Hallo,
ich erhoffe mir Tipps und einen Erfahrungsaustausch. Ich bin Weltmeisterin im Gedanken und Sorgen machen (gerne über ungelegte Eier).
Ich mache zu viele Gedanken, Sorgen, kann mich nicht abgrenzen, nehme alles mit und lasse alles an mich heran. Teilweise sind es richtige Angstgedanken (ich habe keine Panikattacken, sondern mal mir einfach Schreckliches aus), die ich habe - meist, wenn nachts wach werde, und ich meine, dafür gibt es einen Begriff, denn bei Tageslicht ist alles nur noch halb so wild.
Erst heute Nacht habe ich wieder länger wachgelegen. Und meine Sorgen reichen von einer unheimlichen Angst/Verlustangst, dass (einer geliebten Person) etwas Schreckliches passieren könnte bis hin zu wirklich unwichtigen kleinen Dingen in der Arbeit (jemand war unfreundlich).
Woher das kommt? Ich weiß es nicht. Ich bin - gsd. - bisher von Schicksalsschlägen verschont geblieben - deswegen bilde ich mir ein: irgendwann erwischt es mich. Ich lebe in einer stabilen Partnerschaft (bin auch glücklich), habe ein Dach über dem Kopf, einen Job, der mich nicht ausfüllt, aber ok ist. Ich hätte gerne ein größeres soziales Netzwerk, aber das und der Job sind beides ok, nichts, worüber man jammern müsste.
Kennt ihr das? Was tut ihr dagegen? Ich weiß, wie ich mich ablenke und mir Gutes tue, aber trotzdem habe ich manchmal diese Sorgen und Ängste. Gibt es Buchtipps? Ich kenne mich im Selbsthilfebereich nicht gut aus.
Und so war ich immer schon. Anstehende Wechseljahre, Hormone sind kein Grund.
Scudery
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07.01.2016, 18:43Inaktiver User
Sich zu viele Gedanken machen, alles an sich ranlassen
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07.01.2016, 19:56
AW: Sich zu viele Gedanken machen, alles an sich ranlassen
Hallo Scudery!
Bis auf ein persönliches Detail (Partnerschaft) könnte ich die
Verfasserin Deines Postings sein. Ich kenne diese teilweise
irrationalen Ängste und die Gedankengänge, die Du beschreibst,
ebenfalls ganz genau.
Besonders die nächtlichen "Attacken" dieser Art sind mir - leider -
ebenfalls vertraut. Ich stehe dann auf und mache oder lese
etwas, um mich wieder in die Spur zu bringen.
Aber am eigentlichen Grundproblem ändert das nichts ...
Wenn ich darf, dann schließe ich mich Deiner Frage nach
wirkungsvollen Gegenstrategien an, ich wäre also auch sehr
dankbar für Tipps und profunde Ratschläge.
Vielleicht kann uns ein wenig geholfen werden.
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07.01.2016, 20:08
AW: Sich zu viele Gedanken machen, alles an sich ranlassen
Ich frage mich, welchen Einfluß habe ich auf die Situation, und was kann passieren. Dann gucke ich, daß ich diesen Einfluß nutze, um entweder zu verhindern, daß die Situation sich verschlechtert, oder, wenn das nicht möglich ist, einen Weg finde, um den Schaden zu reduzieren, wenn sie sich verschlechtert.
Wenn meine beste Freundin nie wieder mit mir redet, wegen weißnichtwas? Ist nicht wahrscheinlich, wäre Scheiße, kann ich derzeit nichts dran machen, weil es ja nicht passiert, also sehe ich zu, daß ich nie nur eine Freundin habe.
Wenn ich meinen Job verliere? Ist nicht wahrscheinlich, wäre Scheiße. Such ich mir einen neuen, gucke jetzt schon, in Kontakt mit den aktuellen Entwicklungen zu bleiben und meinen Kram in gutem Zustand zu halten.
Nachts wuseln die Sorgenwiesel im Dachstuhl. Manchmal sollte man einfach schlafen gehen. Meditation oder autogenes Training helfen, dann runterzufahren. Manchmal hilft laute Musik, Gedichte aufsagen, oder Mantras gegen kreisende Gedanken, oder ein einfaches "Schluß jetzt". Gedanken laufen da, wo ausgefahrene Spuren sind. Man kann ihnen andere Spuren legen.
Es hilft mir sehr, Dinge zu tun, in denen ich mich kompetent fühle, bzw. meine Kompetenzen zu erweitern, so daß es weniger Situation gibt, wo ich nicht wüßte, was ich jetzt tun soll. Das muß nicht mal direkt mit dem Ausdruck der Sorge zu tun haben -- Kompetenz ist gut für die Seele.
Eventuell kann auch eine Gesprächstherapie helfen, wenn man sich einfach nur zu sehr in sich selber verwickelt hat.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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07.01.2016, 20:38Inaktiver User
AW: Sich zu viele Gedanken machen, alles an sich ranlassen
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07.01.2016, 20:42Inaktiver User
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07.01.2016, 20:53
AW: Sich zu viele Gedanken machen, alles an sich ranlassen
In gewissen Maße ja. Das hat den Vorteil, daß du von jeder Verpflichtung befreit bist, dir darüber Gedanken zu machen. Wenn es kracht, bist du entweder tot, dann ist es egal, oder das Leben geht weiter, dann muß was getan werden. Was, das kannst du nicht wissen bevor es so weit ist.
Deine Hauptangst ist Machtlosigkeit?** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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07.01.2016, 21:28Inaktiver User
AW: Sich zu viele Gedanken machen, alles an sich ranlassen
Es hat ja mehrere Facetten: mich nervt es, dass ich mir gernerell immer zu viele Gedanken mache, nicht loslassen kann. Wahrscheinlich habe ich zuviel Zeit zum Nachdenken.

Aber ich bin auch ausgefüllt, habe Hobbies, mache was.
Meine Hauptangst - das ist die Verlustangst. Ganz klar, alleine zu sein, einsam zu sein.
Wäre ja dann die Konsequenz eines eventullen Schicksalschlags, gegen den ich machtlos war.
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07.01.2016, 21:36
AW: Sich zu viele Gedanken machen, alles an sich ranlassen
Du kennst doch das Sprichwort: Ich glaube erst etwas , wenn ich es auch sehe. In Wirklichkeit ist es umgekehrt: Du wirst etwas erfahren, wenn du auch daran glaubst. Du könntest dir auch andere Überzeugungen aneignen zum Beispiel: ich bin immer in Sicherheit und danach leben. Das Schlimme ist, Gedanken die man wahr nimmt, werden zu Überzeugungen.
Letztendlich bist du die einzige, die diese Gedanken und Überzeugungen verändern kann. Niemand kann die Gedanken eines anderen Menschen ändern, das muss aus einem selbst kommen. In heftigen Zeiten von Gedanken - Beziehungen schreibe ich sie mir auf und setze Erfahrungen gegenüber, das hilft.
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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07.01.2016, 21:49
AW: Sich zu viele Gedanken machen, alles an sich ranlassen
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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07.01.2016, 22:09Inaktiver User




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