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  1. Inaktiver User

    AW: Zurück in die Heimat? Oder doch nicht?

    Zitat Zitat von PetersensMondfahrt Beitrag anzeigen
    Aber: Woher kommt diese Sehnsucht? Rührt diese Sehnsucht allein noch von meinem damals in Stein gemeißelten Plan her? Oder woran liegt es? Ich bin mit meinem Leben sehr zufrieden. Aber ich habe diese Wellen der Heimatsehnsucht und ich weiß nicht warum.
    Manchmal ist die Sehnsucht nach etwas, das so nicht mehr existiert, schlimmer und heftiger. Gerade, weil sie nicht erfüllbar ist. Ich denke, Du weißt Deine Antwort eigentlich schon.

  2. Inaktiver User

    AW: Zurück in die Heimat? Oder doch nicht?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Manchmal ist die Sehnsucht nach etwas, das so nicht mehr existiert, schlimmer und heftiger. Gerade, weil sie nicht erfüllbar ist. Ich denke, Du weißt Deine Antwort eigentlich schon.
    Das unterschreibe ich.

    Es ist eher die Sehnsucht nach einer bestimmten Zeit (nämlich der offenbar sehr glücklichen Kindheit/Jugend mit Geborgenheit, Sicherheit und auch Freiheit von der Verantwortung des Erwachsenenlebens) als nach einem bestimmten Ort.

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    AW: Zurück in die Heimat? Oder doch nicht?

    Zitat Zitat von PetersensMondfahrt Beitrag anzeigen
    Ich bin mir auch bewusst: Alle, die studiert haben, sind weggezogen. Ich möchte nicht ein Studium über eine Lehre stellen. Nichts ist besser als das andere. Beides ist gleichwertig. Aber den Menschen, die nach dem Abi eine Lehre zur Bankkauffrau gemacht haben und nie etwas anderes gesehen haben, merkt man das an. Die Lebensweisen gehen stark auseinander, zu denen, die mal woanders gelebt haben und auch etwas mehr von der Welt gesehen haben. Aber letztere gibt es in meinem Heimatort nicht mehr. Und mit den anderen komme ich nicht so gut klar.
    Das kann ich nur unterschreiben.

    Ich sehe einen ganz klaren Vorteil am Wegziehen: Den Dunstkreis der Familie auflösen. Es ist schön, einen guten Kontakt zu seinen Eltern zu haben, aber wenn man eine Zeit lang wirklich weit weg gewohnt hat, finde ich, entwickelt man eine ganz andere Beziehung zu seinen Eltern und auch eine Sicht auf viele andere Dinge. Man wird einfach selbstständiger.

    Ich kenne z.B. eine Familie, die NIE aus ihrem Dorf rauskam. Die beiden Schwestern sind Ende 20 bzw. Anfang 30. Befremdlich fand ich, als ich hörte, dass keine von beiden selbst kocht geschweige denn die Wäsche selbst wäscht - das macht Mama.
    Ich kenne diese Familie schon lange und ich höre noch oft die Worte der jüngeren Schwester im Teeniealter: "Wenn ich jemals so werde wie meine Mutter, dann erschieß mich!"
    Zu Weihnachten haben wir uns mal wieder gesehen und ich war erschrocken, plötzlich eine Miniatur der Mutter vor mir zu sehen: Styling, Gestik und Mimik, Meinung, Ansichten
    Nach einer besonders heftigeren Diskussion zu einem aktuellen Thema, wo ich sofort die Mutter raushörte und nicht mehr meine ehemalige Bekannte, habe ich sie gefragt, ob ich sie denn nun erschießen soll? Darauf fragte sie ganz perplex: "Warum das denn?" Und ich antwortet: "Naja, du sagtest mal, wenn du wie deine Mutter wirst, soll ich dich erschießen. Ich denke, jetzt ist der Zeitpunkt gekommen."

