Warum sollte eine Immobilie mehr Lebenshinhalt schaffen?
Aha. Wer ist dieser "jemand" und wer sind "die Menschen"? Und was soll "sinnentleert" bedeuten?
Richtig. Z.B. die vielen Großfamilien, die alle ganz fröhlich unter einem Dach lebten ... da man keine Wahl hatte, blieb einem nichts anderes übrig; ob damit aber alle so glücklich waren, steht gar nicht zur Debatte.
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29.01.2016, 09:50Inaktiver User
AW: Ziele verfolgen versus Konsum
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29.01.2016, 10:09
AW: Ziele verfolgen versus Konsum
Ich empfinde das anders, sicher auch, weil ich aus Ostdeutschland komme. In meiner Kindheit hatte in der Stadt niemand Wohneigentum. Von meinen Kollegen haben die, die verheiratet und mit Kindern leben mit zwei Ausnahmen alle Wohneigentum. Teils Häuser (weiter draußen), teils Wohnungen im Stadtbereich. In meiner Wahrnehmung hat der Immobilienkauf zumindest in der Stadt enorm an Bedeutung gewonnen, auch für Familien, die zwar ordentlich ausgebildet sind und beide arbeiten, aber auch keine hoch bezahlten Jobs haben. Das geht aber auch erst, wenn beide einigermaßen sicher wissen, wo sie wohnen werden - und das ist heute häufig erst deutlich später der Fall als früher.
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29.01.2016, 10:13
AW: Ziele verfolgen versus Konsum
Weil sie viel Aufwand macht und viel Platz in der mentalen Landschaft einnimmt. Was so sperrig ist, füllt aus.

Das ist wirklich ein komisches Wort, wenn man mal genau hinguckt. Es ist ja nicht "sinnlos". Sondern es hatte mal einen Sinn, und der ist irgendwie verschwunden. Was bleibt, ist Ritual, das weder etwas bewirkt, noch erinnert man sich genau, was es mal bewirken sollte. Das kann man über Handlungen sagen, aber Leben ist ja nicht nur Handlung, sondern auch Existenz, und damit Selbstzweck. Ein Ritual, das sinnentleert, ist, kann man aufgeben. Aber das mit dem Leben zu machen, ist irgendwie sinnlos...
Alles sehr merkwürdig.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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29.01.2016, 10:26Inaktiver User
AW: Ziele verfolgen versus Konsum
verkaufe Haus, möchte jemand?
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29.01.2016, 11:19Inaktiver User
AW: Ziele verfolgen versus Konsum
Dann hätten sie aber ein anderes Leben, auf das sie zurückschauen können - vielleicht glücklicher und erfüllter, wer weiß das schon. Sie haben sich eben dafür entschieden, zusammenzubleiben, mit allen Vor- und Nachteilen.
Freiheit bedeutet ja nicht zwangsläufig Einsamkeit. Aber Du hast es in der Hand, etwas aus der gebotenen Freiheit zu machen - auch um eben im Alter nicht einsam zu sein. Das können dann aber ganz andere Formen des Zusammenlebens sein - mit einem Partner, den Du erst im Alter kennenlernst oder in einer WG.
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29.01.2016, 11:29Inaktiver User
AW: Ziele verfolgen versus Konsum
Dann lies dir mal die einschlägigen Stränge aufmerksam durch: Einsamkeit im Alter lässt sich nur verhindern, indem man selbst aktiv dafür sorgt, dass man nicht allein ist. Ehe, Kinder schützt nicht automatisch davor. Wenn z.B. die Beziehungen zerrüttet sind oder die Kinder am anderen Ende der Welt wohnen; oder zuviel zu tun haben; oder schlicht "keinen Bock", sich um die alten Eltern zu kümmern.
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29.01.2016, 12:45
AW: Ziele verfolgen versus Konsum
"Sich etwas aufbauen" ist nicht auf den Hausbau bezogen!!
Ich meinte mit "sich etwas aufbauen" zweierlei:
1) materiell: dass man in relativ jungen Jahren (so wie ich, Mitte 20) auf die Zukunft fokussiert ist, dass man Geld verdienen möchte, um sich in späteren Zeiten Träume zu verwirklichen (Hausbau war da nur ein Beispiel). Dem gegenüber steht die Position, sich selbst zu verwirklichen, mehr im Jetzt zu leben und das Geld hauptsächlich für Urlaub und schöne Unternehmungen zu sparen. (anders kann ich es mir teilweise nicht erklären, wenn ich sehe, wie häufig und wohin Freunde in den Urlaub fahren, die noch nicht so lange arbeiten und keine gigantischen Gehälter haben. Da kann nicht viel für später zur Seite gelegt werden)
3) stationär: sich auf einen Wohnort festlegen, beispielsweise, indem man sich ein Haus kauft. Dadurch steigen die Hürden, nochmal den Wohnort zu wechseln.
