Also noch einmal zum finanziellen bzw. beruflichen Aspekt: Da lägen wirklich überhaupt keine Probleme. Das lässt sich alles ohne Probleme regeln. Für uns stellt sich tatsächlich allein die Frage: Wo soll es weiter gehen?
Auch wenn vieles gegen die Heimat spricht - es gibt auch Dinge dafür: Ich streife dort gerne durch die Wälder, fahre MTB etc. Eine Woche Urlaub bei meinen Eltern wird schwierig, da ich sehr freiheitsliebend bin und ich es kaum schaffe, für mehr als zwei Tage wieder zum Teil in diese Kindrolle zu schlüpfen. Das ist ja auch noch ein Aspekt, den es für mich näher zu betrachten gilt: Bin ich immer froh dort wegzufahren, da es mir in der Heimat nicht mehr gefällt oder weil ich mit dem Übernachten im Erwachsenenalter bei meinen Eltern nicht mehr klar komme?
Zum Thema Schwimmbad: Das Hallenbad hat letztes Jahr zugemacht. Es gibt noch ein Freibad, wer weiß aber, wie lange das noch auf hat.
Ich tue mir einfach sehr schwer. Natürlich kann eine Immobilie auch ein Klotz am Bein sein, aber sie gehört bei meinem Partner und mir einfach zum Gesamtbild des "Ankommens" unweigerlich dazu. Für uns steht fest, dass wir ein Haus wollen. In der Heimat wäre dies natürlich viel, viel billiger....
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Ergebnis 11 bis 20 von 39
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11.01.2016, 09:38
AW: Zurück in die Heimat? Oder doch nicht?
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11.01.2016, 10:43Inaktiver User
AW: Zurück in die Heimat? Oder doch nicht?
Das kannst du woanders doch auch tun! In größeren Orten gibt es ja meist einen ganz gut funktionierenden ÖPNV. Sucht Euch ein Haus am Stadtrand - dann seid ihr auch schnell draußen in der Natur.
Nach allem, was du hier geschrieben hast, wirst du evtl. in deinem Heimatort versauern. Dann hilft es dir auch nichts, wenn du sagst: Aber das Haus war so billig!
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11.01.2016, 12:23Inaktiver User
AW: Zurück in die Heimat? Oder doch nicht?
Das Haus war vielleicht billig. Aber dafür braucht ihr zwei Autos (in der Stadt vielleicht keines), jede Menge Sprit für all die Fahrten, die ihr werdet machen müssen für Kita, Einkaufen, Turnstunden der Kinder, Sportstunden für euch selbst, Kino, mal gepflegt ins Restaurant etc. etc.
Und noch ein Punkt: wollt ihr wirklich die beiden gigantischen Strassfaktoren "Kind(er) bekommen" und "Haus kaufen / bauen" zum gleichen Zeitpunkt verwirklichen? Warum nicht eins nach dem anderen? Warum nicht JETZT mit der Familienplanung anfangen - dauert ja auch seine Zeit, ev. - und mal Eltern werden dort, wo ihr JETZT seid, und den Umzug auf ev. ca. 2 Jahre danach provisorisch planen? Unter dem Vorbehalt, dass ihr dann vielleicht zum Schluss kommt: nein, mit Kindern ist es in der Stadt wirklich praktischer.
Und wegen Urlaub in deinem Heimatort: gibts in den ein, zwei Gaststätten denn Zimmer zum Übernachten? Dann bleib doch eine Woche dort statt im Elternhaus. Das würde die Kindrolle verhindern.
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11.01.2016, 15:59Inaktiver User
AW: Zurück in die Heimat? Oder doch nicht?
Billiger vielleicht, aber es hätte dafür einen anderen Preis.....

Ich habe in teurer Wohnlage zwar nur eine kleine Hundehütte, auf dem Land hätte ich für das gleiche Geld ein schönes Anwesen mit großem Haus und ebensolchem Grundstück bekommen.
Ich lebe hier seit zwei Jahrzehnten und habe es nie bereut: ich wollte nie und nimmer tauschen, dazu ist mir ein urbanes Leben viel zu wichtig. Und ins Grüne habe ich es trotzdem nicht weit
, kommt halt auf die konkrete Lage an.
Viele Freunde/Bekannte, die in jungen Jahren von ihrem Leben auf dem Land geschwärmt haben, beneiden mich heute, sie können viele meiner Aktivitäten garnicht mitmachen, da die Verkehrsanbindung fehlt oder der Heimweg spätabends zu lange ist etc. etc. Obwohl wir sooooo alt noch garnicht sind, gell
Aber muss letztendlich jeder selber entscheiden.
