Vor Jahren hatte ich in einem anderen Thread über meine kriselnde Ehe berichtet.
Nun ist alles vorbei, nach einer äußerst schäbigen Vorgehensweise seitens meiner Exfrau ist endlich die Trennung über- und ausgestanden, alles könnte so schön sein, der Neuanfang könnte trotz allem beginnen wenn nicht...
wenn sie nicht immer wieder dazwischen funken würde.
Durch mein Kind bin ich noch an meine Exfrau gebunden, wir haben das gemeinsame Sorgerecht, das Kind lebt in meinem Haushalt. Bisher hat die gemeinsame Betreuung recht gut funktioniert, nichtzuletzt weil ich mir meine nacheheliche Situation erkauft habe durch bedingungslosen Unterhalt, darüber hinaus habe ich ihr großzügig Teile des Hausrats, den Zweitwagen und diverse hochwertige Gegenstände überlassen, um den Ruin, der oft nach einer Trennung beide trifft, abzuwenden, und auch um selbst Ruhe und Frieden zu haben.
Seit einigen Monaten aber, ich möchte nicht darüber spekulieren, was der Auslöser dafür ist, mischt sie sich in mein Leben ein. Es ist ziemlich egal, ob ich mich vereinbarungsgemäß verhalte, ob sie diejenige ist, die die von uns getroffenen Vereinbarungen bricht, Termine vergisst oder Dokumente falsch versteht, wenn etwas nicht zu ihrer Zufiredenheit geschieht, werde ich direkt angegriffen, und ich muss eine Hasstirade über mich ergehen lassen, mir Vorwürfe gefallen lassen, das Kind wird mir temporär entzogen (obwohl ich das Aufenthaltsbestimmungsrecht habe) oder mit weiterem Entzug wird gedroht.
Deeskalierendes Zugehen auf ihre Forderungen, Beschwichtigungen, Kompromisse, bewirken nichts.
Wir kommunizieren ausschließlich schriftlich, weil die mündliche Kommunikation zu end- und ergebnislosen Diskussionen geführt hat. Ich stelle fest, dass Teile meiner Texte selektiv interpretiert, in ihrer Bedeutung umgekehrt werden, damit am Ende der Beweis steht, dies und jenes sei schiefgegangen, weil ich dies und das getan, gesagt oder nicht getan und nicht gesagt habe.
Eine Lösung, Entscheidung, die sie zuvor getroffen hatte und umgesetzt wurde, ist schlecht und untragbar, wenn ich sie anwende, kurzum, das Ergebnis ist, dass sie ihr Leben unabhängig und ohne Rpcksicht auf die Bedürfnisse unseres Kindes gestaltet, ich die Hauptlast und Verantwortung trage, was ich auch gerne tue, dafür von meiner Exfrau aber nur Prügel einstecke.
Ich bin diese Diskussionen mittlerweile leid, aber sie müssen geführt werden, weil ich nicht das alleinige Sorgerecht habe.
Ich habe mit mehreren Menschen die Trennung sehr oft besprochen, auch mit Menschen, die uns beide kennen. Ihre Meinung ist, dass meine geschiedene Frau vermutlich durch ihre schwere Kindheit emotional auf dem Niveau eines Teenagers stehen geblieben ist und äußerst egoistisch ist, und wahrscheinlich niemals in der Lage sein wird, über ihr eigenes Verhalten nachzudenken.
Ich habe während der Ehe oft den Eindruck gehabt, dass sie eigentlich nicht mir, sondern mit ihren Eltern stritt, und jetzt kommt es mir vor, dass sie mit ihrem aktuallen Partner statt mit mir streitet.
Ich bin mit hoher wahrscheinlichkeit in ihrem Leben die einzige Person, die sie gut behandelt hat, und vor der sie deshalb keinen Respekt hat, was das immer auch sein mag, daher erlaubt sie sich, mich als Prügelknaben zu benutzen.
Kennt jemand eine Lösung, wie man die Komunikation mit einer solchen Person am besten gestaltet?
Irgendwie muss ihr beizukommen sein, sodass sie sowas wie Scham empfindet, diese Anschuldigungen, Wortverdrehungegn unterlässt und wenigstens im Interesse unseres Kindes zu einer sachlichen Diskussion fähig ist?
Dankeschön im voraus.
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16.01.2016, 21:41
Wie mit einer extrem egoistischen Person umgehen?
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16.01.2016, 22:01Inaktiver User
AW: Wie mit einer extrem egoistischen Person umgehen?
Erst wenn du vollständig verinnerlicht hast, dass es Menschen gibt, die zu Scham nicht fähig sind, kannst du deine Vorgehensweise ändern.
