Ich arbeite derzeit gerade daran, meine Selbstdisziplin zu verbessern. Manchmal klappt es schon ganz gut, doch es hapert leider noch viel zu häufig an der Ausrede: "Och nö, jetzt ist mir wirklich nicht danach. Wenn ich nicht so müde wäre, wenn ich heute besser drauf wäre, wenn wenn wenn" Geht es mir gerade nicht so gut, benutze ich das häufig als Ausrede, Sachen aufzuschieben.
Dabei trifft diese Definition: "Die Fähigkeit, notwendige Aufgaben zu erledigen, egal wie man sich dabei fühlt." den Kern der Sache m.E. am besten.
Habt Ihr vielleicht ein paar Tipps, wie man sich überwinden kann, obwohl sich jede Phase der Körpers dagegen wehrt? Manchmal versuche ich mir vorzustellen, wie es wäre, wenn ich es bereits erledigt hätte. Das hilft dann aber leide nur sehr selten.
Mir ist klar, dass es letztlich auch eine Frage der Gewohnheit ist. Doch das hilft sehr wenig, wenn man noch am Anfang des Pfades ist.
Es wäre toll, wenn Ihr mir helfen könntet.
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Thema: Selbstdisziplin
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08.01.2016, 20:27
Selbstdisziplin
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08.01.2016, 21:58
AW: Selbstdisziplin
Meine Selbstdisziplin ist besser geworden.
Es mag albern klingen, aber ich schreibe mir auf, was ich jeweils wann erledigen will.
Habe ich dazu aber überhaupt keine Lust wird die Arbeit nochmals unterteilt.
Dann lege ich mir z. B. erstmal alles zurecht. Dann erledige ich eine Teilaufgabe.
Dann dauert es eben etwas länger, aber ich komme weiter.
Beim Sport habe ich mir zu Beginn auch vorgenommen, dann (fester Termin, muss
natürlich realistischer Termin sein) mit Uhrzeit schwimmen gehen.
Wandern usw.
Mittlerweile bin ich da seit einem Jahr richtig fleißig und kann gar nicht mehr ohne.
Aber meine große Schwäche ist das Essen. Ich schaffe es einfach nicht, weniger
zu essen, bleibe auf meinem Gewicht kleben.
Das ist mein nächsten Projekt. Besonders schwach werde ich in den späteren Abend-
stunden (jetzt).
Aber ich habe mir vorgenommen, heute nichts mehr zu essen und möchte gerne bis
Ende April 5 kg abnehmen. Ich glaube das ist zu schaffen. Ein ganz klein wenig hilft
mir dabei schon der Sport. Naja, so geht es halt immer weiter.
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08.01.2016, 22:53Inaktiver User
AW: Selbstdisziplin
@ Schmetterling: lies mal das Buch "Dinge geregelt kriegen" von Sascha Lobo und Kathrin Passig.
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08.01.2016, 23:38
AW: Selbstdisziplin
Die Form von Disziplin hab ich nur sehr begrenzt.
Die Frage nach "was ist mir (!)wirklich wichtig und wie kriege ich mich dazu, die bedeutungsvollen Dinge zu tun und nicht die irrelevanten?" ist für mich hilfreicher.
Wenn mein Wesen sich mit jeder Faser sträubt, so hab ich gelernt, hat mein Wesen seine guten Gründe. Das respektiere ich. Dann mache ich es nicht.
Jene Dinge, die mir wirklich schwer fallen - vor allem Papierkram - mache ich mit Vorlaufzeit. Ich hab da zB wieder einigen Papierkram und Zeugs und Telefonate, die werde ich am Montag erledigen. Wenn ich dann mehrere Tage hintereinander immer denke "am Montag kommt ihr dran!", dann mach ich das dann auch.
Hingegen das Ding mit "Dinge gleich sofort machen" - nö. geht nicht. Nicht für mich.
Vieles ist auch Selbstüberlistung...
gruss, barbara
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09.01.2016, 11:40
AW: Selbstdisziplin
Zu welchem Zweck und Ziel?
Willenskraft ist keine in beliebigen Mengen zur Verfügung stehende Resource. Deswegen wird es mit der Selbstdisziplin am ehesten was, wenn man sich die Latten niedrig legt: Aufgaben so "vorverdaut", daß sie gemacht werden können, ohne unterwegs auf Grund zu laufen, die richtige Tageszeit für Tätigkeiten wählt, und sich nicht zu viel vornimmt, und nichts, dessen Sinn man nicht erkennt. Aber das, *was* du erledigen willst, nachem du es so einfach wie möglich gemacht hast -- das tu auch.
