Ach. Ich meckere gerne mal über mein Einkommen, und dann sage ich mir: Hey, du finanzierst alleine eine schöne Wohnung, ein Auto, ein Pferd, Urlaub und nagst nicht am Hungertuch. Da muss ich mir manchmal bewusst machen, auf welch hohem Niveau ich jammere.
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17.01.2016, 21:06
AW: Meckern vs. Luxus. Ein Perspektivwechsel Strang
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17.01.2016, 23:09
AW: Meckern vs. Luxus. Ein Perspektivwechsel Strang
Nein, genau das ist auch meine Strategie. Es gibt hier ja auch diesen Strang: jeden Tag 3 Dinge aufschreiben, über die man sich gefreut hat. Sowas ist sehr hilfreich, wenn man das über lange Zeit macht, dann verändert das tatsächlich die Sichtweise, und man denkt insgesamt positiver.
Ich mecker auch gerne mal rum, aber versuche halt grundsätzlich, aus meinem Leben das Optimum rauszuholen, was eben machbar ist. Sprich: am liebsten würde ich nie mehr arbeiten gehen und mich nie mehr morgens aus dem Bett quälen müssen, Beides hasse ich ziemlich.
Aber ist nunmal nicht möglich, ich habe keinen Sugardady und auch keinen Lottogewinn - also "freue" ich mich morgens vor der Arbeit schon darauf, wenn ich später wieder nach Hause komme. Freue mich auf ein leckeres Essen, auf einen schönen Film, auf mein spannendes Buch oder ganz einfach auf mein Sofa oder darauf, dass es wieder 1 Tag weniger bis zum Wochenende ist. 
Den Nachbarstrang finde ich auch wahnsinnig interessant. Wenn ich da lese, wie vollgestopft und lang bei so manch Einem der Tag ist mit Arbeit, Kindern, Familie usw. - wow, Hut ab. Da denk ich dann oft, dass ich dafür gar keine Kraft hätte.
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18.01.2016, 10:32
AW: Meckern vs. Luxus. Ein Perspektivwechsel Strang
Ich meckere viel, gebe ich zu. Und ich meckere auch gerne. Ich bin temperamentvoll, manch einer würde vielleicht sogar schon jähzornig sagen. Wenn mich was aufregt, dann aber so richtig, dann geht es los wie bei einem Rohrspatz.
Für mich ist es ein Ventil, durch das ich meine angestaute Wut einfach mal rauslassen kann. Die Wut über meine dämliche Kollegin, die mich tagtäglich nur durch ihre pure Anwesenheit in den Wahnsinn treibt. Die Wut über ätzende Autofahrer, über leere Gemüsekisten im Supermarkt nach Feierabend. Oder über Menschen, die einfach mal mitten im Weg stehenbleiben, wahlweise wegen ihres Smartphones oder weil sie mit ihrer Begleitung so wichtige Themen besprechen müssen und man ihnen dann schön in die Hacken rennt...
Manchmal ist es auch die Wut über mich selbst, die mich überkommt.
Dennoch weiß ich mein Leben zu schätzen, weiß, dass es mir gut geht und, wenn mal nicht, dass dann liebe Menschen da sind. Ich habe einen Job, der mich manchmal kirre macht (vor allem, wenn man alleine den Job von 5 Leuten macht), aber andererseits auch viel Spaß macht, da ich mich "kreativ" ausleben darf. Ich werde einigermaßen gut bezahlt, habe einen lieben Freund und eine tolle neue Wohnung. Habe ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Familie und habe Freunde, die für mich da sind.
Dennoch tut es manchmal gut, einfach mal niveaulos vor sich hin zu schimpfen. Oben genannte Kollegin ist eine von der Art "du musst positiv denken" und in allem einfach nur Gutes sieht. Und genau das nervt mich manchmal. Diese rosa-rote Brille, die sie manchmal auf hat, die ihr aber auch manchmal die Augen vor der Realität verschließt.
Ja, ein Perspektivwechsel kann helfen. Aber es hilft mir nicht, wenn ich mal wieder über den dämlichen Autofahrer vor mir aufrege, der sein Auto um die Kurve trägt oder der Verkäuferin, der man im Gehen die Schuhe besohlen kann, dass es Menschen gibt, denen es schlechter geht. Das hat mit der Situation dann gar nichts mehr zu tun.