Mit logischen Argumenten, Appell an die Vernunft oder Empathiefähigkeit kommt man nicht weiter. Die laufen bei solchen Menschen ins Leere, so schwer begreifbar das auch ist.
Kommunikation daher auf das nötigste beschränken, einen guten Anwalt nehmen, dich über deine Rechte gründlich informieren.
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16.01.2016, 22:17
AW: Wie mit einer extrem egoistischen Person umgehen?
Ich hab deinen alten Thread gerade kurz quergelesen und hatte den Eindruck, diese Kommunikationsprobleme sind ja schon immer da gewesen, jetzt haben sie sich halt von der Paar- auf die Elternbeziehung verlagert. Was ihr in der Ehe nicht lösen konntet, das werdet ihr auch jetzt nicht mit alten Mitteln lösen können.
Es gibt natürlich professionelle Unterstützung in solchen Fällen, z.B. Jugendamt, die bei Bedarf versuchen zwischen den Elternteilen zu vermitteln und außergerichtliche Vereinbarungen zu finden. Aber das ist eine freiwillige Sache der Eltern und so wie du deine Ex schilderst vermute ich mal, dass sie da nicht mitgehen würde? (Familienberatungsstellen kämen auch in Frage).
Wenn sie keinen Leidensdruck hat, weil sie am längeren Hebel sitzt, dann wirds eher schwer werden, dann kannst du im Grunde nur auf der rechtlichen Schiene bleiben und gucken, dass du alles andere an Auseinandersetzungen vermeidest. Zum Glück wird das Kind älter und wird immer mehr seine Beziehung zu dir selbst in die Hand nehmen.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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17.01.2016, 08:29Inaktiver User
AW: Wie mit einer extrem egoistischen Person umgehen?
Wenn ein Mensch projiziert- also wie bei Dir gerade möglicherweise- in Dir jemanden meint zu sehen, der Du nicht bist-- dann hast Du keine Chance, denn sie erkennt es ja nicht!
Solche Definitionen bedeuten Reflektionen und Bewusstwerdung, die von vielen Menschen nicht vollzogen wird.
Noch dazu nützt es Dir nur dahingehend, dass Du keinen Versuch machen musst, mit ihr auf "normaler Ebene" zu reden.
Du bist auch nicht ihr Therapeut- Du musst letztlich den besten Weg finden um mit ihr möglichst gut den Elternkontakt zu gestalten.
Ich würde mir einen Anwalt für Familienrecht suchen und einmal nachhören, was man machen könnte.
Auch im Jugendamt mal nachfragen.
Grundsätzlich ALLES protokollieren.
Respekt kannst Du Dir durch einen Anwalt holen- sowas wirkt durchaus
Letztlich ist es schwierig, denn Du wirst von ihr aus Deiner Ruhe geholt.........was kannst Du daraus noch lernen oder herausziehen, was gut ist?? gibt es da was?
lg kenzia
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17.01.2016, 08:45
AW: Wie mit einer extrem egoistischen Person umgehen?
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17.01.2016, 16:00Inaktiver User
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17.01.2016, 21:29
AW: Wie mit einer extrem egoistischen Person umgehen?
Ich bin nach einem Tipp aus meinem engeren Umfeld bei einer Anwältin gelandet, die anders als die zuvor konsultierten Anwälte nicht auf Konfrontation, sondern auf Deeskalation und Konsens gesetzt hat.
Dabei kam eine für mich tragbare Lösung heraus, vor allem ohne Rosenkrieg und psychische Belastung für meine Tochter in der Phase der Haushaltsauflösung. Teil dieser Lösung war eben das geteilte Sorgerecht, dafür habe ich das Aufenthaltsbestimmungsrecht.
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17.01.2016, 22:29
AW: Wie mit einer extrem egoistischen Person umgehen?
Ein herzliches Dankeschön an alle für die Rückmeldungen.
Ich versuche auf alle Fragen und Anregungen einzugehen:
- die Kommunikationsprobleme hatten wir immer gehabt, mit Verständnis und Kooperation kam ich bei meiner Exfrau eigentlich nie auf einen grünen Zweig. So ungefähr ab dem dritten Jahr der Beziehung waren die Meinungsverschiedenheiten und die Konflikte kaum noch zu glätten.
- die Einschaltung eines Dritten mit Macht kann in der Tat hilfreich sein. Ich musste beispielsweise vergangenes Jahr aus einem bestimmten Grund die Behörden einschalten, einige Monate danach war Ruhe und die Kommunikation lief reibungslos.