Manchmal hilft's, sich zu denken, wie schön es sein wird, wenn man dieses oder jenes endlich hinter sich statt vor sich hat. Etwas vor sich herzuschieben bindet geistige und emotionale Energie. "Ich mach das jetzt und dann hab ich frei" ist ein brauchbarer Satz. Sich eine feste Zeit für etwas setzen oder ein festes Ritual ("Nach dem Frühstück mache ich mir noch einen Kaffee, setze mich an den Schreibtisch und rufe Leute an, die ich keine Lust habe, anzurufen, und wenn ich drei angerufen habe, habe ich frei") hilft auch. "Nur vorher noch eben" oder "heute gerade nicht" hilft gar nicht.
Was auch hilft ist nicht zuviel denken. Du denkst nicht daran, daß du gleich mit raushängender Zunge im strömenden Regen durch den Park eiern mußt. Du ziehst nur deine Schuhe an. Und die Jacke. Jetzt bist du angezogen jetzt kannst du auch vor die Tür gehen. Ja, regnet. Naja, damit du nicht Schuhe und Jacke umsonst angezogen hast, läufst du jetzt einmal um den Block. Und da vorne biegst du links ab. Einfach so. Denk gar nicht dran. Und schon bist zu im Park, und, lauf einfach die Runde, jetzt, wo du sowieso dabei bist. Kannst ja auch gehen. Aber wenn du läufst, bist du schneller wieder im Trockenen.
Oder auch, "Ich bin eigentlich zu müde, um Eisen zu schwingen. Aber ich fahr trotzdem mal zur Muckibude, und mach dann nur etwas Gymnastik, dann muß ich's morgen nicht machen." Meistens schwing ich dann doch Eisen. Wichtig dabei ist, jede einzelne Handlung muß auf das richtige Ziel zuführen. Noch eben einen Kaffee zu trinken tut das nicht.
Wenn du trotz realistischer Planung etwas dreimal verschoben hast, guck dir an, ob es überhaupt gemacht werden muß. Sachen, die nicht gemacht werden müssen, sind wie zugeklebte Kisten unbekannten Inhalts im Flur: Sie stehen nur im Weg rum, und sind zu nichts gut.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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09.01.2016, 12:21Inaktiver User
AW: Selbstdisziplin
Abgewandelt gibts die gute alte Lebensweisheit: "Arbeit kommt vor dem Vergnügen".Etwas vor sich herzuschieben bindet geistige und emotionale Energie. "Ich mach das jetzt und dann hab ich frei" ist ein brauchbarer Satz.
Sicher, damit kann man es auch übertreiben, aber es ist doch eine ganz brauchbare Maxime. Ich hab nicht wirklich frei, so lange in meinem Kopf irgendwo noch das Wissen lauert, dasunddas müssten noch erledigt werden.
Ich hab mir ausserdem die gar-nicht-erst-hinsetz-Regel angewöhnt. Will heissen: wenn ich von der Arbeit nach Hause komme und im Haushalt noch etwas zu tun habe, Wäsche wegräumen etwa, dann mach ich das sofort nach dem Heimkommen, vor dem Hinsetzen, vor Kaffeetrinken, vor Zeitunglesen, vor irgendetwas anderem (ok, Schuhe und Jacke ziehe ich aus vorher). Das Gleiche beim Heimkommen nach einer Berg- oder Skitour: egal wie müde, ich setz mich nicht hin und geh auch nicht unter die Dusche, bevor der Rucksack ausgepackt, die Hardware im Schrank oder Keller verstaut und die feuchten Klamotten aufgehängt (oder die Waschmaschine angeworfen) sind. Das ziehe ich auch nach einer 12-Stunden-Hochgebirgstour durch.
Steuererklärung: wird erledigt, sobald alle Unterlagen eingetroffen sind. Unterlagen werden, wenn sie eintreffen (Zinsausweise, Lohnausweise etc.) sofort nach Erhalt in einem extra Fach abgelegt, so dass sie nicht mehr lange zusammengesucht werden müssen. Denn ja - Steuererklärung ausfüllen nervt. Aber ich weiss aus Erfahrung, dass es genau gleich nervt, ob ich das nun im Februar oder im August erledige. Der Vorteil von Februar ist indessen: "ich sollte noch die Steuererklärung ausfüllen" nagt höchstens ein paar Tage an mir und nicht ein paar Monate.