2) persönlich, und zwar in partnerschaftlicher Sicht: dass man seine persönlichen Ziele für die gemeinsame Sache "zurückstellt", soweit es eigene Ziele gibt.
Denn ich glaube, wenn man immer darauf fokussiert ist, sich selbst was aufzubauen (sich selbst zu verwirklichen), dann wächst die Wahrscheinlichkeit einer Trennung, weil Beziehungsinteressen und individuelle Interessen nicht immer gleich sind (z.B. auf der einen Seite will ich mit meinem Partner zusammen sein, aber auf der anderen Seite möchte ich beruflich gerne für 5 Jahre nach Brasilien. Mein Partner würde da nicht mitmachen. Was ist mir wichtiger?)
Dazu die Sache mit den Freunden: Wenn man jede Möglichkeit nutzt und alle 4-5 Jahre den Wohnort wechselt, dann bleiben Freundschaften, denke ich, auf der Strecke und man ist einsam...
Der Konflikt besteht darin, dass die Sehnsucht nach Beständigkeit und die Sehnsucht nach Selbstverwirklichung kollidieren.
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29.01.2016, 13:00Inaktiver User
AW: Ziele verfolgen versus Konsum
Es gibt nicht "die" Menschen. Weder bei den Jungen noch bei den Alten. Bestenfalls sind Gruppentendenzen sichtbar.
Es stimmt aber, dass in früheren Generationen die Tendenz, sich ein Eigenheim zu bauen, verbreiteter war. Das lag vor allem daran, dass sich die Kosten meist im Rahmen hielten. Grundstücke waren noch viel billiger als heute, und die Bauvorschriften waren deutlich geringer.
Ausserdem hatten die meisten Menschen damals sichere Jobs. Viel verbrachten ihr ganzes Arbeitsleben bei einer einzigen Firma. Dadurch konnten die Menschen besser planen.
Ich denke nicht, dass junge Menschen heute generell konsumorientierter sind. Viele haben ganz andere Lebensziele als möglichst viel Konsum.
Ich sehe unter den jungen Leuten in meiner Umgebung zwei unterschiedliche Gruppen: Die Flexiblen, die meist in Jobs arbeiten, die Reisen oder Auslandaufenthalte bedingen, und die "seßhaften".
Erstere haben selten Immobilien oder auch Autos, sondern wohnen zur Miete und benutzen Carsharing, gönnen sich aber teure Reisen etc.
Die "seßhaften" haben meist Jobs, die keine große räumliche Flexibilität verlangen. Viele von ihnen wohnen sehr lange zuhause bzw. bauen sich im Elternhaus eine Wohnung aus.
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29.01.2016, 14:17Inaktiver User
AW: Ziele verfolgen versus Konsum
Muss "das Projekt", "der Sinn" denn unbedingt was Materielles sein? Haus, Eigentum etc. ... KohleKohleKohleKohle. Sicherheit, Angeben, Zeigen, Repräsentieren ...
Oder kann ein langfristiges "Projekt" oder "Sinngebung" auch etwas sein, das im nichtzeigbaren Bereich liegt - ein Ehrenamt, Freundschaften, Kreativität, Erlernen von Sprachen etc.?
Mich wundert doch sehr das spießige "Hausbauen" als Synonym für Zielstrebigkeit - und natürlich das wohlfeile Meckern auf "die Jugend", die verspielte, unernsthafte, vergnügungssüchtige ...
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29.01.2016, 18:39
AW: Ziele verfolgen versus Konsum
die 60jährigen heute haben aber viel mehr Möglichkeiten als die eine Generation vorher. Das ist die positive Seite dieser Entwicklung. Und die Möglichkeiten und Angebote werden auch noch mehr werden, alleine schon, weil die 60jährigen immer mehr werden. Also darüber mach ich mir keine Sorgen.Es wird eher die Frage sein, wer sich was dann noch leisten kann. Aber davon ist schon meine Generation betroffen.
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.




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