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    AW: Ziele verfolgen versus Konsum

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Oft genug im Bekanntenkreis erlebt - Jahrelang aufs Haus hin gearbeitet, gebaut etc. und als es fertig war - peng...Trennung..

    Nein, in der heute so schnell lebigen Zeit ist ein im Hier und Jetzt leben wirklich wichtiger denn je, finde ich.


    Und was soll der Fazit deines Bekannten sein, rotgruen?
    "Baut Häuser! Dann werdet ihr glücklich."?
    Jaa, früher war alles besser.

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    AW: Ziele verfolgen versus Konsum

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    arbeiten an ihren Zielen: Beim Ironman mitzumachen, mit einer Jazzcombo groß rauszukommen, die Welt zu sehen, benachteiligten Kindern in der Nachbarschaft zu helfen, oder genug zu schlafen und viel mit netten Leuten rumzuhängen. Man kann sich beklagen, daß sie daran mehr Spaß haben, als es macht, 30 Jahre lang jeden Tag von 8 bis 5 Schrauben einzudrehen, aber man kann ihnen nicht wirklich vorhalten, daß sie nicht 30 Jahre lang von 8 bis 5 Schrauben eindrehen, da es diesen Schraubeneindrehjob nicht mehr gibt.

    Selbst die Leute mit Plänen planen eher flexibel und aus einem Bewußtsein heraus, daß Chancen und Gelegenheiten kommen und gehen. Hoffe ich. Mit Mitte/Ende 40 sehe ich, was aus denen geworden ist, die nur eine Sache (diesen Job, diese Karriere, dieses Haus, diese Frau) wollten und sonst nix. Die haben entweder nichts, oder eine Sache, an denen ihnen gar nicht mehr so viel liegt...

    Und da jeder selber paddeln muß, paddelt man nur zusammen, solange man in die gleiche Richtung will. Es länger zu tun ist ein Risiko, das schwer zu rechtfertigen ist.

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    AW: Ziele verfolgen versus Konsum

    Zitat Zitat von rotgruen Beitrag anzeigen
    Dieses fehlende Ziel und der stetige Fokus auf das "es sich jetzt gutgehen lassen" würde zu Unzufriedenheit führen, weil die Leute kein Projekt hätten, dass sie verfolgen und dass sie zufrieden macht, wenn sie es endlich geschafft haben.
    Das kann ich gut nachvollziehen. Als ich jung war, wollte ich die Welt retten. Ich sah den Sinn nicht, nur für mich selber da zu sein. Ich hätte mich wie in einem goldenen Käfig gefühlt und vollkommen nutzlos.

    Ein Haus zu bauen, war nicht mein Ziel. Das kann man doch überhaupt nicht verallgemeinern. Aber Ziele hatte ich immer und sie hielten mich bei Laune. Das stimmt einfach.

    Heute ist es anders. Mir fehlen die Ziele nun, ich habe erreicht, was ich wollte und muss nun einen neuen Sinn finden. Aber ich werde danach suchen. Und es ist nicht mein Lebensinhalt zu verreisen. Ich möchte mich meiner Umwelt widmen. Ich arbeite mir gerade Freizeit raus, habe dann ab Sommer 3 Monate frei und werde mich mit meinem kranken Vater befassen, ihn pflegen und weitere sinnvolle Vorhaben (in meinen Augen) planen. Konsum gehört nicht dazu.

    Ich merke allerdings, dass meine Bekannten damit nicht viel anfangen können. Ich werde gefragt, wohin ich verreisen möchte. Naja, ich stelle immer wieder fest, dass ich nicht ins "normale" Bild passe. Ich möchte hier glücklich leben, ich empfinde es nicht als Glück, irgendwo Urlaub zu machen. Das mache ich nur, um mich zu erholen, nicht als Sinnsuche bzw -erfüllung.
    Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.

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    AW: Ziele verfolgen versus Konsum

    Ich weiß nicht.....Ziele verändern sich doch auch im Laufe des Lebens?

    Gerade was Häuser- bzw. Wohneigentum- angeht, bin ich mittlerweile zweigespalten.

    Wir haben uns vor Jahren einen alten Bauernhof gekauft, war damals unser Wunsch, wir wollten ein "Nest" für unsere Familie.
    Generell bin ich auch sehr glücklich damit- wo ich lebe und wie ich lebe.

    Ich sehe aber auch- das kann zum Klotz am Bein werden.

    Denn- mittlerweile sind die Mädchen aus dem Haus bzw. fast erwachsen und ich sehe jetzt schon- für uns beide alleine ist das Haus samt Riesengelände viel zu groß.
    Außerdem - der Hof war günstig, ist längst bezahlt, liegt aber etwas ungünstig. Fehlende Infrastruktur ( Ärzte, Apotheken, Einkaufsmöglichkeiten) halt. Man muß für fast alles mit dem Auto los. Heute nervt mich das nur (das aber zunehmend), aber was ist, wenn ich mal alt bin und nicht mehr autofahren kann?

