Lustig...ich würde eher das Gegenteil sagen. Willenskraft steht in beliebiger Menge zur Verfügung, die ist nicht irgendwann mal aufgebraucht und man muss irgendwoher neue besorgen.
Ich persönlich finde die Regel von Horus, Dinge nur einmal in die Hand zu nehmen, sehr sinnvoll.
Bei mir gilt das auch für "Wegeoptimierung". Beispielshalber, wenn ich in die Räumlichkeiten des Sohnes wandere, um dem irgendwas zu sagen - nehme ich mit einer Hand auf dem Rückweg seine rumliegende Schmutzwäsche mit. Da muss ich auch nicht entnervt nach "Erziehung" schreien, denn Sohn (19) handhabt das exakt genauso. Der nimmt auch einfach Dinge auf dem Wege mit, egal wem sie gehören.
Gestern auf dem Weg nach unten, um den fliegenden Weihnachtsbaum aufzufangen beispielshalber den Müllsack zum Hof. Bot sich einfach so an.
(Das bedeutet nicht, dass Sohn wahnsinnig ordentlich ist - aber hier ist ja auch nicht das Erziehungsforum.)Das kann man vorleben, ohne große Debatten, wer wann was macht.
Mit allem anderen ist es ähnlich: ich mache Dinge nicht oder mache Dinge, ohne Vorlauf und Diskussionen. Abends erfreue ich mich am Geschafften und ärgere mich nicht über das, was ich nicht geschafft habe. Das belegt die Sachen positiv, die man normalerweise nicht mit unglaublicher Begeisterung macht.
Lediglich mein Schwachpunkt "telefonieren" - den muss ich mir selbst ankündigen. Da stehe ich auch da und sage mir selbst, ich mache jetzt nochdiesdasjenes, dann rufe ich nacheinander die dreifünfzwölf Leute an.
Je weniger man sich Gedanken macht um Sachen, die zu tun sind, sondern einfach ohne innere Debatte anfängt - desto einfacher läuft das.
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Thema: Selbstdisziplin
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12.01.2016, 08:38
AW: Selbstdisziplin
Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.
Oscar Wilde
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12.01.2016, 08:40Inaktiver User
AW: Selbstdisziplin
@Aeryn:
Horus hat ja schon geschrieben, Apfel oder Banane mitnehmen.Sehr witzig. Wenn ich mit zitternden Knien und flauem Magen in der Haustür stehe, kann ich "wollen", soviel ich will, das beschert mir dann höchstens einen Kreislaufzusammenbruch.
Grundsätzlich handhabe ich das so, dass ich nicht andauernd so auf Kante plane. Manchmal lässt es sich nicht vermeiden, aber in der Mehrzahl der Tage komme ich mit etwas Ausdauer-Puffer heim.
(Das ist auch gut so, da ich bei mehreren Tagen am oder schon leicht über Limit in ein seelisches Tief abgleite und das wars dann mit der Selbstdisziplin...)
Zitternde Knie... Aeryn. Wirklich?
Vielleicht bist Du ja viel resistenter als ich, aber pass auf, dass Du Dich nicht doch langfristig überforderst.
Oder kommst Du da vom Leistungssport, so dass die körperliche Aktivität Dir gleichzeitig einen Stress-Ausgleich gebracht hat?
*rätsel*, *sorg*
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12.01.2016, 08:42
AW: Selbstdisziplin
Nachtrag:
Sehr gute Erfahrungen mit Dingen, die mir nicht so von der Hand gehen (hier: sparen, bestimmte Orte endlich mal aufräumen, Weihnachtsspeck wieder weg) , löse ich über "Gute Vorsätze zum neuen Jahr".
Das gibt (mir jedenfalls) den nötigen Schwung, etwas einfach anzufangen und weil ich damit tatsächlich IMMER erfolgreich bin, ist das Projekt "Guter Vorsatz" derart positiv belegt, dass ich mich seit Jahren daran erfreue, mir zum Jahreswechsel was Spezielles auszudenken, was ich dringlich hinkriegen will.Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.
Oscar Wilde
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12.01.2016, 08:53Inaktiver User
AW: Selbstdisziplin
Das kann ich so nicht bestätigen. Ganz besonders nicht bei Dingen zu denen ich emotional nicht wirklich stehe, die aber trotzdem aufgrund längerfristiger Prioritäten aus Vernunftgründen notwendig sind.Lustig...ich würde eher das Gegenteil sagen. Willenskraft steht in beliebiger Menge zur Verfügung, die ist nicht irgendwann mal aufgebraucht und man muss irgendwoher neue besorgen.
Aber interessant, wie unterschiedlich die Menschen ticken... :-)
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12.01.2016, 09:13Inaktiver User
AW: Selbstdisziplin
Willenskraft im Sinne von "Dingen, zu denen man sich aufraffen muß gegen inneren Widerstand" steht nicht in unbegrenzter Menge zur Verfügung, ich meine, dazu gibt es auch genug Forschungsergebnisse. Auch dazu, wie z. B. eine andere Schwächung von außen (z. B. Hunger) die Willenskraft arg beeinflußt, ebenso wie die Konzentrationsfähigkeit. Dazu habe ich definitiv mal über ein Experiment gelesen.