    Aber zurück zum Thema: Ich habe auch oft Sehnsucht nach meiner alten Heimat. Aber wenn ich dann dort bin, dann merke ich, dass diese Stadt absolut an Attraktivität verloren hat. Unternehmen ziehen weg, die Stadt wird immer älter. Das einzige, was mich immer wieder zurückkehren lässt, sind meine Eltern.
    Ich denke, was bei mir die Sehnsucht auslöst, ist diese kindliche Unbeschwertheit, nach der ich mich manchmal sehne; danach, vielleicht etwas im Leben falsch gemacht zu haben, die Uhr noch einmal zurückzudrehen und einen anderen Weg einzuschlagen, nur, um zu schauen, ob mich dieser Weg an den gleichen Punkt bringt.
    Auch ich denke oft daran, später mit meiner Familie zurückzukehren. Aber dann kommt mir der Gedanke, dass ich damit vielleicht versuche, meine eigene Kindheit irgendwie wieder neu zu erleben und vielleicht einem Hirngespinst, einer romantisierten Erinnerung hinterherhänge und von der Realität nachher enttäuscht sein könnte. Dass es eben nicht mehr so ist wie früher. Und ich habe Angst, dass es mich unglücklich machen könnte.

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    AW: Zurück in die Heimat? Oder doch nicht?

    Ich habe 25 Jahre in einer Kleinstadt gelebt und dort meine Kinder großgezogen. Nachdem sie aus dem Haus waren, fühlte ich mich einsam in der plötzlich gefühlten Enge dieses Ortes und ich zog in die nächstgelegene Großstadt (Hamburg).

    Es war herrlich, ich genoss die Freiheiten, die das Leben dort bietet, die Unabhängigkeit durch stets fahrende Bahnen, Busse usw....das Gefühl, mit dem Fahrrad von einem Stadtteil in den nächsten fahren zu können und nicht nach 10 Minuten an einem Acker zu stehen. Nachdem der erste Rausch verflogen war, strengte es mich an, mich in den Menschenmassen zu bewegen, der Lärm und überhaupt alles begann, mich zu nerven.

    Zudem lebte ich in einer sehr anstrengenden und mich aussaugenden Beziehung. Dies war wohl das i-Tüpfelchen, meine Hamburger Wohnung zu kündigen. Ich bekam Sehnsucht nach der Kleinstadt, außerdem war da der Gedanke, dass meine Söhne dort leben und ich sie eventuell öfter sehe, wenn ich wieder in der Nähe lebe. Ich suchte mir also wieder eine Wohnung in der alten Heimat.

    Das Ende vom Lied? Meine Söhne leben ihr Leben, das ist ganz unabhängig davon, wo ich lebe. Ich werde mit der Kleinstadt nicht mehr warm, mit den Leuten schonmal gar nicht. Nach den ersten Wochen, in denen ich mit der neuen Wohnung beschäftigt war, kam der große Katzenjammer. Ich hatte keinen Willen, mich hier wieder einzugewöhnen und war in jeder freien Minute in Hamburg, nutzte die Wohnung nur zum Schlafen. Wie anstrengend.

    Ich fiel in ein tiefes Loch, da es natürlich sehr schwer ist, erneut in Hamburg Fuß zu fassen aufgrund der Wohnungsnot. Da ergab es sich, dass ich zu einer Freundin ziehen kann, deren Untermieter kündigte. Die Wohnung ist groß genug, über 90qm, und ich ergriff diese Chance, wieder in die Stadt zu kommen.

    Ein anstrengendes, aber lehrreiches Hin und Her. Irgendwie will man immer das, was man gerade nicht hat. Es wird Tage geben, an denen ich die Ruhe vermisse, aber im Endeffekt bietet das Leben in der Stadt einfach mehr Abwechslung und somit Qualität, finde ich. Die Kleinstadt, in der ich jetzt sitze, ist einfach trostlos und bietet ihren Bürgern nicht viel.

    Auch ich hatte eine verklärte Erinnerung an die Zeit hier.

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    AW: Zurück in die Heimat? Oder doch nicht?

    Danke für die weiteren Nachrichten.

    Die Meinungslage hier im Forum ist ja bzgl. meiner Ausgangsfrage recht eindeutig: Die deutliche Mehrheit rät mir dazu, nicht in die Heimat zurückzugehen. Ich habe da so Angst davor. Ich habe Angst irgendwann mit Kindern und Haus an einem Ort abseits der Heimat festgenagelt zu sein. Für uns ist es auch so, dass wir die Frage des Wohnortes entschieden haben wollen, bevor wir Kinder haben. Ein Umziehen wollen wir den Kindern nicht zumuten, da sich ihr Umfeld dann erheblich ändern würde.