Gruß ElliGeändert von Inaktiver User (11.01.2016 um 16:04 Uhr)
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11.01.2016, 16:43Inaktiver User
AW: Zurück in die Heimat? Oder doch nicht?
Wie stehen denn die Eltern zu all dem?
Wer hat noch ein -vielleicht lautloses
- Mitspracherecht? gibt es so jemanden?
Du gibst Deine Vergangenheit nicht auf, wenn Du sie loslässt.
Und ganz sicher werden Deine Kinder nicht lange draußen in der Natur toben oder am See spielen.......schau Dir die Jugend an, die kein Mensch mehr auf der Straße sieht aber dafür zuhause mit dem Kopf überm Handy.
Meine Erfahrung: Wo noch Hallenbäder sind, da ist noch genug an sozialer Aktivität auch anderer Sachen. Kein Hallenbad- nix mehr los.....- wo könnten Deine Kinder Sport treiben? Musikschule? Wo ist die Schule?
Kannst Du das "Gefühl des Ankommens" einmal ganz konkret beschreiben?
Hast Du es je gefühlt? Oder ist es bisher nur eine Sehnsucht?
lg kenzia
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11.01.2016, 18:46
AW: Zurück in die Heimat? Oder doch nicht?
Ich bin 65 und in einer Millionenstadt aufgewachsen, dort in die Schule gegangen, habe studiert und war dort auch berufstätig! Meine Eltern waren jedoch " Landeier" so wie du und haben- als sie es sich endlich leisten konnten am A.... der Welt einen großen Grund gekauft und ein Haus gebaut.
Ich habe das Landleben, zu dem ich in den Ferien lange verpflichtet worden bin, gehasst!
Ungern bin ich auch später auf Besuch gekommen, weil ich mit 20+ weder die Natur liebte, noch einen grünen Daumen hatte, während meine Eltern in ihrer neuen Tätigkeit in Haus und Garten aufgegangen sind.
Zuerst ist die Gemeinde, zu der unser Besitz gehört, gewachsen, Handwerker zogen her, eine neue Schule wurde gebaut und auch eine Umfahrungsstraße für das Ministädtchen. Es gab eine Post, mehrere Gasthöfe, zwei Fleischhauer, einige Geschäfte und ein öffentliches Sommerbad wurde errichtet.
Ich kam trotzdem über Jahre immer nur zu kurzem Besuch, was sicher auch damit zu tun hatte, dass man für seine Eltern halt doch immer Kind bleibt.
Mein Leben war in der Stadt und nur dort!
Aber als meine Kinder auf die Welt kamen, schlich sich plötzlich eine Veränderung ein. Ich sah auf einmal das Grün der Bäume, die blühenden Frühlings und Sommerwiesen, das herrliche Laub im Herbst und bemerkte, dass im Winter der Schnee wochenlang weiß blieb. Ich machte aus unseren ungespritzten Äpfeln Mus, aus den Beeren meiner Mutter Marmelade und war froh über das frische, ungespritzte Gemüse meines Vaters!
Ich war um die 40, die Kinder im Teenie-alter, als meinen Eltern die Arbeit zu viel wurde und sie die Abgeschiedenheit und Einsamkeit ängstlich machte und sie 70 km weit weg in ein Pensionistenheim zogen und mir Grund, Haus und Katze überließen.
Das war er, DER Moment, von dem ich immer gesagt habe, ich bleib doch nicht in dem Kaff und racker mich im Garten ab, ich verkaufe alles.
Ich habe nicht verkauft und würde es auch nie tun!
Mein Mann und ich haben Garten und Haus nach unseren Bedürfnissen umgestaltet, modernisiert und verändert und zwanzig wunderbare Jahre hier verbracht.
Anders als meine Eltern habe ich meine Kinder nie " gezwungen" uns zu besuchen und womöglich
mitzuhelfen. Über freiwilliges Tun haben wir uns natürlich schon gefreut.
Aber die Kinder zog es nach London, Paris und New York,......
Natürlich hat sich hier das Landleben auch veränderte. Etliche Geschäfte schlossen, die Post wurde geschlossen, die Handwerker gingen in Pension. Auf Wiesen und Feldern wurden riesige Einkaufszentren gebaut, die freistehenden Häuser wurden an den Kanal angeschlossen (was für eine Erleichterung!) und eine Gemeindewasserleitung wurde errichtet.