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18.01.2016, 10:45
AW: Meckern vs. Luxus. Ein Perspektivwechsel Strang
Mir hilft's, zu meckern, um meine Unzufriedenheit auch mal zu artikulieren und festzupinnen, aber ich sehe zu, daß ich mich selber dabei nicht zu ernst nehme. Erstens macht das das Meckern unterhaltsamer, zweitens verhindert es, daß ich meine Quellen der Unzufriedenheit überbewerte.
Ein Kollege hatte die Angewohnheit, bei der Arbeit unentwegt halblaut auf die Maschine, an der er gerade arbeitete, zu schimpfen. Wir nannten das seine "Betriebsgeräusche."** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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18.01.2016, 11:38
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18.01.2016, 20:06
AW: Meckern vs. Luxus. Ein Perspektivwechsel Strang
Ich glaube, ich hab' dich gehört!
Zumindest habe ich heute morgen an dich gedacht! Verabreden wir uns doch morgen früh wieder zum gemeinsamen Kratzen und Meckern, das macht echt Spaß zu zweit 
Übrigens finde ich es einen ziemlichen Luxus, meckern zu können, darum brauche ich auch keinen Perspektivwechsel. Ich glaube, Leute die wirklich in der Tinte sitzen, meckern nicht mehr. Die brauchen alle Energie, um zu überleben. Ich habe nie gemeckert, wenn's mir echt mies ging.
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18.01.2016, 20:44
AW: Meckern vs. Luxus. Ein Perspektivwechsel Strang
Da hatte ich dann eher einen Galgenhumor entwickelt. Eine Art Reflex, wenn es mir zuviel wurde, bemerkte ich oft, wie skurril und abartig die ganze Situation war und begann zu lachen. Klingt paradox, aber war oft so eine Reaktion von mir.
Das Eiskratzen wird morgen wieder von meinem Gemecker umrahmt sein, gehört einfach zum guten Ton.
Vielleicht könnten wir einen Song daraus machen, so ein Duett, cool gerappt (bei genügend Eis und Schnee am Boden tänzelt man auch von alleine dazu).
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18.01.2016, 21:04Inaktiver User
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18.01.2016, 21:12
AW: Meckern vs. Luxus. Ein Perspektivwechsel Strang
Kinder, soll ich ne Runde Agraralkohol spendieren, damit das Gekratze besser geht?

(Also- für die Scheiben. Nicht für den menschlichen Magen! Da ist dieser Fusel wohl eher ungünstig...)
Ich muß zwar morgens nicht kratzen, aber dafür mit meinem Mann zur Arbeit fahren. Der ist vor 10 Uhr morgens nicht ansprechbar ( deswegen hat er wohl ein Einzelbüro bekommen...) und leidet jeden Morgen unter zwei äußerst sprechfreudigen Töchtern, weshalb ich mir auf der 9km langen Autofahrt das Gemecker über "Was soll denn die Hektik morgens? Warum muß das Radio schon morgens dudeln? Muß man morgens schon diskutieren, was man am Nachmittag macht? Können sie ihre Sachen nicht schon abends zusammen suchen, muß das morgens sein? Warum müssen sie in aller Herrgottsfrühe Sprachnachrichten hören???" usw.usf. anhören.
Ich würde ja den Bus nehmen- wenn denn um diese Zeit schon einer fahren würde
Er liebt seine Töchter und würde sich für sie in Stücke hacken lassen- aber nicht vor 10 Uhr morgens. Das war schon immer so. Früher hieß es, wenn ein Kind schrie: "Vor Sonnenaufgang ist es noch dein Kind."
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18.01.2016, 21:39
AW: Meckern vs. Luxus. Ein Perspektivwechsel Strang
Ich arbeite im sozialen Sektor und habe daher schon viel Elend gesehen. Das hat den "Vorteil", dass ich immer wieder daran erinnert werde, wie gut es mir doch geht. Drum hält sich mein Hang zum Meckern in überschaubaren Grenzen.
Habe ich dann wiederum Menschen um mich, die vor lauter Wohlstand und -befinden Löcher in die Luft blasen, dann überkommt es mich anschließend auch schon mal und ich meckere über dies und das.
Und dann kommt aber auch schon wieder der nächste Arbeitstag...
Es ist wohl doch eine Frage, welchen Vergleich man zieht. Man hat immer die Wahl. Schließlich vermiest man sich selbst den Tag, wenn man in die falsche Richtung guckt...Man wandelt nur das, was man annimmt.
C.G. Jung
Nein ist ein ganzer Satz.
Keine Ahnung von wem


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nicht falsch verstehen ich sitze hier beim Wasser