Auf meine Anwältin oder auf das Jugendamt würde ich dennoch nur im äußersten Notfall zurückgreifen, weil ich weiß, dass als Gegenmaßnahme meine Tochter als Waffe mißbraucht werden wird, worunter sie vollkommen unschuldig zu leiden haben wird.
So darf mich meine Tochter nach Konflikten nicht nach Belieben kontaktieren. Ihr Handy wird ausgeschaltet oder weggenommen (wie gerade dieses Wochende wieder), oder es geht verloren, und wird kurz vor der Heimfahrt plötzlich gefunden, oder meine Tochter wird viel später als vereinbart nach Hause gebracht.
- ich protokolliere fleißig jeden dieser Vorfälle den Fall, dass es irgendwann doch zu einem Kampf um das Sorgerecht kommt (für spätestens übernächstes Jahr, wenn meine Tochter auf die weiterführende Schule kommt, wurde mir die Neufestsetzung des Aufenthaltsbestimmungsrechts angedroht), nur sind die Protokolle, wie ich es von meiner Anwältin erfahren habe, nicht viel Wert wenn es keine Zeugen gibt.
Meine Frage zielte eher auf eine Strategie, einen Trick auf der Ebene der Kommunikation ab.
Die Angriffe ignorieren, die Nachrichten später beantworten, ist wahrscheinlich eine dieser Strategien, denn eine sofortige Antwort, in der ich meiner Exfrau darlege, dass sie mich vollkommen grundlos angegriffen, mißverstanden hat, sie noch wütender macht, denn sie will unbedingt recht haben.
LG,
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17.01.2016, 23:17Inaktiver User
AW: Wie mit einer extrem egoistischen Person umgehen?
Die Angriffe kannst und darfst Du nicht ignorieren, jedenfalls nicht dann, wenn sie mit Eurer Tochter zu tun haben. Alles dokumentieren.
Ja. Nachrichten später beantworten ist eine gute Strategie. Eine sehr gute!
Vielleicht schaffst Du es, den Kontakt auf ganz viel "nur in Schrift" runterzubrechen.
Das hat den Vorteil, dass Du Dokumente hast, die belegen, wie sie sich verhält, womit sie versucht, Dich unter Druck zu setzen und auch den, dass eine direkte Konfrontation durch Sehen, Stimme, Mimik nicht gefördert wird, wurde schon gesagt, in Sachen Projektion und Co.
Ziemlich schwer und wie gut, dass Du so besonnen agierst
.
Schicke Dir ein virtuelles Kraftpaket und nette Grüße,
narrare.
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18.01.2016, 07:06Inaktiver User
AW: Wie mit einer extrem egoistischen Person umgehen?
Um deeskalierend zu kommunizieren müsstest Du bitte noch einmal konkret aufschreiben, wie das genau abläuft.
Vermutlich gibts einen roten Faden, der bei jedem Kontakt gleich abläuft.
Erzähle es doch einmal und wir können überlegen, wo man nun besser aktiv ist- wo besser passiv- ob Du etwas besser machen kannst.
Gut finde ich die Erfahrung, dass wohl das Thema Anwalt eine Wirkung auf Deine Exfrau hat- ein Joker, den Du hast-- sehr gut!
Einen defensiven Anwalt zu haben, ist sicher gut-- die Frage ist immer ob auch die Freiheit bei so jemandem besteht, dass er zur richtigen Zeit auch aktiv werden kann.
Wenn ich von dem geteilten Sorgerecht lese und vorhergehenden Misshandlungen, bin ich mir nicht sicher ob das nun tatsächlich zum Kindeswohl war. Denn jetzt hast DU die Konflikte und das ganz unnötig.
Ganz klar kannst Du Dein Kind immer noch zu ihr geben und ein Besuchsrecht leben, auch wenn Du ganz alleine das Sorgerecht hast.
Wenn absehbar dann eine neue Diskussion kommt - wo das Kind lebt, wenn die weitergehende Schule angeht- dann wäre es doch vermutlich sehr sinnvoll schon jetzt (wenn es schon die Probleme gibt) das Eisen zu schmieden und durchaus einen Anwalt einzuschalten.
Sei es nur für ein paar Briefe an die Ex-- es geht nur darum einen Eindruck für das Gericht zu vermitteln und damit den Weg für eine zukünftige Entscheidung ebnen.
Warte nicht bis der Tag X ist und Du glaubst, dass dann schon alles gut geht, wenn Du nur erzählst, was nicht stimmt-- Deine Ex wird auch nicht ohne Waffen ankommen - sei also wach!
Also- nichts gegen Deeskalation - es muss halt DER Weg gefunden werden, bei dem es nicht nur um eine Haltung geht sondern um das Durchsetzen von guten Lebensumständen für das Kind.
lg kenzia


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