Nun bin ich verwitwet und meine Kinder sind selber Eltern.
Und siehe da, sie kommen, um zu rodeln, aus den Beeren Marmelade zu machen, nehmen Kartoffel und Zwiebel mit, pflanzen Karotten mit ihren Kindern, schlägern morsche Bäume und pflanzen neue.
Die Enkelkinder sind gerne hier, sie toben im Freien, planschen nackt im aufblasbaren Pool, puddeln in der Sandkiste und helfen der Oma im Garten.( Nunja, sie meinen zu helfen! ) Sie kennen die Bäume im Garten, wissen, wo etwas Giftiges wächst (Maiglöckchen) und wissen, was auf den Kompost gehört. Sie sehen Pferde links und Kühe rechts und sind starr vor Ehrfurcht, wenn der Bauer mit dem riesigen Traktor die großen Wiesen mäht und Heuballen gemacht werden.
Ich hoffe, meine lange Geschichte hat dich nicht gelangweilt.
Ich wollte dir vermitteln, dass man mit 20, 30, 40 und auch später immer wieder anders denkt und fühlt und einem Kino, Tanz, Oper und Theater immer weniger bedeutet, je älter man wird. Ganz im Gegenteil, das Leben als Berufstätige mit Kindern ist anstrengend, da hat man es mit der Zeit gerne gemütlich und ist froh, wenn man nichts anders hört, als das Zirpen der Grillen!
Mein Rat, geht es langsam an. Kauft in deiner Heimat einen Grund, baut ein Haus, wenn möglich behaltet die Wohnung in der Stadt. (Ich habe meine noch nach wie vor) Noch seid ihr jung und voll Elan, da pendelt es sich leicht.
Habt ihr wenige finanzielle Mittel baut das Haus zuerst klein, aber mit Option, später leicht anbauen zu können!
Baut euch langsam einen neuen Freundeskreis auf, viele junge Menschen haben vom Lärm, Verkehr, Gestank und schlussendlich auch den Gefahren der Großstädte genug und ziehen in den ländlichen Raum.
Ihr werdet es nicht bereuen und eure Kinder können freier aufwachsen.
Und was Kita und Schule betrifft, die Angebote sind doch in den Städten auch nicht besser, die nachbarliche Hilfsbereitschaft ist am Land aber eine ganz andere! Man kennt sich schließlich und muss nicht fürchten, tagelang tot in der Wohnung zu liegen, weil einem die oben und unten gar nicht kennen und schon gar nicht vermissen!
Alles Gute für Eure Entscheidung!
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11.01.2016, 19:45
AW: Zurück in die Heimat? Oder doch nicht?
Das wäre vielleicht auch ideal in Eurem Fall.

Einen Grund in der Heimat kaufen und ein vorerst kleineres Haus zu bauen als Wochenendhaus und dann sehen, wie es sich dort tatsächlich lebt.
Wenn Ihr lieber im Haus als in der Wohnung seid, wenn sich das in diese Richtung entwickelt, könnt Ihr dann jederzeit vergrößern.
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11.01.2016, 20:52
AW: Zurück in die Heimat? Oder doch nicht?
Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben.
Christian Fürchtegott Gellert (1715-69)
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11.01.2016, 23:41
AW: Zurück in die Heimat? Oder doch nicht?
Liebe TE,
ich würde nicht zurück in die alte Heimat ziehen. Bei dir sehe ich ein bisschen zu sehr die verklärte "rosa Brille" im Rückblick auf dein Heimatdorf. Man darf seine Meinung im Laufe eines Lebens aber durchaus ändern. Und das merkst du auch selber bereits: Man kommt sich komisch vor, wenn man als Erwachsene plötzlich wieder bei seinen Eltern übernachtet. Es fühlt sich irgendwann nicht mehr wie "zu Hause" an, stimmt´s?
Und auch ich würde dir empfehlen, wie bereits jemand anderes schrieb: Erst Kinder, dann sesshaft werden. Dein Leben mit Kind wird nämlich plötzlich ganz anders aussehen, als es bisher war. Unterschätz das nicht! Viele deiner gewohnten Hobbys, wie z. B. Tagestouren mit dem MTB wirst du erstmal nicht mehr so ausüben können. Eine vernünftige Infrastuktur wird wichtig. Ausreichend Angebote für Kinder, wie Spielgruppen, Kindergärten, Schulen, Schwimmbäder und gut erreichbare Einkaufsmöglichkeiten werden entscheidend. Das merkt man aber erst so richtig, wenn man schon ein Kind hat und weiß, wie das Leben sich dann verändert. Auch wirst du mit Kind viele neue Kontakte und Freundschaften knüpfen. Gut, wenn es dann viele gleichaltrige Frauen in der näheren Umgebung gibt.