Deswegen ist die nervenschonendste Möglichkeit sicherlich, den Kraftaufwand so gering wie möglich zu halten. Wie - dazu steht oben ja schon eine Menge. Über Gewohnheiten (solche Prozesse kosten wenig mentale Kraft), über die positive Veränderung der mentalen Haltung / aktuellen Stimmung ("nur 30 Minuten" / "nur 3 Dinge" / "morgens, wenn ich gut gelaunt bin" etc.) und so weiter. Notfalls auch: verhaßte Dinge einfach auslagern (Putzfrau). Sich vom Ideal der Selbstdisziplin verabschieden. Selbstdisziplin im Sinne von "sich regelmäßig zu Dingen zwingen, die man nicht mag, und diese mit Kraft gegen sich selbst erledigen" ist für mich KEIN Ideal. Manche Dinge müssen halt einfach gemacht werden. Mögen muß man sie nicht. Sofort erledigen auch nicht.
Und wichtig: jeder ist da einfach sehr verschieden, auch durch die individuelle Prägung, ebenso natürlich durch die individuelle Veranlagung. Für mich funktioniert "kein unnützer Gang, immer ein Ding in der Hand" z. B. gar nicht. Ich will mich auch mal entspannen. Wenn jeder Gang durch die Wohnung einen Aufräum-Akt enthält, komme ich aus dem Aufräum-Modus ja gar nicht mehr raus. Das funktioniert bei mir nur sozusagen auf freiwilliger Basis, wenn ich denke "ach nimm gleich mit runter", oder eben, wenn ich gerade wirklich am Aufräumen bin, wenn ich da die Zahl der ineffektiven Gänge reduziere, bin ich schon sehr zufrieden.
Morgens die Küche aufräumen beim Kaffee kochen / mittags beim Kochen schnell den Geschirrspüler ausräumen: kann funktionieren, muß nicht. Wenn ich mir nette Musik anmache, habe ich mehr Lust und singe/tanze dabei. Das läuft deutlich besser.
Liebe Grüße
Sin
PS: Meine Wohnung müßte dringend mal gemacht werden...
Aber das muß sie in drei Tagen auch noch oder schon wieder. Letztlich besteht einfach keine Lebensnotwendigkeit, beständig aufzuräumen und zu putzen.
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12.01.2016, 10:29
AW: Selbstdisziplin
Ich habe auch ziemliche Probleme mit der Selbstdisziplin und prokrastiniere für mein Leben gern

Dazu liege ich einfach zu gern auf der Couch und lese oder schaue TV (wenn was gutes läuft).
Auf der Arbeit habe ich mir eine Art Stundenplan angelegt für unliebsame Aufgaben: Ich habe den Tag dazu einfach in Schulstunden eingeteilt
Nach 45 Minuten mache ich eine 5- bis 10-minütige Pause, in der ich aus dem Fenster schaue, mal eben vor die Tür gehe zum Luft holen oder mir einen Tee mache und dann vielleicht bei einer/einem Kollegen/Kollegin mal reinschaue. Zwischendurch mach ich auch so Lockerungsübungen für Nacken und Rücken, damit die nicht einrosten.
Das klappt wunderbar! Am Anfang fiel es etwas schwerer, auch mal die Arbeit kurz ruhen zu lassen, aber ich merke, dass mir blöde Aufgaben dadurch viel leichter von der Hand gehen.
Allerdings habe ich das zu Hause noch nicht so ganz drauf. Vor einiger Zeit hatte ich so einen Trott drin mit "nach der Arbeit 10 Minuten Haushalt", aber irgendwie ist das total in Vergessenheit geraten. Muss ich unbedingt mal wieder mit anfangen und auch meinen Freund mit einspannen
Danach gibt es ja die Belohnung in Form von couchen oder so
Naja und das Thema Sport ist bei mir auch nicht wirklich so angesagt. Mache äußerst ungerne Sport... Da muss ich auf jeden Fall noch an meiner Disziplin arbeiten.
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12.01.2016, 10:35Inaktiver User
AW: Selbstdisziplin
Dann ist es für Dich die falsche Sportart. Bewegung macht Spaß, weil man sich anschließend gut fühlt, noch mehr aber, wenn man sich dabei gut fühlt. Und das ist eigentlich im Menschen einprogrammiert. Wenn Du so gar nicht findest, stell Dir notfalls einen Crosstrainer vor den Fernseher.
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12.01.2016, 10:39Inaktiver User
AW: Selbstdisziplin
Also schaust du so gut wie nie TV ... wo ist das Problem?oder schaue TV (wenn was gutes läuft).
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12.01.2016, 10:53
AW: Selbstdisziplin
Ist in unserer Wohnung nicht möglich. Kein Platz, um irgendein Sportgerät aufzustellen...
Ja, du hast Recht, ich habe, denke ich, noch nicht die richtige Sportart gefunden. Die üblichen Verdächtigen sind so gar nicht mein Fall wie Schwimmen, Laufen, Radfahren, Yoga oder so oder eben Fitnessstudio, genauso wenig wie Ballsportarten (habe ich schon in der Schule gehasst, außerdem bin ich kein Teamplayer
).
Ich muss einfach noch ein wenig suchen und ausprobieren. Und dann einfach den inneren Schweinehund überwinden...
Haha, naja, hin und wieder kommt ja dann doch mal was oder man schmeißt ne DVD ein, schaut Netflix oder so...
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12.01.2016, 12:41Inaktiver User
AW: Selbstdisziplin
Eine Matte und ein paar Kurzhanteln passen vor jeden Fernseher.
Und Sit-ups gehen auch auf der Couch.
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Der Strang hatte eine sehr positive Auswirkung: mein Arbeitszimmer (groß) und Bad sind jetzt einigermaßen sauber und aufgeräumt.



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