    Zudem würde ich mittlerweile lieber in einer kleinen, pflegeleichten Stadtwohnung leben als in der Ödnis, wenn auch sehr idyllisch

    Grob geplant haben wir, das Areal in einigen Jahren zu verkaufen- und weiter in die Stadt zu ziehen. Allerdings muß man dann auch eine "Phase" erwischen, in der solche Gelände gerade gefragt sind. UND- unsere Töchter meckern.
    Hier bleiben oder den Kasten übernehmen will derzeit keine. Sie wollen "raus in die Welt", wer will es ihnen verdenken
    Aber als wir mal laut darüber nachdachten, irgendwann alles zu verhökkern und woanders hinzuziehen, gabs dreistimmiges Geschrei- das wollten sie nun auch nicht. Das ist ihr Elternhaus, da sind sie groß geworden, das kann man doch nicht verkaufen

    Darum- ein Haus passt nicht für jeden, passt nicht in jeden Lebenslauf, und ich verstehe "lieber im Hier und Jetzt leben" als ein ständiges auf später verschieben sehr gut.

    Auch, weil ich viele Leute kannte, die alles auf "später, wenn wir mal Rentner sind" verschoben haben, aber das Rentenalter gar nicht erreicht haben....

    Ich finde den überwiegenden Teil der "Jugend"- unsere Älteste ist 24- übrigens durchaus zielstrebig und sehr ehrgeizig, kann an dem Bestreben, eine ausgewogene Mischung aus beruflichem Engagement und Zeit für Freizeit und Familie nun so gar nichts Schlechtes finden- im Gegenteil.

  5. Inaktiver User

    AW: Ziele verfolgen versus Konsum

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    wenn ich mir all das so durchlese habe ich immer wieder diese Karikatur vor Augen, vielleicht kennt ihr die: Geburt, hinter Geldschein herlaufen der an einer Angel aufgehängt ist, das ganze Leben lang...und dann ins Grab.

    .
    Geld ist zwar nicht alles, aber kein Geld zu haben, macht auch nicht allein glücklich. Zumal Geld in vielen Fällen der Schlüssel ist, um Größeres, Sinnstiftendes zu erreichen. Als Beispiel sehe ich da immer die Bill & Melinda Gates Foundation und ähnliche Aktivitäten. Oder im Kleinen: Spenden an verschiedene Organisationen. Persönliches Engagement löst nämlich nicht die materiellen Probleme von Hilfsorganisationen. Irgendwie müssen auch Decken, Medikamente, Unterrichtsmaterial und sonstiges bezahlt werden.

  6. gesperrt

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    AW: Ziele verfolgen versus Konsum

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Denn- mittlerweile sind die Mädchen aus dem Haus bzw. fast erwachsen und ich sehe jetzt schon- für uns beide alleine ist das Haus samt Riesengelände viel zu groß.
    Außerdem - der Hof war günstig, ist längst bezahlt, liegt aber etwas ungünstig. Fehlende Infrastruktur ( Ärzte, Apotheken, Einkaufsmöglichkeiten) halt. Man muß für fast alles mit dem Auto los. Heute nervt mich das nur (das aber zunehmend), aber was ist, wenn ich mal alt bin und nicht mehr autofahren kann?
    Wenn das Haus so gross ist: sobald die Mädchen weg sind, eine junge Familie mit kleinem Kind einmieten lassen, und in den Mietvertrag schreiben, dass sie die schweren Sachen besorgen müssen und alten Leuten in gewissen alltäglichen Verrichtungen helfen müssen, dafür ist die Miete günstig.

    gruss, barbara

  7. gesperrt

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    AW: Ziele verfolgen versus Konsum

    Zitat Zitat von animosa Beitrag anzeigen
    Als ich jung war, wollte ich die Welt retten.

    (...)

    Heute ist es anders. Mir fehlen die Ziele nun, ich habe erreicht, was ich wollte und muss nun einen neuen Sinn finden.
    Weltrettung wäre immerhin etwas, was dich vermutlich noch die nächsten paar Jahre beschäftigen könnte, so bis sich eine neue Sache auftut.

    gruss, barbara

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    AW: Ziele verfolgen versus Konsum

    Ich finde, es gibt heutzutage einfach andere Ziele, die irgendwie wichtiger sind, als sesshaft zu werden. Unsere Welt ist so schnelllebig und niemand weiß, wie lange er an einem Ort überhaupt bleibt. Jobwechsel nach 2 bis 5 Jahren sind keine Seltenheit. Und da ist es auch möglich, dass man diverse hundert Kilometer weit weg zieht. Da ist ein Haus nur ein Klotz am Bein - finde ich. Mir ist es wichtig, dass ich mein Leben jetzt gut lebe zusammen mit meinem Freund. Das heißt aber nicht, dass ich mich nicht um die Zukunft schere. Ich sorge auch für meine Rente und meinen Lebensabend vor. Nur eben nicht in dem klassischen Sinne, dass ich mir ein Nest für meine Familie baue. Es gibt doch genug andere Wege, sein Geld sinnvoll anzulegen als in Immobilien. Zumal Immobilien auch nicht wirklich sicher sind.