    Das Problem ist auch einfach, dass ich in meiner Heimat nie richtig selbständig gelebt habe. Heißt: Solange ich dort wohnte, war ich ja komplett in das Familiendasein eingegliedert. Sprich: Ich musste mich nie bspw. um Handwerker kümmern etc. pp. Alle Dinge, die bspw. mit der Verwaltung/instandsetzung des Hauses zusammenhängten, betrafen mich nicht. D.h. ich weiß gar nicht wie es ist, selbständig in meinem Heimatstädtchen zu wohnen. Wie einfach bekomme ich Handwerker? Wie ist es mit der örtlichen Verwaltung? Jetzt könnte man ja überlegen, dass man "probeweise" in die Heimat zieht und dort nicht gleich unverrückbar ein Haus baut. Aber: Die Art des (Miet-) Wohnens wie hier gibt es dort nicht. Wir leben hier als Erstbezug in einer Penthouse-Maisonette-Wohnung, auf der einen Seite Blick auf einen Weinberg, auf der anderes Seite direkt angeschlossen die örtliche Infrastruktur. Einkaufszentrum fußläufig erreichbar. Die Wohnung ausgestattet mit Echtholzparkett und Fußbodenheizung etc. Solche Wohnungen gibt es in unserer Heimat nicht. Dort heißt Mietwohnung: 70er Jahre Kastenbau mit von der Natur gezeichneten Außenwänden in grün, gelb oder hellrot. 70m² und das wars. Zumal in meiner Heimat auch eher die sozial Schwachen zur Miete wohnen. Das ist nicht so wie hier, wo die Mietmieter Arzt, Professor oder Richter sind. Weil in meiner Heimat eben das Bauen so billig ist, dass es sich jeder mit einem halbwegs ordentlich bezahlten Job leisten kann.

    Ach ich weiß auch nicht. Ich drehe mich die ganze Zeit im Kreis. Der Gedankensalat in meinem Kopf macht mich wahnsinnig. Eben ein Auto mit dem Kennzeichen aus meiner Heimat gesehen. Und schon fängt diese Sehnsucht wieder an.

  6. Inaktiver User

    AW: Zurück in die Heimat? Oder doch nicht?

    Zitat Zitat von PetersensMondfahrt Beitrag anzeigen
    Die Frage, die sich mir einfach aufdrängt: Sehe ich das alles zu romantisch verklärt?
    Ja, das tust du.

  7. User Info Menu

    AW: Zurück in die Heimat? Oder doch nicht?

    Ich verstehe auch nicht dieses gesettelt sein wollen bevor man Kinder bekommt.
    Zum einen können berufliche Notwendigkeiten einen Umzug immer nötig machen und davon abgesehen, finde ich die Vorstellung das Kind erstmal zu bekommen und zu sehen, wie sich das Leben mit ihm anfühlt gar nicht so schlecht.
    Und warum soll man mit einem Kleinkind, Grundschulkind nicht umziehen- da ist das umgewöhnen für die Kinder meist völlig unproblematisch.

  8. Inaktiver User

    AW: Zurück in die Heimat? Oder doch nicht?

    Meine Eltern haben auch zuerst mich bekommen und sind dann in eine kindgerechte Mietwohnung mit Garten gezogen. Dass mich das als Kind traumatisiert hätte, davon weiss ich nichts - ich hab den Umzug nicht mitbekommen, denn sie haben ihn getätigt, bevor ich 2 Jahre alt war.

  9. Inaktiver User

    AW: Zurück in die Heimat? Oder doch nicht?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dass mich das als Kind traumatisiert hätte, davon weiss ich nichts
    Das ist doch schon verdächtig!




    (Du weißt doch sicher, dass du sowas hier in der Bri nicht schreiben darfst, ne ...)

  10. Inaktiver User

    AW: Zurück in die Heimat? Oder doch nicht?

    Klar.
    Darum hab ichs ja geschrieben.

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