Gemecker beim Eiskratzen....
Es gab ein Jahr, da war es von Dezember bis Anfang April durchweg gefroren, verschneit und jeden Morgen musste lange gekratzt werden.
Ich habe mich jeden Morgen so geärgert, dass ich fast platzte.
Ich habe mir dann vorgenommen, mich exakt fünf Minuten zu ärgern und dann ist es wieder gut.
Oh Wunder! Es half.
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18.01.2016, 21:42
AW: Meckern vs. Luxus. Ein Perspektivwechsel Strang
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19.01.2016, 05:22
AW: Meckern vs. Luxus. Ein Perspektivwechsel Strang
Na, ist doch mal wieder entzückend, wie viele so absolut rationale und reflektierte Frauen hier unterwegs sind.

Glaubt ihr euch den Scheiss eigentlich selbst?
Anyway, von einem meiner Therapeuten habe ich Folgendes gelernt:
Ich kann um 12:00 Uhr bei ihm sitzen und z.B. die grässlichsten Sachen über bzw. von meine Vater erzählen. Muss nicht mal wahr sein.
Und dem alte Mann aus tiefsten Herzen inbrünstig die Pest an den Hals wünschen.
Und um 15:00 Uhr sitze ich bei eben diesem, meinem Vater am Kaffeetisch, spreche mit ihm, höre ihm zu, kümmere mich um den mageren, müden, traurigen, alten Mann und fühle Mitleid und ein bisschen Liebe.
Und sehr viel Verständnis, weil ich selbst schon so lange Vater bin.
Das geht - Perspektiven wechseln, auch und obwohl man weder etwas ändern kann noch muss. Oder will.
Zu Bemeckerndes, oder gar solchen Luxus habe ich in meinem Leben keinen.
Ich geniesse es, meine wunderbaren Töchter um mich zu haben.
Und meine Freundinnen und Freunde.
Und viele Bekannte.
Meine Musik, meine Bücher, Filme, Bilder, Spaziergänge.
Ich hab nichts zu meckern - vielleicht gebe ich mir auch einfach nicht genug Mühe.
Ich bin halt faul.
So ganz gesund bin ich zwar nicht, werde ich auch nie wieder.
Aber das Leben als solches ist ja schon eine lebensgefährliche Krankheit, und ich hab halt zwei davon.
Zwei Ehen gescheitert, aber die Frauen mögen mich noch, genauso wie ich sie.
Vattern tot, Muttern redet nicht mehr mit mir, meine Brüder hassen mich.
Arbeit habe ich keine regelmäßige, geschweige denn angemessene, sichere schon gar nicht.
Daran wird sich wohl auch nichts ändern, denn jünger und gesünder werde ich eben nicht.
Geld habe ich keins, auch kein Auto, kein Haus, keine Yacht.
Nur vier Fahrräder. Bei meinem Alltagsrad ist aber die Gangsschaltung kaputt und das Licht geht mal wieder nicht.
Meine Wohnung ist winzig, dafür habe ich eine sehr große, nämlich eine der verkehrsreichsten Straßen Europas vor dem Wohnzimmerfenster.
Bloß leider keine Lärmschutzverglasung.
Dafür jede Menge "Feinstaub", den ich jeden Tag von der Fensterbank putzen könnte.
Soll ungesund sein, aber hey, an irgendwas muss doch jeder sterben.
Irgendwas ist eben immer.
Aber mir geht es gut.
Vermutlich sogar weit besser als euch.
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19.01.2016, 06:33
AW: Meckern vs. Luxus. Ein Perspektivwechsel Strang
Eine langjährige Begleiterin meines Lebenswegs sagte mir, als es an ihr (viel zu frühes) Sterben ging: Früher habe ich gestöhnt, wenn ich früh morgens zur Arbeit musste. Was würde ich heute darum geben, noch einmal aufstehen zu dürfen und zur Arbeit fahren zu können.
Erst da begriff ich, dass es auch die schwierigen Dinge zu genießen gilt. Eine große Bereicherung für mich, für die ich sehr dankbar bin.
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19.01.2016, 10:31Inaktiver User
AW: Meckern vs. Luxus. Ein Perspektivwechsel Strang
Danke euch allen für die unterschiedlichsten Einblicke in das Gemecker, oder eben kein Gemecker.
Finde es schön zu sehen dass meckern und "jammern auf hohem niveau" oftmals normal sind, das Perspektiven nicht immer zu wechseln sind und dass man mit Abstand betrachtet oder trotz gelegentlichem meckern doch weiss wie gut es einem geht; genauso dass es einfache Gedankengänge sind, die einen davon abhalten können.
@aurora
ich habe keine Worte dafür. Es ist genau so. Manchmal weiss man erst was man hatte wenn es zu spät ist....
@kistenkumpel
...musste heute die Scheiben nicht nur von aussen, sondern auch von innen kratzen. Habe es aber genossen, denn meine Kurze hat mit mir mitgekratzt - der Morgen gehörte nur uns zweien und da wir zu lange zu verkuschelt waren musste für den Schulweg noch das Auto her. Toll! (toll ist auch ein Auto haben zu können, auch wenn es einen faaaul macht, die Kehrseite dieses "luxusproblems". Ich lasse es derzeit öfter mal stehen und gehe zu fuss. Und habe die Wahl. Was auch nicht immer selbstverständlich war)
Jedenfalls gibt es derzeit nichts zu meckern - alles gut & ich geniesse es. Und wenn ich doch mal wieder meckern möchte, nehme ich es als Befreiungsmeckern oder schaue hier kurz mal rein und lasse es sein, je nach dem
schönen Tag euch allen!
Geändert von Inaktiver User (19.01.2016 um 10:46 Uhr)
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19.01.2016, 11:26Inaktiver User
AW: Meckern vs. Luxus. Ein Perspektivwechsel Strang
Ich wundere mich gerade, warum man übers Eis kratzen meckert.
Da kauft man sich so eine Abdeckplane für die Frontscheibe und eine Sprühflasche Enteisungsspray für die Seiten und gut isses
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19.01.2016, 13:14
AW: Meckern vs. Luxus. Ein Perspektivwechsel Strang
Nutzt nur nix. Ab minus acht Grad verursacht der Alkohol eine matschige Pampe, die man dann abkratzen muss. Die Plane habe ich auch drauf, die hilft ganz gut, aber bei dieser Kälte auch nicht perfekt. Ich träume weiterhin von einer Garage, bin aber zu geizig, sie für einen kalten Monat im Jahr ganzjährig zu bezahlen

Aber beim Kratzen zu meckern ist ganz kommunikativ, man kommt mit den ebenfalls kratzenden und meckernden Nachbarn ins Gespräch
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19.01.2016, 13:39
AW: Meckern vs. Luxus. Ein Perspektivwechsel Strang
Irgendwie ist "meckern", wie es hier viel gebraucht wird, auch nicht das gleiche wie "klagen" oder "sich beschweren", oder?
Mehr so ein "altes Ehepaar"-Verhalten zwischen einem selber und dem Universum.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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19.01.2016, 15:47
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19.01.2016, 15:51Inaktiver User
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19.01.2016, 18:10Inaktiver User


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