016, 00:06Inaktiver User
AW: Sich gut abgrenzen können - wie lernt man das?
Du hast es dann gelernt, Dich richtig gut abzugrenzen, wenn Du Dich statt kuschelchen zum Beispiel schnuppechen, schnurzegal oder kannstmichmal nennst. Gerne auch wasgehtsdichan oder miregalwasdudenkstchen oder dumichauch und danichfür nennst.
Dann bist Du auch bereit für ichbinwichtigchen oder machmirdaserstmalnachchen.
Jedes Nein zu anderen ist ein Ja zu Dir
selbst
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04.02.2016, 04:56
AW: Sich gut abgrenzen können - wie lernt man das?
Dein Problem scheint mir wesentlich tiefer zu liegen als nur darin, dass Du schlecht "nein" sagen kannst.
Du fühlst Dich ja geradezu verfolgt. Öffnest nicht die Tür, schielst durchs Fenster auf die Dinge, die sich vor Deiner Tür abspielen, fühlst Dich von Kollegen bedrängt...
Es wäre schön wenn Du mal ein paar konkrete Beispiele für Deine "Abgrenzungsprobleme" bringen könntest.
Die Welt da draußen ist nicht "böse", die Menschen meinen es nicht schlecht mit Dir.
Du solltest an Deiner Wahrnehmung arbeiten.
Hättest Du im konkreten Fall einfach die Tür geöffnet und klar und freundlich kommuniziert, dass Du keine Zeit hast Dich um die Stromablesung in der Nachbarwohnung zu kümmern, hättest Du das ganze Problem nicht an der Backe. Und darauf zielt wohl Deine Frage ab; Du befürchtest, dass Du eben nicht dazu in der Lage gewesen wärest.
Nun frage ich mich aber auch, warum Du den Nachbarn nicht diese kleine Gefälligkeit hättest erweisen wollen. Das Leben ist doch mit Nettigkeit viel schöner. Und erwiesenermaßen macht nichts so glücklich wie jemandem anderen behilflich zu sein :)
Dir fehlt es offenbar an Offenheit. Die Tür öffnen, sich auf ein Gespräch einlassen, klar seine Meinung zu formulieren.
Hast Du eigentlich wirklich solche nervigen Kollegen, die unangemeldet bei Dir vor der Tür stehen oder fürchtest Du Dich nur davor, dass es so sein könnte ?
Auch hier ist es doch nett einen guten Kontakt zu Kollegen zu halten. Und wenn wirklich jemand unangemeldet vor meiner Tür steht und es mir gerade nicht passt, dann sage ich dies freundlich und bitte darum, sich das nächste Mal telefonisch anzumelden. Mir ist es in meinem Leben übrigens vielleicht vier oder fünfmal so gegangen, dass eine Bekannte unangemeldet vor der Tür stand, weil sie gerade in der Gegend war. Habe ich sie auf einen Kaffee hineingebeten und mich über ein nettes Gespräch gefreut, wo ist das Problem ? Wenn ich keine Zeit gehabt hätte, hätte ich das gesagt, aber wenn ich zu Hause bin und nicht gerade vorhabe wegzugehen, kann doch eigentlich alles eine halbe Stunde warten, oder ?
Eines Tages wirst Du vielleicht auf die Hilfe anderer angewiesen sein, dann freust Du Dich auch wenn sie Dir diese zuteil werden lassen.
Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus.
Ein kleines Beispiel aus meinem näheren Umfeld: Meine Mutter geht auf die 90 zu. Sie war immer ein offener, gefälliger Mensch und ist es auch heute noch. Mittlerweile ist sie hilfsbedürftig, aufgrund ihrer offenen, netten Art hat sie aber etliche Nachbarn, die sich zum Teil geradezu rührend um sie kümmern. Hätte sie früher anderen einfach nicht die Tür geöffnet, wäre sie heute nicht mehr in der Lage alleine zu wohnen.
Denk mal darüber nach.Geändert von Caramac (04.02.2016 um 05:05 Uhr)


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