    In meinem Dorf leben noch einige meiner alten Grundschulkameraden. Viele von denen haben eine Ausbildung im Ort oder der nächsten größeren Stadt begonnen. Sie sind nie weiter weggezogen von ihrer Heimat. Nach der Ausbildung ein paar Jahre gearbeitet. Mit Mitte 20 geheiratet, dann erstes Kind. Mit Anfang 30 das Haus. So... und nun? Die arbeiten, um ihr Haus abzubezahlen. Fahren einmal im Jahr in ein Ferienhaus nach Dänemark oder in die Niederlande. Ein Ziel haben die auch nicht mehr. Aufstiegschancen im Beruf gehen gegen Null. Um auszugehen gibt es auch nicht mehr viel. Lediglich die Dorfkneipe oder die ein oder andere Lokalität in der Nachbarstadt. Verschlafen würde man das Dorf nennen und die, die dort wohnen engstirnig und spießig.

    Andere wiederum, so wie ich, sind weggezogen in die Großstädte zum Studieren oder sind ins Ausland gegangen. Mein Freund und ich haben jeder einen gut bezahlten Job. Wir genießen unser Leben, gehen gerne aus, haben Hobbies, die bezahlt werden müssen, fahren gerne mal in Urlaub. Kaufen uns gerne Dinge und gönnen uns was.
    Bei einem Klassentreffen wurde ich gefragt, ob ich nicht auch mal sesshaft werden möchte und eine Familie gründen? Ja, gerne, aber noch nicht jetzt. Vielleicht mit Mitte 30. Oder vielleicht auch gar nicht. Prioritäten können sich ändern. Das hängt von der Situation ab.
    Aber sind wir deshalb weniger glücklich? Nein. Ich bin eigentlich sehr glücklich mit meinem Leben. Und ich finde nicht, dass mein Leben deshalb weniger aufregend und sinnvoll ist, nur weil ich eben nicht mit Anfang 30 schon alles erreicht habe, was geht. Ich finde es eher traurig, dass man den Sinn eines Lebens nur daran fest macht, ob man irgendwann mal ein Haus hat oder nicht... Es gibt doch noch so viel mehr...

  9. Moderation

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    AW: Ziele verfolgen versus Konsum

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Geld ist zwar nicht alles, aber kein Geld zu haben, macht auch nicht allein glücklich. Zumal Geld in vielen Fällen der Schlüssel ist, um Größeres, Sinnstiftendes zu erreichen.


    Immer am Rand der Zahlungsunfähigkeit zu leben macht keinen Spaß und ruiniert die Gesundheit. Geld ist ja, selbst bei Raffköpfen und Geizhälsen, nie Selbstzweck, sonder immer Mittel, um zu kriegen, was man will oder braucht.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  10. gesperrt

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    AW: Ziele verfolgen versus Konsum

    Ich denke, das mit dem Sparen und was Aufbauen scheitert zu allererst an den fehlenden Jobperspektiven und den niedrigen Zinsen.

    Als wir damals beschlossen, Wohneigentum anzuschaffen, hatten wir schon über längere Zeit unser Geld für gute Zinsen kurzfristig immer wieder neu angelegt. Man konnte ihm beim Wachsen zusehen. Alle 4 Monate bekamen wir es mit Zinsen zurück, da legten wir noch was drauf und auf gings in die nächste Runde. Als wir dann beide feste Jobs mit Tarifvertrag hatten, war es nicht mehr weit bis zur Entscheidung.

    Aber heute? Keine Zinsen, befristete Jobs und Gewerkschaften sind out.

    Dazu kommt, sobald was da ist oder man ordentlich verdient, wollen alle viel zuviel abhaben: Finanzamt, Krankenkasse, Rentenversicherung, Ermäßigungen oder Wohngeld fallen dafür weg. Zusätzliches Engagement bringt nicht mehr Sicherheit, nur mehr Aufwand und der Einkommenszuwachs hält sich sehr in Grenzen. Es macht nur Stress, Arbeit und Umstände.

    Und wie schon von einem anderen User erwähnt, sobald einer zum Pflegefall wird, zieht man dem Ehepartner finanziell das Fell über die Ohren. Dann hat man sein Leben lang geschuftet, sitzt aber genauso mittellos im Pflegeheim, wie die aus der Genießer-Fraktion während der Partner sich vom Haus verabschieden muss und beinahe auf Grundsicherungsniveau abrutscht.

    Soll man sich für die Pflege jahrelang abgerackert haben? Die vielleicht nur deswegen eintritt, weil man so abgearbeitet ist?

    Ich halte es deshalb für klüger, seine Ziele woanders zu suchen und an immateriellen Dingen zu arbeiten: eine glückliche Beziehung, Bildung, Erfolg im Hobby, schöne Erlebnisse, gute Begegnungen machen ein Leben mindestens genauso lebenswert und können einem niemals wieder genommen werden. Nicht vom Finanzamt und nicht von Arge oder Sozialamt. Und erst recht nicht von Betrügern, Einbrechern oder Terroristen. Nur von einer Amnesie/Demenz, aber dann ist sowieso alles nichts mehr wert. Auch das Vermögen nicht.

    Für ein glückliches Leben sind Statussymbole nicht entscheidend. Sie sind bloß nett, nicht mehr.

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