Dann die "ich-fass-alles-nur-ein-Mal-an"-Regel: Wenn ich heimkomme und die Jacke ausziehe, habe ich sie ja sowieso in der Hand, also kann ich sie auch gleich in den Garderobenschrank hängen. Wenn ich sie zuerst mal irgendwo auf einen Stuhl schmeisse, muss ich sie danach irgendwann ein zweites Mal in die Hand nehmen und das ist ineffizient. Das Gleiche gilt für die leere benutzte Kaffeetasse - wenn ich sie eh in der Hand habe und in die Küche trage, kann ich sie auch gleich in den Geschirrspüler stellen bzw. abwaschen statt einfach dreckig hinzustellen und sie dann irgendwann später nochmals in die Hand nehmen zu müssen.
Diese Regel hab ich erfunden, weil sie meiner inhärenten Faulheit nützt: alles so effizient wie möglich erledigen, das gibt am wenigsten Aufwand.
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09.01.2016, 13:31
AW: Selbstdisziplin
Bei mir, wie bei anderen Frauen (und Männern) gibt es Pflichten die
einfach da sind, die getan werden müssen, mit und ohne Selbstdisziplin.
das hat du erst gar keine Wahl etwas aufzuschieben oder zu "vergessen"
Es gibt aber unangenehme Aufgaben, bei denen ich dazu neige diese so lange wie
möglich aufzuschieben. Was mir hilft: zu überlegen was ich für Vorteile habe das
JETZT liegen zu lassen,die gibt es meistens nicht.Eher im Gegenteil, Probleme verstär-
ken sich durch allzu viel Toleranz der eigenen "Schwäche" gegenüber.
Hilft mir bei Steuern zB. oder "Geldkram", wenn was umgeschichtet werden muss,
auch bei anderen wichtigen(!) Angelegenheiten.
Wichtig ist auch: sich ruhig mal eine Belohnung gönnen, wenn man das durchgezogen
hat.Beim Sprachen lernen zB. nehme ich mir immer vor: da oder dorthin mache
ich eine kurze Reise, wenn ich mich verständigen kann- vorher nicht.
Ich telefoniere sehr ungern, stehen wichtige Telefonate an,erledige ich die so schnell
wie möglich, zum "Abhaken".
Etappenziele können helfen, sich nie gleich "alles" vornehmen.
In anderem bin ich nicht so streng,habe ich mir zB. für Montag Fensterputzen vorge-
nommen, kann es auch mal Mittwoch oder Donnerstag werden.
Oft genug ist ja auch das Wetter mies und überhaupt.....
Die Träume sind geheime Tunnel, durch die wir zurück-
kehren, so daß wir einen Moment lang wieder sind, wer
wir waren
Aharon Appelfeld
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09.01.2016, 16:01Inaktiver User
AW: Selbstdisziplin
Bei dem Ausführen von Dingen- geht es immer um zwei starke Kräfte.
Sicherheit und Wachstum.
Sicherheit bedeutet die berühmte Komfortzone, bei der man sich sicher fühlt, aufgehoben und ruhig. Bekannt ist alles und vertraut.
Wachstum bedeutet das Verlassen der Komfortzone, bedeutet Spannung, Neues, Unsicherheit, Unbekanntes und all das bedeutet auch eine gewisse Angst.
Wir bewegen uns immer in diesem Spannungsfeld und es braucht letztlich die richtige Motivation um aus der Sicherheits-Zone in die Wachstums-Zone zu gehen.
Was motiviert am besten?
Das, was uns emotional berührt.
Bedeutet: es gilt Gründe zu finden, für die man so richtig "brennt"- DANN....ist die Antriebskraft Motivation mit genug Schub unterwegs um uns aus der Sicherheitszone in die Wachstumszone zu bringen.
Also- hinsetzen und Gründe finden WARUM man etwas möchte. Und sich dafür ruhig richtig Zeit nehmen.
lg kenzia
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10.01.2016, 16:00Inaktiver User
AW: Selbstdisziplin
@ Horus: die Nicht-erst-hinsetzen-Regel finde ich super, das scheitert bei mir aber daran, dass ich abends immer ziemlich ausgehungert nach Hause komme. Wie löst du das Problem - isst du unterwegs was, oder zuhause im Stehen? Eine Kleinigkeit im Stehen und dann nach erledigter Arbeit noch mal was ist für mich problematisch, denn dann isst man ja 2x, was ich aus Figurgründen ungern mache...
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10.01.2016, 20:09Inaktiver User
AW: Selbstdisziplin
ich sags nochmal
Du kannst es niemals WIRKLICH wollen, wenn es noch wenn und aber gibt!
Dir fällt echt nicht ein, was Du bei so einem Hunger machen kannst????????-- wenn Dir dazu keine Lösung einfällt, dann wird es Dir sicher auch nicht helfen, wenn man es Dir sagt!
lg kenzia.......bitte verstehen, dass es aus DIR kommen muss- erst dann ist das DEIN Weg, den Du gehen kannst.


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