Und falls du dann Kinder hast: Rechne damit, dass sie evtl nicht die gleiche Liebe zu deiner Heimat entwickeln, wie du selbst. Da hast du nämlich irgendwann u. U. ein paar gelangweilte Teenager, die sich fragen, warum sie in einem so kleinen, trostlosen Kaff groß werden müssen, in dem es kaum Gleichaltrige oder sonstige interessante Möglichkeiten gibt, sondern nur den großen Wald hinterm Haus.LG
Powerwoman
Ich bin umgezogen nach https://www.befriendsonline.net/
"Irgendein Ziel muß man haben und ansteuern - der Sinn des Lebens kann nicht sein, am Ende die Wohnung aufgeräumt zu hinterlassen"
Elke Heidenreich
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12.01.2016, 12:40
AW: Zurück in die Heimat? Oder doch nicht?
Erst einmal ein Dankeschön für die weiteren Posts, die mich allesamt zum Nachdenken angeregt haben. Auch die Lebensgeschichte von Silberlicht war inspirierend.
Ich gebe euch objektiv recht. Objektiv gesehen gibt es keinen Grund - ohne Not - in die Heimat zurück zugehen. Dessen bin ich mir voll bewusst. Offen muss ich auch sagen: Es tut mir manchmal wirklich weh zu sehen, was aus meinem Heimatörtchen geworden ist. Und manchmal erschrecke ich mich auch über mich selbst, dass ich eine solch andere Sichtweise gewonnen habe. Mein Heimatort war früher ein absoluter Sehnsuchtsort für mich, der beste Platz der Welt. Ich habe dort alles gehabt und ich habe mich sehr wohl gefühlt. Weg wollte ich niemals und hätte es mir nicht vorstellen können, woanders zu wohnen (und nicht bloß aufenthältig zu sein wie in meiner Studentenbude). Ich habe sehr an meinem Heimatort geklammert. Dass es jetzt anders zu sein scheint, habe ich nicht ganz verarbeitet - bisher. Andererseits ist in mir - ich kann es nicht erklären - auch ein gewisser Groll, weil ich auch entgegengesetzt fühle: Hätte ich in meiner Studienzeit nicht so klammern dürfen? Was wäre gewesen, wenn ich mich bereits damals mehr mit meiner Studentenstadt identifiziert hätte, so wie es heute tue? Hätte ich mehr Leute kennen gelernt? Mein Studentenleben bestand daraus, dass ich jeden Sonntag Abend in die Studentenstadt gefahren bin. Dort blieb ich nur solange wie nötig. Hatte ich freitags keine Seminare/Vorlesungen, bin ich donnerstags wieder zurück gefahren - jedes Wochenende. Heute würde ich es wohl anders machen. Ggf. würde ich heute auch einmal ins Ausland gehen. Und in diesen Momenten, in denen ich dies denke - dass ich mir eben auch einiges verbaut habe, da ich es von vorne herein ausgeschlossen habe - , bin ich der Meinung, dass ich viel zu früh fixiert war. Starr eingestellt auf ein 0815-Leben im Heimatort.
Und warum soll ich dies jetzt anstreben, da ich mich mit meiner Studentenstadt jetzt identifiziere? Warum soll ich das alles aufgeben, nur um meinem starren und engstirnigen "Plan" von vor 10/15 Jahren gerecht zu werden. Ich bin mir auch bewusst: Alle, die studiert haben, sind weggezogen. Ich möchte nicht ein Studium über eine Lehre stellen. Nichts ist besser als das andere. Beides ist gleichwertig. Aber den Menschen, die nach dem Abi eine Lehre zur Bankkauffrau gemacht haben und nie etwas anderes gesehen haben, merkt man das an. Die Lebensweisen gehen stark auseinander, zu denen, die mal woanders gelebt haben und auch etwas mehr von der Welt gesehen haben. Aber letztere gibt es in meinem Heimatort nicht mehr. Und mit den anderen komme ich nicht so gut klar.
Aber: Woher kommt diese Sehnsucht? Rührt diese Sehnsucht allein noch von meinem damals in Stein gemeißelten Plan her? Oder woran liegt es? Ich bin mit meinem Leben sehr zufrieden. Aber ich habe diese Wellen der Heimatsehnsucht und ich weiß nicht warum.


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